Staphylex Infusion 2 g Plv.z.Her.e.Infusionslösung

PUREN Pharma GmbH & Co. KG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Flucloxacillin →

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N3 10 ST 164,72 €

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Fachinformationen

Indikation

  • akute und chronische Infektionen durch Flucloxacillin-empfindliche Penicillinase-bildende Staphylokokken [mit Ausnahme von Methicillin-resistenten Staphylokokken (MRSA / MRSE)] wie:
    • Infektionen der Haut, Schleimhäute und des Weichteilgewebes
      • z. B. Furunkel, Abszesse, Pyodermien, Panaritien, Paronychien, Brustdrüsenentzündungen
    • Infektionen der Atemwege
    • Infektionen der Knochen und des Knochenmarks
  • Hinweise:
    • Wirksamkeit von Flucloxacillin sollte durch den Nachweis der Empfindlichkeit gegenüber Oxacillin nachgewiesen werden
    • die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen berücksichtigen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Infusionsflasche enthält 2,176 g Flucloxacillin-Natrium 1 H2O, entsprechend 2 g Flucloxacillin

  • akute und chronische Infektionen durch Flucloxacillin-empfindliche Penicillinase-bildende Staphylokokken
    • allgemein
      • Dosis abhängig von
        • Alter
        • Gewicht
        • Nierenfunktion
        • Schweregrad und Art der Infektion
    • Erwachsene und Jugendliche (>/= 12 Jahre)
      • Tagesgesamtdosis
        • 1 g - 4 g Flucloxacillin / Tag, in 3 - 4 Teildosen als i. v. oder i. m. Injektion
      • schwere Infektionen
        • bis 8 g Flucloxacillin / Tag, in 4 Infusionen über 20 - 30 Min.
      • Höchstdosen
        • Bolusinjektion oder -infusion
          • max. 2 g Flucloxacillin / Einzeldosis
        • Gesamtdosis
          • max. 12 g Flucloxacillin / Tag
    • Kinder
      • Kinder < 12 Jahre
        • leichte - mittelschwere Infektionen
          • 25 - 50 mg Flucloxacillin / kg KG / 24 Std. i. m. oder i. v. in 3 - 4 gleich großen Teildosen
        • schwere Infektionen
          • bis zu 100 mg Flucloxacillin / kg KG / 24 Std. in 3 - 4 Teildosen
        • Höchstdosis
          • 33 mg Flucloxacillin / kg KG / einzelne Bolusinjektion
      • Frühgeborene, Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder
        • i. A. 25 - 50 mg Flucloxacillin / kg KG / 24 Std. in 3 - 4 gleichen Teildosen
        • Dosiserhöhung bei Bedarf auf max. 100 mg Flucloxacillin / kg KG / 24 Std.
        • Früh- und Neugeborene
          • Früh- und Neugeborene
            • wegen der möglichen Induktion eines Kernikterus nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung verabreichen

Dosisanpassung

  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Exkretion von Flucloxacillin vermindert
    • schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 10 ml / Min.)
      • Dosisreduktion oder Verlängerung des Dosisintervalls in Betracht ziehen
      • empfohlene Maximaldosis bei Erwachsenen
        • 1 g Flucloxacillin / 8 - 12 Std.
        • anurischen Patienten
          • 1 g Flucloxacillin / 12 Std.
      • Dialyse
        • Flucloxacillin wird durch Dialyse nicht signifikant entfernt
          • keine zusätzliche Flucloxacillin-Dosis während oder am Ende der Dialysebehandlung erforderlich
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • keine Dosisreduktion erforderlich
    • Anwendung mit Vorsicht
  • ältere Patienten (> 50. Lebensjahr)
    • Anwendung mit Vorsicht

Kontraindikationen

Flucloxacillin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Flucloxacillin oder andere ß-Lactam Antibiotika (z.B. Penicilline, Cepahlosporine)
  • Leberfunktionsstörungen / Ikterus unter einer früheren Flucloxacillin-Therapie
  • intraarterielle/intrathekale, oculare oder subkonjunktivale Verabreichung

Nebenwirkungen

Flucloxacillin - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • langfristige oder wiederholte Anwendung kann zu Superinfektionen mit Pilzen oder resistenten Bakterien führen
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Neutropenie
      • Agranulozytose
      • Granulozytopenie
      • allergisch bedingte Leukopenie mit Eosinophilie, Anämie, Thrombozytopenie (Erscheinungen nach Beendigung der Therapie reversibel)
      • Hämolytische Anämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Überempfindlichkeitsreaktionen
        • anaphylaktischer Schock (nur in Ausnahmefällen auch bei oraler Anwendung)
        • angioneurotisches Ödem.
        • beim Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen sollte die Behandlung abgebrochen werden
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Appetitlosigkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypokaliämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verwirrtheit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion können nach i.v.-Injektion hoher Dosen Flucloxacillin neurologische Störungen mit Krampfanfällen auftreten
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • leichte gastrointestinale Störungen (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bauchschmerzen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • pseudomembranöse Kolitis
        • beim Auftreten einer pseudomembranösen Kolitis sollte Flucloxacillin abgesetzt und ggf. eine kausale Therapie (z.B. Metronidazol oder Vancomycin oral) eingeleitet werden
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hepatitis und cholestatische Gelbsucht
      • Veränderungen der Leberwerte (reversibel; klingen nach Beendigung der Therapie ab)
      • Hepatitis und cholestatische Gelbsucht
        • traten häufiger bei älteren Patienten oder bei längerer Anwendung auf
        • traten bis zu zwei Monate nach der Behandlung auf
        • in einigen Fällen war der Verlauf protrahiert und dauerte mehrere Monate
      • schwere hepatotoxische Nebenwirkungen
        • unter sehr seltenen Umständen Todesfälle beobachtet, überwiegend bei Patienten ab dem 50. Lebensjahr und bei Patienten mit schwerwiegender Grunderkrankung
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Exanthem
      • Urtikaria
      • Pruritus
      • Purpura
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Erythema nodosum
      • Erythema multiforme
      • Stevens-Johnson- Syndrom
      • toxische epidermale Nekrolyse
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Arthralgie und Myalgie (treten manchmal erst später als 48 Stunden nach Therapiebeginn auf)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • interstitielle Nephritis (reversibel; klingt nach Beendigung der Therapie ab)
        • bei einer längeren Behandlung mit hohen Dosen v Kontrolle der Nierenfunktion empfohlen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • (Thrombo-)Phlebitis (nach i.v.-Injektion)
      • Schmerzen nach i.v.-Injektion
      • bei Injektion im Ellenbogenbereich ist wegen der besonderen anatomischen Verhältnisse die Venenpunktion und die Injektion nur unter besonderer Vorsicht vorzunehmen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Fieber (tritt manchmal erst später als 48 Stunden nach Therapiebeginn auf)
      • Schmerzen und Induration an der Injektionsstelle nach i.m.- Injektion
      • versehentliche intraarterielle Injektion/Infusion kann zu schwersten Schäden im betroffenen Gewebsbezirk führen

Anwendungshinweise

  • Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
  • zur intramuskulären (i. m.) oder intravenösen (i. v.) Anwendung
    • i. v.-Infusion langsam durchführen
  • parenterale Therapie, wenn die orale Therapie nicht durchführbar ist oder als ungeeignet erachtet wird
    • z. B. bei schwerer Diarrhoe oder Erbrechen
    • insb. bei dringender Behandlung schwerer Infektionen
  • Hinweise zur Zubereitung der Lösung, s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Flucloxacillin - invasiv
  • Flucloxacillin tritt in geringem Maße in die Muttermilch über
  • in der Stillzeit darf Flucloxacillin angewendet werden
  • beim gestillten Säugling
    • Möglichkeit einer Beeinflussung der physiologischen Darmflora mit Durchfall oder Sprosspilzbesiedlung beachten
    • Möglichkeit einer Sensibilisierung beachten

Schwangerschaftshinweise

Flucloxacillin - invasiv
  • Anwendung von Flucloxacillin in der Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung
  • Beobachtungen am Menschen haben bisher keinen Hinweis auf schädliche Wirkungen von Penicillinen auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fetus/Neugeborenen erkennen lassen
  • tierexperimentelle Studien
    • keine reproduktionstoxikologischen Effekte beobachtet
  • Fertilität
    • Tier- oder Humandaten zur Wirkung auf die Fertilität liegen nicht vor

Warnhinweise

Flucloxacillin - invasiv
  • um einen bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen, sollte Flucloxacillin nach ärztlicher Anordnung so früh wie möglich, d.h. möglichst nach dem Auftreten der ersten Symptome verabreicht und regelmäßig appliziert werden
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • vor Beginn der Therapie mit Flucloxacillin sorgsam auf frühere Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber ß-Lactamen prüfen
      • Kreuzallergien zwischen Penicillinen und Cephalosporinen hinreichend bekannt
    • schwere und bisweilen auch letale Überempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaxie) bei Patienten, die ß -Lactam-Antibiotika erhielten, berichtet
      • obwohl Anaphylaxie häufiger nach parenteraler Therapie auftritt, ist sie auch bei Patienten mit oraler Therapie aufgetreten
      • diese Reaktionen treten eher bei Personen mit einer Vorgeschichte mit ß -Lactam- Überempfindlichkeit auf
    • wenn eine allergische Reaktion auftritt, sollte Flucloxacillin abgesetzt werden und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden
      • schwere anaphylaktoide Reaktionen erfordern möglicherweise eine sofortige Notfall-Behandlung mit Adrenalin
      • Sauerstoff, Steroid-Infusion und Atemwegssicherung, einschließlich Intubation, können auch erforderlich sein
  • Anwendung mit Vorsicht bei
    • Patienten mit bestehender Leberfunktionsstörung
    • Patienten ab dem 50. Lebensjahr
    • Patienten mit einer schwerwiegenden Grunderkrankung
  • schwere hepatotoxische Nebenwirkungen können auftreten und unter sehr seltenen Umständen sind Todesfälle berichtet worden
    • überwiegend bei Patienten ab dem 50. Lebensjahr und bei Patienten mit schwerwiegender Grunderkrankung
  • besondere Vorsicht bezüglich einer Arzneimittel-induzierten Leberschädigung bei Patienten mit HLA-B*5701-Haplotyp
    • wird momentan bei einer wachsenden Anzahl an Patienten mit HIV-Infektion ausgewertet, bei denen auch ein erhöhtes Risiko für eine Exposition gegenüber Flucloxacillin besteht
  • Nierenfunktionsstörung
    • Dosisanpassung erforderlich
  • Früh- oder Neugeborene
    • bei Früh- oder Neugeborenen sollte Flucloxacillin wegen der Gefahr einer Hyperbilirubinämie mit besonderer Vorsicht angewendet werden
      • Studien haben gezeigt, dass nach parenteraler Gabe hoher Flucloxacillin- Dosen das Bilirubin aus seinen Plasmaproteinbindungen verdrängt wird und somit bei Früh- oder Neugeborenen mit bestehender Hyperbilirubinämie zu einem Kernikterus führen kann
    • bei Früh- oder Neugeborenen sollte ferner darauf geachtet werden, dass durch die noch verminderte renale Ausscheidung hohe Flucloxacillin- Serumkonzentrationen auftreten können
  • unter länger dauernder Behandlung (z.B. Osteomyelitis, Endokarditis) sind
    • regelmäßige Leber- und Nierenfunktionstests und Blutbildkontrollen angezeigt
  • Überwucherung mit unempfindlichen Keimen bzw. Pilzen bei Langzeittherapie möglich
  • Hypokaliämie
    • bei Verwendung von Flucloxacillin, besonders in hohen Dosierungen, kann eine (potenziell lebensbedrohliche) Hypokaliämie auftreten
    • eine durch Flucloxacillin hervorgerufene Hypokaliämie kann gegen eine Kaliumsupplementierung resistent sein
    • während der Behandlung mit höheren Dosierungen von Flucloxacillin werden regelmäßige Messungen des Kaliumspiegels empfohlen
    • dieses Risiko sollte ebenfalls beachtet werden, wenn Flucloxacillin mit Hypokaliämie-induzierenden Diuretika kombiniert wird oder wenn weitere Risikofaktoren für die Entwicklung einer Hypokaliämie (z.B. Mangelernährung, Dysfunktion der Nierenkanälchen) vorhanden sind