TOREM 200 INFUSIONSLOESUNG

BERLIN-CHEMIE AG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Torasemid →

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N1 5X20 ML 76,99 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Anwendung ausschließlich bei erwachsenen Patienten mit stark verminderter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 20 ml / Min. und/oder Serum-Kreatinin-Konzentration > 6 mg/dl)
    • Aufrechterhaltung einer Rest-Diurese bei schwerer Niereninsuffizienz, wenn Ödeme, Ergüsse und/oder Bluthochdruck bestehen
      • auch unter Dialyse, falls nennenswerte Rest-Diurese vorliegt (> 200 ml / 24 Stunden)
  • Hinweis:
    • nur bei stark eingeschränkter, nicht bei normaler Nierenfunktion verwenden

Dosierung

Basiseinheit: 1 Ampulle (20 ml) enthält 200 mg Torasemid

  • Aufrechterhaltung einer Rest-Diurese bei schwerer Niereninsuffizienz, wenn Ödeme, Ergüsse und/oder Bluthochdruck bestehen
    • Dosierung individuell entsprechend dem Schweregrad der Niereninsuffizienz
    • initial: 5 ml Infusionslösung (50 mg Torasemid) / Tag, über einen Perfusor i.v. applizieren
    • Dosissteigerung bei ungenügender Harnausscheidung:
      • auf 10 - 20 ml Infusionslösung (100 - 200 mg Torasemid) / Tag, über eine Stunde mittels eines Perfusors i.v. applizieren
    • Behandlungsdauer:
      • zur Anschlußbehandlung frühzeitige Umstellung von i.v. auf orale Therapie
      • i.v. Therapie mit Torasemid max. 1 Woche

Dosisanpassung

  • Patienten mit Leberinsuffizienz
    • mit Vorsicht anwenden
    • hepatisches Koma oder Präkoma: kontraindiziert
  • ältere Patienten
    • keine abweichenden Dosierungsempfehlungen
    • ausreichende vergleichende Untersuchungen zwischen älteren und jüngeren Patienten liegen jedoch nicht vor
  • Kinder < 18 Jahre
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen, daher nicht angewenden
  • normale oder nur mäßig eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance > 30 ml / Min. und/oder Serum-Kreatinin-Konzentration < 3,5 mg/dl)
    • kontraindiziert, da Gefahr eines übermäßigen Wasser- und Elektrolytverlustes besteht
  • Kreatinin-Clearance 20 - 30 ml / Min. und/oder Serum-Kreatinin-Konzentration 3,5 - 6 mg/dl
    • keine ausreichenden Therapieerfahrungen, daher nicht anwenden
  • Nierenversagen mit Anurie
    • kontraindiziert
  • Niereninsuffizienz aufgrund nephrotoxischer Substanzen
    • kontraindiziert

Kontraindikationen

Torasemid - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Torasemid oder andere Sulfonylharnstoffe
  • Nierenversagen mit Anurie
  • hepatisches Koma oder Präkoma
  • Hypotonie
  • Hypovolämie
  • Hyponatriämie
  • Hypokaliämie
  • erhebliche Miktionsstörungen (z.B. aufgrund von Prostatahypertrophie)
  • Stillzeit
  • zusätzliche Kontraindikation bei hochdosierter Zubereitung:
    • Anwendung bei normaler oder nur mäßig eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance > 30 ml / Min. und/oder Serum-Kreatinin-Konzentration < 3,5 mg / dl), da die Gefahr eines übermäßigen Wasser- und Elektrolytverlustes besteht

Nebenwirkungen

Torasemid - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • allergische Reaktionen (z.B. Pruritus, Exantheme, Photosensibilität)
      • schwere Hautreaktionen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • akute, eventuell lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktischer Schock) bei intravenöser Gabe
        • erfordern entsprechende Notfallmaßnahmen
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verminderung der Thrombozyten, Erythrozyten und / oder Leukozyten
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anstieg bestimmter Leberenzymkonzentrationen (Gamma-GT) im Blut
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • gastrointestinale Störungen (z.B. Inappetenz, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Obstipation) insbesondere zu Behandlungsbeginn
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Pankreatitis
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erhöhung der Konzentrationen von Kreatinin und Harnstoff im Blut
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • bei Patienten mit Miktionsstörungen (z.B. aufgrund einer Prostatahypertrophie):
        • Harnverhaltung und Überdehnung der Blase aufgrund vermehrter Harnproduktion
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verstärkung einer metabolischen Alkalose
      • Hypokaliämie (bei gleichzeitiger kaliumarmer Ernährung, bei Erbrechen, Durchfall, nach übermäßigem Gebrauch von Abführmitteln sowie bei Patienten mit chronischer Leberfunktionsstörung)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • in Abhängigkeit von Dosierung und Behandlungsdauer: Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes, insbesondere z.B. zu Hypovolämie, Hypokaliämie und / oder Hyponatriämie
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Muskelkrämpfe (insbesondere zu Therapiebeginn)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Parästhesien
  • Augenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Sehstörungen
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Tinnitus
      • Hörverlust
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hämokonzentration, als Folge davon:
        • thromboembolische Komplikationen
        • Verwirrtheitszustände
        • Hypotonie
        • kardiale und zentrale Zirkulationsstörungen (einschließlich Ischämie des Herzens und des Hirns)
          • können z.B. zu Arrhythmien, Angina pectoris, akutem Myokardinfarkt oder Synkopen führen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
      • Müdigkeit
      • Schwäche (insbesondere zu Therapiebeginn)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Xerostomie
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erhöhungen der Konzentration von Harnsäure und Glucose im Blut sowie der Blutfette (Triglyceride, Cholesterin)

Anwendungshinweise

  • Infusionslösung (im Allgemeinen über einen Perfusor) langsam i.v. applizieren
    • nicht intraarteriell appllizieren
    • nur klare Lösungen infundieren
  • Infusionsgeschwindigkeit max. 0,4 ml Infusionslösung / Min. (entsprechend 4 mg Torasemid / Min.)
  • während der Behandlung sorgfältige ärztliche Überwachung des Patienten
  • Arzneimittel nicht verwenden, wenn es mögliche Zeichen eines Verfalls der Lösung (z. B. Schwebstoffe) oder eine Beschädigung der Ampulle aufweist
  • weitere Hinweise zur Handhabung s. Fachinformation
  • nicht verwendete Infusionslösung verwerfen
  • nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln infundieren

Stillzeithinweise

Torasemid - invasiv
  • kontraindiziert während der Stillzeit
  • nicht bekannt, ob Torasemid in die Muttermilch bei Menschen oder Tieren übergeht
  • falls die Anwendung während der Stillzeit unumgänglich ist, muss abgestillt werden

Schwangerschaftshinweise

Torasemid - invasiv
  • Anwendung während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nicht empfohlen
  • bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Torasemid bei Schwangeren vorliegend
  • solange keine weiteren Daten verfügbar sind, darf Torasemid während der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation verabreicht werden
    • dabei darf nur die niedrigste wirksame Dosis eingesetzt werden
  • Diuretika für die routinemäßige Therapie von Hypertonie und Ödemen in der Schwangerschaft nicht geeignet, da sie die Perfusion der Plazenta und damit das intrauterine Wachstum beeinträchtigen können
    • falls Torasemid bei Herz- oder Niereninsuffizienz der Schwangeren verabreicht werden muss, sind Elektrolyte und Hämatokrit sowie das Wachstum des Föten genau zu überwachen
  • tierexperimentelle Studien
    • haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
    • Torasemid war im Tierexperiment plazentagängig
  • Fertilität
    • keine Studien zur Auswirkung von Torasemid auf die menschliche Fertilität durchgeführt
    • in Tierstudien keine Auswirkungen auf die Fertilität beobachtet

Warnhinweise

Torasemid - invasiv
  • Torasemid sollte nicht angewendet werden bei:
    • Gicht
    • kardialen Arrhythmien (z.B. SA-Block, AV Block II. oder III. Grades)
    • krankhaften Veränderungen des Säure-/Basenhaushalts
    • gleichzeitiger Lithium-, Aminoglykosid- oder Cephalosporin-Therapie
    • krankhaften Veränderungen des Blutbildes (z.B. Thrombozytopenie oder Anämie bei Patienten ohne Niereninsuffizienz)
    • Niereninsuffizienz aufgrund nephrotoxischer Substanzen
    • Kindern < 18 Jahren
    • darüber hinaus sollte die hochdosierte Zubereitung bei einer Kreatinin-Clearance zwischen 20 - 30 ml / Min. und/oder Serum-Kreatinin-Konzentration zwischen 3,5 - 6 mg / dl nicht angewendet werden
  • Kontrollen
    • Kohlenhydratstoffwechsel
      • da es zu einem Anstieg der Blutglucose kommen kann, wird eine sorgfältige Kontrolle des Kohlenhydratstoffwechsels bei Patienten mit latentem bzw. manifestem Diabetes mellitus empfohlen
    • Elektrolytverlust und Hämokonzentration
      • besonders zu Beginn der Behandlung und bei älteren Patienten ist auf Anzeichen von Elektrolytverlust und Hämokonzentration zu achten
    • Serum-Kalium
      • bei längerer Therapie mit Torasemid regelmäßige Kontrolle des Elektrolythaushaltes, insbesondere des Serum-Kaliums, durchführen
    • außerdem soll in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden:
      • Glucose
      • Harnsäure
      • Kreatinin
      • Lipide im Blut
      • Blutbild (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten)
  • Doping
    • Anwendung von Torasemid kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
    • gesundheitliche Auswirkungen beim Fehlgebrauch zu Dopingzwecken können nicht abgesehen werden, Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen