triamteren comp. - ct 50mg/25mg Filmtabletten

AbZ Pharma GmbH
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Wirkstoff: Hydrochlorothiazid/Triamteren →

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Fachinformationen

Indikation

  • arterielle Hypertonie
  • kardiale, hepatogene oder nephrogene Ödeme
  • chronische Herzinsuffizienz

Dosierung

  • arterielle Hypertonie; kardiale, hepatische und nephrogene Ödeme; chronische Herzinsuffizenz
    • Dosierung individuell
    • allgmeine Dosierungsempfehlungen für Erwachsene und Jugendliche > 50 kg KG
      • leichte Formen der Hypertonie
        • initial: 1 Tablette (50 mg Triamteren, 25 mg Hydrochlorothiazid) 2mal / Tag
        • Langzeitbehandlung: 1 Tablette 1mal / Tag meistens ausreichend (50 mg Triamteren und 25 mg Hydrochlorothiazid / Tag)
      • Flüssigkeitsansammlungen in Geweben
        • initial: 1 -2 Tabletten 2mal / Tag (100 - 200 mg Triamteren und 50 - 100 mg Hydrochlorothiazid / Tag)
        • Erhaltungsdosis: weitere Dosierung richtet sich nach Grad der Ausschwemmung
          • im Allgemeinen: 1/2 Tablette 1mal / Tag bzw. 1 Tablette 1mal / 2 Tage
    • Anwendungsdauer
      • für Kurzzeittherapie und für die mittel- und langfristige Anwendung geeignet
      • Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Therapieeffekt

Dosisanpassung

  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • der Einschränkung entsprechend dosieren
    • verzögerte Ausscheidung von Hydrochlorothiazid und dem Hauptmetaboliten von Triamteren
    • um eine Kumulation zu vermeiden, sollten folgende Dosierungen nicht überschritten werden
      • Kreatinin-Clearance: 100 - 75 ml / Min.
        • tägliche Maximaldosis: 1 Tablette (50 mg Triamteren, 25 mg Hydrochlorothiazid) 2mal / Tag (100 mg Triamteren / Tag)
      • Kreatinin-Clearance: 75 - 50 ml / Min.
        • tägliche Maximaldosis: 1 Tablette (50 mg Triamteren, 25 mg Hydrochlorothiazid) 1mal / Tag (50 mg Triamteren / Tag)
      • Kreatinin-Clearance: 50 - 30 ml / Min.
        • tägliche Maximaldosis: ½ Tablette (25 mg Triamteren, 12,5 mg Hydrochlorothiazid) 1mal / Tag (25 mg Triamteren / Tag)
  • erheblich eingeschränkte Nierenfunktion
    • Serum-Kreatinin > 1,8 mg / 100 ml bzw. Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min.: kontraindiziert
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • nur mit besonderer Vorsicht anwenden
    • Coma hepaticum: Anwendung kontraindiziert

Kontraindikationen

Hydrochlorothiazid, Triamteren - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen
    • Hydrochlorothiazid
    • Triamteren
    • andere Thiazide
    • Sulfonamide (mögliche Kreuzreaktionen beachten)
  • (akute) Glomerulonephritis
  • Oligurie, Anurie
  • Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min., Serum-Kreatinin >= 1,8 mg / dl)
  • Nierensteine (auch anamnestisch)
  • schwere Leberfunktionsstörungen (Praecoma und Coma hepaticum)
  • Störungen des Elektrolytstoffwechsels wie
    • Hyperkaliämie
    • (therapieresistente) Hypokaliämie
    • Hypercalcämie
    • schwere Hyponatriämie
  • gleichzeitige Gabe von anderen kaliumsparenden Diuretika oder gleichzeitige Kalium-Zufuhr
  • Hypovolämie
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Hydrochlorothiazid, Triamteren - peroral
  • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • nicht-melanozytärer Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom)
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombosen und Embolien als Folge der Hämokonzentration
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Blutbildveränderungen wie z.B. aplastische Anämie, Leukopenie, Thrombopenie, Agranulozytose, Megaloblastenanämie bei vorherbestehendem Folsäuremangel
      • Hämolysen (hämolytische Anämie) durch Bildung von Antikörpern gegen Hydrochlorothiazid bei gleichzeitiger Einnahme von Methyldopa
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arzneimittelfieber
      • allergische Reaktionen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • anaphylaktoide Reaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Verschlechterung einer prädiabetischen oder diabetischen Stoffwechsellage durch Erhöhung der Blutzuckerwerte
      • Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushaltbei langfristiger, kontinuierlicher Anwendung (dosis- und altersabhängig)
        • insbesondere Hyper- oder Hypokaliämie und Hyponatriämie
        • Hypomagnesiämie
        • Hypochlorämie
        • Hypercalciämie
      • Hyperglykämie, Glukosurie
      • Ausbildung einer metabolischen Azidose
      • Erhöhung der Blutfette bei disponierten Patienten, in Abhängigkeit von der eingenommenen Gesamtdosis
        • Anstieg der Konzentration von Cholesterol und Triglyceriden, besonders des VLDL- und LDL-Cholesterols sowie der beta-Lipoproteinfraktion
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • metabolische Alkalose
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Müdigkeit
      • Benommenheit
      • Schläfrigkeit
      • Schwindel
      • Kopfschmerzen
      • Nervosität
      • Apathie infolge von Wasser- und Elektrolytstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • zentralnervöse Erscheinungen (Ataxie, Lethargie)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • bei hoher Dosierung und/oder exzessiver Diurese Konvulsionen und Verwirrtheitszustände infolge Dehydratation und Hypovolämie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Parästhesie
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • geringgradige Sehstörungen, z.B. verschwommenes Sehen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Farbsehstörungen (Gelbsehen)
      • akute Myopie
      • Verringerung der Tränenflüssigkeit (zu beachten für Kontaktlinsenträger)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • akutes Engwinkelglaukom
      • transiente Myopie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Aderhauterguss
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Herzklopfen
      • EKG-Veränderungen
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • orthostatische Regulationsstörungen mit Schwindel, Benommenheit oder Kollapsneigung
      • unerwünschte Blutdrucksenkung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Reaktionen wie Vaskulitis
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • interstitielle Pneumonie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • akutes Atemnotsyndrom (ARDS)
      • plötzlich auftretendes Lungenödem mit Schocksymptomatik (vermutlich allergische systemische anaphylaktische Reaktion durch zirkulierende Immunkomplexe)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Pankreatitis
      • Hyperamylasämie
      • Diarrhoe (diese Nebenwirkungen lassen sich in der Regel vermeiden, wenn das Arzneimittel nach den Mahlzeiten eingenommen wird)
      • Oberbauchbeschwerden
      • krampfartige Beschwerden im Bauchraum
      • Adynamie der glatten Muskulatur mit Obstipation
      • Subileus bis hin zum paralytischen Ileus (infolge einer Hypokaliämie)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • gastrointestinale Be-schwerden
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Sialadenitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • akute Cholecystitis bei bestehender Cholelithiasis
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Ikterus
      • hämorrhagische Pankreatitis
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Hauterscheinungen wie Purpura, Pruritus, Urtikaria, kutaner Lupus erythematodes, photoallergischer Hautausschlag (chronische Photosensibilität)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • Lyell-Syndrom
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonus der Skelettmuskulatur
      • Muskelverspannungen
      • Wadenkrämpfe
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Konvulsionen infolge Dehydratation und Hypovolämie bei exzessiver Diurese
      • Muskelkrämpfe
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypermagnesiurie
      • Erhöhung von Harnstoff (BUN) und/oder Kreatinin im Serum
        • v.a. zu Beginn der Behandlung, vorübergehender Anstieg
      • Harnsteinbildung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • bei hoher Dosierung und/oder exzessiver Diurese Hämokonzentration infolge von Dehydratation und Hypovolämie
      • akutes Nierenversagen
      • Erhöhung der Harnsäurewerte (Auslösung von Gichtanfällen bei besonders veranlagten Patienten)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Aggravierung eines akuten Nierenversagens
      • abakterielle interstitielle Nephritiden mit konsekutivem akutem Nierenversagen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • nephrogener Diabetes insipidus
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Potenzstörungen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Mundtrockenheit
      • Durst

Anwendungshinweise

  • Filmtabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit nach den Mahlzeiten einnehmen
  • bei Einmalgabe morgens, bei zweimaliger Gabe morgens und mittags

Stillzeithinweise

Hydrochlorothiazid, Triamteren - peroral
  • stillende Mütter dürfen nicht mit dem Arzneimittel behandelt werden bzw. müssen abstillen
  • Hydrochlorothiazid
    • geht in geringen Mengen in die Muttermilch über
    • Thiazid-Diuretika, angewandt in hohen Dosen zur intensiven Diurese, können die Laktation hemmen
  • Triamteren
    • tritt in die Muttermlich über

Schwangerschaftshinweise

Hydrochlorothiazid, Triamteren - peroral
  • während der Schwangerschaft kontraindiziert
  • nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Hydrochlorothiazid in der Schwangerschaft vorliegend, insbesondere während des 1. Trimenons
  • Ergebnisse aus Tierstudien sind unzureichend
  • Triamteren
    • ist plazentagängig
    • keine Hinweise auf teratogene Wirkung
  • Hydrochlorothiazid
    • ist plazentagängig
    • auf Grund des pharmakologischen Wirkmechanismus von Hydrochlorothiazid kann es bei Anwendung während des zweiten und dritten Trimenons zu einer Störung der feto-plazentaren Perfusion und zu fetalen und neonatalen Auswirkungen wie Ikterus, Störung des Elektrolythaushalts und Thrombozytopenien kommen
    • auf Grund des Risikos eines verringerten Plasmavolumens und einer plazentaren Hypoperfusion, ohne den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen, sollte Hydrochlorothiazid bei Schwangerschaftsödemen, Schwangerschaftshypertonie oder einer Präeklampsie nicht zur Anwendung kommen
    • bei essentieller Hypertonie schwangerer Frauen sollte Hydrochlorothiazid nur in seltenen Fällen, in denen keine andere Behandlung möglich ist, angewandt werden

Warnhinweise

Hydrochlorothiazid, Triamteren - peroral
  • besondere Vorsicht bei:
    • Hypotonie
    • koronarer bzw. cerebraler Sklerose
    • eingeschränkter Nierenfunktion mit einem Serum-Kreatinin zwischen oberem Normalwert und 1,8 mg/dl bzw. leichter Einschränkung der Kreatinin-Clearance (30 - 60 ml/Min.)
      • oberhalb eines Serum-Kreatinin-Wertes von 1,5 mg/dl bzw. 130 µmol/l sollte verstärkt auf das Auftreten einer Hyperkaliämie geachtet werden (evtl. EKG-Kontrolle)
      • ggf. Dosis reduzieren oder das Präparat absetzen
    • vorhandenen Nierensteinen
    • Leberfunktionsstörungen
      • bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion oder progressiver Lebererkrankung können geringe Änderungen im Elektrolyt- bzw. Flüssigkeitsgleichgewicht zu Leberkoma führen
    • Hyperurikämie bzw. Gicht
      • eine latente oder manifeste Hyperurikämie kann sich bei Dauerbehandlung verschlechtern
    • Diabetes mellitus
      • ein latenter oder manifester Diabetes kann sich bei Dauerbehandlung verschlechtern
    • älteren Patienten und Patienten mit geringem Harnvolumen
      • erhöhtes Risiko einer Hyperkaliämie
    • Lupus erythematodes (auch anamnestisch)
    • Pankreatitis
    • Verdacht auf Folsäuremangel (z.B. bei Leberzirrhose oder chronischem Alkoholabusus)
      • bei Patienten mit Verdacht auf Folsäuremangelsoll auf Veränderungen des Blutbildes geachtet werden, da das Arzneimittel unter diesen Bedingungen das Entstehen einer megaloblastären Anämie begünstigen kann
      • daher sollte das komplette Blutbild vor und während der Therapie kontrolliert werden
      • ggf. kann die Therapie unter Gabe von Folinsäure (z.B. in Form von Ca-Folinat) fortgeführt werden
    • zusätzlicher Therapie mit ACE-Hemmern:
      • Kombinationstherapie mit einem ACE-Hemmer soll nur bei bestehender Hypokaliämie durchgeführt und schon bei mäßig eingeschränkter Nierenfunktion gemieden werden
      • zu Beginn einer zusätzlichen Therapie mit ACE-Hemmern besteht das Risiko einer überschießenden Blutdrucksenkung
        • daher ist der Blutdruck nach der Applikation verschieden lang (je nach Art des ACE-Hemmers) zu überwachen
    • Porphyrie
      • Patienten mit einer bekannten Porphyrie sollten das Arzneimittel nicht einnehmen, da Hydrochlorothiazid mit akuten Porphyrie-Attacken assoziiert wurde
  • bei zu starkem Blutdruckabfall genügt es meistens, dass sich der Patient hinlegt und eventuell die Beine hochlagert
    • ggf. kann eine physiologische Kochsalzlösung infundiert werden
  • Kontrollen
    • vor und während der Behandlung sollen regelmäßig die Serumelektrolyte (insbesondere Kalium-, Natrium-, Calcium-Ionen), Flüssigkeitshaushalt, Nierenfunktion (Kreatinin, Harnsäure und Harnstoff), Körpergewicht und ggf. die Leberfunktion kontrolliert werden
      • v.a. bei längerer Anwendung, älteren Patienten, Diabetikern, Nierenfunktionsstörungen, Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, bei Kombination mit nicht-steroidalen Antirheumatika und bei zusätzlicher Corticoidtherapie
    • während einer Langzeittherapie sollten die Serumlipide (Cholesterin und Triglyzeride) und der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden
  • Flüssigkeitsaufnahme
    • während der Therapie mit Hydrochlorothiazid-haltigen Präparaten sollte auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden
  • Symptome von Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen können sein:
    • Mundtrockenheit, Durst, Schwäche, Lethargie, Benommenheit, Unruhe, Muskelschmerzen oder -krämpfe, Hypotonus der Skelettmuskulatur, Hypotonie, Oligurie, Tachykardie, gastrointestinale Störungen wie Übelkeit und Erbrechen aber auch EKG-Veränderungen
  • das Hydrochlorothiazid/Triamteren-Präparat absetzen, wenn es während der Therapie zu Hyperkaliämie, progressiver Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion bzw. Anurie kommt
  • bei Hypokaliämie
    • werden kaliumhaltige Nahrungsmittel empfohlen
  • bei der Anwendung wird durch die beiden Wirkstoffe (Hydrochlorothiazid und Triamteren) eine Verstärkung aller therapeutischen Wirkungen herbeigeführt, wobei jedoch die Hydrochlorothiazid-induzierte Kaliurese durch Triamteren gehemmt wird, so dass ein relativ kaliumneutrales Diuretikum entsteht
    • das Präparat beeinflusst den SäureSäure-Basen-Haushalt nicht nachteilig und wirkt auch bei erhöhtem Aldosteronspiegel
    • gleichzeitige Kalium- oder Magnesiumsubstitution ist in der Regel nicht erforderlich
  • andere kaliumsparende Arzneimittel
    • gleichzeitige Anwendung mit anderen kaliumsparenden Arzneimitteln (z.B. Spironolacton, Amilorid) oder Kaliumsalzen sollte wegen erhöhter Gefahr des Auftretens einer Hyperkaliämie vermieden werden
  • Operationen
    • bei Operationen soll der Anästhesist über die Therapie mit Hydrochlorothiazid/Triamteren informiert sein
  • Lithium
    • bei einer Kombinationstherapie mit Lithium soll die Dosis von Lithium um ca. 50% reduziert und Plasmaspiegelkontrollen zur Dosisanpassung durchgeführt werden
  • intensive Sonnenbestrahlung
    • sollte während der Therapie vermieden werden
  • Pseudo-Bartter-Syndrom
    • bei chronischem Diuretika-Abusus kann ein Pseudo-Bartter-Syndrom mit der Folge von Ödemen auftreten
    • die Ödeme sind Ausdruck eines Renin-Anstiegs mit der Folge eines sekundären Hyperaldosteronismus
  • Nebenschilddrüsenfunktion und Glucosetoleranztest
    • vor einer Prüfung der Nebenschilddrüsenfunktion und mind. drei Tage vor der Durchführung eines Glucosetoleranztestes ist die Therapie mit mit dem Präparat zu unterbrechen
  • nicht-melanozytärer Hautkrebs (NMSC)
    • in zwei epidemiologischen Studien auf der Grundlage des dänischen nationalen Krebsregisters wurde ein erhöhtes Risiko von nicht-melanozytärem Hautkrebs (NMSC) (Basalzellkarzinom [BCC] und Plattenepithelkarzinom [SCC]) mit steigender kumulativer Dosis von Hydrochlorothiazid (HCTZ) beobachtet
      • photosensibilisierende Wirkungen von HCTZ könnten zur Entstehung von NMSC beitragen
    • Patienten, die HCTZ einnehmen, sollten über das NMSC-Risiko informiert werden, und es sollte ihnen geraten werden, ihre Haut regelmäßig auf neue Läsionen zu prüfen und unverzüglich alle verdächtigen Hautveränderungen zu melden
    • den Patienten sollten mögliche vorbeugende Maßnahmen empfohlen werden, um das Risiko von Hautkrebs zu minimieren; z.B. Einschränkung der Exposition gegenüber Sonnenlicht und UV-Strahlung oder im Fall einer Exposition Verwendung eines angemessenen Sonnenschutzes
    • verdächtige Hautveränderungen sollten unverzüglich untersucht werden, ggf. einschließlich histologischer Untersuchungen von Biopsien
    • bei Patienten, bei denen bereits ein NMSC aufgetreten ist, sollte die Verwendung von HCTZ überprüft werden
  • Aderhauterguss (choroidaler Erguss), akute Myopie und sekundäres Winkelblockglaukom
    • Sulfonamide und Sulfonamid-Derivate können eine idiosynkratische Reaktion auslösen, die zu einem Aderhauterguss mit Gesichtsfelddefekt, transienter Myopie und zu einem akuten Winkelblockglaukom führen kann
      • Symptome schließen das akute Auftreten einer verringerten Sehschärfe oder Augenschmerzen ein und setzen typischerweise innerhalb von Stunden bis Wochen nach Beginn der Behandlung ein
      • unbehandeltes akutes Winkelblockglaukom kann zu dauerhaftem Sehverlust führen
    • primäre Behandlung stellt das schnellstmögliche Absetzen der Arzneimittel-Gabe dar
      • rasche medikamentöse oder chirurgische Behandlung muss möglicherweise in Betracht gezogen werden, wenn der intraokulare Druck außer Kontrolle bleibt
    • Risikofaktoren für die Entwicklung eines akuten Winkelblockglaukoms können bekannte Sulfonamid- oder Penicillinallergien sein
  • akute Atemwegstoxizität
    • sehr seltene schwere Fälle von akuter Atemwegstoxizität, einschließlich des akuten Atemnotsyndroms (ARDS), nach der Einnahme von Hydrochlorothiazid berichtet
      • Lungenödem entwickelt sich typischerweise innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Einnahme von Hydrochlorothiazid
      • zu den Symptomen gehören zu Beginn Dyspnoe, Fieber, Verschlechterung der Lungenfunktion und Hypotonie
    • bei Verdacht auf ARDS sollte das Arzneimittel abgesetzt und eine angemessene Behandlung eingeleitet werden
    • Hydrochlorothiazid darf nicht bei Patienten angewendet werden, bei denen nach der Einnahme von Hydrochlorothiazid bereits einmal ein ARDS aufgetreten ist
  • Schwangerschaft
    • bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere erfolgen
    • wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit Hydrochlorothiazid unverzüglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen
  • Doping
    • Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
    • gesundheitliche Folgen der Anwendung als Dopingmittel können nicht abgesehen werden, schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen nicht auszuschließen