TRAMADOL PANPHARMA 50 mg/1 ml Injektionslösung

Panpharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Tramadol →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 5X1 ML 13,82 €
N2 10X1 ML 16,31 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Mäßig starke bis starke Schmerzen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Ampulle mit 1 ml Injektionslösung enthält 50 mg Tramadolhydrochlorid

  • mäßig starke bis starke Schmerzen
    • allgemein
      • individuell nach Stärke der Schmerzen und Empfindlichkeit des Patienten dosieren
      • möglichst niedrigste zur Schmerzstillung ausreichende Dosis wählen (empfohlene Dosierungen sind Anhaltswerte)
      • Tagesdosen von 400 mg nicht überschreiten, es sei denn, es liegen besondere medizinische Umstände dafür vor
      • Therapie chronischer Schmerzen: bevorzugt Dosierung nach festem Zeitplan
    • Erwachsene und Jugendliche >/= 12 Jahre
      • mäßig starke Schmerzen
        • Einzeldosis: 1 ml Injektionslösung (entsprechend 50 mg Tramadolhydrochlorid)
        • weitere Einzeldosis, wenn innerhalb von 30 - 60 Minuten keine Schmerzbefreiung eintritt
      • starke Schmerzen
        • Einzeldosis: 2 ml Injektionslösung (entsprechend 100 mg Tramadolhydrochlorid)
        • Behandlung starker Schmerzen nach Operationen
          • in den ersten Stunden im On-Demand-Verfahren ggf. höhere Dosen erforderlich
          • Bedarf über 24 Stunden i. A. nicht höher als bei üblicher Gabe
      • Wirkung hält je nach Schmerzen 4 - 8 Stunden an
      • i. A. brauchen Tagesdosen von 400 mg Tramadolhydrochlorid (entsprechend 8 ml Injektionslösung) nicht überschritten zu werden
      • Tumorschmerzen und starke Schmerzen nach Operationen: deutlich höhere Dosen können erforderlich sein; ggf. auf geeignetere Darreichungsformen ausweichen
    • Kinder 1 - 11 Jahre
      • Einzeldosis: 1 - 2 mg Tramadolhydrochlorid / kg KG
      • zur exakteren Dosierung Verdünnung der Injektionslösung mit Aqua ad injectabilia
        • 1 ml Injektionslösung plus 1 ml Aqua ad injectabilia
          • Konzentration: 25,0 mg / ml
        • 1 ml Injektionslösung plus 2 ml Aqua ad injectabilia
          • Konzentration: 16,7 mg / ml
        • 1 ml Injektionslösung plus 3 ml Aqua ad injectabilia
          • Konzentration: 12,5 mg / ml
        • 1 ml Injektionslösung plus 4 ml Aqua ad injectabilia
          • Konzentration: 10,0 mg / ml
        • 1 ml Injektionslösung plus 5 ml Aqua ad injectabilia
          • Konzentration: 8,3 mg / ml
        • 1 ml Injektionslösung plus 6 ml Aqua ad injectabilia
          • Konzentration: 7,1 mg / ml
        • 1 ml Injektionslösung plus 7 ml Aqua ad injectabilia
          • Konzentration: 6,3 mg / ml
        • 1 ml Injektionslösung plus 8 ml Aqua ad injectabilia
          • Konzentration: 5,6 mg / ml
        • 1 ml Injektionslösung plus 9 ml Aqua ad injectabilia
          • Konzentration: 5,0 mg / ml
    • Kinder < 1 Jahr
      • Anwendung nicht vorgesehen
    • Behandlungsdauer
      • nicht länger als therapeutisch unbedingt notwendig
    • Behandlungsziele und Beendigung der Behandlung
      • vor Beginn der Behandlung
        • Behandlungsstrategie, einschließlich Behandlungsdauer und Behandlungszielen sowie ein Plan für das Behandlungsende gemeinsam mit dem Patienten und in Übereinstimmung mit den Leitlinien zur Schmerztherapie vereinbaren
      • während der Behandlung
        • häufiger Kontakt zwischen Arzt und Patient, um die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen, die Beendigung der Behandlung in Erwägung zu ziehen und die Dosis bei Bedarf anzupassen
      • Behandlung mit Tramadolhydrochlorid nicht mehr benötigt
        • Dosis ggf. schrittweise reduzieren, um Entzugserscheinungen zu vermeiden
      • unzureichende Schmerzkontrolle
        • Möglichkeit einer Hyperalgesie, einer Gewöhnung (Toleranz) und einer Progression der Grunderkrankung in Erwägung ziehen

Dosisanpassung

  • geriatrische Patienten
    • </= 75 Jahre
      • keine Dosisanpassung erforderlich (sofern keine klinisch manifeste Leber- oder Niereninsuffizienz vorliegt)
    • > 75 Jahre
      • ggf. Dosierungsintervall entsprechend dem Bedarf des Patienten verlängern (möglicherweise verlängerte Elimination)
  • Leber- und Niereninsuffizienz / Dialyse
    • Verlängerung des Dosierungsintervalls entsprechend dem individuellen Bedarf in Betracht ziehen (verzögerte Elimination)
    • schwere Nieren- und/oder Leberinsuffizienz
      • Anwendung nicht empfohlen
    • Tramadolhydrochlorid wird nur in sehr geringem Maße über Dialyse und Hämofiltration ausgeschieden: anschließende Verabreichung von Tramadol zur Aufrechterhaltung der Schmerzfreiheit i. d. R. nicht notwendig

Kontraindikationen

Tramadol - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Tramadol
  • akute Alkohol-, Schlafmittel-, Analgetika-, Opioid- oder Psychopharmakavergiftungen
  • Patienten, die MAO-Hemmer erhalten oder innerhalb der letzten 14 Tage angewendet haben
  • Patienten, deren Epilepsie durch Behandlung nicht ausreichend kontrolliert werden kann
  • Anwendung zur Drogensubstitution

Therapiehinweise

Ausschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Tramadol - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystem
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • allergische Reaktionen (z.B. Dyspnoe, Bronchospasmus, Giemen, angioneurotisches Ödem)
      • Anaphylaxie
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Beeinflussung der Kreislaufregulation (Herzklopfen, Tachykardie)
        • insbesondere bei intravenöser Applikation und bei Patienten, die körperlich belastet werden
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Braydkardie
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Beeinflussung der Kreislaufregulation (othostatische Hypotonie oder Kreislaufkollaps)
        • insbesondere bei intravenöser Applikation und bei Patienten, die körperlich belastet werden
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • erhöhter Blutdruck
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schwindel
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerz
      • Benommenheit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Parästhesien
      • Tremor
      • unwillkürliche Muskelzuckungen
      • Koordinationsstörungen
      • Synkope
      • Sprachstörungen
      • Krampfanfälle
        • traten überwiegend nach hoher Tramadol- Dosierung auf oder nach gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die die Krampfschwelle erniedrigen können oder welche selbst krampfauslösend wirken können
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Serotoninsyndrom
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Halluzinationen
      • Verwirrtheit
      • Schlafstörungen
      • Delirium
      • Ängstlichkeit
      • Albträume
      • verschiedenartige psychische Nebenwirkungen, die hinsichtlich Stärke und Art individuell unterschiedlich ausgeprägt sind (je nach Persönlichkeit und Medikationsdauer), z.B.
        • Stimmungsveränderungen (meist euphorische Stimmung, gelegentlich Dysphorie)
        • Veränderungen der Aktivität (meist Dämpfung, gelegentlich Steigerung)
        • Veränderungen der kognitiven und sensorischen Leistungsfähigkeit (z.B. Entscheidungsverhalten, Wahrnehmungsstörungen)
      • Arzneimittelabhängigkeit; mit folgenden möglichen Symptomen ähnlich eines Drogenentzugssyndroms wie bei Opiaten
        • Agitation
        • Ängstlichkeit
        • Nervosität
        • Schlafstörungen
        • Hyperkinesie
        • Tremor
        • gastrointestinale Symptome
        • zu den weiteren Symptomen, die beim Absetzen von Tramadol in sehr seltenen Fällen beobachtet wurden, gehören:
          • Panikanfälle,
          • starke Ängstlichkeit
          • Halluzinationen
          • Parästhesien
          • Tinnitus
          • ungewöhnliche ZNS-Symptome (z.B. Verwirrung, Wahn, Depersonalisation, Derealisation, Paranoia)
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Appetitveränderungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypoglykämie
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Miosis
      • verschwommene Sicht
      • Mydriasis
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Atemdepression
        • bei erheblicher Überschreitung der empfohlenen Dosierungen und bei gleichzeitiger Anwendung von anderen zentraldämpfenden Substanzen kann eine Atemdepression auftreten
      • Dyspnoe
      • Verschlimmerung von Asthma
        • Kausalzusammenhang konnte jedoch nicht hergestellt werden
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schluckauf
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erbrechen
      • Obstipation
      • Mundtrockenheit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Brechreiz
      • Diarrhoe
      • gastrointestinale Beschwerden (z.B. Magendruck, Völlegefühl)
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Leberenzymwerterhöhungen
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Miktionsstörungen (Dysurie und Harnverhalt)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperhidrose
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hautreaktionen (z.B. Juckreiz, Hautrötung, Urtikaria)
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • motorische Schwäche
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erschöpfung

Anwendungshinweise

  • intravenöse (i.v.), intramuskuläre (i.m.) oder subkutane (s.c.) Injektion
    • i.v. Gabe: langsam mit 1 ml Injektionslösung (entsprechend 50 mg Tramadolhydrochlorid) / Minute
  • Infusion nach Verdünnung mit max. 500 ml (für Erwachsene)
  • geeignete Verdünnungslösungen s. Fachinformation
  • weitere Hinweise siehe Fachinformation

Stillzeithinweise

Tramadol - invasiv
  • Tramadol sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden
    • alternativ sollte während der Behandlung mit Tramadol nicht gestillt werden
  • nach einer einmaligen Gabe von Tramadol im Allgemeinen nicht notwendig, das Stillen zu unterbrechen
  • ca. 0,1 % der an der Mutter verabreichten Tramadol-Dosis gehen in die Muttermilch über
    • im Zeitraum unmittelbar nach der Geburt entspricht dies bei einer maternalen oralen Tagesdosis von bis zu 400 mg einer mittleren vom gestillten Säugling aufgenommenen Tramadol-Menge von 3 % der maternalen, an das Körpergewicht angepassten Dosierung

Schwangerschaftshinweise

Tramadol - invasiv
  • Tramadol sollte nicht an schwangere Frauen verabreicht werden
    • keine ausreichenden Beweise über die Unbedenklichkeit von Tramadol in der Schwangerschaft beim Menschen vorliegend
  • Tramadol überwindet die Plazenta
  • Geburtsvorgang
    • Tramadol beeinflusst, vor oder während der Geburt gegeben, nicht die Kontraktionsfähigkeit des Uterus
    • beim Neugeborenen kann es zu Veränderungen der Atemfrequenz führen, welche aber in der Regel klinisch nicht relevant sind
  • beim Neugeborenen kann es zu Veränderungen der Atemfrequenz führen, welche aber in der Regel klinisch nicht relevant sind
  • dauerhafte Anwendung während der Schwangerschaft kann zu Entzugssymptomen beim Neugeborenen führen
  • tierexperimentelle Studien
    • zeigten bei sehr hohen Dosen Auswirkungen auf die Organentwicklung, das Knochenwachstum und die Sterblichkeitsrate bei Ratten und Kaninchen
    • teratogene Wirkungen nicht beobachtet
  • Fertilität
    • Postmarketingbeobachtungen geben keinen Hinweis auf einen Effekt von Tramadol auf die Fertilität
    • tierexperimentelle Studien haben keinen Effekt von Tramadol auf die Fertilität gezeigt

Warnhinweise

Tramadol - invasiv
  • Tramadol darf nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden bei:
    • Abhängigkeit von Opioiden
    • Kopfverletzungen
    • Schock
    • Bewusstseinsstörungen unklarer Genese
    • Störungen des Atemzentrums oder der Atemfunktion
    • Zuständen mit erhöhtem Hirndruck
    • Patienten, die auf Opiate empfindlich reagieren
  • gleichzeitige Anwendung von Tramadol und sedierenden Arzneimitteln, wie Benzodiazepinen oder ähnlichen Substanzen kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen
    • aufgrund dieser Risiken gleichzeitige Verordnung mit diesen sedierenden Arzneimitteln nur bei Patienten angebracht, für die keine alternative Behandlungsmöglichkeiten bestehen
    • wenn dennoch eine gleichzeitige Behandlung von Tramadol zusammen mit sedierenden Arzneimitteln für notwendig erachtet wird, sollte eine Dosisreduktion der Arzneimittel in Betracht gezogen werden und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich sein
    • Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression oder Sedierung überwacht werden
      • in diesem Zusammenhang dringend empfohlen Patienten und ihre Bezugspersonen zu informieren, auf diese Symptome zu achten
  • Patienten mit Atemdepression, oder wenn gleichzeitig ZNS-dämpfende Arzneimittel verabreicht werden, oder wenn die empfohlene Tageshöchstdosis deutlich überschritten wird
    • Behandlung sollte mit Vorsicht durchgeführt werden, da die Möglichkeit einer Atemdepression unter diesen Umständen nicht ausgeschlossen werden kann
  • schlafbezogene Atmungsstörungen
    • Opioide können schlafbezogene Atmungsstörungen verursachen, darunter zentrale Schlafapnoe (ZSA) und schlafbezogene Hypoxämie
    • Anwendung von Opioiden erhöht das Risiko einer ZSA in Abhängigkeit von der Dosierung
      • bei Patienten mit ZSA Reduzierung der Opioid-Gesamtdosis in Betracht ziehen
  • Krampfanfälle
    • bei der Einnahme von Tramadol in der empfohlenen Dosierung über Krampfanfälle berichtet worden
      • erhöhtes Risiko kann bei der Gabe von Dosierungen bestehen, die über die empfohlene Tageshöchstdosis (400 mg) hinausgehen
    • bei gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln, die die Krampfschwelle herabsetzen, kann Tramadol das Risiko von Krampfanfällen erhöhen
    • Patienten, die an Epilepsie leiden oder zu Krampfanfällen neigen sollten nur in zwingenden Ausnahmefällen mit Tramadol behandelt werden
  • Serotoninsyndrom
    • über ein Serotoninsyndrom, einen potenziell lebensbedrohlichen Zustand, bei Patienten berichtet, die Tramadol in Kombination mit anderen serotonergen Arzneimitteln oder Tramadol allein erhielten
    • wenn eine gleichzeitige Behandlung mit anderen serotonergen Arzneimitteln klinisch angezeigt ist, sorgfältige Beobachtung des Patienten empfohlen, insbesondere bei Behandlungsbeginn und Dosiserhöhungen
    • Symptome des Serotoninsyndroms umfassen unter anderem Veränderungen des Gemütszustandes, autonome Instabilität, neuromuskuläre Auffälligkeiten und/oder gastrointestinale Symptome
    • wenn ein Serotoninsyndrom vermutet wird, sind je nach der Schwere der Symptome eine Dosisverringerung oder das Absetzen der Behandlung in Erwägung zu ziehen
      • Absetzen der serotonergen Arzneimittel führt in der Regel zu einer raschen Besserung
  • CYP2D6-vermittelter Metabolismus
    • Tramadol wird durch das Leberenzym CYP2D6 metabolisiert
    • wenn ein Patient einen Mangel an diesem Enzym aufweist bzw. dieses Enzym beim Patienten vollständig fehlt
      • lässt sich unter Umständen keine ausreichende schmerzlindernde Wirkung erzielen
      • laut Schätzungen weisen bis zu 7 % der kaukasischen Population diesen Mangel auf
    • wenn der Patient jedoch ein ultraschneller Metabolisierer ist
      • besteht selbst bei häufig verschriebenen Dosen das Risiko für die Entwicklung von Nebenwirkungen einer Opioid-Toxizität
      • allgemeine Symptome einer Opioid-Toxizität sind u.a.
        • Verwirrtheit
        • Somnolenz
        • flache Atmung
        • kleine Pupillen
        • Übelkeit
        • Erbrechen
        • Obstipation
        • Appetitmangel
        • in schweren Fällen können Symptome einer Kreislauf- und Atemdepression auftreten, die lebensbedrohlich und in sehr seltenen Fällen sogar tödlich sein können
    • Schätzungen der Prävalenz ultraschneller Metabolisierer in unterschiedlichen Populationen sind nachstehend zusammengefasst:
      • Afrikanisch/Äthiopisch: 29 %
      • Afroamerikanisch; 3,4 % - 6,5 %
      • Asiatisch: 1,2 % - 2 %
      • Kaukasisch: 3,6 % - 6,5 %
      • Griechisch: 6,0 %
      • Ungarisch: 1,9 %
      • Nordeuropäisch: 1 % - 2 %
  • Postoperative Anwendung bei Kindern
    • in der veröffentlichten Literatur berichtet, dass postoperativ angewendetes Tramadol bei Kindern nach einer Tonsillektomie und/oder Adenoidektomie wegen obstruktiver Schlafapnoe zu seltenen, aber lebensbedrohlichen unerwünschten Ereignissen geführt hat
    • wenn Tramadol Kindern zur postoperativen Schmerzlinderung verabreicht wird
      • sollte mit extremer Vorsicht vorgegangen werden
      • und es sollte eine engmaschige Überwachung auf Symptome einer Opioid-Toxizität, einschließlich Atemdepression, erfolgen
  • Kinder mit eingeschränkter Atemfunktion
    • Tramadol nicht zur Anwendung bei Kindern empfohlen, deren Atemfunktion unter Umständen eingeschränkt ist, einschließlich bei neuromuskulären Störungen, schweren Herz- oder Atemwegserkrankungen, Infektionen der oberen Atemwege oder der Lunge, multiplem Trauma oder extensiven chirurgischen Eingriffen
      • diese Faktoren können zu einer Verschlechterung der Symptome einer Opioid-Toxizität führen
  • Nebenniereninsuffizienz
    • Opioidanalgetika können gelegentlich eine reversible Nebenniereninsuffizienz verursachen, die eine Überwachung und eine Glucocorticoid-Ersatztherapie erfordern
    • zu den Symptomen einer akuten oder chronischen Nebenniereninsuffizienz können z. B. starke Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, niedriger Blutdruck, extreme Müdigkeit, verminderter Appetit und Gewichtsverlust gehören
  • Toleranz, Abhängigkeit
    • es können sich eine Toleranz, sowie eine mentale und physische Abhängigkeit entwickeln
      • insbesondere nach langfristiger Anwendung
    • Patienten, die zu Missbrauch oder Abhängigkeit von Arzneimitteln neigen
      • Behandlung mit Tramadol nur kurzzeitig und unter strengster ärztlicher Kontrolle durchführen
  • ausschleichende Dosierung
    • wenn für einen Patienten die Therapie mit Tramadol nicht mehr erforderlich ist, unter Umständen ratsam, die Dosis allmählich auszuschleichen, um Entzugssymptomen vorzubeugen
  • Tramadol eignet sich nicht als Ersatzdroge bei Opiat-Abhängigkeit
    • obwohl Tramadol ein Opiat-Agonist ist, kann es Morphinentzugssymptome nicht unterdrücken