Uptravi 1000 ug

JANSSEN-CILAG GmbH
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Wirkstoff: Selexipag →

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Fachinformationen

Indikation

  • Langzeitbehandlung der pulmonal arteriellen Hypertonie (PAH) bei erwachsenen Patienten der WHO-Funktionsklasse (WHO-FC) II - III
    • Kombinationstherapie bei Patienten, deren Erkrankung mit Endothelin-Rezeptor-Antagonisten (ERA) und/oder einem Phosphodiesterase-5(PDE-5)-Inhibitor unzureichend kontrolliert ist
    • oder Monotherapie bei Patienten, die für diese Therapien nicht infrage kommen
  • Hinweis
    • Wirksamkeit wurde bei PAH, einschließlich idiopathischer und erblicher PAH, PAH in Assoziation mit Bindegewebserkrankungen und PAH in Assoziation mit korrigierten einfachen angeborenen Herzfehlern nachgewiesen

Dosierung

  • Langzeitbehandlung der pulmonal arteriellen Hypertonie (PAH) bei erwachsenen Patienten der WHO-Funktionsklasse (WHO-FC) II - III
    • individualisierte Dosistitration
      • bis zur höchsten individuell verträglichen Dosis hochtitrieren
      • individualisierte Erhaltungsdosis: 200 µg - 1.600 µg Selexipag 2mal / Tag
      • empfohlene Anfangsdosis: 200 µg Selexipag 2mal / Tag, im Abstand von ca. 12 h
      • Dosiserhöhung, üblicherweise wöchentlich, in Schritten von 200 µg Selexipag 2mal / Tag
      • zu Behandlungsbeginn und zu jedem Titrationsschritt: erste Dosis am Abend einnehmen
      • vorrübergehendes Auftreten von Nebenwirkungen während Dosistitration möglich (mit symptomatischer Therapie behandelbar)
      • Reduktion auf vorheriges Dosislevel, wenn Patient Dosis erreicht, die nicht toleriert werden kann
      • wenn Titration zur Dosissteigerung durch andere Gründe als Nebenwirkungen limitiert wurde, die auf Wirkmechanismus von Selexipag beruhen
        • zweiter Versuch zur Dosissteigerung bis zur höchsten individuell verträglichen Dosis
        • max. Dosis von 1.600 µg Selexipag 2mal / Tag erwägen
    • individualisierte Erhaltungsdosis
      • höchste verträgliche Dosis, die während der Dosistitration erreicht wurde, beibehalten
      • wenn Therapie im Zeitverlauf bei gegebener Dosis weniger gut vertragen wird: symptomatische Behandlung und/oder Dosisreduktion auf nächstgeringere Dosis in Betracht ziehen
    • Unterbrechungen und Beendigungen
      • vergessene Dosis
        • schnellstmöglich nachträglich einnehmen
        • nicht einnehmen, wenn Zeitraum bis zur nächsten regulären Dosis < 6 Stunden ist
        • >/= 3 Tage: in niedrigerer Dosis neu beginnen und anschließend hochtitrieren
      • nur begrenzte Erfahrungen mit abrupter Unterbrechung bei PAH-Patienten
      • keine Hinweise für akuten Rebound vorhanden
      • Therapieabbruch: schrittweise und währenddessen eine alternative Behandlung initiieren
    • Dosisanpassungen bei gleichzeitiger Anwendung von moderaten CYP2C8-Inhibitoren (z. B. Clopidogrel, Deferasirox und Teriflunomid)
      • tägliche Gesamtdosis auf die Hälfte reduzieren: 2mal / Tag jeweils die halbe Dosis anwenden
      • alternativ kann die Anwendung 1mal / Tag zur Erreichung der halben täglichen Gesamtdosis fortgesetzt werden
        • bei Patienten, die bereits gut auf ein Dosierungsschema 1mal / Tag eingestellt sind oder
        • bei Patienten für die die geeignete(n) Dosisstärke(n), die eine Anwendung 2mal / Tag mit der Hälfte der Dosis ermöglichen würde, nicht verfügbar ist
      • wenn die Therapie in einer angewendeten Dosis nicht vertragen wird
        • symptomatische Behandlung und / oder Dosisverringerung auf die nächstgeringere Dosis erwägen
      • wenn die gleichzeitige Anwendung eines moderaten CYP2C8-Inhibtors beendet wird
        • ggf. Erhöhung der täglichen Gesamtdosis
      • Höchstdosis von 1.600 µg Selexipag 2mal / Tag nicht überschreiten

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • keine Dosisanpassung erforderlich
    • Patienten > 75 Jahre: nur begrenzte klinische Erfahrungen, Anwendung mit Vorsicht
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C)
      • keine klinischen Erfahrungen vorhanden: Arzneimittel nicht anwenden
    • mittlere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B)
      • Anfangsdosis: 100 µg Selexipag 2mal / Tag
      • anschließende wöchentliche Dosissteigerung in Schritten von 100 µg Selexipag 2mal / Tag bis zum Auftreten von Nebenwirkungen, die auf dem Wirkmechanismus von Selexipag beruhen und nicht toleriert werden oder nicht behandelbar sind
      • Höchstdosis: 800 µg Selexipag 2mal / Tag
      • alternativ kann die Anwendung 1mal / Tag zur Erreichung der halben täglichen Gesamtdosis fortgesetzt werden
        • bei Patienten, die bereits gut auf ein Dosierungsschema 1mal / Tag eingestellt sind oder
        • bei Patienten für die die geeignete(n) Dosisstärke(n), die eine Anwendung 2mal / Tag mit der Hälfte der Dosis ermöglichen würde, nicht verfügbar ist
    • leichte Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse A)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
  • Nierenfunktionsstörungen
    • leicht oder mittlere
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwer (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate [eGFR] < 30 ml / Min. / 1,73 m2)
      • keine Veränderung der Anfangsdosis notwendig
      • Dosistitration mit Vorsicht vornehmen
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • keine Daten vorhanden
    • Anwendung nicht empfohlen

Kontraindikationen

Selexipag - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Selexipag
  • schwere koronare Herzerkrankung
  • instabile Angina pectoris
  • Myokardinfarkt innerhalb der letzten 6 Monate
  • dekompensierte Herzinsuffizienz, sofern nicht engmaschig überwacht
  • schwere Arrhythmien
  • zerebrovaskuläre Ereignisse (z. B. transiente ischämische Attacke, Schlaganfall) innerhalb der letzten 3 Monate
  • angeborene oder erworbene Klappendefekte mit klinisch relevanten myokardialen Funktionsstörungen, die nicht mit einer pulmonalen Hypertonie in Verbindung stehen
  • gleichzeitige Anwendung von starken Inhibitoren von CYP2C8 (z.B. Gemfibrozil)

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Selexipag - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anämie
      • Abfall der Hämoglobinkonzentration
  • Endokrine Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperthyreose
      • Abfall Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH)
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • reduzierter Appetit
      • Gewichtsverlust
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sinustachykardien
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Flush
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • arterielle Hypotonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Nasopharyngitis (nicht infektiöser Genese)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • verstopfte Nase
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Diarrhoe
      • Übelkeit
      • Erbrechen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • abdominelle Schmerzen
      • Dyspepsie
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hautausschlag
      • Urtikaria
      • Erythem
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kieferschmerzen
      • Myalgie
      • Arthralgie
      • Extremitätenschmerz
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schmerzen

Anwendungshinweise

  • Tabletten zum Einnehmen
  • morgens und abends mit Wasser einnehmen
  • zur Verbesserung der Verträglichkeit: zu den Mahlzeiten einnehmen
  • zu Beginn jeder Dosissteigerung während der Titrationsphase: erste gesteigerte Dosis abends einnehmen
  • Tabletten nicht teilen oder zerkleinern (Tablettenbeschichtung schützt den Wirkstoff vor Licht)
  • Patienten mit eingeschränktem Sehvermögen oder blinde Patienten
    • anweisen, bei der Einnahme während der Titrationsphase von einer anderen Person Unterstützung zu erhalten

Stillzeithinweise

Selexipag - peroral
  • sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden
  • nicht bekannt, ob Selexipag oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen
  • tierexperimentelle Studien
    • bei Ratten gehen Selexipag oder seine Metaboliten in die Milch über
  • Risiko für den gestillten Säugling kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Selexipag - peroral
  • Anwendung nicht empfohlen während der Schwangerschaft
  • Anwendung nicht empfohlen bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Kontrazeption anwenden
  • keine Daten zum Einsatz von Selexipag bei Schwangeren vorliegend
  • tierexperimentelle Studien
    • keine direkten oder indirekten schädlichen Auswirkungen hinsichtlich einer Reproduktionstoxizität erkennbar
    • Selexipag und sein Hauptmetabolit zeigten in in vitro Studien an Tierarten, die zur Untersuchung von Reproduktionstoxizität im Vergleich zum Menschen benutzt werden, eine 20- bis 80-fach niedrigere Prostacyclin (IP)-Rezeptorpotenz
      • Sicherheitsmargen für potenzielle IP-Rezeptor-vermittelte Effekte auf die Reproduktion dementsprechend niedriger als für nicht-IP-assoziierte Effekte
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • sollten während der Therapie eine wirksame Methode zur Empfängnisverhütung anwenden
  • Fertilität
    • keine klinischen Daten vorliegend
    • Studien mit Ratten
      • hohe Dosierungen von Selexipag führten zu vorübergehenden Störungen des Brunstzyklus, die nicht die Fertilität beeinflussten
      • Relevanz für Menschen nicht bekannt

Warnhinweise

Selexipag - peroral
  • Behandlung sollte nur durch einen Arzt eingeleitet und überwacht werden, der in der Behandlung der PAH erfahren ist
  • Arterielle Hypotonie
    • Selexipag hat vasodilatatorische Eigenschaften, die zu einer Blutdrucksenkung führen können
    • vor der Therapie sollte vom behandelnden Arzt sorgfältig überprüft werden, ob sich bei Patienten mit bestimmten Grunderkrankungen die Therapie mit Selexipag durch vasodilatatorische Effekte nachteilig auswirken könnte, z.B. bei
      • antihypertensiver Therapie
      • Hypotonie in Ruhe
      • Hypovolämie
      • schwerer linksventrikulärer Ausflussobstruktion
      • autonomer Dysfunktion
  • Hyperthyreose
    • Hyperthyreose unter Selexipag beobachtet
    • Schilddrüsenfunktionstests empfohlen, je nach klinischer Indikation beim Vorliegen von Anzeichen oder Symptomen einer Hyperthyreose
  • Pulmonale veno-okklusive Erkrankung
    • bei Patienten mit veno-okklusiver Erkrankung wurde unter Therapie mit Vasodilatatoren (hauptsächlich Prostacycline) über Fälle von Lungenödem berichtet
    • beim Auftreten von Symptomen eines Lungenödems die Möglichkeit einer pulmonalen veno-okklusiven Erkrankung in Betracht ziehen
      • bestätigt sich dies, muss Behandlung beendet werden
  • Ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • nur begrenzte klinische Erfahrungen
    • mit Vorsicht anwenden
  • Eingeschränkte Leberfunktion
    • keine klinischen Erfahrungen bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Klasse C)
      • Selexipag sollte nicht bei diesen Patienten angewendet werden
    • Exposition mit Selexipag und seinem aktiven Metaboliten ist bei Patienten mit mittlerer Leberfunktionsstörung (z. B. Child-Pugh-Klasse B) erhöht
      • Einnahme einmal täglich
  • Nierenfunktionsstörungen
    • Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate [eGFR] < 30 ml/min/1,73 m2)
      • Dosistitration mit Vorsicht
    • Dialyse-Patienten
      • keine Erfahrungen vorliegend
      • Anwendung nicht empfohlen
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • sollten während der Therapie eine wirksame Methode zur Empfängnisverhütung anwenden