Sulbactam Eberth 1000 mg Pulver z.H.e.Inj.-Inf.

Dr. Friedrich Eberth Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Natrium/Sulbactam →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N3 10 ST 89,42 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Therapie von mittelschweren bis schweren bakteriellen Infektionen in Kombination mit bestimmten Beta-Laktam-Antibiotika
    • klinische Anwendung derartiger Kombinationen, wenn sie eine größere therapeutische Sicherheit bietet, als die Gabe des jeweiligen Beta-Laktam-Antibiotikums in Monotherapie

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche mit 1094 mg Pulver zur Herstellung einr Injektions- bzw. Infusionslösung enthält 1094 mg Sulbactam-Natrium entsprechend 1000 mg Sulbactam

  • Therapie von mittelschweren bis schweren bakteriellen Infektionen in Kombination mit bestimmten Beta-Laktam-Antibiotika
    • Erwachsene
      • 0,5 - 1,0 g Sulbactam / 6, 8 oder 12 Stunden
      • Tageshöchstdosis: 4,0 g unabhängig von der Dosierung des gleichzeitig verabreichten Antibiotikums
      • Angaben zur empfohlenen Dosierung des gleichzeitig verabreichten Antibiotikums: siehe entsprechende Gebrauchs- bzw. Fachinformation
    • Kinder, Kleinkinder, Säuglinge
      • 50 mg Sulbactam / kg KG / Tag, aufgeteilt in Einzeldosen alle 6, 8 oder 12 Stunden
      • Tageshöchstdosis: 80 mg / kg KG / Tag
      • Kinder < 1 Jahr
        • Anwendung nur nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses
    • perioperative Kurzzeitprophylaxe bei erhöhter Gefährdung des Patienten durch Infektionen
      • 0,5 - 1,0 g Sulbactam
      • Gabe kombiniert mit dem gewählten Beta-Laktam-Antibiotikum bei Narkoseeinleitung
      • Wiederholung der Dosis in der für das Beta-Laktam-Antibiotikum üblichen Weise möglich
      • Kombination von Penicillin G mit Sulbactam: keine Erfahrungen
    • Dauer der Anwendung
      • Behandlung so lange fortsetzen wie das Antibiotikum gegeben wird
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • Kreatinin-Clearance < 30 ml / min
        • verzögerte Ausscheidung von Sulbactam
        • Kreatinin-Clearance 15 - 30 ml / min
          • Tageshöchstdosis: 2,0 g Sulbactam
        • Kreatinin-Clearance < 15 ml / min
          • Tageshöchstdosis: 1,0 g Sulbactam
        • Verabreichung der Dosis, aufgeteilt in Einzeldosen, über den Tag verteilt zusammen mit dem gewählten Antibiotikum
      • Angaben zur Anwendung der Antibiotika bei eingeschränkter Nierenfunktion: siehe entsprechende Gebrauchs- bzw. Fachinformation
      • Dialyse
        • Elimination durch Hämodialyse
        • Gabe von Sulbactam unmittelbar im Anschluss an die Dialyse und dann in 48-stündigen Intervallen bis zur folgenden Dialysebehandlung

Kontraindikationen

Sulbactam - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegenüber Sulbactam oder Betalaktam-Antibiotika
  • Anwendung ohne gleichzeitige Gabe eines Betalaktam-Antibiotikums
    • nicht sinnvoll, da Sulbactam selbst keine nennenswerte antibakterielle Eigenwirkung besitzt
  • mögliche Kreuzallergie zwischen Penicillinen und Cephalosporinen beachten

Nebenwirkungen

Sulbactam - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pilzinfektionen der Mundschleimhaut / Stomatitis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Pseudomembranöse Kolitis
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Eosinophilie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombozytopenie
      • Leukopenie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Thrombozytose
      • Leukozytose
      • Neutropenie
      • Anämie
      • Verlängerung der Blutungszeit
      • Purpura
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anaphylaktischer Schock
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Kopfschmerzen
      • Krampfanfälle
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Durchfall
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erbrechen
      • Magendrücken
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gastrointestinale Störungen
      • Übelkeit
      • verringerter Appetit
      • Blähungen
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anstieg der Transaminasen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anstieg der Bilirubinkonzentration im Serum
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hautreaktionen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • toxische epidermale Nekrolyse
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Muskelkrämpfe
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anstieg der Serumkreatininkonzentration
      • interstitielle Nephritis
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Thrombophlebitis
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schmerzen an der Injektionsstelle

Hinweis

  • bisherige Studien mit Sulbactam in Kombination mit Betalaktam-Antibiotika ergaben keinen Hinweis darauf, dass durch den Zusatz von Sulbactam Nebenwirkungen auftreten, die mit dem Betalaktam-Antibiotikum allein nicht beobachtet wurden
  • alle Nebenwirkungen, die bei Kombination mit Sulbactam berichtet wurden, sind mögliche Nebenwirkungen der Antibiotikumkomponente
    • Fachinformation des Antibiotikums, das mit Sulbactam kombiniert werden soll, und die darin im Einzelnen aufgeführten Nebenwirkungen des Antibiotikums sind unbedingt zu beachten

Anwendungshinweise

  • i.m. Injektion
    • Lösen des Inhalts einer Durchstechflasche in 4 ml Wasser für Injektionszwecke oder isotonischer Kochsalzlösung
    • zur Vermeidung von Schmerzen bei der Injektion Zubereitung der Lösung mit 0,5 %iger Lidocainhydrochlorid-Lösung
    • Applikation als seperate Injektion direkt vor dem Beta-Laktam-Antibiotikum empfohlen
  • i.v. Injektion
    • Lösen des Inhalts einer Durchstechflasche in mind. 4 ml Wasser für Injektionszwecke oder isotonischer Kochsalzlösung
    • Injektion direkt vor dem Antibiotikum
    • Verabreichung der entsprechenden Dosis über 3 - 5 Minuten
  • i.v. Kurzinfusion
    • Lösen des Inhalts einer Durchstechflasche in mind. 4 ml Wasser für Injektionszwecke oder isotonischer Kochsalzlösung
    • Weiterverdünnung mit 40 - 100 ml einer der folgenden Infusionslösungen, die eines der genannten Antibiotika enthalten kann
      • isotonische Kochsalzlösung
      • 5 %ige Glucoselösung
    • Verabreichung während 15 - 30 min zusammen mit dem Antibiotikum
  • i.v. Infusion von Penicillin G
    • Lösen der vorgesehenen Einzeldosis von Penicillin G zusammen mit Sulbactam in 40 - 100 ml Wasser für Injektionszwecke oder 5 %iger Glucoselösung
    • nach dem Auflösen sofort verbrauchen
  • Verbauch der konzentrierten gebrauchsfertigen Lösung von Sulbactam für i.m. oder i.v. Injektion oder zur weiteren Verdünnung mit der Antibiotikum-Infusionslösung innerhalb von 24 Stunden nach Zubereitung
  • in Wasser für Injektionszwecke, isotonischer Kochsalzlösung und 5 %iger Glucoselösung ist Sulbactam mit dem entsprechenden Antibiotikum über den angegebenen Zeitraum kompatibel bzw. stabil
    • 0,5 - 8 g Ampicillin mit 0,25 - 4 g Sulbactam in 100 ml Lösungsmittel
      • mind. 8 Stunden bei 20 - 25 °C kompatibel bzw. stabil
    • 2 - 4 g Mezlocillin mit 1 g Sulbactam in 100 ml Lösungsmittel
      • mind. 24 Stunden bei 20 - 25 °C kompatibel bzw. stabil
    • 2 - 4 g Piperacillin mit 1 g Sulbactam in 100 ml Lösungsmittel
      • mind. 24 Stunden bei 20 - 25 °C kompatibel bzw. stabil
    • 2 g Cefotaxim mit 1 g Sulbactam in 100 ml Lösungsmittel
      • mind. 24 Stunden bei 20 - 25 °C kompatibel bzw. stabil

Stillzeithinweise

Sulbactam - invasiv
  • während der Therapie mit Sulbactam sollte abgestillt werden

Schwangerschaftshinweise

Sulbactam - invasiv
  • Sulbactam sollte während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses verordnet und nur bei Überwiegen des Nutzens angewendet werden
  • tierexperimentelle Studien
    • keine teratologischen Effekte beobachtet
  • Sulbactam geht leicht in die meisten Körpergewebe und -flüssigkeiten über und passiert die Plazentaschranke
    • keinerlei geeignete und kontrollierte Studien mit Schwangeren
  • Fertilität
    • tierexperimentelle Studien
      • keine eingeschränkte Fruchtbarkeit

Warnhinweise

Sulbactam - invasiv
  • Patienten mit Bronchialasthma, Urtikaria und Heuschnupfen
    • besondere Vorsicht
  • Infektionen durch potenziell Betalaktamase-produzierende Erreger
    • Monotherapien mit nicht Betalaktamase-stabilen Betalaktam-Antibiotika nur nach vorausgegangener Resistenzprüfung indiziert
  • Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen)
    • schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen) gelegentlich mit letalem Ausgang bei Patienten beobachtet, die mit Betalaktam-Antibiotika behandelt wurden
    • Patienten mit anamnestisch bekannten Überempfindlichkeitsreaktionen gegen mehrere Allergene
      • höhere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser Reaktionen
    • bei Auftreten von allergischen Reaktionen
      • Antibiotikum muss abgesetzt werden
      • entsprechende Therapiemaßnahmen müssen eingeleitet werden
      • schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen erfordern eine sofortige Notfallbehandlung mit
        • Epinephrin
        • Sauerstoff
        • intravenöse Verabreichung von Steroiden
        • Atemwegssicherung mit unter Umständen externer Beatmung durch Intubation
  • Überwucherung durch nicht empfindliche Organismen
    • permanent auf Symptome einer Überwucherung durch nicht empfindliche Organismen, einschließlich Pilze, achten
    • beim Auftreten einer Superinfektion
      • Arzneimittel absetzen und / oder
      • geeignete Therapie durchführen
  • Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhoe (CDAD)
    • Therapie mit Antibiotika verändert die normale Darmflora, was zu einer Überwucherung mit Clostridium difficile führen kann
    • bei Anwendung beobachtet
      • unterschiedliche Ausprägungen von leichtem Durchfall bis hin zur Kolitis mit letalem Ausgang möglich
    • Clostridium difficile produziert die Toxine A und B, die zur Entwicklung von CDAD beitragen
    • Hypertoxin produzierende Stämme von Clostridium difficile sind mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität assoziiert
      • derartige Infektionen können therapieresistent gegenüber einer antibiotischen Therapie sein
    • CDAD muss daher bei allen den Patienten in Erwägung gezogen werden, bei denen nach einer Antibiotika-Anwendung eine Diarrhoe auftritt
      • CDAD kann bis zu 2 Monate nach Durchführung einer Antibiotikatherapie auftreten
        • sorgfältige medikamentöse Anamnese durchführen
  • Therapie der pseudomembranösen Kolitis
    • Beendigung der Therapie in Abhängigkeit von der Indikation erwägen
    • ggf. sofort eine angemessene Behandlung einleiten (z. B. Einnahme von speziellen Antibiotika / Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist)
    • Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, sind kontraindiziert
  • Therapieüberwachung bei längerer Therapie
    • in regelmäßigen Abständen die Organfunktionen überprüfen (einschließlich Nieren, Leber und blutbildenden Systems)
    • besonders wichtig bei Neugeborenen (speziell bei Frühgeborenen) und Kindern
  • Kinder < 1 Jahr
    • Wirkungen noch nicht vollständig geklärt
    • Sulbactam sollte bei diesem Patientenkollektiv nur nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses angewendet werden
  • mögliche Kreuzallergie zwischen Penicillinen und Cephalosporinen sollte berücksichtigt werden