Steglujan 5 mg/ 100 mg Filmtabletten

MSD Sharp & Dohme GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ertugliflozin/Sitagliptin →

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N1 28 ST 75,27 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Erwachsene >/= 18 Jahren mit Typ-2 Diabetes mellitus zusätzlich zu Diät und Bewegung
    • zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle bei Patienten, deren Blutzucker unter Metformin und/oder einem Sulfonylharnstoff und einem der im Arzneimittel enthaltenen Einzelwirkstoffe nicht ausreichend gesenkt werden kann
    • bei Patienten, die bereits mit der Kombination aus Ertugliflozin und Sitagliptin in Form von einzelnen Tabletten behandelt werden

Dosierung

  • Typ-2 Diabetes mellitus
    • Erwachsene >/= 18 Jahre
      • initial: 5 mg Ertugliflozin plus 100 mg Sitagliptin 1mal / Tag
      • falls zusätzliche Blutzuckersenkung notwendig, Dosiserhöhung (bei guter Veträglichkeit der Anfangsdosis) auf 15 mg Ertugliflozin / 100 mg Sitagliptin 1mal / Tag
      • Patienten, die mit Ertugliflozin behandelt werden und auf die Kombination umgestellt werden:
        • Ertugliflozin-Dosis beibehalten
      • Einnahme in Kombination mit Insulin oder einem Insulin-Sekretagogum
        • ggf. Dosisreduzierung des Insulins oder des Insulin-Sekretagogums (Reduktion des Hypoglykämierisikos)
      • ggf. vorliegende Hypovolämie vor Beginn der Behandlung entsprechend korrigieren
      • vergessene Einnahme:
        • Einnahme nachholen, sobald der Patient daran denkt
        • nicht die doppelte Dosis am selben Tag einnehmen
      • eingeschränkte Nierenfunktion
        • Überprüfung der Nierenfunktion vor Beginn der Behandlung und in regelmäßigen Abständen danach empfohlen
        • Beginn einer Behandlung bei Patienten mit eGFR < 45 ml /min / 1,73 m2 oder Kreatinin-Clearance (CrCl) < 45 ml / min nicht empfohlen
        • eGFR >/= 45 - < 60 ml / min / 1,73 m2
          • Behandlungsbeginn mit 5 mg / 100 mg
          • bei Bedarf zur Blutzuckerkontrolle auf 15 mg / 100 mg hochtitrieren
        • moderate Einschränkung der Nierenfunktion
          • verringerte blutzuckersenkende Wirkung von Ertugliflozin
          • zusätzliche Gabe anderer antihyperglykämischer Arzneimittel in Betracht ziehen, falls eine weitere Blutzuckerkontrolle erforderlich ist
        • schwere Einschränkung der Nierenfunktion
          • wahrscheinlich keine blutzuckersenkende Wirkung von Ertugliflozin
          • zusätzliche Gabe anderer antihyperglykämischer Arzneimittel in Betracht ziehen, falls eine weitere Blutzuckerkontrolle erforderlich ist
        • eGFR anhaltend < 45 ml / min / 1,73 m2 oder CrCl anhaltend < 45 ml / min
          • Abbruch der Behandlung
        • schwere Einschränkung der Nierenfunktion, terminale Niereninsuffizienz (end stage renal disease, ESRD) oder dialysepflichtige Patienten:
          • keine Anwendung (keine klinischen Daten, die die Wirksamkeit belegen)
      • eingeschränkte Leberfunktion
        • leichte oder moderate Einschränkung der Leberfunktion
          • keine Dosisanpassung erforderlich
        • schwere Einschränkung der Leberfunktion
          • Anwendung nicht untersucht und daher nicht empfohlen
      • ältere Patienten
        • altersabhängige Dosisanpassung nicht empfohlen
        • höhere Wahrscheinlichkeit einer eingeschränkten Nierenfunktion
        • da Abweichungen der Nierenfunktion nach Beginn der Behandlung mit Ertugliflozin auftreten können und Sitagliptin bekanntermaßen vornehmlich über die Nieren ausgeschieden wird:
          • Nierenfunktion häufiger kontrollieren
          • die Nierenfunktion und das Risiko einer Hypovolämie beachten
        • nur begrenzte Erfahrungen zur Anwendung bei Patienten >/= 75 Jahre
      • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
        • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)

Kontraindikationen

Sitagliptin und Ertugliflozin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Ertugliflozin und Sitagliptin

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Sitagliptin und Ertugliflozin - peroral
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • vulvovaginale Pilzinfektion und andere genitale Pilzinfektionen bei Frauen (z.B. genitale Candidose, genitale Pilzinfektion, Vaginalinfektion, Vulvitis, vulvovaginale Candidose, vulvovaginale Pilzinfektion, Vulvovaginitis
        • Nebenwirkung unter Ertugliflozin
      • Harnwegsinfektionen
        • Nebenwirkung unter Ertugliflozin
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Candida-Balanitis und andere genitale Pilzinfektionen bei Männern (bei Männernohne Beschneidung häufiger), z.B. Balanoposthitis, Genitalinfektion
        • Nebenwirkung unter Ertugliflozin
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • nekrotisierende Fasziitis des Perineums (Fournier-Gangrän)
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Thrombozytopenie
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeitsreaktionen einschl. anaphylaktischer Reaktionen
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypoglykämie
        • Nebenwirkung unter Ertugliflozin und Sitagliptin
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • diabetische Ketoazidose
        • Nebenwirkung unter Ertugliflozin
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schwindel
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypovolämie
        • Nebenwirkung unter Ertugliflozin
        • Inzidenz von unerwünschten Ereignissen in Zusammenhang mit einer Hypovolämie (Dehydratation, orthostatischer Schwindel, Präsynkope, Synkope, Hypotonie und orthostatische Hypotonie) war gering (< 2 %) und zwischen den Patientengruppen unter Ertugliflozin oder Placebo nicht nennenswert unterschiedlich
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • interstitielle Lungenkrankheit
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Obstipation
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erbrechen
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
      • akute Pankreatitis
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
      • letale und nicht letale hämorrhagische und nekrotisierende Pankreatitis
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pruritus
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Angioödem
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
      • Hautausschlag
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
      • Urtikaria
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
      • kutane Vaskulitis
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
      • exfoliative Hauterkrankungen einschl. Stevens-Johnson-Syndrom
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
      • bullöses Pemphigoid
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
  • Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arthralgie
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
      • Myalgie
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
      • Rückenschmerzen
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
      • Arthropathie
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhter Harndrang (einschl. Pollakisurie, Harndrang, Polyurie, vermehrte Urinausscheidung und Nykturie)
        • Nebenwirkung unter Ertugliflozin
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dysurie
        • Nebenwirkung unter Ertugliflozin
      • Kreatinin im Blut erhöht / glomeruläre Filtrationsrate vermindert
        • Nebenwirkung unter Ertugliflozin
        • initiale Erhöhungen des mittleren Kreatinins und Abnahmen der mittleren eGFR waren bei Patienten unter Ertugliflozin bei durchgängiger Behandlung i. A. vorübergehend
        • Patienten mit moderater Einschränkung der Nierenfunktion zu Studienbeginn hatten größere mittlere Abweichungen, welche bis Woche 26 nicht wieder auf das Ausgangsniveau zurückgingen, sich nach Absetzen der Behandlung aber wieder normalisierten
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Nierenfunktionsstörungen
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
      • akutes Nierenversagen
        • Nebenwirkung unter Sitagliptin
      • renale Nebenwirkungen, z. B. akute Nierenschädigung, eingeschränkte Nierenfunktion, akute prärenale Insuffizienz
        • Nebenwirkung unter Ertugliflozin im Rahmen der VERTIS-CV Studie
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • vulvovaginaler Pruritus
        • Nebenwirkung unter Ertugliflozin
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Durst (einschl. Polydipsie)
        • Nebenwirkung unter Ertugliflozin
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Serumlipide verändert
        • Nebenwirkung unter Ertugliflozin
        • die mittleren prozentualen Abweichungen vom Ausgangswert für Ertugliflozin 5 mg bzw. 15 mg im Vergleich zu Placebo betrugen für LDL-C 5,8 % bzw. 8,4 % versus 3,2 %, für Gesamtcholesterin 2,8 % bzw. 5,7 % versus 1,1 %, für HDL-Cjedoch 6,2 % bzw. 7,6 % versus 1,9 %; die medianen prozentualen Abweichungen vom Ausgangswert für Ertugliflozin 5 mg bzw. 15 mg im Vergleich zu Placebo betrugen für Triglyceride -3,9 % bzw. -1,7 % versus 4,5 %
      • Hämoglobin erhöht
        • Nebenwirkung unter Ertugliflozin
        • der Anteil der Patienten, die mindestens einmal eine Erhöhung des Hämoglobins von > 2,0 g/dl hatten, war in den Gruppen unter Ertugliflozin 5 mg und 15 mg (4,7 % bzw. 4,1 %) im Vergleich zur Placebogruppe (0,6 %) erhöht
      • BUN erhöht
        • Nebenwirkung unter Ertugliflozin
        • der Anteil der Patienten mit einer Erhöhung der BUN-Werte um >= 50 % und Werten über den oberen Normwert (ULN) hinaus, war in den Gruppen unter Ertugliflozin 5 mg und 15 mg (7,9 % bzw. 9,8 %) im Vergleich zur Placebogruppe (5,1 %) numerisch erhöht, bzw. erhöht

Hinweis zu Nebenwirkungen von Sitagliptin bei Mono und Kombinationstherapie

  • einige Nebenwirkungen wurden häufiger in Studien zur Untersuchung von Sitagliptin in Kombination mit anderen Antidiabetika beobachtet als in Studien zur Untersuchung von Sitagliptin als Monotherapie
  • dazu gehörten
    • Hypoglykämien (sehr häufig in Kombination mit Sulfonylharnstoffen und Metformin)
    • Influenza (häufig zusammen mit Insulin [mit oder ohne Metformin])
    • Übelkeit und Erbrechen (häufig zusammen mit Metformin)
    • Flatulenz (häufig zusammen mit Metformin oder Pioglitazon)
    • Obstipation (häufig in Kombination mit Sulfonylharnstoffen und Metformin)
    • periphere Ödeme (häufig zusammen mit Pioglitazon oder der Kombination von Pioglitazon und Metformin)
    • Somnolenz und Diarrhö (gelegentlich in Kombination mit Metformin)
    • Mundtrockenheit (gelegentlich mit Insulin [mit oder ohne Metformin])

Anwendungshinweise

  • Einnahme einmal täglich am Morgen unabhängig von den Mahlzeiten
  • bei Schluckbeschwerden kann die Tablette zerteilt oder zermahlen werden

Stillzeithinweise

Sitagliptin und Ertugliflozin - peroral
  • Ertugliflozin plus Sitagliptin sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden
  • nicht bekannt, ob enthaltene Einzelwirkstoffe in die Muttermilch übergehen oder ob diese Auswirkungen auf gestillte Neugeborene / Kinder oder auf die Milchbildung haben
  • keine Studien bei laktierenden Tieren mit der enthaltenen Wirkstoffkombination durchgeführt
  • Ertugliflozin und Sitagliptin gehen in die Milch von laktierenden Ratten über
    • Ertugliflozin hatte Auswirkungen auf deren Nachkommen
    • bei juvenilen Ratten wurden pharmakologisch vermittelte Auswirkungen beobachtet
  • Risiko für Neugeborene / Kinder kann nicht ausgeschlossen werden
    • da Reifung der Nieren beim Menschen in der Gebärmutter und während der ersten 2 Lebensjahre bei möglicher Exposition durch das Stillen stattfindet

Schwangerschaftshinweise

Sitagliptin und Ertugliflozin - peroral
  • Ertugliflozin plus Sitagliptin sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden
  • keine Daten zur Anwendung bei Schwangeren vorliegend
  • begrenzte Daten zur Anwendung von Ertugliflozin bei Schwangeren vorliegend
  • Ergebnisse tierexperimenteller Studien
    • Ertugliflozin kann die Entwicklung und Reifung der Nieren beeinflussen
  • Fertilität
    • die Auswirkung auf die menschliche Fertilität wurde nicht untersucht
    • tierexperimentelle Studien
      • es wurden keine Auswirkungen von Ertugliflozin oder Sitagliptin auf die Fertilität beobachtet

Warnhinweise

Sitagliptin und Ertugliflozin - peroral
  • Allgemeines
    • Ertugliflozin plus Sitagliptin sollte nicht bei Patienten mit Typ-1 Diabetes mellitus angewendet werden
  • akute Pankreatitis
    • die Anwendung von Dipeptidylpeptidase-4 (DPP-4) Inhibitoren wurde mit einem Risiko für die Entwicklung einer akuten Pankreatitis assoziiert
    • Information der Patienten, dass anhaltende starke Bauchschmerzen das charakteristische Symptom einer akuten Pankreatitis sein können
    • bei Verdacht auf eine Pankreatitis
      • Absetzen von Ertugliflozin plus Sitagliptin sowie anderen potenziell eine Pankreatitis verursachenden Arzneimitteln
    • im Falle der Bestätigung einer akuten Pankreatitis, ist die Therapie nicht wieder aufzunehmen
    • ein Abklingen der Pankreatitis wurde nach Absetzen von Sitagliptin beobachtet (mit oder ohne supportive Behandlung), aber es wurde auch über sehr seltene schwerwiegende Fälle nekrotisierender oder hämorrhagischer Pankreatitis und / oder Todesfälle berichtet
    • bei Pankreatitis in der Krankengeschichte ist Vorsicht geboten
  • Hypotonie / Hypovolämie
    • Ertugliflozin verursacht eine osmotische Diurese, die zu einer intravaskulären Volumenmangel führen kann
      • Auftreten einer symptomatischen Hypotonie nach Beginn der Behandlung insbesondere möglich
        • bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (eGFR < 60 ml/min/1,73 m2 oder CrCl unter 60 ml/Min.)
        • bei älteren Patienten (>= 65 Jahre)
        • bei Patienten, die Diuretika einnehmen
        • bei Patienten unter Antihypertonika mit einer Hypotonie in der Vorgeschichte
    • vor Beginn der Behandlung
      • Überprüfung und sofern angezeigt Korrektur des Volumenstatus
    • nach Therapiebeginn
      • Überwachung der Patienten auf entsprechende Anzeichen und Symptome einer Hypotonie / Hypovolämie
    • aufgrund des Wirkmechanismus induziert Ertugliflozin
      • eine osmotischen Diurese
      • und führt zu einem Anstieg des Serumkreatinins und einer Abnahme der eGFR
        • bei Patienten mit moderater Einschränkung der Nierenfunktion stärker ausgeprägt
    • im Fall von Erkrankungen, die zu einem Flüssigkeitsverlust führen können (z. B. gastrointestinale Erkrankungen)
      • sorgfältige Überwachung von Patienten hinsichtlich ihres Volumenstatus (z. B. körperliche Untersuchung, Blutdruckmessung, Laboruntersuchungen einschließlich Bestimmung des Hämatokriten) und ihrer Elektrolytwerte
      • bis zur Korrektur des Flüssigkeitsverlusts sollte eine vorübergehende Unterbrechung der Behandlung in Betracht gezogen werden
  • diabetische Ketoazidose (DKA)
    • Berichte über seltene Fälle von DKA, einschließlich lebensbedrohlicher und tödlicher Fälle in klinischen Studien und nach Markteinführung bei Patienten, die eine Behandlung mit Natrium-Glucose-Co-Transporter 2(SGLT2)-Inhibitoren, einschl. Ertugliflozin erhielten
      • in einer Reihe von Fällen zeigte sich ein untypisches Krankheitsbild mit nur mäßig erhöhtem Blutzuckerspiegel < 14 mmol/l (250 mg/dl)
      • nicht bekannt, ob eine DKA mit größerer Wahrscheinlichkeit bei höheren Dosen von Ertugliflozin auftritt
    • das Risikos einer diabetischen Ketoazidose muss in Betracht gezogen werden und der Patient unabhängig vom Blutzuckerspiegel unverzüglich auf eine DKA untersucht werden
      • beim Auftreten unspezifischer Symptomen wie
        • Übelkeit
        • Erbrechen
        • Anorexie
        • Bauchschmerzen
        • übermäßigem Durst
        • Schwierigkeiten beim Atmen
        • Verwirrtheit
        • ungewöhnlicher Müdigkeit oder Schläfrigkeit
    • bei bestehendem Verdacht auf eine DKA oder diagnostizierter DKA
      • sofortiges Absetzen der Behandlung
    • bei Patienten, die wegen eines größeren chirurgischen Eingriffs oder einer akuten schweren Erkrankungen in ein Krankenhaus kommen
      • Unterbrechung der Behandlung
      • Überwachung der Ketonkörperkonzentration empfohlen
        • die Ermittlung der Ketonkörperkonzentration im Blut ist der Ermittlung der Konzentration im Urin vorzuziehen
      • Behandlung kann erneut aufgenommen werden
        • wenn die Ketonkörperkonzentration normal ist und
        • wenn der Zustand des Patienten sich stabilisiert hat
    • vor Beginn einer Behandlung
      • Abwägung von Faktoren in der Anamnese des Patienten, die ihn für eine Ketoazidose prädisponieren könnten
    • erhöhtes Risiko einer DKA besteht möglicherweise bei Patienten
      • mit einer geringen Funktionsreserve der Beta-Zellen (z. B. Patienten mit Typ-2 Diabetes und niedrigem C-Peptid oder latentem Autoimmundiabetes bei Erwachsenen (LADA) oder anamnestisch bekannte Pankreatitis)
      • mit Erkrankungen, die zu eingeschränkter Nahrungsaufnahme oder schwerer Dehydratation führen
      • bei denen die Insulindosis herabgesetzt wird
      • mit erhöhtem Insulinbedarf infolge einer akuten Krankheit, einer Operation oder Alkoholmissbrauchs
        • Anwendung SGLT2-Inhibitoren bei diesen Patienten mit Vorsicht
        • Wiederaufnahme der Behandlung mit einem SGLT2-Inhibitor wird bei Patienten nicht empfohlen, die unter der Behandlung mit einem SGLT2-Inhibitor zuvor eine DKA entwickelt hatten, es sei denn, es wurde ein anderer eindeutiger auslösender Faktor ermittelt und beseitigt
    • Patienten mit Typ-1 Diabetes
      • Ertugliflozin plus Sitagliptin sollte nicht zur Behandlung von Patienten mit Typ-1 Diabetes angewendet werden
      • Sicherheit und Wirksamkeit ist bisher nicht belegt
      • auf Grundlage begrenzter Daten aus klinischen Studien
        • DKA scheint häufig aufzutreten bei Patienten mit Typ-1 Diabetes mit SGLT2-Inhibitoren behandelt werden
  • Amputationen der unteren Gliedmaßen
    • Langzeitstudie zur Untersuchung der kardiovaskulären Endpunkte (cardiovasular outcome) VERTIS-CV (eValuation of ERTugliflozin efficacy an Safety, CardioVascular), einer Studie bei Patienten mit Typ-2 Diabetes mellitus und bestehender atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung
      • hinsichtlich nicht-traumatischer Amputationen der unteren Gliedmaßen (in erster Linie von Zehen) mit einer Inzidenz von 2,0 % (0,57 Ereignisse pro 100 Patientenjahre), 2,1 % (0,60 Ereignisse pro 100 Patientenjahre) bzw. 1,6 % (0,47 Ereignisse pro 100 Patientenjahre) für die Ertugliflozin 5 mg-, Ertugliflozin 15 mg- bzw. Placebogruppen beobachtet
        • die Ereignisraten für Amputationen der unteren Gliedmaßen waren 0,75 bzw. 0,96 versus 0,74 Ereignisse pro 100 Patientenjahre für Ertugliflozin 5 mg bzw. Ertugliflozin 15 mg versus Placebo
    • Beobachtung in klinischen Langzeitstudien bei Patienten mit Typ 2 Diabetes mellitus mit SGLT2-Inhibitor
      • erhöhte Anzahl von Amputationen der unteren Gliedmaßen (in erster Linie von Zehen)
        • nicht bekannt, ob es sich hierbei um einen Klasseneffekt handelt
        • wichtig Patienten mit Diabetes eine routinemäßige vorbeugende Fußpflege zuempfehlen
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Wirksamkeit von Ertugliflozin hinsichtlich der Blutzuckerkontrolle hängt von der Nierenfunktion ab
    • glykämische Wirksamkeit bei Patienten mit moderater Einschränkung der Nierenfunktion verringert
    • glykämische Wirksamkeit bleibt Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion wahrscheinlich aus
    • Behandlungsbeginn bei Patienten mit einer eGFR < 45 ml/min/1,73 m2 oder einer CrCl < 45 ml/min nicht empfohlen
    • bei einer eGFR anhaltend < 45 ml/min/1,73 m2 oder einer CrCl anhaltend < 45 ml/min
      • Behandlung sollte aufgrund einer verringerten Wirksamkeit abgebrochen werden
    • Überwachung der Nierenfunktion wird wie folgt empfohlen
      • vor Beginn der Behandlung und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung
      • häufiger bei Patienten mit einer eGFR < 60 ml/min/1,73 m2 oder einer CrCl < 60 ml/min
  • Hypoglykämie bei gemeinsamer Anwendung mit Insulin und Insulin-Sekretagoga
    • bei gemeinsamer Anwendung kann eine Dosisreduktion des Insulins oder des Insulin-Sekretagogums notwendig sein, um das Risiko für eine Hypoglykämie zu minimieren
    • Ertugliflozin kann das Risiko einer Hypoglykämie erhöhen, wenn es gemeinsam mit Insulin und / oder einem Insulin-Sekretagogum angewendet wird, da diese bekanntlich Hypoglykämien verursachen
    • Hypoglykämien bei der Anwendung von Sitagliptin in Kombination mit Insulin oder einem Sulfonylharnstoff wurden beobachtet
  • genitale Pilzinfektionen
    • Ertugliflozin erhöht das Risiko für genitale Pilzinfektionen
    • in klinischen Studien mit SGLT2-Inhibitoren
      • höherer Wahrscheinlichkeit zu genitalen Pilzinfektionen bei
        • Patienten mit Pilzinfektionen in der Vorgeschichte
          • entsprechende Überwachung und ggf. Behandlung
        • bei Männern ohne Beschneidung
          • entsprechende Überwachung und ggf. Behandlung
  • Harnwegsinfektionen
    • Glucoseausscheidung über den Urin kann mit einem erhöhten Risiko für Harnwegsinfektionen einhergehen
    • bei der Behandlung einer Pyelonephritis oder einer Urosepsis
      • zeitweise Unterbrechung der Behandlung mit Ertugliflozin sollte in Betracht gezogen werden
  • nekrotisierende Fasziitis des Perineums (Fournier-Gangrän)
    • nach dem Inverkehrbringen wurden Fälle von nekrotisierender Fasziitis des Perineums (auch als Fournier-Gangrän bezeichnet) bei weiblichen und männlichen Patienten gemeldet, die SGLT2-Hemmer einnahmen
      • hierbei handelt es sich um ein seltenes, aber schwerwiegendes und potenziell lebensbedrohliches Ereignis, das einen dringenden chirurgischen Eingriff und eine Behandlung mit Antibiotika erfordert
      • den Patienten sollte empfohlen werden, sich an einen Arzt zu wenden, wenn bei ihnen folgende Symptome auftreten
        • Schmerzen, Berührungsempfindlichkeit, Erythem, Schwellungen im Bereich der Genitalien oder des Perineums gleichzeitig mit Fieber oder Unwohlsein
        • beachten, dass im Vorfeld einer nekrotisierenden Fasziitis Infektionen des Urogenitaltrakts oder Perinealabszesse auftreten können
        • bei Verdacht auf Fournier-Gangrän
          • Medikament absetzen
          • unverzüglich eine Behandlung (u. a.die Gabe von Antibiotika und chirurgisches Debridement) einleiten
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • über schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen nach Markteinführung wurde bei Patienten unter Sitagliptin berichtet
      • diese Reaktionen schließen Anaphylaxie, Angioödem und exfoliative Hauterscheinungen einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom ein
    • das Auftreten erfolgte innerhalb der ersten 3 Monate nach Beginn der Behandlung, einigen Berichten zufolge nach der ersten Dosis
    • bei bestehendem Verdacht auf eine Überempfindlichkeitsreaktion
      • Absetzen der Behandlung
      • andere mögliche Ursachen für das Ereignis abklären und alternative Diabetesbehandlung einleiten
  • bullöses Pemphigoid
    • über das Auftreten eines bullösen Pemphigoids nach Markteinführung wurde bei Patienten unter DPP-4-Inhibitoren einschließlich Sitagliptin berichtet
    • bei Verdacht auf ein bullöses Pemphigoid
      • Absetzen der Behandlung
  • ältere Patienten
    • können ein erhöhtes Risiko für eine Hypovolämie und eingeschränkte Nierenfunktion haben
    • Patienten > 65 Jahre, die mit Ertugliflozin behandelt wurden, hatten eine höhere Inzidenz für Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einer Hypovolämie als jüngere Patienten
    • in der Langzeitstudie zur Untersuchung der kardiovaskulären Endpunkte VERTIS-CV waren Sicherheit und Wirksamkeit ähnlich bei Patienten, die >= 65 Jahre, verglichen mit Patienten < 65 Jahren
  • Herzinsuffizienz
    • Herzinsuffizienz der NYHA (New York Heart Association) Klasse IV
      • keine Erfahrungen aus klinischen Studien mit Ertugliflozin vorliegend
  • Urin-Laboruntersuchungen
    • aufgrund des Wirkmechanismus von Ertugliflozin
      • positives Ausfallen von Urintests auf Glucose bei behandelten Patienten
    • zur Blutzuckerkontrolle sollten andere Methoden angewendet werden
  • Einfluss auf den 1,5-Anhydroglucitol (1,5-AG) Assay
    • die Überwachung der Blutzuckerkontrolle mit Hilfe des 1,5-AG Assays wird aufgrund unzuverlässiger Messergebnisse des 1,5-AG Assays bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, die SGLT2-Inhibitoren enthalten, nicht empfohlen
    • zur Blutzuckerkontrolle sollten andere Methoden angewendet werden