Spironolacton Accord 25 mg Filmtabletten

Accord Healthcare GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Spironolacton →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 50 ST 15,34 €
N3 100 ST 19,23 €

Deutschlands medizinische KI – mit Ärzten entwickelt.

Jetzt Fragen zu Medikamenten und Behandlungen stellen. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung.

Jetzt KI fragen

Fachinformationen

Indikation

  • mit kongestiver Herzinsuffizienz assoziierte Ödeme
  • schwere Herzinsuffizienz (NYHA III-IV)
  • Therapiebegleitend für die Behandlung resistenter Hypertonie
  • nephrotisches Syndrom
  • Leberzirrhose mit Aszites und Ödemen
  • Diagnose und Behandlung von primärem Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom)
  • Hinweise
    • Behandlung von Kindern muss unter der Leitung eines spezialisierten Kinderarztes erfolgen
    • es liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen bei Kindern und Jugendlichen vor

Dosierung

  • Erwachsene
    • allgemein
      • Dosis individuell, je nach Krankheitsbild und dem erforderlichen Ausmaß der Diurese festlegen
      • Dosen </= 100 mg / Tag als Einzeldosen oder über mehrere Dosen verteilt einnehmen
    • mit kongestiver Herzinsuffizienz assoziierte Ödeme
      • Behandlung von Ödemen
        • initial: 100 mg Spironolacton / Tag, als Einzeldosis oder über mehrere Dosen verteilt
        • Tagesdosis von 25 - 200 mg möglich
        • Erhaltungsdosis: individuell festlegen
    • schwere Herzinsuffizienz (NYHA Klasse III - IV)
      • Behandlung mit Spironolacton gemeinsam mit der standardmäßigen Behandlung
        • initial: 25 mg / Tag, falls der Kaliumgehalt im Serum </= 5,0 mEq / L und der Serumkreatininwert </= 2,5 mg / dL (221 µmol / L) beträgt
        • Patienten, die eine Dosis von 25 mg 1mal / Tag gut vertragen
          • Dosiserhöhung: </= 50 mg 1mal / Tag, soweit klinisch indiziert
        • Patienten, die eine Dosis von 25 mg 1mal / Tag nicht gut vertragen
          • Dosisreduktion: 25 mg jeden 2.Tag
          • zu weiteren Informationen hinsichtlich der Überwachung des Kaliumgehalts im Serum sowie des Serumkreatinins: s. Fachinformation
    • resistente Hypertonie
      • initial: 25 mg / Tag, als Einzeldosis
      • niedrigste wirksame Dosis einnehmen
      • anschließend langsam Dosiserhöhung: 100 mg / Tag oder höher
    • nephrotisches Syndrom
      • normale Dosis: 100 - 200 mg / Tag
      • bislang wurde keine entzündungshemmende Wirkung festgestellt
      • Arzneimittel hat keinen Einfluss auf die zugrundeliegenden pathologischen Vorgänge
      • Einsatz von Spironolacton nur empfohlen, wenn mit Glukokortikoiden alleine keine ausreichende Wirkung erzielt wird
    • Leberzirrhose mit Aszites und Ödem
      • initial: 100 - 200 mg / Tag (z. B. auf Basis der Na+ / K+ Ratio)
      • kein ausreichendes Ansprechen während der ersten 2 Behandlungswochen auf 200 mg Spironolacton
        • zufügen von Furosemid
        • falls erforderlich, Dosiserhöhung der Spironolacton-Dosis schrittweise auf 400 mg / Tag
      • Erhaltungsdosis: individuell festlegen
    • Diagnose und Behandlung von primärem Aldosteronismus
      • Verdacht auf primären Aldosteronismus
        • 100 - 150 mg Spironolacton
        • max. Tagesdosis: 400 mg
      • tritt daraufhin eine rapide diuretische und antihypertensive Wirkung ein, ist es ein deutliches Anzeichen für erhöhte Aldosteronproduktion, in diesem Fall
        • 3 - 5 Wochen vor einem chirurgischen Eingriff: 100 - 150 mg / Tag
      • stellt ein chirurgischer Eingriff keine Option dar, ist diese Dosis häufig ausreichend, um Blutdruck und Kaliumkonzentration auf einem normalen Niveau zu halten
      • in Ausnahmefällen kann eine höhere Dosis erforderlich sein
      • generell ist die niedrigste wirksame Dosis einzuhalten
  • Kinder und Jugendliche
    • initial: 1 - 3 mg Spironolacton / kg KG, aufgeilt auf mehrere Dosen
    • Dosis je nach Ansprechen und Verträglichkeit anpassen
    • Behandlung muss unter der Leitung eines spezialisierten Kinderarztes erfolgen
    • keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen vorhanden

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • Behandlungsbeginn mit der geringstmöglichen Dosis
    • anschließend graduell nach oben titrieren, bis zur gewünschten Wirkung
    • Vorsicht geboten, besonders in Bezug auf Nierenfunktionsstörungen

Kontraindikationen

Spironolacton - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Spironolacton
  • Anurie
  • akutes Nierenversagen
  • schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/Min. pro1,73 m² KOF und/oder Serum-Kreatinin > 1,8 mg/dl)
  • Hyperkaliämie
  • Hyponatriämie
  • Hypovolämie und Dehydratation
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Spironolacton - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombozytopenie durch Spironolacton-induzierte Antikörper
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Eosinophilie bei Patienten mit Leberzirrhose
      • Agranulozytose
        • Hinweise auf Agranulozytose können Fieber mit Schüttelfrost, Schleimhautveränderungen und Halsschmerzen sein
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Reaktionen (können als Haut- und Schleimhautreaktionen auftreten)
  • Endokrine Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Stimmveränderungen
        • Spironolacton kann bei Frauen zu einer Vertiefung der Stimmlage, bei Männern zu einer Erhöhung der Stimmlage führen
        • Stimmveränderungen können auch in Form von Heiserkeit auftreten
        • Veränderung der Stimmlage geht bei manchen Patienten auch nach Absetzen von Spironolacton nicht zurück
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperkaliämien
        • unter Gabe von Spironolacton häufig lebensbedrohliche Hyperkaliämien (insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion), die bis zum Auftreten von Muskellähmungserscheinungen (hyperkaliämische Paralysen) und Herzrhythmusstörungen führen können
          • zusätzliche Gabe von Kalium, anderen kaliumsparenden Diuretika oder eine kaliumreiche Diät daher vermeiden
        • bei unregelmäßigem Pulsschlag, Müdigkeit oder Muskelschwäche (z.B. in den Beinen) muss besonders an die Möglichkeit einer Hyperkaliämie gedacht werden
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, u.a. Hyponatriämie, Hypomagnesiämie, Hyperchlorämie, Hyperkalzämie
        • als Folge der vermehrten Flüssigkeits- und Elektrolytausscheidung, insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion
      • Hypovolämie (infolge übermäßiger Diurese)
      • Hyponatriämie (infolge übermäßiger Diurese)
      • als Folge der Elektrolytstörungen im Blut kann es zu Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit, Durst, Erbrechen, Kopfschmerzen bzw. Kopfdruck, Schwächegefühl, Schwindel, Schläfrigkeit, Müdigkeit, Sehstörungen, Apathie, Verwirrtheitszuständen, allgemeiner Muskelschwäche, Muskelkrämpfen (Wadenkrämpfen) sowie Herzrhythmusstörungen und Kreislaufstörungen kommen
        • wichtig, unerwünschte Flüssigkeitsverluste (z.B. bei Erbrechen, Durchfall, starkem Schwitzen) auszugleichen
      • Störungen im SäureSäure-Basen-Haushalt
        • Spironolacton kann eine hyperchlorämische metabolische Azidose hervorrufen oder verschlechtern
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kopfschmerzen
      • Schläfrigkeit
      • Ataxie
      • Schwäche
      • Schwindel
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Verwirrtheitszustände
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Lethargie
  • Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • infolge übermäßiger Diurese kann es aufgrund einer Hypovolämie zu Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Mundtrockenheit und Durst sowie zu orthostatischen Regulationsstörungen oder zu Blutdruckabfall bis zum Kreislaufkollaps kommen
      • bei exzessiver Diurese kann es zu Dehydratation und als Folge einer Hypovolämie zur Hämokonzentration kommen
      • als Folge der Hämokonzentration, insbesondere bei älteren Patienten
        • erhöhte Neigung zu Thrombosen und Embolien
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Mundtrockenheit
      • Magen-Darm-Beschwerden (z.B. Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, gastrointestinale Krämpfe)
      • Blutungen der Magenschleimhaut und gastrointestinale Ulcera (auch mit Blutungen)
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • krankhafte Veränderungen der Leber (Hepatotoxizität) mit Ansteigen der Leberenzyme und histologisch nachgewiesener Hepatitis
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hautrötung
      • Juckreiz
      • Hautausschlag
      • Urtikaria
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Erythema anulare
      • Lichenruber-planus-ähnliche Hautveränderungen
      • Haarausfall bis zur Alopezie
      • Lupus-erythematodes-artiges Syndrom
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Pemphigoid
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Muskelkrämpfe (Wadenkrämpfe)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Osteomalazie (Knochenerweichung)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperurikämie
        • kann bei prädisponierten Patienten zu Gichtanfällen führen
    • ohne Häufigskeitsangabe
      • vorübergehender Anstieg der Serumkonzentrationen von Kreatinin und Harnstoff
      • verstärkte Harnproduktion kann bei Patienten mit Behinderung des Harnabflusses zu Beschwerden führen bzw. bereits bestehende Beschwerden verstärken
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • gesteigerte Berührungsempfindlichkeit der Brustwarzen und Brustspannung
      • Männer
        • meist reversible Gynäkomastie
      • Frauen
        • Menstruationsstörungen, in seltenen Fällen Mastodynie, Zwischenblutungenund Amenorrhö
        • Hirsutismus
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Potenzstörungen (dosisabhängig)

Anwendungshinweise

  • Tabletten zum Einnehmen
  • Einnahme mit einer Mahlzeit
  • max. Tagesdosen > 100 mg: auf mehrere Einzeldosen aufteilen
  • Kinder und Jugendliche
    • zur Erleichterung der Einnahme: Tablette zermahlen oder zerstoßen und dann in Wasser auflösen

Stillzeithinweise

Spironolacton - peroral
  • kontraindiziert während der Stillzeit
  • keine Daten zur Ausscheidung von Spironolacton in die Muttermilch vorliegend
  • pharmakologisch aktiver Metabolit Canrenoat ist in der Muttermilch nachgewiesen worden (Milch-Plasma-Konzentrationsverhältnis 0,7)
  • sollte eine Behandlung dennoch erforderlich sein, muss abgestillt werden

Schwangerschaftshinweise

Spironolacton - peroral
  • kontraindiziert während der Schwangerschaft
  • keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Spironolacton bei Schwangeren
  • tierexperimentelle Untersuchungen
    • Feminisierung der Genitalien männlicher Nachkommen
    • Hinweise auf endokrine Störungen bei weiblichen und männlichen Nachkommen
  • beim Menschen sind antiandrogene Wirkungen nachgewiesen worden
  • Fertilität
    • keine Daten zur Fertilität vorliegend

Warnhinweise

Spironolacton - peroral
  • besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich bei:
    • Nierenfunktionseinschränkung leichteren Grades (Serum-Kreatinin-Werte zwischen 1,2 und 1,8 mg/dl bzw. einer Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 60 ml/Min.)
    • Patienten, die als Folge ihrer Grunderkrankung zu Azidose und/oder Hyperkaliämie neigen (z.B. Diabetes mellitus)
    • Hypotonie
  • gleichzeitige Anwendung von Spironolacton und kaliumsparenden Diuretika (z.B. Amilorid, Triamteren), Kaliumsubstituenten oder ACE-Hemmern nicht empfohlen
    • kann zu lebensgefährlichen Hyperkaliämien kommen
    • Kombination der vorgenannten Arzneimittel mit Spironolacton daher nicht empfohlen
  • Anwendung von Arzneimitteln, die bekanntermaßen eine Hyperkaliämie hervorrufen können
    • kann in Verbindung mit Spironolacton zu einer schwerwiegenden Hyperkaliämie führen
  • bei schwerer Niereninsuffizienz (Glomerulumfiltrat < 30 ml/Min. und/oder Serumkreatinin > 1,8 mg/dl)
    • Spironolacton nicht nur unwirksam, sondern sogar schädlich, da die glomeruläre Filtrationsrate weiter gesenkt wird
  • Behandlung mit Spironolacton sollte nur unter häufiger Kontrolle des Serum-Kalium-Spiegels erfolgen
    • bei eingeschränkter Nierenfunktion mit Serum-Kreatininwerten zwischen 1,2 und 1,8mg/dl und einer Kreatinin-Clearance zwischen 60 und 30 ml/Min.
    • bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die zu einem Anstieg des Serum-Kaliumspiegels führen können
  • Kontrolle in regelmäßigen Abständen erforderlich:
    • Serumelektrolyte (insbesondere Kalium, Natrium, Calcium, Bicarbonat)
    • harnpflichtige Substanzen Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure im Serum
    • SäureSäure-Basen-Haushalt
  • Gewichtsverlust
    • der durch verstärkte Urinausscheidung hervorgerufene Gewichtsverlust sollte unabhängig vom Ausmaß der Urinausscheidung 1 kg/Tag nicht überschreiten
  • Diuretika-Abusus
    • bei chronischem Diuretika-Abusus kann ein Pseudo-Bartter-Syndrom mit der Folge von Ödemen auftreten
      • Ödeme sind Ausdruck eines Anstiegs des Renins mit der Folge eines sekundären Hyperaldosteronismus
  • diagnostische Tests
    • Spironolacton kann Störung bestimmter diagnostischer Tests verursachen (z.B. RIA-Bestimmung der Digoxinserumkonzentration)
  • Flüssigkeitsaufnahme
    • während der Behandlung sollten Patienten auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten
  • Stimmveränderungen
    • Spironolacton kann bei Frauen zu einer Vertiefung der Stimmlage, bei Männern zu einer Erhöhung der Stimmlage führen
    • Stimmveränderungen können auch in Form von Heiserkeit auftreten
    • Veränderung der Stimmlage geht bei manchen Patienten auch nach Absetzen von Spironolacton nicht zurück
      • deshalb therapeutische Notwendigkeit gegenüber diesem Risiko abwägen, insbesondere bei Personen mit Berufen, in denen die Stimme eine besondere Bedeutung hat (z.B. Theater-, Lehrberufe)
  • Doping
    • Anwendung von Spironolacton kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
    • die gesundheitlichen Folgen der Anwendung als Dopingmittel können nicht abgesehen werden; schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen nicht auszuschließen