Suxamethonium Aguettant 10 mg/ml Inj. L. i.e. Fer.

Aguettant Deutschland GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Succinylcholin (Suxamethonium chlorid) →

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10X10 ML 127,19 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Erwachsene und Jugendliche >/= 12 Jahre
    • Muskelrelaxans zur Erleichterung der endotrachealen Intubation bei der Einleitung einer Allgemeinanästhesie oder bei Notfällen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 10 mg Suxamethoniumchlorid (als 11 mg Suxamethoniumchlorid 2-Wasser); eine 10-ml-Fertigspritze enthält 100 mg Suxamethoniumchlorid (als 110 mg Suxamethoniumchlorid 2-Wasser)

  • Erleichterung der endotrachealen Intubation
    • allg.
      • Anwendung nur von einem erfahrenen Arzt (Anästhesist, Intensivmediziner, Notfallmediziner) oder unter dessen engmaschiger Überwachung,
        • der mit seiner Wirkung, seinen Eigenschaften und Risiken vertraut ist
        • der die Methoden und Techniken der Intubation und künstlichen Beatmung beherrscht
        • und nur, wenn die nötigen Voraussetzungen für eine sofortige endotracheale Intubation mit Gabe von Sauerstoff mittels intermittierender positiver Druckbeatmung gegeben sind
      • Suxamethonium wird intravenös (i.v.) nach der Narkoseeinleitung gegeben und darf nicht bei Patienten angewendet werden, die bei Bewusstsein sind
    • Erwachsene und Jugendliche >/= 12 Jahre
      • Einmalgabe
      • i. d. R. 1 mg Suxamethoniumchlorid / kg Körpergewicht (KG) als i.v. Bolusinjektion
        • Muskelrelaxation
          • tritt normalerweise innerhalb von ca. 30 - 60 Sek. ein
          • hält 2 - 6 Min. an
      • höhere Dosen führen zu einer längeren Muskelrelaxation, wobei eine Verdoppelung der Dosis nicht notwendigerweise die Dauer der Relaxation verdoppelt
      • zur Verringerung der Häufigkeit und Schwere Suxamethonium-assoziierter Muskelschmerzen: Gabe kleiner Dosen nichtdepolarisierender Muskelrelaxanzien einige Min. vor Anwendung von Suxamethonium
        • Suxamethoniumchlorid-Dosen > 1 mg / kg KG können erforderlich sein, um ausreichende Bedingungen für die endotracheale Intubation zu erzielen
    • Kinder und Jugendliche
      • Jugendliche >/= 12 Jahre
        • Dosierung siehe Erwachsene
      • Kinder < 12 Jahre
        • keine Anwendung (Skalierung der Fertigspritze erlaubt keine genaue Dosierung für diese Patientengruppe)
    • ältere Patienten
      • Dosierung siehe Erwachsene
    • Niereninsuffizienz
      • Patienten, bei denen keine Hyperkaliämie vorliegt
        • können 1 Einzeldosis Suxamethonium erhalten
        • wiederholte oder höhere Dosen können einen klin. bedeutsamen Anstieg der Serumkaliumwerte hervorrufen und dürfen nicht angewendet werden
    • Leberinsuffizienz
      • keine Dosisanpassung erforderlich
      • das Abklingen der Wirkung von Suxamethonium hängt von der in der Leber synthetisierten Plasmacholinesterase ab
      • obwohl die Spiegel der Plasmacholinesterase bei leberkranken Patienten häufig abfallen, sind sie nur selten so niedrig, dass die Suxamethonium-induzierte Apnoe verlängert wird

Kontraindikationen

Suxamethonium - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Suxamethonium
  • darf nicht bei Patienten angewendet werden, die keine Allgemeinanästhesie erhalten haben
    • Suxamethonium hat keine Wirkung auf den Bewusstseinszustand
  • fehlende Möglichkeit zur Durchführung der künstlichen Beatmung
  • maligne Hyperthermie, auch in der Eigen- oder Familienanamnese
    • Suxamethonium kann bei empfindlichen Personen myofibrilläre Kontraktionen auslösen
  • Patienten mit kongenitaler atypischer Aktivität der Plasmacholinesterase (Butyrylcholinesterase) (frühere verlängerte und/oder verstärkte Reaktion bekannt)
  • Patienten mit Hyperkaliämie oder entsprechender Disposition; Suxamethonium kontraindiziert bei Patienten
    • mit vorbestehender Hyperkaliämie
      • sofern keine Hyperkaliämie und Neuropathie vorliegen, ist eine Niereninsuffizienz keine Kontraindikation für die Anwendung einer normalen Einzeldosis Suxamethonium
      • aber wiederholte oder höhere Dosen können zu einem klinisch bedeutsamen Anstieg der Serumkaliumwerte führen und dürfen nicht angewendet werden
    • in der Genesungszeit nach einem größeren Trauma oder schweren Verbrennungen
      • die Phase mit dem höchsten Risiko einer Hyperkaliämie kann weiter verlängert sein, wenn eine persistierende Infektion mit verzögerter Heilung vorliegt
    • mit neurologischen Defiziten und akutem starkem Muskelabbau (z.B. obere und/oder untere Läsionen der Motoneuronen)
      • Kaliumfreisetzung ist innerhalb der ersten 6 Monate nach akutem Eintritt des neurologischen Defizits möglich und korreliert mit Grad und Ausdehnung der Muskelparalyse
      • bei über längere Zeit immobilisierten Patienten kann ein ähnliches Risiko bestehen
  • Patienten mit subakuter schwerwiegender Denervierung der Skelettmuskulatur oder nach Verletzungen der oberen Nervenbahnen
  • Patienten mit Myopathien der Skelettmuskulatur (z.B. Muskeldystrophie Duchenne), da die Anwendung von Suxamethonium mit maligner Hyperthermie, ventrikulären Arrhythmien und Herzstillstand infolge einer akuten Rhabdomyolyse mit Hyperkaliämie verbunden sein kann
  • kongenitale Myotonien in der Eigen- oder Familienanamnese, wie Myotonia congenita und Dystrophia myotonica (Risiko schwerer myotoner Spasmen und einer Rigidität)
  • Anwendung bei offenen Augenverletzungen oder wenn ein Anstieg des Augeninnendrucks unerwünscht ist, es sei denn, der potenzielle Nutzen seiner Anwendung übersteigt das potenzielle Risiko für das Auge
    • Suxamethonium verursacht einen signifikanten vorübergehenden Anstieg des Augeninnendrucks
  • Patienten mit schwerwiegenden Verbrennungen oder schwerwiegenden Verletzungen,
  • Patienten mit schwerwiegender langandauernder Blutvergiftung (Sepsis)

Nebenwirkungen

Suxamethonium - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • anaphylaktische Reaktionen, entweder allergisch oder nicht-allergisch (unspezifische Histaminfreisetzung)
      • allergische Reaktionen wie z.B. Hautrötung, Nesselsucht
      • Pruritus
      • kardiovaskuläre Erkrankungen
      • Bronchospasmus
      • schwerwiegender anaphylaktischer Schock
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Quincke-Ödem
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • schwerwiegende Azidose
      • Hyperkaliämie gefolgt von Herzkammerflimmern (z.B. ventrikulär) und Herzstillstand, insbesondere bei Kindern mit verdeckten Muskeldystrophien (z.B. Duchenne Muskeldystrophie)
      • Porphyrie
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • vorübergehender Anstieg des intrakraniellen Drucks (normalisiert sich nach wenigen Minuten)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • verlängerte Lähmung insbesondere bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen oder einer Idiosynkrasie
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhter Augeninnendruck (normalisiert sich nach wenigen Minuten)
  • Herzerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Arrhythmien (einschließlich ventrikulärer Arrhythmien)
      • Bradykardie (mit AV-Knoten-Ersatzrhythmus)
      • junktionale Rhythmen
      • ektopische Herzschläge nach der ersten intravenösen Injektion, besonders bei Neugeborenen und Kleinkindern
        • Risiko hierfür steigt mit der Gabe einer 2. Dosis innerhalb von 15 Min.
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Tachykardie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Herz-Kreislauf-Beschwerden (Hyperventilation)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Herzstillstand
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hautrötung
      • Hypotonie
        • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle :schwerwiegende Hypotonie infolge anaphylaktischer (allergischer) Reaktionen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • vorübergehende Blutdruckstörungen wie Hypertonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Verlängerte Apnoe (Atemstillstand) bei Patienten mit einer Störung der Plasma Pseudo-Cholinesterase
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • verzögerte respiratorische Insuffizienz bei Patienten mit Duchenne Muskeldystrophie
      • Laryngeales und pulmonales Ödem
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • übermäßige Bronchialsekretion
      • Apnoe
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhter intragastraler Druck (normalisiert sich nach wenigen Minuten)
        • erhöhtes Risiko fürs Erbrechen bei schwangeren Frauen, Patienten mit Hiatushernie (Zwerchfellbruch), Patienten mit Magen- und Darmausdehnung, Bauchwasser (Aszites) oder intraabdominalen Tumoren)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • übermäßiger Speichelfluss
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • übermäßige Magensekretion
      • Vergrößerung der Speicheldrüsen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hautausschlag
      • kutane allergische Reaktionen
      • Hautrötung infolge Histaminfreisetzung
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Muskelschmerzen
      • Muskelfaszikulation
        • Muskelzuckungen, häufig im Hals-, Brust-, Schulter- und Rückenbereich, insbesondere Frauen im Alter von 20 - 50 Jahren betroffen
      • postoperative Muskelschmerzen
      • Myoglobinämie (insbesondere bei Kindern)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Myoglobinurie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • leicht erhöhter Kieferdruck (bis zu 60 Sekunden)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Trismus
      • Muskelkontraktionen (meist verbunden mit vorliegenden Muskeldystrophien wie die Myotone Dystrophie oder genetischbedingte Myotonie)
      • Myoglobinurie und nachfolgendes Nierenversagen (überwiegend bei Patienten mit Muskeldystrophie) oder akutes Herzversagen (überwiegend bei Kindern und Jugendlichen, die mit Suxamethonium und Halothan behandelt werden, da es nach Gabe von Suxamethonium zum Austritt von Kalium, Kreatininphosphokinase und Myoglobin aus der Muskelzelle kommt)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • akute Rhabdomyolyse bei Patienten mit diagnostizierten oder verdeckten neuromuskulären Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Rhabdomyolyse
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hämoglobinurie
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erythem an der Injektionsstelle
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • maligne Hyperthermie, mit oder ohne muskuläre Hypertonizität
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Temperaturanstieg
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Erhöhung der Kalium-Serumspiegel (am häufigsten leichte Erhöhungen von 0,5 mmol/l)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • vorübergehender Anstieg des Blutkaliumspiegels
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • erhöhte oder niedrigere Plasma-Cholinesterase Spiegel

Anwendungshinweise

  • zur intravenösen (i.v.) Anwendung
  • Fertigspritze ist nicht zur Verwendung mit einer Spritzenpumpe geeignet
  • weitere Hinweise siehe Fachinformation

Stillzeithinweise

Suxamethonium - invasiv
  • nicht bekannt, ob Suxamethonium oder seine Metaboliten in die Muttermilch ausgeschieden werden
    • sollte daher während der Stillzeit nicht angewendet werden
  • da Suxamethonium jedoch schnell durch Plasmacholinesterase (Pseudocholinesterase) zu einem inaktiven Metaboliten abgebaut wird, sind keine Auswirkungen auf gestillte Neugeborene/Kinder zu erwarten

Schwangerschaftshinweise

Suxamethonium - invasiv
  • falls notwendig, kann die Anwendung von Suxamethonium in der Schwangerschaft in Erwägung gezogen werden
    • während der Schwangerschaft darf Suxamethonium nur für Kurznarkosen eingesetzt werden und nur, wenn dies eindeutig erforderlich ist, da keine ausreichenden Erfahrungen am Menschen vorliegen
    • Vorsicht nach Anwendung von Suxamethonium bei schwangeren und postpartalen Patientinnen
    • eventuelle Suxamethonium-Unverträglichkeit der Schwangeren sollte auf jeden Fall vor der Narkose ausgeschlossen werden
  • Suxamethonium hat keine direkte Wirkung auf den Uterus oder andere Strukturen der glatten Muskulatur
    • in normalen therapeutischen Dosen passiert es die Plazentaschranke nicht in ausreichenden Mengen, um fetale Atembewegungen zu beeinträchtigen
  • Nutzen von Suxamethonium im Rahmen einer schnellen sequentiellen Einleitung einer Allgemeinanästhesie überwiegt normalerweise die möglichen Risiken für den Fetus
  • Plasmacholinesterasespiegel
    • bei einem großen Anteil schwangerer und postpartaler Patientinnen kann es nach Injektion von Suxamethonium zu einer leicht verlängerten neuromuskulären Blockade kommen
    • Plasmacholinesterasespiegel fallen im ersten Schwangerschaftsdrittel auf etwa 70 - 80% der Werte vor der Schwangerschaft; weiterer Abfall auf etwa 60 - 70% der Werte vor der Schwangerschaft tritt innerhalb von 2 - 4 Tagen nach der Entbindung ein
    • Plasmacholinesterasespiegel steigen danach wieder an und erreichen im Laufe der nächsten 6 - 8 Wochen nach Geburt die Normalwerte
  • Narkose während der Entbindung
    • bei einer Narkose während der Entbindung geht Suxamethoniumchlorid nur in geringen Mengen in den Feten über
    • negative Auswirkungen auf das Neugeborene sind nicht beobachtet worden
    • bei Neugeborenen von Patientinnen mit stark erniedrigter Plasmacholinesterase-Aktivität kann es jedoch zu einer Apnoe kommen
  • tierexperimentelle Studien
    • Suxamethonium erwies sich bei zwei Tierspezies weder als embryotoxisch noch als teratogen
  • Fertilität
    • keine Daten zum Einfluss von Suxamethonium auf die Fertilität vorliegend
    • da Suxamethonium jedoch schnell durch die Plasmacholinesterase (Pseudocholinesterase) zu einem inaktiven Metaboliten abgebaut wird, keine Auswirkungen auf die Fertilität zu erwarten, sobald der pharmakologische Effekt abgeklungen ist

Warnhinweise

Suxamethonium - invasiv
  • Suxamethonium darf nur von einem erfahrenen Arzt (Anästhesist, Intensivmediziner, Notfallmediziner) oder unter dessen engmaschiger Überwachung angewendet werden
    • der mit seiner Wirkung, seinen Eigenschaften und Risiken vertraut ist
    • die Methoden und Techniken der Intubation und künstlichen Beatmung beherrscht
    • und nur, wenn die nötigen Voraussetzungen für eine sofortige endotracheale Intubation mit Gabe von Sauerstoff mittels intermittierender positiver Druckbeatmung gegeben sind
  • Gabe nach der Narkoseeinleitung
    • Suxamethonium wird intravenös nach der Narkoseeinleitung gegeben, da der eintretenden Lähmung schmerzhafte Muskelzuckungen vorangehen können
    • darf nicht bei Patienten angewendet werden, die bei Bewusstsein sind
  • Suxamethonium lähmt die Atemmuskulatur ebenso wie andere Skelettmuskeln, hat jedoch keine Wirkung auf den Bewusstseinszustand
  • besondere Vorsicht erforderlich
    • bei Disposition zur Hyperkaliämie (z.B. bei ausgedehnten Verbrennungen, Niereninsuffizienz, akuten und chronischen Denervationssyndromen)
    • bei bekannter Überempfindlichkeit gegen andere Muskelrelaxantien
    • bei Patienten mit eigener oder familiärer Vorgeschichte einer Reaktion auf Anästhetika (erhöhtes Risiko für maligne Hyperthermie)
    • bei Vorliegen von Cholinesterasemangel oder -defekten
    • bei Patienten, die mit Blutplasma (Plasmapherese) oder Arzneimitteln behandelt werden, die die Synthese oder die Aktivität der Cholinesterase reduzieren
    • bei Neugeborenen (Plasma-Cholinesteraseaktivität beträgt 50 % eines gesunden Erwachsenen)
    • bei Erkrankungen des neuromuskulären Systems; ggf. ist eine Dosisreduktion erforderlich
    • bei Patienten mit eigener oder familiärer Vorgeschichte einer neuromuskulären Erkrankung
    • bei penetrierenden Augenverletzungen
    • bei Glaukom
    • bei Gefahr eines überhöhten arteriellen Blutdrucks (Risiko für überhöhten intrakranialen Druck und ein zerebrales Aneurysma)
    • bei Knochenbrüchen, Verbrennungen, Muskelspasmen (Muskelkrämpfe)
    • bei Krebserkrankungen
    • bei Asthma
    • bei Mangelernährung und Lebererkrankungen
    • bei Brechneigung
    • bei Magen- und Darmausdehnung, Hiatushernie (Zwerchfellbruch), Bauchwasser (Aszites), intraabdominalen Tumoren
    • bei Behandlung mit Digoxin (erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen, Dysrhythmien)
  • anaphylaktische Reaktionen
    • über allergische oder nichtallergische anaphylaktische Reaktionen während der Narkoseeinleitungberichtet, manchmal auch bei Patienten, die noch nie gegenüber Curare exponiert waren
    • die häufigsten Manifestationen sind generalisierte oder auf die Injektionsstelle beschränkte Hautausschläge (erythematös) oder Exantheme, die sich potenziell bis hin zu einemanaphylaktischen Schock und/oder Bronchospasmus weiterentwickeln können
      • in manchen Fällen ist der Bronchospasmus und/oder anaphylaktische Schock nicht mit Hautmanifestationen assoziiert
      • Quincke-Ödem benfalls angegeben
    • bei Auftreten des ersten Anzeichens muss die Anwendung von Suxamethonium definitiv abgebrochen werden, sofern sie noch nicht vollständig erfolgt ist, und eine symptomatische Behandlung eingeleitet werden.
    • bei einer allergischen Reaktion
      • symptomatische Behandlung muss erfolgen
      • Allergentests sollten ebenfalls durchgeführt werden (Schnellprobe, danach Hauttest)
  • Kreuzsensitivität
    • hohe Raten einer Kreuzsensitivität (> 50%) zwischen neuromuskulären Blockern angegeben
    • deshalb sollte vor der Anwendung von Suxamethonium eine Überempfindlichkeit gegenüber anderen neuromuskulären Blockern ausgeschlossen werden
    • Suxamethonium darf bei empfindlichen Patienten nur angewendet werden, wenn dies absolut erforderlich ist
    • Patienten, bei denen unter Allgemeinanästhesie eine Überempfindlichkeitsreaktion auftritt, sollten anschließend auf eine Überempfindlichkeit gegenüber anderen neuromuskulären Blockern getestet werden
  • neuromuskuläres Monitoring
    • zur Beurteilung der neuromuskulären Blockade und Erholung empfohlen, eine geeignete Methode zum neuromuskulären Monitoring anzuwenden
    • neuromuskuläre Funktion sollte intraoperativ mittels eines Nervenstimulators überwacht werden
    • Dosierung kann so den operativen Erfordernissen genau angepasst und das Risiko einer Überdosierung (insbesondere bei Erkrankungen, die eine Dosisanpassung erforderlich machen, wie neuromuskuläre Erkrankungen, Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Erkrankungen, die mit dem Arzneimittelstoffwechsel interferieren) minimal gehalten werden
  • reduzierte Aktivität oder Mangel an Plasmacholinesterase
    • Suxamethonium wird durch Plasmacholinesterase schnell hydrolysiert, wodurch Intensität und Dauer der neuromuskulären Blockade begrenzt werden
      • Personen mit reduzierter Plasmacholinesterase-Aktivität zeigen eine verlängerte Reaktion auf Suxamethonium
    • bei etwa 0,05 % der Bevölkerung liegt als Ursache eine kongenitale verringerte Cholinesterase-Aktivität vor, die zu einer um mehr als 1 Stunde verlängerten Wirkdauer von Suxamethonium führt
    • bei verlängerter Curarisierung muss die Beatmung fortgeführt werden, bis die Spontanatmung eintritt und sich die Muskelfunktion normalisiert
    • verlängerte und verstärkte neuromuskuläre Blockade nach Injektion von Suxamethonium infolge einer reduzierten Plasmacholinesterase-Aktivität kann bei folgenden Zuständen und Erkrankungen auftreten
      • physiologische Variationen wie in der Schwangerschaft und Postpartalzeit
      • genetisch determinierte atypische Plasmacholinesterase
      • schwerer generalisierter Tetanus, Tuberkulose, andere schwere oder chronische Infektionen;
      • schwere Verbrennungen
      • chronische zehrende Krankheit, Malignom, chronische Anämie und Mangelernährung
      • Leberinsuffizienz im Endstadium, akute oder chronische Niereninsuffizienz
      • Autoimmunkrankheiten: Myxödem
      • Kollagenosen
      • iatrogen: nach Plasmaaustausch, Plasmapherese, kardiopulmonalem Bypass und infolge einer medikamentösen Begleittherapie
  • maligne Hyperthermie
    • da Suxamethonium auch gleichzeitig mit anderen (halogenierten) Anästhetika angewendet werden könnte und eine maligne Hyperthermie während einer Anästhesie auch ohne bekannten Auslösefaktor auftreten könnte, sollten Ärzte mit den Frühzeichen, der Diagnose und Behandlung der malignen Hyperthermie vertraut sein
    • ein isolierter Masseterspasmus könnte auftreten und die Intubation verhindern, während andere Muskeln relaxiert sind
      • er könnte jedoch auch ein Frühzeichen einer malignen Hyperthermie sein, so dass nach anderen Anzeichen einer malignen Hyperthermiekrise gesucht werden sollte
    • wenn eine maligne Hyperthermie auftritt
      • müssen alle Anästhetika, die damit in Verbindung stehen könnten (einschließlich Suxamethonium), abgesetzt und umgehend umfassende supportive Maßnahmen eingeleitet werden
      • das primäre spezifische Gegenmittel ist intravenöses Dantrolen-Natrium, das nach Stellung der Diagnose so rasch wie möglich angewendet werden sollte
  • durch Präcurarisierung mit nicht-depolarisierenden Muskelrelaxantien können die Nebenwirkungen mit Ausnahme der allergischen Reaktionen und der malignen Hyperthermie abgeschwächt oder vermieden werden
  • auffälliger Rigor des Musculus masseter (Kaumuskelstarre)
    • kann ein Hinweis auf eine erhöhte Gefährdung des Patienten durch eine Rhabdomyolyse (Auflösung quergestreifter Muskelfasern) oder maligne Hyperthermie (gefährliche Stoffwechselstörung der Skelettmuskulatur) sein
    • besondere intraoperative Überwachung (z.B. Kapnometrie) und ein Vermeiden von Arzneimitteln, die das Risiko erhöhen (Triggersubstanzen), empfohlen
  • Muskelschmerzen
    • nach Anwendung von Suxamethonium treten häufig Muskelschmerzen auf, am häufigsten bei ambulanten Patienten, bei denen chirurgische Kurzeingriffe unter Vollnarkose durchgeführt werden
    • offenbar besteht kein direkter Zusammenhang zwischen dem Grad der sichtbaren Muskelfaszikulation nach Anwendung von Suxamethonium und der Inzidenz oder Schwere der Schmerzen
    • Suxamethonium sollte bei Patienten mit Frakturen oder Muskelspasmen mit Vorsicht angewendet werden, da die initialen Muskelfaszikulationen ein zusätzliches Trauma verursachen könnten
  • Hyperkaliämie
    • ein akuter vorübergehender Anstieg der Serumkaliumwerte nach Anwendung von Suxamethonium tritt bei normalen Personen häufig auf
      • Größenordnung dieses Anstiegs liegt im Bereich von 0,5 mmol/Liter
    • bei bestimmten Erkrankungen oder Zuständen kann es nach Gabe von Suxamethonium zu einem übermäßigen Anstieg der Serumkaliumwerte kommen, der schwerwiegende Herzrhythmusstörungen und einen Herzstillstand verursachen kann
    • bei Patienten mit schwerer Sepsis steht das Potenzial für eine Hyperkaliämie offenbar mit Schwere und Dauer der Infektion in Verbindung
  • Myasthenia gravis und andere myasthenische Syndrome
    • wird abgeraten, Suxamethonium bei Patienten mit fortgeschrittener Myasthenia gravis anzuwenden
    • obwohl diese Patienten gegen Suxamethonium resistent sind, entwickeln sie einen Phase-II-Block, der zu einer verzögerten Erholung führen kann
    • Patienten mit myasthenischem Eaton-Lambert-Syndrom sind empfindlicher gegenüber Suxamethonium als normale Personen, so dass eine Dosisreduktion erforderlich ist
  • Bradykardie und andere Herzrhythmusstörungen
    • Suxamethonium hat keinen direkten Effekt auf das Myokard, kann jedoch sowohl durch Stimulation von autonomen Ganglien als auch von Muscarin-Rezeptoren zu Änderungen des Herzrhythmus einschließlich Herzstillstand führen
    • bei gesunden Erwachsenen verursacht Suxamethonium nach der ersten Anwendung gelegentlich eine leichte vorübergehende Verlangsamung der Herzfrequenz
    • Bradykardien häufiger beobachtet:
      • bei Kindern
      • nach wiederholter Gabe von Suxamethonium bei Kindern und Erwachsenen
    • Suxamethonium kann auch die durch Halothan oder andere Arzneimittel bedingte Bradykardie verstärken
      • sollte beachtet werden, wenn bei einer Anästhesie beide Arzneimittel angewendet werden
    • Vorbehandlung mit intravenösem Atropin oder Glycopyrrolat
      • verringert die Inzidenz und Schwere der Suxamethonium-bedingten Bradykardie signifikant
    • sofern keine vorbestehende oder evozierte Hyperkaliämie vorliegt, werden ventrikuläre Arrhythmien nach Gabe von Suxamethonium selten beobachtet
      • Patienten, die Digitalis-ähnliche Arzneimittel erhalten, jedoch anfälliger für solche Arrhythmien
  • Prophylaxe vor muskarinergen Wirkungen
    • muskarinerge Wirkungen von Suxamethonium, z.B. verstärkte Bronchial- und Speichelsekretion, können durch prophylaktische Anwendung von Atropin vermieden werden
  • Anstieg des Augeninnendrucks
    • Anwendung von Suxamethonium bei Patienten, die sich einem Eingriff am offenen Augapfel unterziehen, nicht empfohlen
  • Überwachung des Patienten
    • bei ambulanten Operationen muss bis zur Entlassung eine angemessene kontinuierliche Überwachung des Patienten gewährleistet sein
  • Magnesium
    • verlängert die Wirkung von Suxamethonium
  • Patienten mit Leberfunktionsstörung
    • bei Patienten mit schwerwiegenden Lebererkrankungen oder Leberzirrhose sollte die Suxamethoniumchlorid-Dosis reduziert werden
  • Patienten mit Nierenfunktionsstörung
    • Dosisanpassung kann bei Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung und bei Hämodialyse-Patienten erforderlich sein, wenn die Kalium-Serumspiegel von den Normalwerten abweichen
    • Vorsicht ist geboten, wenn der Kalium-Serumspiegel 5,5 mmol/l übersteigt, da das Risiko für schwerwiegende Herzrhythmusstörungen steigt
  • Kinder und Jugendliche
    • Vorsicht geboten, da jüngere Patienten eher eine nicht diagnostizierte Myopathie oder eine nicht bekannte Prädisposition zur malignen Hyperthermie und Rhabdomyolyse haben, so dass bei ihnen ein höheres Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen nach Gabe von Suxamethonium besteht
    • wegen der Schwere der Nebenwirkungen empfohlen, die Anwendung von Suxamethonium auch bei augenscheinlich gesunden Kindern und Jugendlichen auf Situationen zu beschränken, in denen eine sofortige Intubation oder ein Freihalten der Atemwege erforderlich ist
    • nach Anwendung von Suxamethonium Fälle von nicht behebbarem Herzstillstand bei Kindern und Jugendlichen bekannt geworden
      • bei diesen lagen zum Teil bis dahin nicht erkannte neuromuskuläre Erkrankungen vor
    • intravenöse Verabreichung kann bei Kindern Herzrhythmusstörungen verursachen
      • dabei steigt das Risiko mit der Anzahl der verabreichten Dosen an
      • Sauerstoffmangel (Hypoxie) kann das Risiko für Herzrhythmusstörungen bei Kindern ebenfalls erhöhen
    • kontinuierliche intravenöse Verabreichung bei Kindern aufgrund des Risikos für maligne Hyperthermie (gefährliche Stoffwechselstörung der Skelettmuskulatur) nicht empfohlen
    • Kinder mit Hyperkaliämie
      • erhöhtes Risiko für einen Herzstillstand besteht im Zusammenhang mit der Anwendung von Suxamethonium bei Kindern mit Hyperkaliämie