Tranexamsäure Kabi 10 mg/ml Infusionslösung

Fresenius Kabi Deutschland GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Tranexamsäure →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 10X50 ML 51,59 €
N2 10X100 ML 113,61 €

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Fachinformationen

Indikation

Kinder (>/= 1 Jahr) und Erwachsene

  • Prophylaxe und Behandlung von Blutungen aufgrund einer lokalen oder generalisierten Fibrinolyse
  • Die genauen Anwendungsgebiete umfassen:
    • Blutungen aufgrund einer lokalen oder generalisierten Fibrinolyse, wie z. B.:
      • Menorrhagie und Metrorrhagie
      • gastrointestinale Blutungen
      • Blutungen bei Harnwegserkrankungen, nach Prostataoperationen oder Operationen am Harntrakt
    • Hals-, Nasen-, Ohrenoperationen (Adenotomie, Tonsillektomie, Zahnextraktionen)
    • gynäkologische Operationen oder geburtshilfliche Blutungen
    • Operationen am Thorax und Bauchraum sowie andere größere chirurgische Eingriffe wie z. B. kardiovaskuläre Operationen
    • Blutungen unter fibrinolytischer Therapie.

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 10 mg Tranexamsäure / jede Flasche mit 50 ml Infusionslösung enthält 500 mg Tranexamsäure / jede Flasche mit 100 ml Infusionslösung enthält 1.000 mg Tranexamsäure.

  • Erwachsene
    • Standarddosierung bei lokaler Fibrinolyse
      • 0,5 - 1 g Tranexamsäure 2 - 3mal / Tag als langsame i.v. Injektion oder Infusion (10 ml / Min.)
    • Standardtherapie bei generalisierter Fibrinolyse
      • 1 g Tranexamsäure / 6 - 8 Stunden (entsprechend 15 mg Tranexamsäure / kg KG) als langsame i.v. Injektion oder Infusion (10 ml / Minute)
    • Eingeschränkte Nierenfunktion
      • Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung
        • Anwendung kontraindiziert
        • Gefahr einer Kumulation bei Niereninsuffizienz
      • Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion
        • Dosierung der Tranexamsäure in Abhängigkeit vom Serumkreatininspiegel reduzieren
          • Serum-Kreatinin 120 - 249 µmol / l (entsprechend 1,35 - 2,82 mg / dl)
            • 10 mg Tranexamsäure / kg KG i.v. / 12 Stunden
          • Serum-Kreatinin 250 - 500 µmol / l (entsprechend 2,82 - 5,65 mg / dl)
            • 10 mg Tranexamsäure / kg KG i.v. / 24 Stunden
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • keine Dosisanpassung nötig
    • Kinder und Jugendliche
      • für die derzeit zugelassenen, in Kategorei "Indikation" aufgeführten Indikationen liegt die Dosierung für Kinder ab 1 Jahr im Bereich von 20 mg Tranexamsäure/kg KG / Tag
      • für diese Indikationen nur begrenzt Daten zur Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit verfügbar
      • die Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit von Tranexamsäure bei Herzoperationen an Kindern wurden noch nicht umfassend geklärt.
    • ältere Patienten
      • außer bei Hinweis auf eine eingeschränkte Nierenfunktion keine Dosisreduktion nötig

Kontraindikationen

Tranexamsäure - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Tranexamsäure
  • Akute venöse oder arterielle Thrombosen
  • Hyperfibrinolytische Zustände infolge einer Verbrauchskoagulopathie, außer Fälle, bei denen eine vorherrschende Aktivierung des fibrinolytischen Systems mit akuten schweren Blutungen vorliegt
  • Schwere Nierenfunktionsstörung (Kumulationsgefahr)
  • Krampfanfälle in der Anamnese
  • Intrathekale, epidurale und intraventrikuläre Injektion sowie intrazerebrale Applikation (Gefahr von zerebralen Ödemen und Krampfanfällen sowie Tod)

Nebenwirkungen

Tranexamsäure - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeitsreaktion einschl. Anaphylaxie
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Dermatitis
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhoe
      • Erbrechen
      • Übelkeit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Krampfanfälle, insbesondere bei inkorrekter Anwendung
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Sehstörungen einschließlich Störungen des Farbensehens
  • Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Unwohlsein mit Hypotonie, mit oder ohne Bewusstlosigkeit (im Allgemeinen nach einer zu schnellen i.v.-Injektion, in Ausnahmefällen auch nach oraler Gabe)
      • arterielle oder venöse Thrombosen, die an verschiedenen Körperstellen auftreten können

Anwendungshinweise

  • ausschließlich zur intravenösen Anwendung
  • Anwendung ausschließlich auf eine langsame intravenöse Infusion von maximal 10 ml pro Minute beschränkt
  • Tranexamsäure darf nicht intrathekal oder epidural angewendet werden
  • um das Risiko tödlicher Medikationsfehler aufgrund einer falschen Art der Anwendung zur vermeiden: Spritzen, die Tranexamsäure enthalten, unbedingt kennzeichnen

Stillzeithinweise

Tranexamsäure - invasiv
  • Stillen nicht empfohlen
    • aufgrund der begrenzten Datenlage kann die Anwendung von Tranexamsäure während der Stillzeit nicht abschließend beurteilt werden
    • entwicklungs- und gesundheitsfördernde Wirkung des Stillens sollte zusammen mit dem klinischen Bedarf der Mutter an einer Behandlung mit Tranexamsäure und möglichen nachteiligen Auswirkungen der Tranexamsäure oder der mütterlichen Grunderkrankung auf das gestillte Kind berücksichtigt werden
  • Übergang in die Muttermilch
    • in der veröffentlichten Literatur wird über das Vorhandensein von Tranexamsäure in der Muttermilch berichtet
  • begrenzte Daten über die Auswirkungen von Tranexamsäure auf das gestillte Kind oder auf die Milchproduktion vorliegend

Schwangerschaftshinweise

Tranexamsäure - invasiv
  • Tranexamsäure sollte während der gesamten Schwangerschaft nur dann angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen das mögliche Risiko rechtfertigt
    • bei Entscheidungen über die Anwendung von Tranexamsäure während der Schwangerschaft sollte immer das potenzielle Risiko der Verabreichung von Tranexamsäure für den Fötus im Vergleich zur klinischen Notwendigkeit der Verwendung von Tranexamsäure für die Mutter berücksichtigt werden
      • exakte Nutzen-Risiko-Bewertung sollte die Entscheidung des behandelnden Arztes bestimmen
    • Tranexamsäure wird als Vorsichtsmaßnahme im 1. Schwangerschaftstrimenon nicht empfohlen
  • 2. und 3. Trimenon
    • verfügbare Daten aus veröffentlichten Studien, Fallserien und Fallberichten über die Anwendung von Tranexamsäure bei schwangeren Frauen im 2. und 3. Schwangerschaftstrimenon und zum Zeitpunkt der Entbindung geben keinen Aufschluss darüber, ob ein arzneimittelassoziiertes Risiko für Fehlgeburten oder einen ungünstigen Verlauf bei Mutter oder Fötus besteht
  • 1. Trimenon
    • es sind Fälle von Strukturanomalien des Fötus bekannt, die nach der Verabreichung von Tranexamsäure an die Mutter während der Empfängnis oder im 1. Schwangerschaftstrimenon zum Tod des Neugeborenen führten
  • aufgrund anderer Störfaktoren ist das Risiko schwerer Geburtsfehler bei der Anwendung von Tranexamsäure während der Schwangerschaft nicht geklärt
  • Tranexamsäure passiert die Plazenta
    • Konzentration im Nabelschnurblut nach einer intravenösen Injektion von 10 mg/kg bei schwangeren Frauen ist mit etwa 30 mg/l genauso hoch wie im mütterlichen Blut
  • in 13 klinischen Studien wurden folgende fötale und / oder neonatale Funktionsstörungen beschrieben wie
    • niedriger Apgar-Score
    • neonatale Sepsis oder Kephalhämatom
  • in 9 klinischen Studien wurden Veränderungen des Wachstums diskutiert, einschließlich
    • niedrigem Geburtsgewichts
    • Frühgeburt in der 22 bis 36 Schwangerschaftswoche bei Föten und Säuglingen, die in utero Tranexamsäure ausgesetzt waren
  • tierexperimentelle Studien
    • kein Hinweis auf teratogene Wirkung
    • dennoch als Vorsichtsmaßnahme im 1. Schwangerschaftstrimenon nicht empfohlen
    • lassen auf keine unmittelbaren oder mittelbaren schädigenden Wirkungen in Bezug auf die Reproduktionstoxizität schließen
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • müssen während der Behandlung zuverlässige Verhütungsmethode anwenden
  • Fertilität
    • keine klinischen Daten zum Einfluss von Tranexamsäure auf die Fruchtbarkeit vorliegend
    • in tierexperimentellen Studien
      • hatte Tranexamsäure in klinisch relevanter Dosierung keine Auswirkungen auf die männliche oder weibliche Fertilität

Warnhinweise

Tranexamsäure - invasiv
  • Indikationen und Art der Anwendung sind strikt einzuhalten
    • Intravenöse Injektionen müssen sehr langsam verabreicht werden
    • Intravenöse Infusionen müssen sehr langsam verabreicht werden (max. 10 ml / Minute)
    • Infusionen müssen sehr langsam verabreicht werden (Infusion nicht bei allen Präparaten möglich, siehe entsprechende Fachinformation)
    • Tranexamsäure darf nicht intramuskulär angewendet werden
  • Risiko von Medikationsfehlern aufgrund einer falschen Art der Anwendung
    • nur zur intravenösen Anwendung bestimmt
      • intrathekale, epidurale, intraventrikuläre und intrazerebrale Anwendung ist kontraindiziert
    • es wurde über schwerwiegende unerwünschte Wirkungen, einschließlich tödlicher Ereignisse, berichtet, wenn Tranexamsäure versehentlich intrathekal verabreicht wurde
      • zu diesen Ereignissen gehörten
        • schwere Rücken- und Glutealschmerzen
        • Schmerzen in den unteren Gliedmaßen
        • Myoklonien und generalisierte Krampfanfälle
        • Herzrhythmusstörungen
    • es sollte sehr sorgfältig darauf geachtet werden, dass Tranexamsäure korrekt angewendet wird
    • medizinisches Fachpersonal sollte sich der Verwechslungsgefahr von Tranexamsäure mit anderen zur Injektion bestimmten Arzneimitteln bewusst sein, die zu einer versehentlichen intrathekalen Verabreichung von Tranexamsäure führen könnte
      • dazu gehören insbesondere intrathekal injizierte Arzneimittel, die während desselben Verfahrens wie Tranexamsäure verwendet werden könnten
    • Spritzen, die Tranexamsäure enthalten, sollten deutlich mit dem Hinweis auf eine intravenöse Verabreichung gekennzeichnet sein
  • Krampfanfälle
    • Krampfanfälle im Zusammenhang mit Tranexamsäuretherapie beobachtet
    • in der Koronararterien-Bypass-Chirurgie (CABG) die meisten dieser Fälle nach einer i.v-Injektion von Tranexamsäure (TXA) in hohen Dosen
    • bei der Anwendung der empfohlenen niedrigeren Dosen von TXA traten postoperative Krampfanfälle genauso häufig wie bei unbehandelten Patienten auf
  • Sehstörungen
    • auf das mögliche Auftreten von Sehstörungen achten, einschließlich eingeschränktes Sehvermögen, verschwommenes Sehen, Störungen des Farbensehens
      • falls erforderlich sollte die Therapie abgebrochen werden
    • bei kontinuierlicher Langzeitanwendung von TXA sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen indiziert (Augenuntersuchungen einschließlich Sehschärfe, Farbensehen, Augenhintergrund, Gesichtsfeld etc.)
    • bei pathologischen Augenveränderungen, insbesondere bei Erkrankungen der Netzhaut, muss der behandelnde Arzt die Entscheidung über eine Langzeitanwendung von TXA nach Hinzuziehen eines Spezialisten in jedem Einzelfall fällen
  • Hämaturie
    • Gefahr einer Urethraobstruktion bei einer Hämaturie aus dem oberen Harntrakt
    • unbehandelt kann eine Harnwegsobstruktion zu schwerwiegenden Folgen wie Niereninsuffizienz, Harnwegsinfektion, Hydronephrose und Anurie führen
    • daher wird eine engmaschige Überwachung für Patienten mit Hämaturie oder Risiko einer Hämaturie aus den oberen Harnwegen empfohlen
  • Thromboembolische Ereignisse
    • vor der Anwendung von TXA sollte der Patient auf Risikofaktoren thromboembolischer Erkrankungen untersucht werden
    • Patienten, die thromboembolische Erkrankungen in der Anamnese aufweisen oder bei denen familienanamnestisch eine auffällige Häufung an thromboembolischen Ereignissen ermittelt wird (thrombophile Hochrisikopatienten)
      • TXA darf nur bei strenger Indikationsstellung nach Rücksprache mit einem hämostaseologisch erfahrenen Arzt und unter engmaschiger medizinischer Überwachung angewendet werden
    • Patienten, die orale Kontrazeptiva einnehmen
      • TXA sollte bei diesen Patienten aufgrund des erhöhten Thromboserisikos mit Vorsicht angewendet werden
  • DisseminierteDisseminierte intravasale Koagulopathie
    • Patienten mit disseminierterdisseminierter intravasaler Koagulopathie (DIC) sollten üblicherweise nicht mit Tranexamsäure behandelt werden
      • falls Tranexamsäure dennoch angewendet wird, dann nur bei solchen Patienten, bei denen eine Aktivierung des fibrinolytischen Systems überwiegt und akute schwere Blutungen vorliegen
      • charakteristischerweise ergibt sich folgendes hämatologische Profil
        • verkürzte Euglobulin-Lysezeit
        • verlängerte Prothrombinzeit
        • verringerte Plasmaspiegel von Fibrinogen, Faktor V und VIII, Plasminogen, Fibrinolysin und Alpha-2-Makroglobulin
        • normale Plasmaspiegel von P und P-Komplex, d. h. von Faktor II (Prothrombin), VIII und X
        • erhöhte Plasmaspiegel von Fibrinogen-Abbauprodukten
        • normale Thrombozytenzahl
      • hierbei wird davon ausgegangen, dass die zugrunde liegende Erkrankung selbst die verschiedenen Komponenten dieses Profils nicht beeinflusst
      • in diesen akuten Fällen reicht Einzeldosis von 1 g Tranexamsäure oft aus, um die Blutung zu kontrollieren
    • bei disseminierterdisseminierter intravasaler Koagulopathie sollte die Gabe von Tranexamsäure nur dann erwogen werden, wenn geeignete hämatologische Laborkapazitäten und Kenntnisse vorliegen