Tybost 150mg Filmtabletten
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| – | 30 ST | 49,58 € |
| – | 3X30 ST | 126,09 € |
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Indikation
- pharmakokinetischer Verstärker (Booster) von Atazanavir 300 mg 1mal / Tag oder Darunavir 800 mg 1mal / Tag im Rahmen einer antiretroviralen Kombinationstherapie bei mit dem Humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1) infizierten Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von
- mind. 35 kg bei gleichzeitiger Anwendung mit Atazanavir oder
- mind. 40 kg bei gleichzeitiger Anwendung mit Darunavir
Dosierung
- pharmakokinetischer Verstärker (Booster) von Atazanavir 300 mg 1mal / Tag oder Darunavir 800 mg 1mal / Tag im Rahmen einer antiretroviralen Kombinationstherapie bei mit dem Humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1) infizierten Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren
- Einleitung der Therapie nur durch einen in der Behandlung der HIV-Infektion erfahrenen Arzt
- Erwachsene
- 150 mg Cobicistat 1mal / Tag zusammen mit
- Atazanvir 300 mg 1mal / Tag
- oder Darunavir 800 mg 1mal / Tag
- 150 mg Cobicistat 1mal / Tag zusammen mit
- Jugendliche ab 12 Jahre und Körpergewicht >/= 35 kg
- Körpergewicht (kg): >/= 40
- 150 mg Cobicistat 1mal / Tag zusammen mit
- Atazanvir 300 mg 1mal / Tag
- oder Darunavir 800 mg 1mal / Tag
- 150 mg Cobicistat 1mal / Tag zusammen mit
- Körpergewicht (kg): 35 bis < 40
- 150 mg Cobicistat 1mal / Tag zusammen mit
- Atazanavir 300 mg 1mal / Tag
- 150 mg Cobicistat 1mal / Tag zusammen mit
- Körpergewicht (kg): >/= 40
- Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels von Atazanavir und Darunavir beachten
- vergessene Einnahme:
- bis zu 12 Stunden gegenüber der gewohnten Einnahmezeit:
- Einnahme so bald wie möglich zum Essen nachholen
- gewohntes Einnahmeschema in Kombination mit Atazanavir oder Darunavir fortsetzen
- > 12 Stunden:
- versäumte Dosis nicht nachholen
- gewohntes Einnahmeschema fortsetzen
- bis zu 12 Stunden gegenüber der gewohnten Einnahmezeit:
Dosisanpassung
- ältere Patienten
- keine Daten, die eine Dosierungsempfehlung für Patienten über 65 Jahre erlauben
- eingeschränkte Nierenfunktion
- keine Dosisanpassung erforderlich, auch nicht bei schwerer Nierenfunktionsstörung
- dialysepflichtigen Patienten: keine Daten, daher keine Empfehlung
- Cobicistat senkt die geschätzte Kreatinin-Clearance durch Hemmung der tubulären Sekretion von Kreatinin
- Behandlung darf bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 70 ml / Min. nicht eingeleitet werden, sofern für einen gleichzeitig angewendeten Wirkstoff (z. B. Emtricitabin, Lamivudin, Tenofovirdisoproxilfumarat oder Adefovir) eine Dosisanpassung aufgrund der Kreatinin-Clearance erforderlich ist
- eingeschränkte Leberfunktion
- leichte (Child-Pugh-Klasse A) oder mittelgradige (Child-Pugh-Klasse B) Leberfunktionsstörung: keine Dosisanpassung erforderlich
- schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C): keine Daten, daher Anwendung nicht empfohlen
- Kinder und Jugendliche
- gleichzeitige Anwendung mit Atazanavir
- Kinder < 12 Jahre oder < 35 kg KG
- Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)
- Kinder < 12 Jahre oder < 35 kg KG
- gleichzeitige Anwendung mit Darunavir
- Kinder < 12 Jahre oder < 40 kg KG
- Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)
- Kinder < 12 Jahre oder < 40 kg KG
- gleichzeitige Anwendung mit Atazanavir
Kontraindikationen
Cobicistat - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Cobicistat
- gleichzeitige Anwendung mit
- Arzneimitteln, deren Clearance stark von CYP3A abhängig ist und bei denen erhöhte Plasmakonzentrationen mit schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Ereignissen assoziiert sind; dazu zählen u.a. folgende Arzneimittel
- Alpha-1-Adrenozeptor-Antagonisten: Alfuzosin
- Antiarrhythmika: Amiodaron, Chinidin
- Ergotaminderivate: Dihydroergotamin, Ergometrin, Ergotamin
- HMG-CoA-Reduktasehemmer: Lovastatin, Simvastatin
- Neuroleptika/Antipsychotika: Pimozid, Lurasidon
- PDE-5-Hemmer: Sildenafil zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie
- Sedativa/Hypnotika: oral angewendetes Midazolam, Triazolam
- Arzneimitteln, die starke CYP3A-Induktoren sind; dazu zählen u.a.
- Antikonvulsiva: Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin
- Antimykobakterielle Wirkstoffe: Rifampicin
- Pflanzliche Präparate: Johanniskraut (Hypericum perforatum)
- Dabigatranetexilat, einem P-Glykoprotein(P-gp)-Substrat
- Arzneimitteln, deren Clearance stark von CYP3A abhängig ist und bei denen erhöhte Plasmakonzentrationen mit schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Ereignissen assoziiert sind; dazu zählen u.a. folgende Arzneimittel
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Cobicistat - peroral
- Nebenwirkungen von mit Cobicistat geboostertem Atazanavir aus den 144 Wochen-Daten der Phase 3-Studie GS-US-216-0114
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hyperglykämie
- vermehrter Appetit
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Psychiatrische Erkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Schlaflosigkeit
- abnorme Träume
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Depressionen
- Schlafstörungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Nervensystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Kopfschmerzen
- Schwindelgefühl
- Somnolenz
- Dysgeusie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Augenerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Okulärer Ikterus
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Übelkeit
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erbrechen
- Diarrhoe
- Dyspepsie
- Bauchschmerzen
- Völlegefühl
- Flatulenz
- Mundtrockenheit
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Ikterus
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hyperbilirubinämie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hautausschlag
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Pruritus
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Myalgie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Nierensteine
- Hämaturie
- Proteinurie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Müdigkeit
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Fieber
- Asthenie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
besondere Patientengruppen
- Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
- Sicherheit wurde in einer offenen klinischen Studie (GS-US-236-0118) mit durch Cobicistat geboostertem Atazanavir oder Darunavir plus zwei NRTI an 73 HIV-1-infizierten vorbehandelten Patienten mit leichten oder mittelgradigen Nierenfunktionsstörungen (nach der Cockcroft-Gault-Methode geschätzte eGFR von 50-89 ml/min) untersucht, bei denen der pharmakokinetische Verstärker von Ritonavir auf Cobicistat umgestellt wurde
- nach 96 Wochen betrug mittlere Veränderung des Serumkreatinins 0,07 +/- 0,15 mg/dl und mittlere Veränderung der nach der Cockcroft-Gault-Methode geschätzten eGFR - 6,2 +/- 9,07 ml/min
- Wirkung von Cobicistat auf Serumkreatinin und eGFR bei Patienten, die in der Studie GS-US-236-0118 von Ritonavir auf Cobicistat umgestellt wurden, konsistent mit Wirkung bei nicht vorbehandelten Patienten in der Studie GS-US-216-0114
Anwendungshinweise
- Einnahme 1mal / Tag zum Essen gleichzeitig mit Atazanavir oder Darunavir
- Filmtablette nicht zerkauen oder zerkleinern
- Therapieeinleitung nur durch einen Arzt, der in der Behandlung der HIV-Infektion erfahren ist
Stillzeithinweise
Cobicistat - peroral
- um eine Übertragung von HIV auf das Kind zu vermeiden, wird empfohlen, dass HIV-infizierte Frauen nicht stillen
- Cobicistat soll während der Stillzeit nicht angewendet werden
- nicht bekannt ob Cobicistat / Metabolite in die Muttermilch übergehen
- zur Verfügung stehenden pharmakodynamischen / toxikologischen Daten vom Tier zeigten, dass Cobicistat / Metabolite in die Milch übergehen
- Risiko für das Neugeborene/ Kind kann nicht ausgeschlossen werden
Schwangerschaftshinweise
Cobicistat - peroral
- Behandlung mit Cobicistat und Atazanavir oder Darunavir
- eine Therapie mit Cobicistat und Atazanavir oder Darunavir soll während der Schwangerschaft nicht begonnen werden
- Frauen, die während der Therapie mit Cobicistat und Atazanavir oder Darunavir schwanger werden, sollen auf ein alternatives Behandlungsregime umgestellt werden
- Behandlung während der Schwangerschaft führt zu einer geringeren Atazanavir oder Darunavir-Exposition und damit zu einem
- erhöhten Risiko eines virologischen Versagens
- erhöhten Risiko einer Übertragung der HIV-Infektion von der Mutter auf das Kind
- keine oder nur sehr begrenzte klinische Erfahrungen mit der Anwendung von Cobicistat bei Schwangeren
- tierexperimentelle Studien
- keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen von Cobicistat in Bezug auf die Reproduktionstoxizität
- Fertilität
- Daten am Menschen zum Einfluss auf die Fertilität von Cobicistat sind nicht verfügbar
- tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf schädliche Wirkungen von Cobicistat in Bezug auf die Fertilität
Warnhinweise
Cobicistat - peroral
- Therapie sollte nur durch einen Arzt eingeleitet werden, der in der Behandlung der HIV-Infektion erfahren ist
- gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln
- Cobicistat: starker, mechanismusbasierter CYP3A-Inhibitor und CYP3A-Substrat
- bei gleichzeitiger Anwendung von Cobicistat erhöhte Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln beobachtet, die durch CYP3A metabolisiert werden (einschließlich Atazanavir und Darunavir)
- durch höhere Plasmakonzentrationen der gleichzeitig angewendeten Arzneimittel können deren therapeutische Wirkungen sowie Nebenwirkungen verstärkt oder verlängert sein
- bei durch CYP3A metabolisierten Arzneimitteln können diese erhöhten Plasmakonzentrationen potentiell zu schweren, lebensbedrohlichen oder tödlich verlaufenden Ereignissen führen
- die gleichzeitige Anwendung von Cobicistat und Arzneimitteln, die (einen) durch CYP3A gebildete(n) aktive(n) Metaboliten haben, kann zu verringerten Plasmakonzentrationen dieses / dieser aktiven Metaboliten und möglicherweise zum Verlust der therapeutischen Wirkung führen
- gleichzeitige Anwendung von Cobicistat und Arzneimitteln, die CYP3A induzieren
- kontraindiziert bzw. wird nicht empfohlen, da herabgesetzte Plasmakonzentrationen von Cobicistat zu Plasmaspiegeln führen können, die für eine angemessene Verstärkung der pharmakologischen Wirkung von Atazanavir oder Darunavir nicht ausreichen
- gleichzeitige Anwendung von Cobicistat und Arzneimitteln, die CYP3A hemmen
- kann die Clearance von Cobicistat vermindern, was zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Cobicistat führt
- bei gleichzeitiger Anwendung von Cobicistat erhöhte Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln beobachtet, die durch CYP3A metabolisiert werden (einschließlich Atazanavir und Darunavir)
- Cobicistat: schwacher CYP2D6-Inhibitor und wird in geringem Ausmaß durch CYP2D6 metabolisiert
- gleichzeitige Anwendung von Cobicistat kann die Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln erhöhen, die durch CYP2D6 metabolisiert werden
- Cobicistat hemmt die Transporter P-Glykoprotein (P-gp), BCRP, MATE1, OATP1B1 und OATP1B3
- gleichzeitige Anwendung von Cobicistat und Arzneimitteln, die Substrate dieser Transporter sind, kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen der gleichzeitig angewendeten Arzneimittel führen
- im Gegensatz zu Ritonavir ist Cobicistat kein Induktor von CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19 oder UGT1A1
- wird der pharmakokinetische Verstärker (Booster) von Ritonavir auf Cobicistat umgestellt, ist während der ersten 2 Wochen der Behandlung Vorsicht geboten, insbesondere wenn die Dosis eines der gleichzeitig angewendeten Arzneimittel während der Anwendung von Ritonavir als pharmakokinetischem Verstärker titriert oder angepasst wurde
- Vorschriften zur Kontrazeption
- Ethinylestradiol
- verringerte Plasmakonzentrationen von Ethinylestradiol nach gleichzeitigen Anwendung von Drospirenon/Ethinylestradiol mit Darunavir/Cobicistat
- bei gleichzeitiger Anwendung von Östrogen-basierten Kontrazeptiva mit Darunavir/Cobicistat werden andere oder zusätzliche Formen der Empfängnisverhütung empfohlen
- Drospirenon
- erhöhte Plasmakonzentrationen von Drospirenon nach der Anwendung von Drospirenon/Ethinylestradiol mit Atazanavir/Cobicistat oder mit Darunavir/Cobicistat
- bei gleichzeitiger Anwendung von Drospirenon/Ethinylestradiol mit Atazanavir/Cobicistat oder mit Darunavir/Cobicistat wird aufgrund einer möglichen Hyperkaliämie eine klinische Überwachung empfohlen
- andere orale Kontrazeptiva
- keine Daten vorliegend, um Empfehlungen zur Anwendung von Atazanavir/Cobicistat oder Darunavir/Cobicistat mit anderen oralen Kontrazeptiva zu geben
- andere Form der Empfängnisverhütung ist in Betracht zu ziehen
- Ethinylestradiol
- gleichzeitige Anwendung von Cobicistat und antiretroviralen Arzneimitteln
- Cobicistat muss entweder zusammen mit Atazanavir (300 mg 1mal / Tag) oder Darunavir (800 mg 1mal / Tag) angewendet werden
- Sicherheit und Wirksamkeit für die Anwendung von Cobicistat zusammen mit Atazanavir oder Darunavir im Rahmen eines anderen Dosierungsschemas nicht erwiesen
- aus randomisierten kontrollierten Studien liegen Daten zur antiviralen Wirksamkeit von mit Cobicistat geboostertem Atazanavir vor, nicht jedoch für mit Cobicistat geboostertem Darunavir
- darf nicht als pharmakokinetischer Verstärker von anderen HIV-1-Proteaseinhibitoren oder anderen antiretroviralen Arzneimitteln, die einen Booster benötigen, verwendet werden, da für diese Kombinationen keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden können
- gleichzeitige Anwendung könnte eine unzureichende Plasmakonzentration des/der antiretroviralen Arzneimittel(s) zur Folge haben, was zum Verlust der therapeutischen Wirkung und zur Resistenzentwicklung führen kann
- Cobicistat zusammen mit Atazanavir oder Darunavir darf nicht in Kombination mit weiteren antiretroviralen Wirkstoffen angewendet werden, die eine Verstärkung der pharmakologischen Wirkung in Form eines gleichzeitig angewendeten CYP3A4-Inhibitors benötigen, um die gewünschte therapeutische Plasmakonzentration zu erreichen (d.h. mit einem weiteren Proteaseinhibitor oder mit Elvitegravir)
- für diese Kombinationen können keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden
- gleichzeitige Anwendung kann zu herabgesetzten Plasmakonzentrationen von Atazanavir, Darunavir und/oder den anderen antiretroviralen Wirkstoffen, die eine Verstärkung der pharmakologischen Wirkung benötigen, führen
- dadurch kann es zum Verlust der antiviralen Wirkung und zur Resistenzentwicklung kommen
- Cobicistat muss entweder zusammen mit Atazanavir (300 mg 1mal / Tag) oder Darunavir (800 mg 1mal / Tag) angewendet werden
- Ritonavir
- Cobicistat darf nicht gleichzeitig mit Ritonavir angewendet werden, da Cobicistat und Ritonavir ähnliche Wirkungen auf CYP3A haben
- darf nicht in Kombination mit anderen Arzneimitteln angewendet werden, die Cobicistat enthalten (z.B. die Fixkombination Elvitegravir/Cobicistat/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil)
- Cobicistat: starker, mechanismusbasierter CYP3A-Inhibitor und CYP3A-Substrat
- Auswirkungen auf die geschätzte Kreatinin-Clearance
- konnte gezeigt werden, dass Cobicistat die geschätzte Kreatinin-Clearance durch Hemmung der tubulären Sekretion von Kreatinin senkt
- Effekt auf das Serumkreatinin, der zu einer Verringerung der geschätzten Kreatinin Clearance führt, muss berücksichtigt werden, wenn man Cobicistat bei Patienten anwendet, bei denen die geschätzte Kreatinin-Clearance herangezogen wird, um über die weitere klinische Versorgung zu entscheiden, einschließlich einer Dosisanpassung der gleichzeitig angewendeten Arzneimittel
- Kreatinin-Clearance < 70 ml/Min.
- Behandlung darf nicht eingeleitet werden, sofern für einen oder mehrere gleichzeitig angewendete Wirkstoffe eine Dosisanpassung aufgrund der Kreatinin-Clearance erforderlich ist (z.B. Emtricitabin, Lamivudin, Tenofovirdisoproxilfumarat oder Adefovir)
- derzeit nur unzureichende Daten darüber, ob gleichzeitige Anwendung von Tenofovirdisoproxil und Cobicistat im Vergleich zu Behandlungsregimen, die Tenofovirdisoproxill ohne Cobicistat enthalten, mit einem erhöhten Risiko für renale Nebenwirkungen einhergeht
- Leberinsuffizienz (Child-Pugh-Klasse C)
- bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) Cobicistat nicht untersucht
- Anwendung bei diesen Patienten nicht empfohlen
- Schwangerschaft
- Behandlung mit Cobicistat und Atazanavir oder Darunavir während des 2. und 3.Schwangerschaftstrimesters (im Vergleich zu der postpartalen Phase)
- geringere Atazanavir- oder Darunavir-Exposition
- die erhebliche Reduktion der Atazanavir- oder Darunavir-Exposition kann zu einem virologischen Versagen sowie zu einem erhöhten Risiko einer Übertragung der HIV-Infektion von der Mutter auf das Kind führen
- Absinken der Cobicistat-Konzentrationen
- möglicherweise keine ausreichende Verstärkung der Wirkung („Boosting") mehr gewährleistet
- geringere Atazanavir- oder Darunavir-Exposition
- Therapie mit Cobicistat und Atazanavir oder Darunavir soll daher während der Schwangerschaft nicht begonnen werden
- Frauen, die während der Therapie mit Cobicistat und Atazanavir oder Darunavir schwanger werden, sollen auf ein alternatives Behandlungsregime umgestellt werden
- Darunavir in Kombination mit niedrig dosiertem Ritonavir kann als Alternative in Betracht gezogen werden
- Behandlung mit Cobicistat und Atazanavir oder Darunavir während des 2. und 3.Schwangerschaftstrimesters (im Vergleich zu der postpartalen Phase)