Tybost 150mg Filmtabletten

Gilead Sciences GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Cobicistat →

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Fachinformationen

Indikation

  • pharmakokinetischer Verstärker (Booster) von Atazanavir 300 mg 1mal / Tag oder Darunavir 800 mg 1mal / Tag im Rahmen einer antiretroviralen Kombinationstherapie bei mit dem Humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1) infizierten Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von
    • mind. 35 kg bei gleichzeitiger Anwendung mit Atazanavir oder
    • mind. 40 kg bei gleichzeitiger Anwendung mit Darunavir

Dosierung

  • pharmakokinetischer Verstärker (Booster) von Atazanavir 300 mg 1mal / Tag oder Darunavir 800 mg 1mal / Tag im Rahmen einer antiretroviralen Kombinationstherapie bei mit dem Humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1) infizierten Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren
    • Einleitung der Therapie nur durch einen in der Behandlung der HIV-Infektion erfahrenen Arzt
    • Erwachsene
      • 150 mg Cobicistat 1mal / Tag zusammen mit
        • Atazanvir 300 mg 1mal / Tag
        • oder Darunavir 800 mg 1mal / Tag
    • Jugendliche ab 12 Jahre und Körpergewicht >/= 35 kg
      • Körpergewicht (kg): >/= 40
        • 150 mg Cobicistat 1mal / Tag zusammen mit
          • Atazanvir 300 mg 1mal / Tag
          • oder Darunavir 800 mg 1mal / Tag
      • Körpergewicht (kg): 35 bis < 40
        • 150 mg Cobicistat 1mal / Tag zusammen mit
          • Atazanavir 300 mg 1mal / Tag
    • Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels von Atazanavir und Darunavir beachten
    • vergessene Einnahme:
      • bis zu 12 Stunden gegenüber der gewohnten Einnahmezeit:
        • Einnahme so bald wie möglich zum Essen nachholen
        • gewohntes Einnahmeschema in Kombination mit Atazanavir oder Darunavir fortsetzen
      • > 12 Stunden:
        • versäumte Dosis nicht nachholen
        • gewohntes Einnahmeschema fortsetzen

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • keine Daten, die eine Dosierungsempfehlung für Patienten über 65 Jahre erlauben
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • keine Dosisanpassung erforderlich, auch nicht bei schwerer Nierenfunktionsstörung
    • dialysepflichtigen Patienten: keine Daten, daher keine Empfehlung
    • Cobicistat senkt die geschätzte Kreatinin-Clearance durch Hemmung der tubulären Sekretion von Kreatinin
    • Behandlung darf bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 70 ml / Min. nicht eingeleitet werden, sofern für einen gleichzeitig angewendeten Wirkstoff (z. B. Emtricitabin, Lamivudin, Tenofovirdisoproxilfumarat oder Adefovir) eine Dosisanpassung aufgrund der Kreatinin-Clearance erforderlich ist
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • leichte (Child-Pugh-Klasse A) oder mittelgradige (Child-Pugh-Klasse B) Leberfunktionsstörung: keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C): keine Daten, daher Anwendung nicht empfohlen
  • Kinder und Jugendliche
    • gleichzeitige Anwendung mit Atazanavir
      • Kinder < 12 Jahre oder < 35 kg KG
        • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)
    • gleichzeitige Anwendung mit Darunavir
      • Kinder < 12 Jahre oder < 40 kg KG
        • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)

Kontraindikationen

Cobicistat - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Cobicistat
  • gleichzeitige Anwendung mit
    • Arzneimitteln, deren Clearance stark von CYP3A abhängig ist und bei denen erhöhte Plasmakonzentrationen mit schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Ereignissen assoziiert sind; dazu zählen u.a. folgende Arzneimittel
      • Alpha-1-Adrenozeptor-Antagonisten: Alfuzosin
      • Antiarrhythmika: Amiodaron, Chinidin
      • Ergotaminderivate: Dihydroergotamin, Ergometrin, Ergotamin
      • HMG-CoA-Reduktasehemmer: Lovastatin, Simvastatin
      • Neuroleptika/Antipsychotika: Pimozid, Lurasidon
      • PDE-5-Hemmer: Sildenafil zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie
      • Sedativa/Hypnotika: oral angewendetes Midazolam, Triazolam
    • Arzneimitteln, die starke CYP3A-Induktoren sind; dazu zählen u.a.
      • Antikonvulsiva: Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin
      • Antimykobakterielle Wirkstoffe: Rifampicin
      • Pflanzliche Präparate: Johanniskraut (Hypericum perforatum)
    • Dabigatranetexilat, einem P-Glykoprotein(P-gp)-Substrat

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Cobicistat - peroral
  • Nebenwirkungen von mit Cobicistat geboostertem Atazanavir aus den 144 Wochen-Daten der Phase 3-Studie GS-US-216-0114
    • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Hyperglykämie
        • vermehrter Appetit
    • Psychiatrische Erkrankungen
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Schlaflosigkeit
        • abnorme Träume
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Depressionen
        • Schlafstörungen
    • Erkrankungen des Nervensystems
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Kopfschmerzen
        • Schwindelgefühl
        • Somnolenz
        • Dysgeusie
    • Augenerkrankungen
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Okulärer Ikterus
    • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Übelkeit
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Erbrechen
        • Diarrhoe
        • Dyspepsie
        • Bauchschmerzen
        • Völlegefühl
        • Flatulenz
        • Mundtrockenheit
    • Leber- und Gallenerkrankungen
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Ikterus
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Hyperbilirubinämie
    • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Hautausschlag
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Pruritus
    • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Myalgie
    • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Nierensteine
        • Hämaturie
        • Proteinurie
    • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Müdigkeit
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Fieber
        • Asthenie

besondere Patientengruppen

  • Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
    • Sicherheit wurde in einer offenen klinischen Studie (GS-US-236-0118) mit durch Cobicistat geboostertem Atazanavir oder Darunavir plus zwei NRTI an 73 HIV-1-infizierten vorbehandelten Patienten mit leichten oder mittelgradigen Nierenfunktionsstörungen (nach der Cockcroft-Gault-Methode geschätzte eGFR von 50-89 ml/min) untersucht, bei denen der pharmakokinetische Verstärker von Ritonavir auf Cobicistat umgestellt wurde
    • nach 96 Wochen betrug mittlere Veränderung des Serumkreatinins 0,07 +/- 0,15 mg/dl und mittlere Veränderung der nach der Cockcroft-Gault-Methode geschätzten eGFR - 6,2 +/- 9,07 ml/min
    • Wirkung von Cobicistat auf Serumkreatinin und eGFR bei Patienten, die in der Studie GS-US-236-0118 von Ritonavir auf Cobicistat umgestellt wurden, konsistent mit Wirkung bei nicht vorbehandelten Patienten in der Studie GS-US-216-0114

Anwendungshinweise

  • Einnahme 1mal / Tag zum Essen gleichzeitig mit Atazanavir oder Darunavir
  • Filmtablette nicht zerkauen oder zerkleinern
  • Therapieeinleitung nur durch einen Arzt, der in der Behandlung der HIV-Infektion erfahren ist

Stillzeithinweise

Cobicistat - peroral
  • um eine Übertragung von HIV auf das Kind zu vermeiden, wird empfohlen, dass HIV-infizierte Frauen nicht stillen
  • Cobicistat soll während der Stillzeit nicht angewendet werden
  • nicht bekannt ob Cobicistat / Metabolite in die Muttermilch übergehen
  • zur Verfügung stehenden pharmakodynamischen / toxikologischen Daten vom Tier zeigten, dass Cobicistat / Metabolite in die Milch übergehen
  • Risiko für das Neugeborene/ Kind kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Cobicistat - peroral
  • Behandlung mit Cobicistat und Atazanavir oder Darunavir
    • eine Therapie mit Cobicistat und Atazanavir oder Darunavir soll während der Schwangerschaft nicht begonnen werden
    • Frauen, die während der Therapie mit Cobicistat und Atazanavir oder Darunavir schwanger werden, sollen auf ein alternatives Behandlungsregime umgestellt werden
    • Behandlung während der Schwangerschaft führt zu einer geringeren Atazanavir oder Darunavir-Exposition und damit zu einem
      • erhöhten Risiko eines virologischen Versagens
      • erhöhten Risiko einer Übertragung der HIV-Infektion von der Mutter auf das Kind
  • keine oder nur sehr begrenzte klinische Erfahrungen mit der Anwendung von Cobicistat bei Schwangeren
  • tierexperimentelle Studien
    • keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen von Cobicistat in Bezug auf die Reproduktionstoxizität
  • Fertilität
    • Daten am Menschen zum Einfluss auf die Fertilität von Cobicistat sind nicht verfügbar
    • tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf schädliche Wirkungen von Cobicistat in Bezug auf die Fertilität

Warnhinweise

Cobicistat - peroral
  • Therapie sollte nur durch einen Arzt eingeleitet werden, der in der Behandlung der HIV-Infektion erfahren ist
  • gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln
    • Cobicistat: starker, mechanismusbasierter CYP3A-Inhibitor und CYP3A-Substrat
      • bei gleichzeitiger Anwendung von Cobicistat erhöhte Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln beobachtet, die durch CYP3A metabolisiert werden (einschließlich Atazanavir und Darunavir)
        • durch höhere Plasmakonzentrationen der gleichzeitig angewendeten Arzneimittel können deren therapeutische Wirkungen sowie Nebenwirkungen verstärkt oder verlängert sein
        • bei durch CYP3A metabolisierten Arzneimitteln können diese erhöhten Plasmakonzentrationen potentiell zu schweren, lebensbedrohlichen oder tödlich verlaufenden Ereignissen führen
        • die gleichzeitige Anwendung von Cobicistat und Arzneimitteln, die (einen) durch CYP3A gebildete(n) aktive(n) Metaboliten haben, kann zu verringerten Plasmakonzentrationen dieses / dieser aktiven Metaboliten und möglicherweise zum Verlust der therapeutischen Wirkung führen
      • gleichzeitige Anwendung von Cobicistat und Arzneimitteln, die CYP3A induzieren
        • kontraindiziert bzw. wird nicht empfohlen, da herabgesetzte Plasmakonzentrationen von Cobicistat zu Plasmaspiegeln führen können, die für eine angemessene Verstärkung der pharmakologischen Wirkung von Atazanavir oder Darunavir nicht ausreichen
      • gleichzeitige Anwendung von Cobicistat und Arzneimitteln, die CYP3A hemmen
        • kann die Clearance von Cobicistat vermindern, was zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Cobicistat führt
    • Cobicistat: schwacher CYP2D6-Inhibitor und wird in geringem Ausmaß durch CYP2D6 metabolisiert
      • gleichzeitige Anwendung von Cobicistat kann die Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln erhöhen, die durch CYP2D6 metabolisiert werden
    • Cobicistat hemmt die Transporter P-Glykoprotein (P-gp), BCRP, MATE1, OATP1B1 und OATP1B3
      • gleichzeitige Anwendung von Cobicistat und Arzneimitteln, die Substrate dieser Transporter sind, kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen der gleichzeitig angewendeten Arzneimittel führen
    • im Gegensatz zu Ritonavir ist Cobicistat kein Induktor von CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19 oder UGT1A1
      • wird der pharmakokinetische Verstärker (Booster) von Ritonavir auf Cobicistat umgestellt, ist während der ersten 2 Wochen der Behandlung Vorsicht geboten, insbesondere wenn die Dosis eines der gleichzeitig angewendeten Arzneimittel während der Anwendung von Ritonavir als pharmakokinetischem Verstärker titriert oder angepasst wurde
    • Vorschriften zur Kontrazeption
      • Ethinylestradiol
        • verringerte Plasmakonzentrationen von Ethinylestradiol nach gleichzeitigen Anwendung von Drospirenon/Ethinylestradiol mit Darunavir/Cobicistat
        • bei gleichzeitiger Anwendung von Östrogen-basierten Kontrazeptiva mit Darunavir/Cobicistat werden andere oder zusätzliche Formen der Empfängnisverhütung empfohlen
      • Drospirenon
        • erhöhte Plasmakonzentrationen von Drospirenon nach der Anwendung von Drospirenon/Ethinylestradiol mit Atazanavir/Cobicistat oder mit Darunavir/Cobicistat
        • bei gleichzeitiger Anwendung von Drospirenon/Ethinylestradiol mit Atazanavir/Cobicistat oder mit Darunavir/Cobicistat wird aufgrund einer möglichen Hyperkaliämie eine klinische Überwachung empfohlen
      • andere orale Kontrazeptiva
        • keine Daten vorliegend, um Empfehlungen zur Anwendung von Atazanavir/Cobicistat oder Darunavir/Cobicistat mit anderen oralen Kontrazeptiva zu geben
        • andere Form der Empfängnisverhütung ist in Betracht zu ziehen
    • gleichzeitige Anwendung von Cobicistat und antiretroviralen Arzneimitteln
      • Cobicistat muss entweder zusammen mit Atazanavir (300 mg 1mal / Tag) oder Darunavir (800 mg 1mal / Tag) angewendet werden
        • Sicherheit und Wirksamkeit für die Anwendung von Cobicistat zusammen mit Atazanavir oder Darunavir im Rahmen eines anderen Dosierungsschemas nicht erwiesen
        • aus randomisierten kontrollierten Studien liegen Daten zur antiviralen Wirksamkeit von mit Cobicistat geboostertem Atazanavir vor, nicht jedoch für mit Cobicistat geboostertem Darunavir
      • darf nicht als pharmakokinetischer Verstärker von anderen HIV-1-Proteaseinhibitoren oder anderen antiretroviralen Arzneimitteln, die einen Booster benötigen, verwendet werden, da für diese Kombinationen keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden können
        • gleichzeitige Anwendung könnte eine unzureichende Plasmakonzentration des/der antiretroviralen Arzneimittel(s) zur Folge haben, was zum Verlust der therapeutischen Wirkung und zur Resistenzentwicklung führen kann
      • Cobicistat zusammen mit Atazanavir oder Darunavir darf nicht in Kombination mit weiteren antiretroviralen Wirkstoffen angewendet werden, die eine Verstärkung der pharmakologischen Wirkung in Form eines gleichzeitig angewendeten CYP3A4-Inhibitors benötigen, um die gewünschte therapeutische Plasmakonzentration zu erreichen (d.h. mit einem weiteren Proteaseinhibitor oder mit Elvitegravir)
        • für diese Kombinationen können keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden
        • gleichzeitige Anwendung kann zu herabgesetzten Plasmakonzentrationen von Atazanavir, Darunavir und/oder den anderen antiretroviralen Wirkstoffen, die eine Verstärkung der pharmakologischen Wirkung benötigen, führen
        • dadurch kann es zum Verlust der antiviralen Wirkung und zur Resistenzentwicklung kommen
    • Ritonavir
      • Cobicistat darf nicht gleichzeitig mit Ritonavir angewendet werden, da Cobicistat und Ritonavir ähnliche Wirkungen auf CYP3A haben
    • darf nicht in Kombination mit anderen Arzneimitteln angewendet werden, die Cobicistat enthalten (z.B. die Fixkombination Elvitegravir/Cobicistat/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil)
  • Auswirkungen auf die geschätzte Kreatinin-Clearance
    • konnte gezeigt werden, dass Cobicistat die geschätzte Kreatinin-Clearance durch Hemmung der tubulären Sekretion von Kreatinin senkt
    • Effekt auf das Serumkreatinin, der zu einer Verringerung der geschätzten Kreatinin Clearance führt, muss berücksichtigt werden, wenn man Cobicistat bei Patienten anwendet, bei denen die geschätzte Kreatinin-Clearance herangezogen wird, um über die weitere klinische Versorgung zu entscheiden, einschließlich einer Dosisanpassung der gleichzeitig angewendeten Arzneimittel
    • Kreatinin-Clearance < 70 ml/Min.
      • Behandlung darf nicht eingeleitet werden, sofern für einen oder mehrere gleichzeitig angewendete Wirkstoffe eine Dosisanpassung aufgrund der Kreatinin-Clearance erforderlich ist (z.B. Emtricitabin, Lamivudin, Tenofovirdisoproxilfumarat oder Adefovir)
    • derzeit nur unzureichende Daten darüber, ob gleichzeitige Anwendung von Tenofovirdisoproxil und Cobicistat im Vergleich zu Behandlungsregimen, die Tenofovirdisoproxill ohne Cobicistat enthalten, mit einem erhöhten Risiko für renale Nebenwirkungen einhergeht
  • Leberinsuffizienz (Child-Pugh-Klasse C)
    • bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) Cobicistat nicht untersucht
    • Anwendung bei diesen Patienten nicht empfohlen
  • Schwangerschaft
    • Behandlung mit Cobicistat und Atazanavir oder Darunavir während des 2. und 3.Schwangerschaftstrimesters (im Vergleich zu der postpartalen Phase)
      • geringere Atazanavir- oder Darunavir-Exposition
        • die erhebliche Reduktion der Atazanavir- oder Darunavir-Exposition kann zu einem virologischen Versagen sowie zu einem erhöhten Risiko einer Übertragung der HIV-Infektion von der Mutter auf das Kind führen
      • Absinken der Cobicistat-Konzentrationen
        • möglicherweise keine ausreichende Verstärkung der Wirkung („Boosting") mehr gewährleistet
    • Therapie mit Cobicistat und Atazanavir oder Darunavir soll daher während der Schwangerschaft nicht begonnen werden
    • Frauen, die während der Therapie mit Cobicistat und Atazanavir oder Darunavir schwanger werden, sollen auf ein alternatives Behandlungsregime umgestellt werden
      • Darunavir in Kombination mit niedrig dosiertem Ritonavir kann als Alternative in Betracht gezogen werden