Tranexamsäure Tillomed 500 mg Filmtabletten
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 20 ST | 24,74 € |
| N2 | 50 ST | 44,09 € |
| N3 | 100 ST | 63,55 € |
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Indikation
- kurzzeitige Anwendung bei Hämorrhagie bzw. Risiko einer Hämorrhagie bei erhöhter Fibrinolyse bzw. Fibrinogenolyse
- lokale Fibrinolyse bei Folgendem
- Prostatektomie und Blasenoperation
- Menorrhagie
- schwere Epitaxis
- Konisation der Zervix
- Verhinderung von rezidivierender Hämorrhagie bei traumatischem Hyphäma
- hereditäres Angioödem
- Management von Zahnextraktion bei Personen mit Hämophilie
Dosierung
- lokale Fibrinolyse
- empfohlene Standarddosierung: 2 - 3 Tabletten (15 - 25 mg / kg KG) 2 - 3mal / Tag
- Prostatektomie
- Beginn der Vorbeugung und Behandlung von Hämorrhagie bei Hochrisikopatienten prä- bzw. postoperativ als Injektion
- danach: 2 Tabletten 3 - 4mal / Tag
- Behandlungsdauer
- bis keine makroskopische Hämaturie mehr vorhanden ist
- Menorrhagie
- 2 Tabletten 3mal / Tag
- bei starker Regelblutung Dosiserhöhung möglich
- Gesamtdosis: max. 8 Tabletten (4 g) / Tag
- Beginn der Behandlung nicht vor Einsetzen der Regelblutung
- Behandlungsdauer
- solange wie nötig
- max. 4 Tage
- schwere Epitaxis
- wenn eine rezidivierende Blutung zu erwarten ist
- 2 Tabletten 3mal / Tag
- Behandlungsdauer
- 7 Tage
- wenn eine rezidivierende Blutung zu erwarten ist
- Konisation der Zervix
- 3 Tabletten 3mal / Tag
- Behandlungsdauer
- 12 - 14 Tage
- Verhinderung von rezidivierender Hämorrhagie bei traumatischem Hyphäma
- 2 - 3 Tabletten 3mal / Tag
- Dosis ausgehend von 25 mg / kg KG 3mal / Tag
- Behandlungsdauer
- 7 Tage
- Hereditäres Angioödem
- Patienten, die sich des Beginns der Erkrankung bewusst sind
- intermittierend 2 - 3 Tabletten 2 - 3mal / Tag
- Behandlungsdauer
- einige Tage
- andere Patienten
- 2 - 3 Tabletten 2 - 3mal / Tag
- Behandlungsdauer
- Dauertherapie
- Patienten, die sich des Beginns der Erkrankung bewusst sind
- Hämophilie
- Vorbeugung und Behandlung von Hämorrhagie beim Management von Zahnextraktionen
- 2 - 3 Tabletten / 8 Stunden
- Dosis ausgehend von 25 mg / kg KG
- Behandlungsdauer
- 6 - 8 Tage
- Vorbeugung und Behandlung von Hämorrhagie beim Management von Zahnextraktionen
Dosisanpassung
- eingeschränkte Nierenfunktion
- Serumkreatinin 120 - 249 µmol / l, bzw. 1,35 - 2,82 mg / 100ml
- 15 mg / kg KG / 12 Stunden
- Serumkreatinin 250 - 500 µmol / l, bzw. 2,82 - 5,65 mg / 100 ml
- 15 mg / kg KG / 24 Stunden
- Serumkreatinin > 500 µmol / l
- Anwendung kontraindiziert (Kumulationsgefahr)
- Serumkreatinin 120 - 249 µmol / l, bzw. 1,35 - 2,82 mg / 100ml
- Kinder und Jugendliche
- Dosisberechnung je nach KG ausgehend von 25 mg / kg KG / Dosis
- nur begrenzte Daten zur Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit verfügbar
- ältere Patienten
- keine Dosisreduktion erforderlich (außer bei Hinweis auf eine eingeschränkte Nierenfunktion)
Kontraindikationen
Tranexamsäure - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Tranexamsäure
- Akute Thrombosen oder thromboembolische Erkrankungen, wie z.B.
- tiefe Beinvenenthrombose
- Lungenembolie
- Hirnvenenthrombose
- Zustand nach einer venösen oder arteriellen Thrombose in der Anamnese
- Hyperfibrinolytische Zustände im Rahmen einer Verbrauchskoagulopathie
- Schwere Niereninsuffizienz/Nierenfunktionsstörung (Kumulationsgefahr)
- Krampfanfälle in der Anamnese
- Störungen des Farbensinns
- Massive Blutungen aus dem oberen Harntrakt (speziell bei Hämophilie)
- Schwangerschaft
- ausgenommen in der Spätschwangerschaft bei vitaler Indikation
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Tranexamsäure - peroral
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Thrombozytopenie
- Entwicklung einer pathologischen Blutungszeit
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erkrankungen des Immunsystems
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Anaphylaxie
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erkrankungen des Nervensystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Krampfanfälle, insbesondere bei inkorrekter Anwendung
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Augenerkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Störungen des Farbensehens
- retinaler Arterienverschluss
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Herzerkrankungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Unwohlsein mit Hypotonie, mit oder ohne Bewusstlosigkeit (im Allgemeinen nach einer zu schnellen i.v.-Injektion, in Ausnahmefällen auch nach oraler Gabe)
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Gefäßerkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- thrombotische/thromboembolische Ereignisse wie Lungenembolie oder zerebrovaskulärer Insult
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- arterielle oder venöse Thrombosen, die überall im Körper auftreten können
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Allergische Hautreaktionen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Allergische Dermatitis
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
Anwendungshinweise
- orale Anwendung
Stillzeithinweise
Tranexamsäure - peroral
- Behandlung stillender Frauen nur nach sorgfältiger Nutzen/Risiko-Abwägung (insbesondere bei einer Langzeitanwendung)
- Tranexamsäure geht in die Muttermilch über
- bei Patientinnen, die über 2 Tage mit Tranexamsäure behandelt wurden, lag die Konzentration in der Muttermilch bei 1% der maximalen Serumspiegel
- antifibrinolytische Wirkung auf den Säugling ist unwahrscheinlich
- beim Erwachsenen ca. 30 - 50% einer oralen Dosis absorbiert, jedoch keine Daten für Säuglinge
Schwangerschaftshinweise
Tranexamsäure - peroral
- kontraindiziert in der Frühschwangerschaft
- darf in der Spätschwangerschaft nur bei vitaler Indikation angewendet werden
- nur begrenzte klinische Erfahrungen über die Anwendung bei Schwangeren
- Tranexamsäure passiert die Plazenta und erreicht im Nabelschnurblut vergleichbare Konzentrationen wie im mütterlichen Blut
- tierexperimentelle Studien
- Tranexamsäure nur unzureichend auf alle Aspekte der Reproduktionstoxikologie untersucht
- keinen Hinweis auf eine teratogene Wirkung
- Fertilität
- keine klinischen Daten zum Einfluss von Tranexamsäure auf die Fruchtbarkeit vorliegend
Warnhinweise
Tranexamsäure - peroral
- Allgemein
- Indikationen und Art der Anwendung sollten strikt eingehalten werden
- Krampfanfälle
- Krampfanfälle im Zusammenhang mit Tranexamsäuretherapie beobachtet
- in der Koronararterien-Bypass-Chirurgie (CABG) die meisten dieser Fälle nach einer intravenösen Injektion von Tranexamsäure (TXA) in hohen Dosen
- bei der Anwendung der empfohlenen niedrigeren Dosen von TXA traten postoperative Krampfanfälle genauso häufig wie bei unbehandelten Patienten auf
- Renale Hämaturie (v.a. bei Hämophilie)
- Risiko einer mechanischen Anurie aufgrund einer Verlegung der Harnleiter durch ein Blutgerinnsel
- Vor der Anwendung von Tranexamsäure
- Patient auf Risikofaktoren thromboembolischer Erkrankungen untersuchen
- Patienten, bei denen in der Familienanamnese für thromboembolische Erkrankungen eine auffällige Häufung besteht (thrombophile Risikopatienten)
- Anwendung von TXA nur bei strenger Indikationsstellung nach Rücksprache mit einem hämostaseologisch erfahrenen Arzt und unter sorgfältiger medizinischer Überwachung
- längerfristige Anwendung
- sollte nur unter Kontrolle oder nach Rücksprache mit einem hämostaseologisch erfahrenen Arzt erfolgen
- Patienten mit hereditärem Angioödem
- Anwendung nur durch einen in der Behandlung dieses Krankheitsbildes erfahrenen Arzt
- bei Langzeitbehandlung dieser Patienten
- regelmäßige Augenuntersuchungen (Sehschärfe, Spaltlampe, Augeninnendruck, Gesichtsfeld etc.) sowie Leberfunktionstests durchführen
- Sehstörungen
- bei Langzeitbehandlung auf Störungen des Farbensinns achten, ggf. Behandlung abbrechen
- regelmäßige augenärztliche Kontrollen (Augenuntersuchungen einschließlich Visus, Farbensinn, Augenhintergrund, Gesichtsfeld etc.) bei kontinuierlicher Langzeitanwendung
- bei krankhaften Augenveränderungen, insbesondere bei Erkrankungen der Netzhaut muss Notwendigkeit einer Langzeitanwendung in jedem Einzelfall konsilliarisch entschieden werden
- Fibrinolytischer Zustand aufgrund disseminierterdisseminierter intravasaler Gerinnung
- Anwendung von Tranexamsäure nicht empfohlen
- Patienten mit unregelmäßigen Regelblutungen
- Tranexamsäure sollte erst nach Abklärung der Blutungsursache angewendet werden
- wenn die Stärke der Regelblutung durch die Behandlung mit Tranexamsäure nicht abnimmt, sollte eine alternative Therapie in Betracht gezogen werden
- Orale Kontrazeptiva
- aufgrund des erhöhten Thromboserisikos TXA mit Vorsicht anwenden
- Nierenfunktionsstörungen
- Dosierung von TXA wegen der Kumulationsgefahr dem Serumkreatininspiegel entsprechend reduzieren
- Kinder und Jugendliche (< 15 Jahre)
- klinische Erfahrungen bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen < 15 Jahren mit Hypermenorrhoe liegen nicht vor