Urocin 20mg Lyophilisat+SICS Bl.Inst.Syst.
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 1 ST | 208,73 € |
| N2 | 6 ST | 1139,71 € |
| – | 4 ST | 763,58 € |
| NotApplicable | 1 ST | – |
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Jetzt KI fragenFachinformationen
Indikation
- Erwachsene
- intravesikale Anwendung
- zur Rezidivprophylaxe bei nicht-invasivem Harnblasenkarzinom nach transurethraler Resektion
- intravenöse Anwendung
- palliative Tumortherapie
- Monochemotherapie oder kombinierte zytostatische Chemotherapie bei folgenden Tumoren:
- nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom
- fortgeschrittenes kolorektales Karzinom
- fortgeschrittenes Leberzellkarzinom
- fortgeschrittenes Magenkarzinom
- fortgeschrittenes und / oder metastasierendes Mammakarzinom
- fortgeschrittenes Ösophaguskarzinom
- fortgeschrittenes Pankreaskarzinom
- fortgeschrittenes Zervixkarzinom
- fortgeschrittener Kopf-Hals-Tumor
- intravesikale Anwendung
Dosierung
Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 20 mg Mitomycin
- Rezidivprophylaxe bei nicht-invasivem Harnblasenkarzinom nach transurethraler Resektion
- intravesikale Anwendung
- 20 - 40 mg Mitomycin 1mal / Woche, in die Harnblase instilliert
- alternative Therapieregimes:
- 1mal / 2 Wochen
- 1mal / 1 Monat
- 1mal / 3 Monate
- Entscheidung für bestmögliches Regime mit optimaler Dosis, Anwendungshäufigkeit und Therapiedauer sollte vom Facharzt anhand der individuellen Patientensituation getroffen werden
- Hinweis:
- Anwendung nur von in dieser Therapie erfahrenen Ärzten bei strenger Indikationsstellung und unter laufender Kontrolle der hämatologischen Parameter
- intravesikale Anwendung
- palliative Tumortherapie als Monotherapie oder in kombinierter zytostatischer Chemotherapie
- intravenöse (i.v.) Anwendung
- Monochemotherapie
- meist als i.v.-Bolusinjektion abhängig vom Behandlungsschema:
- 10 - 20 mg Mitomycin i.v. / m2 KOF (Körperoberfläche) 1mal / 6 - 8 Wochen oder
- 8 - 12 mg Mitomycin i.v. / m2 KOF 1mal / 3 - 4 Wochen oder
- 5 - 10 mg Mitomycin i.v. / m2 KOF 1mal / 1 - 6 Wochen
- Höchstdosis
- Dosierung > 20 mg Mitomycin i.v. / m2 führt zu mehr toxischen Erscheinungen, bringt jedoch keinen therapeutischen Nutzen
- max. kumulative Dosis: 60 mg Mitomycin / m2 KOF
- meist als i.v.-Bolusinjektion abhängig vom Behandlungsschema:
- Kombinationschemotherapie
- Dosierung deutlich geringer
- keine Abweichung von erprobten Therapieprotokollen ohne besonderen Grund (Gefahr der additiven Myelotoxizität)
- Monochemotherapie
- intravenöse (i.v.) Anwendung
Dosisanpassung
- Patienten mit ausgiebiger zytostatischer Vorbehandlung, bei Vorliegen einer Knochenmarksuppression
- Dosisreduktion erforderlich
- ältere Patienten
- Dosisreduktion erforderlich
- >/= 65 Jahre
- keine ausreichenden Daten aus klinischen Studien verfügbar
- eingeschränkte Nierenfunktion
- Anwendung nicht empfohlen
- systemische Therapie
- relative Kontraindikation
- eingeschränkte Leberfunktion
- Anwendung nicht empfohlen (fehlende Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten)
- systemische Therapie
- relative Kontraindikation
- Kinder und Jugendliche
- Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)
Kontraindikationen
Mitomycin - urogenital
- Überempfindlichkeit gegenüber Mitomycin
- Perforation der Harnblasenwand
- Zystitis
- Stillzeit
- Schwangerschaft
Nebenwirkungen
Mitomycin - urogenital
Mögliche Nebenwirkungen unter intravesikaler Therapie
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Pruritus
- allergischer Hautausschlag
- Kontaktdermatitis
- palmar-plantare Erythrodysästhesie (PPE)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- generalisiertes Exanthem
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Zystitis (möglicherweise hämorrhagisch)
- Dysurie
- Nykturie
- Pollakisurie
- Hämaturie
- lokale Reizung der Harnblasenwand
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- nekrotisierende Zystitis
- allergische (eosinophile) Zystitis
- Stenose der ableitenden Harnwege
- verminderte Harnblasenkapazität
- Kalzifizierung der Harnblasenwand
- Harnblasenwandfibrose
- Harnblasenwandperforation
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
Mögliche Nebenwirkungen unter systemischer Therapie
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Knochenmarksuppression mit Leukopenie und zumeist dominanter Thrombzytopenie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- lebensbedrohliche Infektion
- Sepsis
- hämolytische Anämie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Immunsystems
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- schwere allergische Reaktionen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Herzerkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Herzinsuffizienz nach vorausgegangener Anthrazyklintherapie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- interstitielle Pneumonie
- Atemnot
- Husten
- Kurzatmigkeit
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- pulmonaler Hypertonus
- Lungenvenenverschlusskrankheit (PVOD)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Übelkeit
- Erbrechen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Mukositis
- Stomatitis
- Diarrhoe
- Anorexie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Leberfunktionsstörung
- Transaminasenerhöhung
- Ikterus
- Lebervenenverschlusskrankheit (VOD)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Exantheme
- allergischer Hautausschlag
- Kontaktdermatitis
- Palmar-Plantar-Erythem (palmar-plantare Erythrodysästhesie)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Alopezie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- generalisierte Exantheme
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Nierenfunktionsstörung
- Anstieg des Serumkreatinins
- Glomerulopathie
- Nephrotoxizität
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- hämolytisch-Urämisches Syndrom (HUS) (häufig tödlich)
- mikroangiopathische hämolytische Anämie (MAHA-Syndrom)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- bei Paravasation:
- Cellulitis
- Gewebsnekrosen
- bei Paravasation:
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Fieber
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
Anwendungshinweise
- zur intravenösen (i.v.) Injektion / Infusion oder zur intravesikalen Instillation nach Auflösen des Pulvers
- intravesikale Anwendung
- Zubereitung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung
- Inhalt von 1 Durchstechflasche (entspr. 20 mg Mitomycin) in 20 ml 0,9 %iger isotonischer NaCl-Lösung lösen
- gebrauchsfertige Lösung: max. 1 mg Mitomycin / ml
- reduzierte Flüssigkeitsaufnahme vor, während und nach der Instillation
- um Konzentration von Mitomycin aufrechtzuerhalten
- Applikationshinweise
- Anwendung bei optimalem pH-Wert (Urin-pH > 6)
- Harnblase muss vor der Instillation entleert sein
- Mitomycin wird mithilfe eines Katheters und mit geringem Druck in die Blase eingeführt
- Instillationsdauer: 1 - 2 Stunden / Instillation
- die Lösung sollte währenddessen einen ausreichenden Kontakt mit der gesamten Schleimhautoberfläche der Harnblase haben
- Patient sollte daher so weit wie möglich mobil bleiben
- Behandlungsende
- nach 2 Std. sollte der Patient die instillierte Lösung ausscheiden, vorzugsweise sitzend
- Zubereitung einer Lösung zur intravesikalen Anwendung
- intravenöse Anwendung
- die i.v. Injektion muss streng intravenös erfolgen
- paravasale Injektion: es treten ausgedehnte Nekrosen im betroffenen Bereich auf
- Zubereitung einer Lösung zur intravenösen Anwendung
- Zubereitung der Stammlösung (0,5 mg Mitomycin / ml):
- Inhalt von 1 Durchstechflasche (entspr. 20 mg Mitomycin) in 40 ml Wasser für Injektionszwecke durch Umschwenken lösen
- Inhalt muss sich innerhalb von 5 Min. klar lösen
- Inhalt von 1 Durchstechflasche (entspr. 20 mg Mitomycin) in 40 ml Wasser für Injektionszwecke durch Umschwenken lösen
- Zubereitung der Infusionslösung
- Verwendung von isotonischer NaCl-Lösung
- gebrauchsfertige Lösung: max. 0,5 mg Mitomycin / ml
- Zubereitung der Stammlösung (0,5 mg Mitomycin / ml):
- die i.v. Injektion muss streng intravenös erfolgen
- weitere Informationen s. jew. Herstellerinformation
Stillzeithinweise
Mitomycin - urogenital
- kontraindiziert in der Stillzeit
- stillende Frauen müssen vor Beginn einer Behandlung mit Mitomycin abstillen
- aufgrund erwiesener mutagener, teratogener und karzinogener Wirkungen
- Übergang in die Muttermilch
Schwangerschaftshinweise
Mitomycin - urogenital
- Mitomycin darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden
- bei vitaler Indikation zur Behandlung einer schwangeren Patientin sollte eine medizinische Beratung über das mit der Behandlung verbundene Risiko von schädigenden Wirkungen für das Kind erfolgen
- Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
- Mitomycin hat eine mutagene, teratogene und karzinogene Wirkung
- kann die embryonale Entwicklung beeinträchtigen
- Frauen dürfen während einer Behandlung mit Mitomycin nicht schwanger werden
- falls während der Behandlung eine Schwangerschaft eintritt, muss eine genetische Beratung angeboten werden
- Patientinnen im geschlechtsreifen Alter sollten während und bis zu 6 Monaten nach Beendigung der Chemotherapie empfängnisverhütende Maßnahmen ergreifen bzw. sexuelle Abstinenz einhalten
- Fertilität
- Mitomycin wirkt erbgutschädigend
- Männern, die mit Mitomycin behandelt werden, daher empfohlen, während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach kein Kind zu zeugen und sich vor Therapiebeginn wegen der Möglichkeit einer irreversiblen Infertilität durch die Therapie mit Mitomycin über eine Spermakonservierung beraten zu lassen
Warnhinweise
Mitomycin - urogenital
- Myelotoxizität
- aufgrund der toxischen Wirkung von Mitomycin auf das Knochenmark müssen andere myelotoxische Therapiemodalitäten (insbesondere andere Zytostatika, Strahlentherapie) mit besonderer Vorsicht gehandhabt werden, um eine additive Myelosuppression zu minimieren
- Langzeittherapie kann zu kumulativer Knochenmarkstoxizität führen
- Empfohlene Kontrolluntersuchungen und Sicherheitsmaßnahmen bei intravenöser Anwendung
- vor Therapiebeginn
- großes Blutbild
- Lungenfunktionstest bei Verdacht auf eine vorbestehende Lungenfunktionsstörung
- Nierenfunktionsprüfung zum Ausschluss einer Niereninsuffizienz
- Leberfunktionsprüfung zum Ausschluss einer Leberinsuffizienz
- während der Therapie
- regelmäßige Überwachung des Blutbildes
- engmaschige Überwachung der Nierenfunktion
- vor Therapiebeginn
- Besondere Vorsicht erforderlich
- bei Auftreten oder sich verschlechternden Infektionskrankheiten
- bei Vorliegen einer Blutungsneigung
- Zystitis
- Zystitis wird symptomatisch durch lokale antiphlogistische und analgetische Maßnahmen behandelt
- in den meisten Fällen kann die Therapie mit Mitomycin, ggf. dosisreduziert, fortgesetzt werden
- in Einzelfällen ist eine allergische (eosinophile) Zystitis beschrieben worden, die zum Therapieabbruch zwang
- Zystitis wird symptomatisch durch lokale antiphlogistische und analgetische Maßnahmen behandelt
- Ältere Patienten
- leiden häufiger unter reduzierter physiologischer Funktion und Knochenmarkdepression, die längerfristig anhalten kann
- daher Gabe von Mitomycin in dieser Patientengruppe mit besonderer Vorsicht und unter engmaschiger Überwachung des Patientenzustands
- Haut- und Schleimhautkontakt vermeiden
- Mitomycin ist bei Menschen eine mutagene und potenziell karzinogene Substanz
- Therapie sofort abbrechen
- bei Symptomen einer Lungenerkrankung, die nicht auf die Grunderkrankung zurückgeführt werden kann
- Lungentoxizität kann mit Steroiden gut behandelt werden
- wenn sich Symptome einer Hämolyse oder Indikationen für eine Nierenfunktionsstörung (Nephrotoxizität) zeigen
- ein auftretendes hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS: irreversibles Nierenversagen, mikroangiopathische hämolytische Anämie [MAHA-Syndrom] und Thrombozytopenie) verläuft gewöhnlich tödlich
- bei Symptomen einer Lungenerkrankung, die nicht auf die Grunderkrankung zurückgeführt werden kann
- mikroangiopathische hämolytische Anämie [MAHA-Syndrom]
- bei Dosierungen von > 30 mg Mitomycin / m² KOF mikroangiopathisch-hämolytische Anämie beobachtet
- engmaschige Überwachung der Nierenfunktion empfohlen
- neue Erkenntnisse lassen einen Therapieversuch zur Entfernung von Immunkomplexen, die anscheinend bei der Auslösung der Symptome eine signifikante Rolle spielen, mittels Staphylococcus-Protein A angezeigt erscheinen
- bei Dosierungen von > 30 mg Mitomycin / m² KOF mikroangiopathisch-hämolytische Anämie beobachtet
- bei Patienten, die gleichzeitig mit anderen antineoplastischen Wirkstoffen behandelt wurden
- Auftreten akuter Leukämie (in einigen Fällen nach präleukämischer Phase) und myelodysplastischem Syndrom berichtet
- Impfungen
- bei Patienten mit reduzierter Immunkompetenz, wie z.B. bei der Behandlung mit Mitomycin, erhöht eine Impfung mit Lebendvakzinen (z.B. Gelbfieberimpfstoff) das Risiko für Infektionen und andere unerwünschte Reaktionen wie z.B. Vaccinia gangraenosum und generalisierte Vaccinia
- Impfungen mit Lebendvakzinen während der Behandlung kontraindiziert
- nach Beendigung einer Chemotherapie sollten Lebendvakzine mit Vorsicht angewendet werden und die Impfung frühestens 3 Monate nach der letzten Dosis Chemotherapie erfolgen
- Mitomycin nicht geeignet als Immunsuppressivum