Steglatro 15 mg Filmtabletten

MSD Sharp & Dohme GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ertugliflozin →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 28 ST 40,36 €
N3 98 ST 113,01 €

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene >/= 18 Jahre

  • unzureichend kontrollierter Typ-2 Diabetes mellitus als Ergänzung zu Diät und Bewegung
    • als Monotherapie bei Patienten, für die Metformin aufgrund von Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen nicht geeignet ist
    • zusätzlich zu anderen Arzneimitteln zur Behandlung von Diabetes

Dosierung

  • unzureichend kontrollierter Typ-2 Diabetes mellitus
    • Anfangsdosis
      • 5 mg Ertugliflozin 1mal / Tag
    • Dosisanpassung
      • sofern eine zusätzliche Blutzuckersenkung notwendig ist, kann die Dosis bei Patienten, die 5 mg Ertugliflozin 1mal / Tag vertragen, auf 15 mg Ertugliflozin 1mal / Tag erhöht werden
    • vergessene Einnahme
      • falls eine Einnahme vergessen wurde, sollte diese nachgeholt werden, sobald der Patient daran denkt
      • die Patienten sollten nicht die doppelte Dosis am selben Tag einnehmen
    • Hinweis für den Behandlungsbeginn
      • Hypovolämie sollte vor Beginn der Behandlung korrigiert werden
      • Nierenfunktion sollte vor Beginn der Behandlung überprüft werden

Dosisanpassung

  • Kombination mit Insulin
    • wenn Ertugliflozin in Kombination mit Insulin oder mit einem Insulin-Sekretagogum (einem Arzneimittel zur Anregung der Insulinsekretion) angewendet wird, kann es notwendig sein, die Dosis des Insulins oder des Insulin-Sekretagogums zu verringern, um das Risiko einer Hypoglykämie zu reduzieren
  • Niereninsuffizienz
    • Überprüfung der Nierenfunktion erforderlich
      • vor Beginn der Behandlung und danach in regelmäßigen Abständen
        • eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) < 45 ml / Min. / 1,73 m2 oder CrCl (Kreatinin-Clearance) < 45 ml / Min.
          • Beginn der Behandlung mit Ertugliflozin nicht empfohlen
        • eGFR >/= 45 bis < 60 / Min. / 1,73 m2
          • Behandlung mit 5 mg Ertugliflozin beginnen und zur Blutzuckerkontrolle bei Bedarf auf 15 mg Ertugliflozin hochtitrieren
        • eGFR anhaltend < 30 ml / Min. / 1,73 m2 oder CrCl anhaltend < 30 ml / Min.
          • Behandlung mit Ertugliflozin abbrechen
    • blutzuckersenkende Wirkung von Ertugliflozin abhängig von der Nierenfunktion
      • moderate Einschränkung der Nierenfunktion: verringerter blutzuckersenkender Effekt
      • schwere Einschränkung der Nierenfunktion: blutzuckersenkender Effekt wahrscheinlich nicht vorhanden
        • Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion, terminaler Niereninsuffizienz (end stage renal disease, ESRD) oder Dialysepflicht
          • Ertugliflozin nicht anwenden, da keine klinischen Daten vorliegen, welche die Wirksamkeit bei diesen Patienten belegen
      • falls eine weitere Blutzuckerkontrolle erforderlich ist, sollte die zusätzliche Gabe anderer antihyperglykämischer Arzneimittel in Betracht gezogen werden
  • Leberinsuffizienz
    • leichte oder moderate Einschränkung der Leberfunktion
      • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • schwere Einschränkung der Leberfunktion
      • Anwendung nicht empfohlen, da keine Untersuchungen vorliegen
  • ältere Patienten >/= 65 Jahre
    • altersabhängige Dosisanpassung für Ertugliflozin wird nicht empfohlen
    • Nierenfunktion und das Risiko einer Hypovolämie sollten beachtet werden
  • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)

Kontraindikationen

Ertugliflozin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Ertugliflozin

Therapiehinweise

Einnahme morgens.

Nebenwirkungen

Ertugliflozin - peroral
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • vulvovaginale Pilzinfektion und andere genitale Pilzinfektionen bei Frauen, einschl.
        • genitale Candidose
        • genitale Pilzinfektion
        • Vaginalinfektion
        • Vulvitis
        • vulvovaginale Candidose
        • Vulvovaginitis
      • Harnwegsinfektionen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Candida-Balanitis und andere genitale Pilzinfektionen bei Männern (bei Männernohne Beschneidung häufiger), einschl.
        • Balanoposthitis
        • Genitalinfektion
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • nekrotisierende Fasziitis des Perineums (Fournier-Gangrän)
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypoglykämie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • diabetische Ketoazidose
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypovolämie
        • Inzidenz von unerwünschten Ereignissen in Zusammenhang mit einer Hypovolämie (Dehydratation, orthostatischer Schwindel, Präsynkope, Synkope, Hypotonie und orthostatische Hypotonie) war gering (< 2 %) und zwischen den Patientengruppen unter Ertugliflozin oder Placebo nicht nennenswert unterschiedlich
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhter Harndrang, umfasst
        • Pollakisurie
        • Harndrang
        • Polyurie
        • vermehrte Urinausscheidung
        • Nykturie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dysurie
      • Kreatinin im Blut erhöht / glomeruläre Filtrationsrate vermindert
        • initiale Erhöhungen des mittleren Kreatinins und Abnahmen der mittleren eGFR waren bei Patienten unter Ertugliflozin bei durchgängiger Behandlung i. A. vorübergehend
        • Patienten mit moderater Einschränkung der Nierenfunktion zu Studienbeginn hatten größere mittlere Abweichungen, welche bis Woche 26 nicht wieder auf das Ausgangsniveau zurückgingen, sich nach Absetzen der Behandlung aber wieder normalisierten
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • renale Nebenwirkungen, z. B.
        • akute Nierenschädigung
        • eingeschränkte Nierenfunktion
        • akute prärenale Insuffizienz
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • vulvovaginaler Pruritus
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Durst, einschl. Polydipsie
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Serumlipide verändert
        • die mittleren prozentualen Abweichungen vom Ausgangswert für Ertugliflozin 5 mg bzw. 15 mg im Vergleich zu Placebo betrugen für
          • LDL-C 5,8 % bzw. 8,4 % versus 3,2 %
          • Gesamtcholesterin 2,8 % bzw. 5,7 % versus 1,1 %
          • für HDL-C jedoch 6,2 % bzw. 7,6 % versus 1,9 %
        • die medianen prozentualen Abweichungen vom Ausgangswert für Ertugliflozin 5 mg bzw. 15 mg im Vergleich zu Placebo betrugen für
          • Triglyceride -3,9 % bzw. -1,7 % versus 4,5 %
      • Hämoglobin erhöht
        • der Anteil der Patienten, die mindestens einmal eine Erhöhung des Hämoglobins von > 2,0 g/dl hatten, war in den Gruppen unter Ertugliflozin 5 mg und 15 mg (4,7 % bzw. 4,1 %) im Vergleich zur Placebogruppe (0,6 %) erhöht
      • BUN erhöht
        • der Anteil der Patienten mit einer Erhöhung der BUN-Werte um >= 50 % und Werten über den oberen Normwert (ULN) hinaus, war in den Gruppen unter Ertugliflozin 5 mg und 15 mg (7,9 % bzw. 9,8 %) im Vergleich zur Placebogruppe (5,1 %) numerisch erhöht, bzw. erhöht

Anwendungshinweise

  • Tabletten zum Einnehmen
    • 1mal / Tag
    • am Morgen
    • unabhängig von den Mahlzeiten
  • bei Schluckbeschwerden kann die Tablette zerteilt oder zermahlen werden

Stillzeithinweise

Ertugliflozin - peroral
  • Ertugliflozin sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden
    • da die Reifung der Nieren beim Menschen in der Gebärmutter und während der ersten 2 Lebensjahre bei möglicher Exposition durch das Stillen stattfindet, kann ein Risiko für Neugeborene / Kinder nicht ausgeschlossen werden
  • es ist nicht bekannt, ob Ertugliflozin in die Muttermilch übergeht, oder Auswirkungen auf gestillte Neugeborene / Kinder oder auf die Milchbildung hat
  • tierexperimentelle Studien
    • Ertugliflozin geht in die Milch von laktierenden Ratten über und hatte Auswirkungen auf deren Nachkommen
    • bei juvenilen Ratten wurden pharmakologisch vermittelte Auswirkungen beobachtet

Schwangerschaftshinweise

Ertugliflozin - peroral
  • Ertugliflozin sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden
  • bisher liegen nur begrenzte Erfahrungen zur Anwendung von Ertugliflozin bei Schwangeren vor
  • tierexperimentelle Studien
    • Ertugliflozin kann die Entwicklung und Reifung der Nieren beeinflussen
  • Fertilität
    • die Auswirkung von Ertugliflozin auf die menschliche Fertilität wurde nicht untersucht
    • in tierexperimentellen Studien wurden keine Auswirkungen auf die Fertilität beobachtet

Warnhinweise

Ertugliflozin - peroral
  • Allgemeines
    • Ertugliflozin sollte nicht bei Patienten mit Typ-1 Diabetes mellitus angewendet werden
  • Hypotonie / Hypovolämie
    • Ertugliflozin verursacht eine osmotische Diurese, die zu einem intravaskulären Volumenmangel führen kann
    • demzufolge kann eine symptomatische Hypotonie nach Beginn der Behandlung auftreten, insbesondere bei
      • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (eGFR < 60 ml/min/1,73 m2 oder CrCl < 60 ml/min)
      • älteren Patienten (>= 65 Jahre)
      • Patienten, die Diuretika einnehmen
      • Patienten unter Antihypertonika mit einer Hypotonie in der Vorgeschichte
    • vor Beginn der Behandlung
      • Volumenstatus überprüfen und, sofern angezeigt, korrigieren
      • Patienten auf entsprechende Anzeichen und Symptome einer Hypotonie / Hypovolämie nach Therapiebeginn überwachen
    • aufgrund des Wirkmechanismus induziert Ertugliflozin eine osmotische Diurese und führt zu einem Anstieg des Serumkreatinins und einer Abnahme der eGFR
    • Anstieg des Serumkreatinins und Abnahme der eGFR waren bei Patienten mit moderater Einschränkung der Nierenfunktion stärker ausgeprägt
    • im Fall von Erkrankungen, die zu einem Flüssigkeitsverlust führen können (z. B. gastrointestinale Erkrankungen)
      • sorgfältige Überwachung der Patienten hinsichtlich ihres Volumenstatus (z. B. körperliche Untersuchung, Blutdruckmessung, Laboruntersuchungen einschließlich Bestimmung des Hämatokriten) und ihrer Elektrolytwerte empfohlen
      • eine vorübergehende Unterbrechung der Behandlung mit Ertugliflozin sollte in Betracht gezogen werden bis der Flüssigkeitsverlust korrigiert wurde
  • diabetische Ketoazidose (DKA)
    • seltene Fälle von DKA, einschließlich lebensbedrohlicher und tödlicher Fälle, wurden in klinischen Studien und nach Markteinführung bei Patienten berichtet, die eine Behandlung mit Natrium-Glucose-Co-Transporter-2(SGLT2)-Inhibitoren erhielten, einschl. Ertugliflozin
    • in einer Reihe von Fällen zeigte sich ein untypisches Krankheitsbild mit nur mäßig erhöhtem Blutzuckerspiegel < 14 mmol/l (250 mg/dl)
    • ob eine DKA mit größerer Wahrscheinlichkeit bei höheren Dosen von Ertugliflozin auftritt, ist nicht bekannt
    • das Risiko einer diabetischen Ketoazidose muss beim Auftreten von unspezifischen Symptomen in Betracht gezogen werden, wie
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Anorexie
      • Bauchschmerzen
      • übermäßigem Durst
      • Schwierigkeiten beim Atmen
      • Verwirrtheit
      • ungewöhnlicher Müdigkeit
      • Schläfrigkeit
    • unabhängig vom Blutzuckerspiegel sollten Patienten beim Auftreten dieser Symptome unverzüglich auf eine Ketoazidose hin untersucht werden
    • bei Patienten, bei denen ein Verdacht auf eine DKA besteht oder eine DKA diagnostiziert wurde, ist die Behandlung mit Ertugliflozin sofort abzusetzen
    • die Behandlung sollte bei Patienten unterbrochen werden, die aufgrund größerer chirurgischer Eingriffe oder akuter schwerer Erkrankungen in ein Krankenhaus kommen
      • bei diesen Patienten wird eine Überwachung der Ketonkörperkonzentration empfohlen
      • die Ermittlung der Ketonkörperkonzentration im Blut ist der Ermittlung der Konzentration im Urin vorzuziehen
      • die Behandlung mit Ertugliflozin kann erneut aufgenommen werden, wenn die Ketonkörperkonzentration normal ist und der Zustand des Patienten sich stabilisiert hat
    • vor Beginn einer Behandlung mit Ertugliflozin
      • sind Faktoren in der Anamnese des Patienten, die ihn für eine Ketoazidose prädisponieren könnten, abzuwägen
    • zu den Patienten, für die ein erhöhtes Risiko einer DKA bestehen könnte und bei denen SGLT2-Inhibitoren mit Vorsicht anzuwenden sind, gehören
      • Patienten mit einer geringen Funktionsreserve der Beta-Zellen (z. B. Patienten mit Typ-2 Diabetes und niedrigem C-Peptid oder latentem Autoimmundiabetes bei Erwachsenen [LADA] oder Patienten mit anamnestisch bekannter Pankreatitis)
      • Patienten mit Erkrankungen, die zu eingeschränkter Nahrungsaufnahme oder schwerer Dehydratation führen
      • Patienten bei denen die Insulindosis herabgesetzt wird
      • Patienten mit erhöhtem Insulinbedarf infolge einer akuten Krankheit, einer Operation oder Alkoholmissbrauchs
    • die Wiederaufnahme der Behandlung mit einem SGLT2-Inhibitor wird bei Patienten nicht empfohlen, die unter der Behandlung mit einem SGLT2-Inhibitor zuvor eine DKA entwickelt hatten, es sei denn, es wurde ein anderer eindeutiger auslösender Faktor ermittelt und beseitigt
    • Sicherheit und Wirksamkeit von Ertugliflozin bei Patienten mit Typ-1 Diabetes ist bisher nicht belegt und Ertugliflozin sollte nicht zur Behandlung von Patienten mit Typ-1 Diabetes angewendet werden
    • auf der Grundlage begrenzter Daten aus klinischen Studien scheint eine DKA häufig aufzutreten, wenn Patienten mit Typ-1 Diabetes mit SGLT2-Inhibitoren behandelt werden
  • Amputationen der unteren Gliedmaßen
    • im Rahmen der Langzeitstudie zur Untersuchung der kardiovaskulären Endpunkte (cardiovasular outcome) VERTIS-CV (eValuation of ERTugliflozin efficacy an Safety, CardioVascular), einer Studie bei Patienten mit Typ-2 Diabetes mellitus und bestehender atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung, wurden hinsichtlich nicht-traumatischer Amputationen der unteren Gliedmaßen (in erster Linie von Zehen) mit einer Inzidenz von 2,0 % (0,57 Ereignisse pro 100 Patientenjahre), 2,1 % (0,60 Ereignisse pro 100 Patientenjahre) bzw. 1,6 % (0,47 Ereignisse pro 100 Patientenjahre) für die Ertugliflozin 5 mg-, Ertugliflozin 15 mg- bzw. Placebogruppen beobachtet
      • die Ereignisraten für Amputationen der unteren Gliedmaßen waren 0,75 bzw. 0,96 versus 0,74 Ereignisse pro 100 Patientenjahre für Ertugliflozin 5 mg bzw. Ertugliflozin 15 mg versus Placebo
      • eine erhöhte Anzahl von Amputationen der unteren Gliedmaßen (in erster Linie von Zehen) ist in klinischenLangzeitstudien bei Patienten mit Typ-2 Diabetes mellitus mit SGLT2-Inhibitoren beobachtet worden
        • nicht bekannt, ob dies einen Klasseneffekt darstellt
        • wichtig Patienten mit Diabetes eine routinemäßige vorbeugende Fußpflege zu empfehlen
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Wirksamkeit von Ertugliflozin hinsichtlich der Blutzuckerkontrolle hängt von der Nierenfunktion ab, sodass die glykämische Wirksamkeit
      • bei Patienten mit moderater Einschränkung der Nierenfunktion verringert ist, und
      • bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion wahrscheinlich ausbleibt
    • der Beginn einer Behandlung mit Ertugliflozin wird bei Patienten mit einer eGFR < 45 ml/min/1,73 m2 oder einer CrCl < 45 ml/min nicht empfohlen
    • bei einer eGFR anhaltend < 30 ml/min/1,73 m2 oder einer CrCl anhaltend < 30 ml/min sollte die Behandlung mit Ertugliflozin aufgrund einer verringerten Wirksamkeit abgebrochen werden
    • die Überwachung der Nierenfunktion wird wie folgt empfohlen
      • vor Beginn der Behandlung mit Ertugliflozin und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung
      • häufiger bei Patienten mit einer eGFR < 60 ml/min/1,73 m2 oder einer CrCl < 60 ml/min
  • Hypoglykämie bei gemeinsamer Anwendung mit Insulin und Insulin-Sekretagoga
    • Ertugliflozin kann das Risiko einer Hypoglykämie erhöhen, wenn es gemeinsam mit Insulin und / oder einem Insulin-Sekretagogum angewendet wird, da diese bekanntlich Hypoglykämien verursachen
    • demzufolge kann es bei gemeinsamer Anwendung mit Ertugliflozin notwendig sein die Dosis des Insulins oder des Insulin-Sekretagogums zu verringern, um das Risiko für eine Hypoglykämie zu minimieren
  • genitale Pilzinfektionen
    • Ertugliflozin erhöht das Risiko für genitale Pilzinfektionen
    • in klinischen Studien mit SGLT2-Inhibitoren kam es bei Patienten mit Pilzinfektionen in der Vorgeschichte und bei Männern ohne Beschneidung mit höherer Wahrscheinlichkeit zu genitalen Pilzinfektionen
    • diese Patienten sollten entsprechend überwacht und ggf. behandelt werden
  • Harnwegsinfektionen
    • die Glucoseausscheidung über den Urin kann mit einem erhöhten Risiko für Harnwegsinfektionen einhergehen
    • bei der Behandlung einer Pyelonephritis oder einer Urosepsis sollte eine zeitweise Unterbrechung der Behandlung mit Ertugliflozin in Betracht gezogen werden
  • nekrotisierende Fasziitis des Perineums (Fournier-Gangrän)
    • nach dem Inverkehrbringen wurden Fälle von nekrotisierender Fasziitis des Perineums (auch als Fournier-Gangrän bezeichnet) bei weiblichen und männlichen Patienten gemeldet, die SGLT2-Hemmer einnahmen
      • hierbei handelt es sich um ein seltenes, aber schwerwiegendes und potenziell lebensbedrohliches Ereignis, das einen dringenden chirurgischen Eingriff und eine Behandlung mit Antibiotika erfordert
    • den Patienten sollte empfohlen werden, sich an einen Arzt zu wenden, wenn bei ihnen die Symptome Schmerzen, Berührungsempfindlichkeit, Erythem oder Schwellungen im Bereich der Genitalien oder des Perineums gleichzeitig mit Fieber oder Unwohlsein auftreten
    • es gilt zu beachten, dass im Vorfeld einer nekrotisierenden Fasziitis Infektionen des Urogenitaltrakts oder Perinealabszesse auftreten können
    • bei Verdacht auf Fournier-Gangrän ist Ertugliflozin abzusetzen und unverzüglich eine Behandlung (u. a. die Gabe von Antibiotika und chirurgisches Debridement) einzuleiten
  • ältere Patienten
    • ältere Patienten können ein erhöhtes Risiko für eine Hypovolämie und eine eingeschränkte Nierenfunktion haben
    • Patienten > 65 Jahre, die mit Ertugliflozin behandelt wurden, hatten eine höhere Inzidenz für Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einer Hypovolämie als jüngere Patienten
    • in der Langzeitstudie zur Untersuchung der kardiovaskulären Endpunkte VERTIS-CV waren Sicherheit und Wirksamkeit ähnlich bei Patienten, die 65 Jahre oder älter waren, verglichen mit Patienten < 65 Jahren
  • Herzinsuffizienz
    • es liegen keine Erfahrungen aus klinischen Studien mit Ertugliflozin bei Patienten mit Herzinsuffizienz der New York Heart Association (NYHA) Klasse IV vor
  • Urin-Laboruntersuchungen
    • aufgrund des Wirkmechanismus von Ertugliflozin fallen Urintests auf Glucose bei mit Ertugliflozin behandelten Patienten positiv aus
    • zur Blutzuckerkontrolle sollten andere Methoden angewendet werden
  • Einfluss auf den 1,5-Anhydroglucitol (1,5-AG) Assay
    • die Überwachung der Blutzuckerkontrolle mit Hilfe des 1,5-AG Assays wird aufgrund unzuverlässiger Messergebnisse des 1,5-AG Assays bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, die SGLT2-Inhibitoren enthalten, nicht empfohlen
    • zur Blutzuckerkontrolle sollten andere Methoden angewendet werden