TRAMADOL LIBRAPHARM 100MG/ML LSG.Z.EIN.M.DOSIERP

Libra-Pharm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Tramadol →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 50 ML 16,21 €
N3 100 ML 21,84 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Mäßig starke bis starke Schmerzen

Dosierung

Basiseinheit: 20 Tropfen (entsprechend 0,5 ml) der Lösung zum Einnehmen enthalten 50 mg Tramadolhydrochlorid.

  • mäßig starke bis starke Schmerzen
    • Hinweise
      • empfohlene Dosierungen sind Anhaltswerte; bei der Therapie von chronischen Schmerzen ist der Dosierung nach einem festen Zeitplan der Vorzug zu geben
      • Dosierung der Stärke der Schmerzen und der individuellen Empfindlichkeit des Patienten anpassen
      • grundsätzlich kleinste analgetisch wirksame Dosis wählen
    • Erwachsene und Jugendliche (>/= 12 Jahre)
      • Einzeldosis: 20 - 40 Tropfen (entsprechend 50 - 100 mg Tramadolhydrochlorid) / 4 - 6 Stunden
      • Dosiswiederholung von 50 mg Tramadolhydrochlorid, wenn innerhalb 30 - 60 Min. keine ausreichende Schmerzbefreiung eintritt
      • starke Schmerzen (höherer zu erwartender Bedarf)
      • Initialdosis: 100 mg Tramadolhydrochlorid (entsprechend 40 Tropfen)
      • Wirkungsdauer, je nach Schmerzen: 4 - 6 Stunden
      • zur Behandlung starker Schmerzen nach Operationen können im On-Demand-Verfahren in den ersten Stunden auch höhere Dosen erforderlich sein
      • Bedarf über 24 Stunden liegt i. A. nicht höher als bei üblicher Anwendung
      • tägl. Maximaldosis
        • 160 Tropfen (400 mg Tramadolhydrochlorid)
        • Überschreitung nur unter besonderen medizinischen Umständen, z. B. bei Tumorschmerzen oder starken Schmerzen nach Operationen
    • Kinder (1 - 11 Jahre)
      • Einzeldosis: 1 - 2 mg Tramadolhydrochlorid / kg KG
        • 1 Jahr / 10 kg KG: 4 - 8 Tropfen
        • 3 Jahre / 15 kg KG: 6 - 12 Tropfen
        • 6 Jahre / 20 kg KG: 8 - 16 Tropfen
        • 9 Jahre / 30 kg KG: 12 - 24 Tropfen
        • 11 Jahre / 45 kg KG: 18 - 36 Tropfen
      • tägl. Maximaldosis
        • 8 mg Tramadolhydrochlorid / kg KG oder 160 Tropfen (400 mg Tramadolhydrochlorid)
          • kleinere der beiden Dosen verabreichen
    • Behandlungsdauer
      • auf keinen Fall länger als therapeutisch unbedingt notwendig
      • wenn bei entsprechender Art und Schwere der Erkrankung eine länger dauernde Schmerzbehandlung erforderlich erscheint: sorgfältige und regelmäßige Überprüfung der medizinischen Erfordernis (ggfs. durch Einlegen von Anwendungspausen)
    • Behandlungsziele und Beendigung der Behandlung
      • vor Beginn der Behandlung
        • Vereinbarung der Behandlungsstrategie, Behandlungsdauer, Behandlungsziele und des Plans für das Behandlungsende gemeinsam mit dem Patienten und in Übereinstimmung mit den Leitlinien zur Schmerztherapie
      • während der Behandlung
        • häufiger Kontakt zwischen Arzt und Patient, um Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen, die Beendigung der Behandlung in Erwägung zu ziehen und die Dosis bei Bedarf anzupassen
      • schrittweise Reduzierung ratsam, um Entzugserscheinungen zu vermeiden, wenn die Behandlung mit dem Arzneimittel nicht mehr benötigt wird
      • Erwägung von Hyperalgesie, Gewöhnung (Toleranz), Progression der Grunderkrankung bei unzureichender Schmerzkontrolle

Dosisanpassung

  • Kinder (< 1 Jahr)
    • keine Anwendung
  • ältere Patienten (> 75 Jahre)
    • mögliche Verlängerung der Elimination
    • ggf. individuelle Verlängerung des Dosierungsintervalls
  • ältere Patienten (</= 75 Jahre)
    • ohne klinisch manifeste Leber- oder Niereninsuffizienz Dosisanpassung nicht erforderlich
  • Leber- und/oder Niereninsuffizienz/Dialyse
    • aufgrund verlängerter Elimination von Tramadol Verlängerung des Dosierungsintervalls entsprechend dem individuellen Bedarf in Betracht ziehen
    • Tramadolhydrochlorid wird durch Hämodialyse und Hämofiltration in geringem Maße aus dem Serum eliminiert

Kontraindikationen

Tramadol - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Tramadol
  • akute Intoxikationen mit Alkohol, Schlafmitteln, zentral wirksamen Analgetika, Opioiden oder Psychopharmaka
  • Patienten, die Monoaminoxidase (MAO)-Hemmer erhalten oder innerhalb der letzten 14 Tage angewendet haben
  • schwere Leberinsuffizienz
  • Epilepsie, die durch Behandlung nicht ausreichend kontrolliert werden kann
  • Anwendung zur Drogensubstitution bzw. zum Narkotika-Entzug
  • Stillzeit, soweit eine längere Behandlung erforderlich ist

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Tramadol - peroral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • allergische Reaktionen (z.B. Dyspnoe, Bronchospasmus, Giemen, angioneurotisches Ödem)
      • Anaphylaxie, anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktion
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Veränderungen des Appetits, verminderter Appetit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypoglykämie
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Störungen der Kreislaufregulation (Palpitation, Tachykardie)
        • können besonders nach intravenöser Applikation und bei körperlich belasteten Patienten auftreten
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Braydkardie
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Störungen der Kreislaufregulation (orthostatische Hypotonie, Hypotonie, Kreislaufkollaps)
        • können besonders nach intravenöser Applikation und bei körperlich belasteten Patienten auftreten
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Blutdruckanstieg
      • Erröten
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schwindel
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Benommenheit, Schläfrigkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Parästhesien
      • Sinnesstörung
      • Tremor, Zittern
      • epilepsieartige Krämpfe
        • traten hauptsächlich nach der Verabreichung hoher Dosen von Tramadol oder nach gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln, die die Krampfschwelle herabsetzen können, auf
      • unwillkürliche Muskelkontraktionen/Muskelzuckungen
      • psychomotorische Überaktivität
      • Koordinationsstörungen
      • kognitive Störungen
      • eingeschränktes Urteilsvermögen
      • Synkope
      • Sprachstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Serotoninsyndrom
      • Schlafapnoesyndrom
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Halluzinationen
      • Sinnestäuschung
      • Verwirrtheit
      • Schlafstörungen
      • Delirium
      • Affektierbarkeit
      • euphorische Stimmung
      • Dysphorie
      • Dämpfung der Aktivität
      • Arzneimittelabhängigkeit
        • Symptome ähnlich eines Drogenentzugssyndroms wie bei Opiaten, können auftreten:
          • Unruhe, Agitation
          • Angst
          • Nervosität
          • Schlaflosigkeit
          • Hyperkinese
          • Zittern
          • gastrointestinale Symptome
          • zu den anderen Symptomen, die selten beim Absetzen von Tramadol beobachtet wurden, gehören: Panikattacken, schwere Angstzustände, Halluzinationen, Parästhesien, Tinnitus und ungewöhnliche ZNS-Symptome (z. B. Verwirrung, Wahn, Depersonalisation, Derealisation, Paranoia)
      • Angst
      • Albträume
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • psychische Nebenwirkungen können nach Gabe von Tramadol auftreten; können individuell hinsichtlich Stärke und Art schwanken (in Abhängigkeit von der Persönlichkeit des Patienten und der Dauer der Anwendung)
        • Stimmungsveränderungen (meist gehobene, gelegentlich auch gereizte Stimmung)
        • Veränderungen der Aktivität (meist Dämpfung, gelegentlich Steigerung)
        • Veränderungen der kognitiven und sensorischen Leistungsfähigkeit (Veränderung der Sinneswahrnehmung und des Erkennens, was zu Fehlern im Entscheidungsverhalten führen kann)
        • Abhängigkeit
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Miosis
      • Verschwommensehen
      • Mydriasis
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Dyspnoe
      • Verschlechterung eines bestehenden Asthmas
        • Kausalzusammenhang mit Wirkstoff Tramadol konnte jedoch nicht hergestellt werden
      • Atemdepression
        • wenn die empfohlenen Dosen deutlich überschritten werden oder gleichzeitig andere das zentrale Nervensystem dämpfende Substanzen verabreicht werden, kann es zu einer Atemdepression kommen
      • Bronchospasmus
      • pfeifendes Atemgeräusch
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schluckauf
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erbrechen
      • Obstipation
      • Mundtrockenheit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Brechreiz
      • gastrointestinale Irritationen (z.B. Magendrücken, Völlegefühl)
      • Diarrhoe
      • Abdominalunwohlsein
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwitzen, Hyperhidrose
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hautreaktionen (z.B. Jucken, Hautausschlag, Urtikaria)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • angioneurotisches Ödem
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • motorische Schwäche, Muskelschwäche
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Erhöhung der Leberenzymwerte
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Miktionsstörungen (Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Dysurie und Harnretention)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Müdigkeit, Erschöpfung
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Asthenie

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Tropfen mit etwas Flüssigkeit oder auf Zucker, unabhängig von den Mahlzeiten

Stillzeithinweise

Tramadol - peroral
  • kontraindiziert in der Stillzeit, soweit eine längere Behandlung erforderlich ist
  • nach einer einmaligen Gabe von Tramadol im Allgemeinen nicht notwendig, das Stillen zu unterbrechen
  • Tramadol sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden
    • alternativ sollte während der Behandlung mit Tramadol nicht gestillt werden
  • Übergang in die Muttermilch
    • ca. 0,1 % der an der Mutter verabreichten Tramadol-Dosis gehen in die Muttermilch über
    • im Zeitraum unmittelbar nach der Geburt entspricht dies bei einer maternalen oralen Tagesdosis von bis zu 400 mg einer mittleren vom gestillten Säugling aufgenommenen Tramadol-Menge von 3 % der maternalen, an das Körpergewicht angepassten Dosierung

Schwangerschaftshinweise

Tramadol - peroral
  • Tramadol sollte nicht an schwangere Frauen verabreicht werden
    • keine ausreichenden Beweise über die Unbedenklichkeit von Tramadol in der Schwangerschaft
  • 1. Trimenon
    • Einnahme von Tramadol sollte im 1. Trimenon der Schwangerschaft vermieden werden
    • für den Menschen keine ausreichenden Daten zur Beurteilung des Missbildungsrisikos von Tramadol im ersten Trimenon vorliegend
  • 2. Trimenon
    • Vorsicht geboten; jedoch Gabe von Einzeldosen möglich
  • Tramadol überwindet die Plazenta
  • Tramadol beeinflusst (vor oder während der Geburt gegeben) nicht die Kontraktionsfähigkeit des Uterus
    • beim Neugeborenen kann es zu Veränderungen der Atemfrequenz führen, welche aber in der Regel klinisch nicht relevant sind
  • Entzugserscheinungen beim Neugeborenen
    • längere Anwendung von Tramadolhydrochlorid während der Schwangerschaft kann zu einem Neugeborenen-Opioidentzugssyndrom führen
    • wie bei anderen Opioid-Analgetika: eine chronische Anwendung von Tramadol im 1. Trimenon kann bei jeglicher Dosierung zu Entzugserscheinungen beim Neugeborenen führen
  • Atemdepression beim Neugeborenen
    • am Ende der Schwangerschaft können höhere Dosen selbst bei kurzfristiger Anwendung zur Atemdepression beim Neugeborenen führen
  • tierexperimentelle Studien
    • zeigten keine teratogene Wirkung
    • aber in höheren Dosen trat auf Grund einer maternalen Toxizität eine Fötotoxizität auf: Tramadol zeigte bei sehr hohen Dosen Auswirkungen auf die Organentwicklung, das Knochenwachstum und die Sterblichkeitsrate bei Neugeborenen
  • Fertilität
    • Postmarketingbeobachtungen geben keinen Hinweis auf einen Effekt von Tramadol auf die Fertilität
    • tierexperimentelle Studien haben keinen Effekt von Tramadol auf die Fertilität gezeigt

Warnhinweise

Tramadol - peroral
  • Tramadol darf nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden bei
    • Abhängigkeit von Opioiden
    • Kopfverletzungen, Patienten mit Schädelhirntrauma
    • Patienten, die zu Krampfanfällen neigen
    • Gallenwegserkrankungen
    • Schockzustand
    • Bewusstseinsveränderungen unbekannter Genesis
    • Störungen des Atemzentrums oder der Atemfunktion
    • erhöhtem Hirndruck
  • Vorsicht bei Patienten, die auf Opiate empfifndlich reagieren
  • Tramadol nicht empfohlen
    • bei schwerer Ateminsuffizienz
    • bei Patienten mit mäßig schwerer und schwerer Niereninsuffizienz
    • bei Patienten mit mäßig schwerer Leberinsuffizienz
  • nicht zur Opioid-Substitution geeignet
    • Tramadol eignet sich nicht als Ersatzdroge bei Opiat-Abhängigkeit
    • obwohl Tramadol ein Opiat-Agonist ist, kann es Morphinentzugssymptome nicht unterdrücken
  • Krampfanfälle
    • bei Patienten beobachtet, die zu Anfällen neigen bzw. andere, die Krampfschwelle senkende Arzneimittel einnehmen, insbesondere selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, trizyklische Antidepressiva, Antipsychotika, zentral wirksame Analgetika und Lokalanästhetika
    • Patienten, die an einer therapeutisch kontrollierten Epilepsie leiden oder zu Krampfanfällen neigen, sollten nur in zwingenden Ausnahmefällen mit Tramadol behandelt werden
    • Berichte über Krampfanfälle bei Patienten vorliegend, die Tramadol im empfohlenen Dosisbereich erhielten
      • erhöhtes Risiko kann bei Dosierungen bestehen, die über die empfohlene Tageshöchstdosis (400 mg) hinausgehen
  • gleichzeitige Gabe von Opioid-Agonisten-Antagonisten (Nalbuphin, Buprenorphin, Pentazocin)
    • nicht empfohlen
  • Risiken einer gleichzeitigen Anwendung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel
    • gleichzeitige Anwendung von Tramadol und sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen
    • aufgrund dieser Risiken ist die gleichzeitige Verschreibung mit diesen sedierenden Arzneimitteln nur bei den Patienten angebracht, für die es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt
    • wenn dennoch eine gleichzeitige Verschreibung von Tramadol zusammen mit Sedativa für notwendig erachtet wird, sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden und die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein
    • Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung überwacht werden
      • in diesem Zusammenhang dringend empfohlen, Patienten und ihre Bezugspersonen über diese Symptome zu informieren
  • bei Patienten mit Atemdepression, oder wenn gleichzeitig ZNS-dämpfende Arzneimittel verabreicht werden, oder wenn die empfohlene Tageshöchstdosis deutlich überschritten wird,
    • sollte die Behandlung mit Vorsicht durchgeführt werden, da die Möglichkeit einer Atemdepression unter diesen Umständen nicht ausgeschlossen werden kann
  • CYP2D6-vermittelter Metabolismus
    • Tramadol wird durch das Leberenzym CYP2D6 metabolisiert
    • wenn ein Patient einen Mangel an diesem Enzym aufweist bzw. dieses Enzym beim Patienten vollständig fehlt, lässt sich unter Umständen keine ausreichende schmerzlindernde Wirkung erzielen
      • laut Schätzungen weisen bis zu 7 % der kaukasischen Population diesen Mangel auf
    • wenn der Patient jedoch ein ultraschneller Metabolisierer ist, besteht selbst bei häufig verschriebenen Dosen das Risiko für die Entwicklung von Nebenwirkungen einer Opioid-Toxizität
      • allgemeine Symptome einer Opioid-Toxizität sind u.a. Verwirrtheit, Somnolenz, flache Atmung, kleine Pupillen, Übelkeit, Erbrechen, Obstipation und Appetitmangel
      • in schweren Fällen können Symptome einer Kreislauf- und Atemdepression auftreten, die lebensbedrohlich und in sehr seltenen Fällen sogar tödlich sein können
      • Schätzungen der Prävalenz ultraschneller Metabolisierer in unterschiedlichen Populationen
        • Afrikanisch/Äthiopisch: 29 %
        • Afroamerikanisch: 3,4 - 6,5 %
        • Asiatisch: 1,2 - 2 %
        • Kaukasisch: 3,6 - 6,5%
        • Griechisch: 6,0 %
        • Ungarisch: 1,9 %
        • Nordeuropäisch: 1 - 2 %
  • postoperative Anwendung bei Kindern
    • in der veröffentlichten Literatur berichtet, dass postoperativ angewendetes Tramadol bei Kindern nach einer Tonsillektomie und/oder Adenoidektomie wegen obstruktiver Schlafapnoe zu seltenen, aber lebensbedrohlichen unerwünschten Ereignissen geführt hat
    • wenn Tramadol Kindern zur postoperativen Schmerzlinderung verabreicht wird
      • sollte mit extremer Vorsicht vorgegangen werden,
      • sollte eine engmaschige Überwachung auf Symptome einer Opioid-Toxizität, einschließlich Atemdepression, erfolgen
  • Kinder mit eingeschränkter Atemfunktion
    • Tramadol nicht zur Anwendung bei Kindern empfohlen, deren Atemfunktion unter Umständen eingeschränkt ist, einschließlich bei neuromuskulären Störungen, schweren Herz- oder Atemwegserkrankungen, Infektionen der oberen Atemwege oder der Lunge, multiplem Trauma oder extensiven chirurgischen Eingriffen
      • diese Faktoren können zu einer Verschlechterung der Symptome einer Opioid-Toxizität führen
  • schlafbezogene Atmungsstörungen
    • Opioide können schlafbezogene Atmungsstörungen verursachen, darunter zentrale Schlafapnoe (ZSA) und schlafbezogene Hypoxämie
    • Anwendung von Opioiden erhöht das Risiko einer ZSA in Abhängigkeit von der Dosierung
      • bei Patienten mit ZSA Reduzierung der Opioid-Gesamtdosis in Betracht ziehen
  • Beeinflussung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren- oder Gonadenachsen, Nebenniereninsuffizienz
    • Veränderungen, die beobachtet werden können, umfassen eine Zunahme des Serumprolaktins und eine Abnahme des Plasma-Cortisols und des Testosterons
      • klinische Symptome können sich aus diesen hormonellen Veränderungen manifestieren
    • Opioidanalgetika können gelegentlich eine reversible Nebenniereninsuffizienz verursachen, die eine Überwachung und eine Glucocorticoid-Ersatztherapie erfordert
      • zu den Symptomen einer akuten oder chronischen Nebenniereninsuffizienz können z.B. starke Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, niedriger Blutdruck, extreme Müdigkeit, verminderter Appetit und Gewichtsverlust gehören
  • Entzugssymptome, Abhängigkeit
    • es können sich eine Toleranz sowie eine mentale und physische Abhängigkeit entwickeln, und zwar insbesondere nach langfristiger Anwendung
      • Patient kann zunehmend höhere Dosen benötigen, um die Schmerzkontrolle aufrechtzuerhalten
      • Missbrauchspotential besteht
        • Notwendigkeit für eine Fortsetzung der Schmerzbehandlung sollte regelmäßig überprüft werden
        • bei Patienten, die zu Arzneimittelmissbrauch oder Arzneimittelabhängigkeit neigen, daher Behandlung nur kurzfristig und unter strenger ärztlicher Kontrolle durchführen
    • ausschleichendes Absetzen
      • wenn für einen Patienten die Therapie mit Tramadol nicht mehr erforderlich ist, unter Umständen ratsam, die Dosis allmählich auszuschleichen, um Entzugssymptomen vorzubeugen
    • in therapeutischen Dosen kann Tramadol Entzugssymptome verursachen
    • Entzugssymptome sind ähnlich wie bei Opiatentzug und können folgende Formen annehmen
      • Erregung
      • Angstzustände
      • Nervosität
      • Schlaflosigkeit
      • Hyperkinese
      • Tremor
      • gastrointestinale Störungen
  • Atemdepression
    • in empfohlenen Dosierungen unwahrscheinlich, dass Tramadol eine klinisch relevante Atemdepression hervorruft
    • Vorsicht jedoch bei Patienten mit bestehender Atemdepression oder übermäßiger Bronchialsekretion sowie Patienten, die gleichzeitig zentral dämpfende Mittel nehmen
  • Serotoninsyndrom
    • das Serotoninsyndrom, ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand, bei Patienten berichtet, die Tramadol in Kombination mit anderen serotonergen Arzneimitteln oder Tramadol allein erhielten
    • wenn eine gleichzeitige Behandlung mit anderen serotonergen Arzneimitteln klinisch angezeigt ist, sorgfältige Beobachtung des Patienten empfohlen, insbesondere bei Behandlungsbeginn und Dosiserhöhungen
    • Symptome des Serotoninsyndroms umfassen u.a. Veränderungen des Gemütszustandes, autonome Instabilität, neuromuskuläre Auffälligkeiten und/oder gastrointestinale Symptome
    • wenn ein Serotoninsyndrom vermutet wird, sind je nach der Schwere der Symptome eine Dosisverringerung oder das Absetzen der Behandlung in Erwägung zu ziehen
      • Absetzen der serotonergen Arzneimittel führt in der Regel zu einer raschen Besserung