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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene, Jugendliche und Kinder >/= 1 Jahre

  • zur Prämedikation gegebenenfalls auch in Kombination mit einem H2-Rezeptor-Antagonisten zur Vermeidung von Histamin-bedingten klinischen Reaktionen vor der Gabe von radiologischen Kontrastmitteln
  • in der medizinischen Praxis ferner angewendet zur kurzfristigen Akutbehandlung von schweren allergischen Erkrankungen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Ampulle (2 ml Injektionslösung) enthält 2,68 mg Clemastinfumarat, entsprechend 2,0 mg Clemastin

  • Vermeidung von Histamin-bedingten klinischen Reaktionen vor der Gabe von radiologischen Kontrastmitteln; kurzfristige Akutbehandlung von schweren allergischen Erkrankungen
    • Erwachsene
      • 1 Ampulle (2 ml Injektionslösung) als langsame i.v. Gabe unter Kontrolle der Herzfrequenz
    • Kinder >/= 1 Jahr
      • 0,03 mg / kg KG als langsame i.v. Gabe (Injektionsdauer etwa 2 Min.) unter Kontrolle der Herzfrequenz
      • i. d. Regel einmalige Gabe ausreichend
      • korrekte Kinderdosierung s. Gewichtstabelle Fachinformation
    • bei zusätzlicher Anwendung eines H2-Rezeptor-Antagonisten zur Prophylaxe von allergischen Reaktionen vor der Gabe von radiologischen Kontrastmitteln (keine Mischspritze) Gebrauchsinformation des betreffenden Arzneimittels beachten
    • Leber- und Niereninsuffizienz
      • kontraindiziert (keine ausreichenden Daten)
    • Kinder < 1 Jahr
      • kontraindiziert

Kontraindikationen

Clemastin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Clemastin oder andere Antihistaminika mit ähnlicher chemischer Struktur
  • Leber- und Niereninsuffizienz
    • keine ausreichenden Daten bei dieser Patientengruppe vorliegend
  • Porphyrie
  • Kinder (< 1 Jahr)

Nebenwirkungen

Clemastin - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschlag, Atemnot, Schock)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Sedierung
      • Erregungszustände des ZNS (vorwiegend bei Kindern)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Somnolenz
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Mundtrockenheit
      • Übelkeit
      • Gastralgie
      • Obstipation
  • Herzerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Tachykardie
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hautreaktionen

Anwendungshinweise

  • langsame i.v. Injektion unter Kontrolle der Herzfrequenz
    • Injektionsdauer ca. 2 Minuten
  • die Injektionslösung kann mit isotoner Kochsalzlösung oder 5%iger Glucoselösung im Verhältnis von 1:5 verdünnt werden
  • unter Verwendung einer Feindosierungsspritze (Tuberkulinspritze) können kleinere Volumina bis 1 ml adäquat entnommen werden (insbesondere für sehr kleine Volumina empfiehlt sich die Verwendung von Spritzen ohne Totraumvolumen)
  • bei größeren Volumina (ab 1 ml) kann eine 2 ml-Spritze verwendet werden
  • Injektionslösung entweder unverdünnt injizieren oder auf ein Volumen verdünnen, welches problemlos zu injizieren ist
  • Verdünnung insbesondere bei Dosierungen unter 0,5 ml empfohlen (z. B. auf 1 ml in der Tuberkulinspritze)
  • die Verdünnung kann mit isotoner Kochsalzlösung oder 5%iger Glucoselösung erfolgen
  • die intramuskuläre Anwendung steht im Ermessen des behandelnden Arztes, sollte jedoch auf die Fälle beschränkt bleiben, bei denen kein intravenöser Zugang möglich ist
  • nicht intraarteriell verabreichen

Stillzeithinweise

Clemastin - invasiv
  • Clemastin darf in der Stillzeit nur nach strenger Indikationsstellung angewendet werden
    • da Substanzwirkungen auf das gestillte Kind nicht auszuschließen sind
  • Clemastinfumarat wird in die Muttermilch ausgeschieden

Schwangerschaftshinweise

Clemastin - invasiv
  • während der Schwangerschaft soll Clemastin nur nach strenger Indikationsstellung angewendet werden
  • keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vorliegend
  • in tierexperimentellen Studien zeigte Clemastinfumarat keine teratogenen Effekte,
    • jedoch schädliche Auswirkungen auf die postnatale Entwicklung festgestellt

Warnhinweise

Clemastin - invasiv
  • gleichzeitige Einnahme von Makrolid- Antibiotika (z.B. Erythromycin, Clarithromycin) oder Antimykotika vom Azol-Typ (bestimmte Mittel gegen Pilzerkrankungen)
    • sollte unterbleiben
  • besondere Vorsicht und ggf. EKG-Kontrollen, da erhöhtes Risiko für Arrhytmien nicht auszuschließen ist, bei Patienten mit
    • manifesten kardialen Erkrankungen
    • dem angeborenen Long-QT-Syndrom
    • Störungen der Blutelektrolyte
  • Antihistaminika sollten bei folgenden Patienten mit Vorsicht gegeben werden
    • Engwinkelglaukom
    • stenosierendem Magengeschwür
    • pyloroduodenaler Obstruktion
    • symptomatischer Prostatahypertrophie mit Restharnbildung oder Blasenhalsobstruktion