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Fachinformationen

Indikation

  • Therapie einer Infektion mit dem humanen Immundefizienzvirus Typ 1 (HIV-1) bei Erwachsenen und Jugendlichen (>/= 12 Jahren und >/= 40 kg KG)
    • Entscheidung über eine Anwendung auf Basis der Daten einer Genotypisierung

Dosierung

  • Therapie einer Infektion mit dem humanen Immundefizienzvirus Typ 1 (HIV-1)
    • Erwachsene und Jugendliche (>/= 12 Jahre mit mind. 40 kg KG)
      • 1 Tablette (800 mg Darunavir, 150 mg Cobicistat, 200 mg Emtricitabin und 10 mg Tenofoviralafenamid) 1mal / Tag
      • Antiretroviral nicht vorbehandelte (ARTnaive) Patienten
        • 1 Filmtablette 1mal / Tag
      • ART-vorbehandelte Patienten
        • Einsatz bei Patienten, die bereits mit antiretroviralen Mitteln behandelt wurden, aber keine Virusmutationen, die mit Darunavir-Resistenz assoziiert sind (DRV-RAMs) und < 100.000 HIV-1-RNA-Kopien / ml im Plasma und eine CD4+-Zellzahl von >/= 100 × 106 Zellen / l besitzen (DRV-RAMs: V11I, V32I, L33F, I47V, I50V, I54M, I54L, T74P, L76V, I84V, L89V9
        • 1 Filmtablette 1mal / Tag
      • Hinweis bei ausgelassenen Dosen
        • Versäumnis wird innerhalb von 12 Stunden nach dem üblichen Einnahmezeitpunkt bemerkt
          • vorgeschriebene Dosis so bald wie möglich einnehmen
        • Versäumnis wird später als 12 Stunden nach dem üblichen Einnahmezeitpunkt bemerkt
          • Dosis verwerfen
          • gewohntes Behandlungsschema wiederaufnehmen
        • bei Erbrechen nach der Einnahme
          • Erbrechen innerhalb von 1 Stunde nach der Einnahme
            • so schnell wie möglich eine weitere Dosis einnehmen
          • Erbrechen nach mehr als 1 Stunde nach der Einnahme
            • keine weitere Dosis bis zum nächsten regulär geplanten Zeitpunkt einnehmen
      • ältere Patienten (> 65 Jahre)
        • begrenzte Informationen vorhanden
        • Anwendung mit Vorsicht
      • Leberfunktionsstörung
        • leichte (Child-Pugh-Klasse A) oder mäßige (Child-Pugh-Klasse B) Leberfunktionsstörung
          • keine Dosisanpassung erforderlich
          • Anwendung bei diesen Patienten jedoch mit Vorsicht (hepatische Metabolisierung von Darunavir und Cobicistat)
        • schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C)
          • kontraindiziert (keine Daten)
      • Nierenfunktionsstörung
        • glomeruläre Filtrationsrate (eGFRCG) >/= 30 ml / min gemäß der Cockcroft-Gault-Formel: keine Dosisanpassung erforderlich
        • eGFRCG < 30 ml / Min: Behandlung nicht einleiten (keine Daten)
        • Absinken der eGFRCG < 30 ml / Min während der Behandlung: Behandlung absetzen
      • Kinder und Jugendliche
        • Kinder (3 - 11 Jahre) oder mit einem Körpergewicht < 40 kg: Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)
        • Kinder < 3 Jahre: keine Anwendung aufgrund der Sicherheitsbedenken
      • Schwangerschaft und postpartale Phase
        • Behandlung mit Darunavir / Cobicistat führt zu einer geringen Darunavir-Exposition
        • deshalb kein Behandlungsbeginn während der Schwangerschaft
        • Frauen, die während der Behandlung schwanger werden:
          • Wechsel zu einem alternativen Behandlungsregime

Kontraindikationen

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid, Darunavir und Cobicistat - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Darunavir
  • Überempfindlichkeit gegen Cobicistat
  • Überempfindlichkeit gegen Emtricitabin
  • Überempfindlichkeit gegen Tenofovir alafenamid
  • Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C)
  • gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A-Induktoren wie zum Beispiel den unten stehenden Arzneimitteln wegen eines möglichen Verlustes der therapeutischen Wirksamkeit
    • Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin
    • Rifampicin
    • Lopinavir/Ritonavir
    • Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • gleichzeitige Anwendung mit wie zum Beispiel den unten stehenden Produkten Arzneimitteln wegen der Möglichkeit schwerwiegender und/oder lebensbedrohlicher Nebenwirkungen
    • Alfuzosin
    • Amiodaron, Dronedaron, Ivabradin, Chinidin, Ranolazin
    • Colchicin bei Anwendung bei Patienten mit Nieren- und/oder Leberfunktionsstörung
    • Rifampicin
    • Ergotderivate (z.B. Dihydroergotamin, Ergometrin, Ergotamin, Methylergometrin)
    • Dapoxetin
    • Domperidon
    • Naloxegol
    • Pimozid, Quetiapin, Sertindol, Lurasidon
    • Elbasvir/Grazoprevir
    • Triazolam, oral eingenommenes Midazolam
    • Sildenafil - wenn zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie angewendet, Avanafil, Simvastatin, Lovastatin und Lomitapid
    • Ticagrelor

Therapiehinweise

Einnahme während des Essens.

Nebenwirkungen

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid, Darunavir und Cobicistat - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • (Arzneimittel-) Überempfindlichkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Immunrekonstitutionssyndrom
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anorexie
      • Diabetes mellitus
      • Hypercholesterinämie
      • LDL erhöht
      • Hypertriglyceridämie
      • Hyperlipidämie
      • Dyslipidämie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hyperglykämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • anormale Träume
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindelgefühl
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Diarrhö
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erbrechen
      • Übelkeit
      • Bauchschmerzen
      • aufgeblähter Bauch
      • Dyspepsie
      • Flatulenz
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • akute Pankreatitis
      • Pankreasenzyme erhöht
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Leberenzyme erhöht
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • akute Hepatitis*
      • zytolytische Hepatitis*
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hautausschlag (inklusive makulärer, makulopapulärer, papulärer, erythematöser, pruritischer und generalisierter Ausschlag und allergische Dermatitis)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pruritus
      • Urtikaria
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Angioödem
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • DRESS-Syndrom*
      • Stevens-Johnson-Syndrom*
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • toxisch epidermale Nekrolyse*
      • akute generalisierte exanthematische Pustulose*
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Arthralgie
      • Myalgie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Osteonekrose
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Kristall-Nephropathie*
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Gynäkomastie*
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Asthenie
      • Ermüdung (Fatigue)
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Blutkreatinin erhöht

Legende: *=

  • zusätzliche Nebenwirkungen, die ausschließlich bei Darunavir/Ritonavir in anderen Studien oder Erfahrungen nach Markteinführung beobachtet wurden

Anwendungshinweise

  • Einnahme 1mal / Tag mit einer Mahlzeit
  • Tablette nicht zerbrechen

Stillzeithinweise

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid, Darunavir und Cobicistat - peroral
  • um eine Übertragung von HIV auf das Kind zu vermeiden, wird empfohlen, dass Frauen mit HIV nicht stillen
  • aufgrund von potenziellen Nebenwirkungen bei gestillten Kindern, sollten Frauen angewiesen werden, nicht zu stillen, wenn sie das Kombinationsarzeimittel einnehmen
  • Emtricitabin
    • geht in die Muttermilch über
  • Darunavir, Cobicistat, Tenofoviralafenamid
    • Übergang in die Muttermilch unbekannt
    • tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass Darunavir, Cobicistat und Tenofovir in die Milch übergehen
  • tierexperimentelle Studien
    • Studien an Ratten haben gezeigt, dass Darunavir in die Milch übergeht und bei hohen Dosierungen (1 000 mg/kg/Tag) zu einer Toxizität beiden Nachkommen führte

Schwangerschaftshinweise

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid, Darunavir und Cobicistat - peroral
  • während der Schwangerschaft soll keine Behandlung mit dem Arzneimittel begonnen werden
  • bei Frauen, die während der Behandlung mit dem Arzneimittel schwanger werden, soll ein Wechsel zu einem alternativen Behandlungsregime erfolgen
  • bisher keine oder sehr begrenzte Erfahrungen (weniger als 300 Schwangerschaftsausgänge) mit der Anwendung des Kombinationsarzneimittels bei Schwangeren vorliegend
    • weitergehende Erfahrungen an schwangeren Frauen (300-1 000 Schwangerschaftsausgänge) deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität von Darunavir, Cobicistat oder Tenofoviralafenamid hin
    • weitreichende Erfahrungen an Schwangeren (mehr als 1 000 Schwangerschaftsausgänge) deuten nicht auf einFehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität von Emtricitabin hin
  • Behandlung mit Darunavir plus Cobicistat (zwei der enthaltenen Wirkstoffe) während der Schwangerschaft führt zu einer geringen Darunavir-Exposition, was mit einem erhöhten Risiko des Therapieversagens und einem erhöhten Risiko der HIV-Übertragung auf das Kind verbunden sein kann
  • tierexperimentelle Studien
    • ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen von Darunavir oder Emtricitabin in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität
    • ergaben keine Hinweise auf direkte gesundheitsschädliche Wirkungen von Cobicistat oder Tenofoviralafenamid in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität
  • Fertilität
    • Humandaten zum Effekt von Darunavir, Cobicistat, Emtricitabin oder Tenofoviralafenamid auf die Fertilität nicht vorliegend
    • basierend auf tierexperimentellen Studien werden keine Auswirkungen auf die Reproduktion oder die Fertilität erwartet
    • tierexperimentelle Studien
      • bei Tieren keine Auswirkungen auf das Paarungsverhalten und die Fertilität

Warnhinweise

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid, Darunavir und Cobicistat - peroral
  • Therapie sollte von einem Arzt eingeleitet werden, der Erfahrung in der Behandlung von HIV-Infektionen besitzt
  • ART-vorbehandelte Patienten
    • bei vorbehandelten Patienten nicht anwenden, wenn eine oder mehrere DRV-RAMs oder >/= 100.000 -HIV-1-RNA-Kopien/ml oder eine CD4+-Zellzahl von < 100 × 106 Zellen/l vorhanden sind
  • Schwangerschaft
    • Behandlung mit 800 mg Darunavir plus 150 mg Cobicistat im 2. und 3. Trimenon hat nachweislich zu geringer Darunavir-Exposition geführt, mit einer Verringerung der cmin-Spiegel von etwa 90%
    • Cobicistat-Spiegel sinken und sorgen möglicherweise nicht mehr für ausreichendes Boosting
    • virologisches Versagen und erhöhtes Risiko der Übertragung der HIV-Infektion von der Mutter auf das Kind aufgrund wesentliche Verringerung der Darunavir-Exposition möglich
    • deshalb während der Schwangerschaft keine Behandlung mit Darunavir plus Cobicistat plus Emtricitabin plus Tenofovir alafenamid beginnen
    • bei Frauen, die während der Behandlung mit dem Arzneimittel schwanger werden, soll ein Wechsel zu einem alternativen Behandlungsregime erfolgen
  • Patienten mit HIV-Infektion und Hepatitis-B- oder -C-Coinfektion
    • Patienten mit chronischer Hepatitis B oder C, die eine antiretrovirale Therapie erhalten, weisen ein erhöhtes Risiko für das Auftreten schwerwiegender, potenziell letal verlaufender hepatischer Nebenwirkungen auf
    • Sicherheit und Wirksamkeit des Arzneimittels bei Patienten mit HIV-1-Infektion und einer Coinfektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) nicht erwiesen
    • Tenofoviralafenamid ist gegen das Hepatitis-B-Virus (HBV) aktiv
    • im Fall einer gleichzeitigen antiviralen Behandlung der Hepatitis C, auch die entsprechenden Fachinformationen für diese Arzneimittel beachten
    • Absetzen der Therapie bei Patienten mit einer HIV/HBV-Coinfektion kann mit schweren akuten Exazerbationen der Hepatitis assoziiert sein
      • Patienten mit einer HIV/HBV-Coinfektion, die das Arzneimittel absetzen, sollten für mehrere Monate nach Beendigung der Behandlung sorgfältig klinisch und durch Labortests überwacht werden
      • ggf. kann Einleitung einer Hepatitis B-Therapie gerechtfertigt sein
    • Patienten mit einer fortgeschrittenen Lebererkrankung oder Zirrhose
      • Therapieabbruch nicht empfohlen, weil eine darauf folgende Exazerbation der Hepatitis zu einer Leberdekompensation führen kann
    • das Arzneimittel nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln anwenden, die Tenofovirdisoproxil (z.B. Fumarat, Phosphat oder Succinat), Lamivudin oder Adefovirdipivoxil enthalten, die für die Behandlung von HBV-Infektionen angewendet werden
  • Fehlfunktion der Mitochondrien
    • für Nukleosid- und Nukleotidanaloga wurde in vitro und in vivo nachgewiesen, dass sie mitochondriale Schädigungen unterschiedlichen Ausmaßes verursachen
    • Berichte über mitochondriale Funktionsstörungen bei HIV-negativen Kleinkindern, die in utero und/oder postnatal gegenüber Nukleosidanaloga exponiert waren
    • hauptsächlich berichtete unerwünschte Ereignisse waren hämatologische Störungen (Anämie, Neutropenie) und Stoffwechselstörungen (Hyperlaktatämie, Hyperlipasämie)
      • waren häufig vorübergehend
    • einige spät auftretende neurologische Störungen berichtet (Hypertonie, Konvulsionen, Verhaltensstörungen)
      • ob diese neurologischen Störungen vorübergehend oder bleibend sind, derzeit nicht bekannt
    • jedes Kind, das in utero gegenüber Nukleosid- bzw. Nukleotidanaloga exponiert war, selbst HIV-negative Kinder
      • sollte klinisch und anhand von Laborparametern nachuntersucht werden
      • sollte im Falle von relevanten Anzeichen oder Symptomen vollständig auf mögliche mitochondriale Funktionsstörungen hin untersucht werden
    • diese Erkenntnisse haben keinen Einfluss auf die derzeitigen nationalen Empfehlungen zur Anwendung einer antiretroviralen Therapie bei schwangeren Frauen zur Prävention einer vertikalen HIV-Transmission
  • ältere Patienten
    • da zur Anwendung des Arzneimittels bei Patienten >/= 65 Jahre nur wenige Informationen verfügbar sind, sollte diese mit Vorsicht erfolgen, zumal bei diesen Patienten die Häufigkeit von Einschränkungen der Leberfunktion sowie von Begleiterkrankungen oder anderen Therapien erhöht ist
  • Hepatotoxizität
    • Berichte über Hepatitis (z.B. akute Hepatitis, zytolytische Hepatitis) unter Therapie mit Darunavir plus Ritonavir
    • während des klinischen Entwicklungsprogramms zu Darunavir plus Ritonavir (N = 3.063) wurde Hepatitis bei 0,5% der Patienten, die eine antiretrovirale Kombinationstherapie mit Darunavir plus Ritonavir erhielten, berichtet
    • erhöhtes Risiko für Leberfunktionsstörungen einschließlich schwerer und potenziell tödlicher Nebenwirkungen auf die Leber bei Patienten mit vorbestehenden Leberfunktionsstörungen, inkl. chronischer Hepatitis B oder C
    • im Fall einer gleichzeitigen antiviralen Behandlung der Hepatitis B oder C, gilt es die entsprechenden Fachinformationen für diese Arzneimittel zu beachten
    • Laboruntersuchungen
      • entsprechende Laboruntersuchungen vor Therapiebeginn durchführen und die Patienten während der Behandlung überwachen
      • besondere Überwachung der AST/ALT-Werte soll bei Patienten mit zugrundeliegender chronischer Hepatitis, Leberzirrhose oder bei Patienten, die vor Beginn der Behandlung erhöhte Transaminasen aufweisen, in Betracht gezogen werden, insbesondere in den ersten Monaten der Behandlung
    • wenn es bei Patienten, die das Arzneimittel einnehmen, Hinweise auf eine neu aufgetretene oder sich verschlechternde Leberfunktionsstörung gibt (einschließlich einer klinisch signifikanten Erhöhung der Leberenzyme und/oder Symptome wie Ermüdung, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gelbsucht, dunkler Urin, Druckempfindlichkeit der Leber, Hepatomegalie), soll umgehend eine Unterbrechung oder ein Abbruch der Behandlung erwogen werden
  • Nephrotoxizität
    • nach der Markteinführung wurden in Zusammenhang mit Tenofoviralafenamid-haltigen Arzneimitteln Fälle von Nierenfunktionsstörungen, einschließlich akutem Nierenversagen und proximaler renaler Tubulopathie, berichtet
    • potentielles Risiko für Nephrotoxizität, die durch eine chronische Exposition gegenüber Tenofovir in niedrigen Konzentrationen durch die Tenofoviralafenamid-Dosis entsteht, kann nicht ausgeschlossen werden
    • empfohlen, bei allen Patienten vor oder bei Therapiebeginn mit Darunavir/Cobicistat/Emtricitabin/Tenofovira die Nierenfunktion zu bestimmen und auch während der Therapie bei allen Patienten zu überwachen, sofern klinisch angemessen
    • bei Patienten, die eine klinisch signifikante Abnahme der Nierenfunktion entwickeln oder bei denen Hinweise auf eine proximale renale Tubulopathie vorliegen
      • Absetzen sollte in Betracht gezogen werden
  • Nierenfunktionsstörung
    • Cobicistat senkt die geschätzte Kreatinin-Clearance durch Hemmung der tubulären Sekretion von Kreatin
    • dieser Effekt auf das Serumkreatinin, der zu einer Verringerung der geschätzten Kreatinin-Clearance führt, muss berücksichtigt werden, wenn man das Arzneimittel bei Patienten anwendet, bei denen die geschätzte Kreatinin-Clearance herangezogen wird, um über die weitere klinische Versorgung zu entscheiden, einschließlich einer Dosisanpassung der gleichzeitig angewendeten Arzneimittel
    • Fachinformation von Cobicistat beachten für weitergehende Informationen
  • Patienten mit Begleiterkrankungen
    • Leberfunktionsstörung
      • Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten mit einer zugrundeliegenden schweren Lebererkrankung nicht nachgewiesen
      • bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung kontraindiziert
      • bei Patienten mit leichter oder mäßiger Leberfunktionsstörung mit Vorsicht anwenden (aufgrund eines Anstiegs der Plasmakonzentration von ungebundenem Darunavir)
    • Hämophilie-Patienten
      • Hämophilie-Patienten auf eine mögliche Zunahme von Blutungen hinweisen
      • bei Patienten mit Hämophilie A oder B, die mit HIV-PIs behandelt wurden, Zunahme von Blutungen, einschließlich spontan aufgetretener Hämatome der Haut und Einblutungen in die Gelenke (Hämarthrose), berichtet
      • bei einigen Patienten wurde zusätzlich der Faktor VIII angewendet
      • in mehr als der Hälfte der berichteten Fälle wurde die Behandlung mit HIV-PIs fortgesetzt oder wieder aufgenommen, falls diese abgebrochen worden war
      • kausaler Zusammenhang wird vermutet, der Wirkmechanismus jedoch nicht geklärt
  • schwere Hautreaktionen
    • während des klinischen Entwicklungsprogramms von Darunavir plus Ritonavir (N = 3.063) schwere Hautreaktionen, die mit Fieber und/oder Erhöhung der Transaminasen einhergehen können, bei 0,4% der Patienten berichtet
    • DRESS (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen) und ein Stevens-Johnson-Syndrom selten (< 0,1%) beschrieben; toxische epidermale Nekrolyse sowie akute generalisierte exanthematische Pustulose nach Markteinführung berichtet
    • wenn sich Zeichen oder Symptome einer schweren Hautreaktion entwickeln, soll das Arzneimittel sofort abgesetzt werden
    • Reaktionen können mit schweren Hautausschlägen oder Hautausschlag mit Fieber, allgemeinem Unwohlsein, Ermüdung, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Blasen, oralen Läsionen, Konjunktivitis, Hepatitis und/oder Eosinophilie verbunden sein, sind aber nicht darauf beschränkt
  • Sulfonamidallergie
    • Darunavir enthält einen Sulfonamid-Anteil
    • Arzneimittel sollte bei Patienten mit bekannter Sulfonamidallergie mit Vorsicht angewendet werden
  • Gewicht und metabolische Parameter
    • Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid- und Blutglucosewerte während einer antiretroviralen Therapie möglich
    • Veränderungen können teilweise mit dem verbesserten Gesundheitszustand und dem Lebensstil zusammenhängen
    • in einigen Fällen ist ein Einfluss der Behandlung auf die Blutlipidwerte erwiesen, während es für die Gewichtszunahme keinen klaren Nachweis eines Zusammenhangs mit einer bestimmten Behandlung gibt
    • für die Überwachung der Blutlipid- und Blutglucosewerte wird auf die anerkannten HIV-Therapierichtlinien verwiesen
    • Behandlung von Lipidstörungen sollte nach klinischem Ermessen erfolgen
  • Osteonekrose
    • obwohl die Ätiologie als multifaktoriell (einschließlich Corticosteroidtherapie, Alkoholkonsum, schwerer Immunsuppression, höherem Body-Mass-Index) angesehen wird, über Fälle von Osteonekrose besonders bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und/oder Langzeitexposition gegenüber einer antiretroviralen Kombinationstherapie (ART) berichtet
    • Patienten sollten angewiesen werden medizinischen Rat zu suchen, wenn sie Gelenkschmerzen, Gelenksteifigkeit oder Beschwerden bei Bewegungen verspüren
  • Immunrekonstitutionssyndrom (IRIS)
    • bei HIV-infizierten Patienten, die mit einer antiretroviralen Kombinationstherapie (CART) behandelt wurden, wurde ein IRIS berichtet
    • bei HIV-infizierten Patienten mit einer schweren Immunschwäche zu Beginn der antiretroviralen Kombinationstherapie (CART) kann eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Erreger auftreten und schwere klinische Zustände oder eine Verstärkung der Symptome hervorrufen
      • typischerweise solche Reaktionen innerhalb der ersten Wochen oder Monate nach Beginn der CART beobachtet
      • entsprechende Beispiele sind Zytomegalievirus-Retinitis, generalisierte und/oder fokale mykobakterielle Infektionen und Pneumocystis jirovecii Pneumonie (früher bekannt als Pneumocystis carinii)
      • etwaige entzündliche Symptome sollten untersucht und ggf. behandelt werden
    • darüber hinaus in klinischen Studien mit einer gleichzeitigen Anwendung von Darunavir und niedrig dosiertem Ritonavir eine Reaktivierung von Herpes simplex und Herpes zoster beobachtet
    • auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (z.B. Morbus Basedow und Autoimmunhepatitis), die im Rahmen eines IRIS auftraten
      • allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der Behandlung auftreten
  • opportunistische Infektionen
    • Patienten, die das Arzneimittel oder eine andere antiretrovirale Therapie erhalten, können weiterhin opportunistische Infektionen und sonstige Komplikationen einer HIV-Infektion entwickeln
    • deshalb ist weiterhin eine kontinuierliche engmaschige klinische Überwachung durch Ärzte, die in der Behandlung von Patienten mit HIV-assoziierten Erkrankungen erfahren sind, erforderlich
  • gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln
    • das Arzneimittel ist für die Anwendung als vollständiges Regime für die Behandlung der HIV-1-Infektion indiziert und sollte nicht mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln angewendet werden
    • das Arzneimittel sollte nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln angewendet werden, die eine pharmakokinetische Verstärkung mit Ritonavir oder Cobicistat benötigen
    • das Arzneimittel sollte nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln angewendet werden, die Tenofovirdisoproxil (als Fumarat, Phosphat oder Succinat), Lamivudin oder Adefovirdipivoxil enthalten, die für die Behandlung von HBV-Infektionen angewendet werden
  • pädiatrische Patienten (< 3 Jahre)
    • soll nicht bei pädiatrischen Patienten < 3 Jahren angewendet werden