Ursofalk 250 mg/5 ml Suspension

EMRA-MED Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ursodeoxycholsäure →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 250 ML 50,31 €
N3 500 ML 85,45 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung der primär biliären Cholangitis (PBC) bei Patienten ohne dekompensierte Leberzirrhose
  • Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen der Gallenblase, vorausgesetzt
    • Gallensteine geben auf dem Röntgenbild keine Schatten
    • Gallensteine < 15 mm im Durchmesser
    • Gallenblase trotz Gallenstein(en) funktionsfähig

Kinder von 1 Monat - < 18 Jahren

  • Behandlung einer hepatobiliären Erkrankung im Zusammenhang mit zystischer Fibrose

Dosierung

Basiseinheit: 1 Messlöffel (5 ml Suspension) enthält 250 mg Ursodeoxycholsäure

  • Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen
    • ca. 10 mg / kg KG / Tag
    • 5 - 7 kg KG: 1/4 Messlöffel (1,25 ml)
    • 8 - 12 kg KG: 1/2 Messlöffel (2,5 ml)
    • 13 - 18 kg KG: 3/4 Messlöffel (3,75 ml)
    • 19 - 25 kg KG: 1 Messlöffel (5 ml)
    • 26 - 35 kg KG: 1 1/2 Messlöffel (7,5 ml)
    • 36 - 50 kg KG: 2 Messlöffel (10 ml)
    • 51 - 65 kg KG: 2 1/2 Messlöffel (12,5 ml)
    • 66 - 80 kg KG: 3 Messlöffel (15 ml)
    • 81 - 100 kg KG: 4 Messlöffel (20 ml)
    • > 100 kg KG: 5 Messlöffel (25 ml)
    • Behandlungsdauer
      • 6 - 24 Monate
      • Therapie nicht fortführen, wenn nach 12 Monaten noch keine Verkleinerung der Gallensteine eingetreten ist
      • sonographische oder röntgenologische Überprüfung des Behandlungserfolges alle 6 Monate
      • Therapieabbruch bei Verkalkung der Steine
  • symptomatische Behandlung der primär biliären Zirrhose
    • ca. 12 - 16 mg Ursodeoxycholsäure / kg KG / Tag
    • 8 - 11 kg KG: 1/4 Messlöffel mittags und 1/4 Messlöffel abends (2,5 ml / Tag)
    • 12 - 15 kg KG: je 1/4 Messlöffel morgens, mittags, abends (3,75 ml / Tag)
    • 16 - 19 kg KG: 1/2 Messlöffel morgens und abends (5 ml / Tag)
    • 20 - 23 kg KG: 1/4 Messlöffel morgens und je 1/2 Messlöffel mittags und abends (6,25 ml / Tag)
    • 24 - 27 kg KG: je 1/2 Messlöffel morgens, mittags, abends (7,5 ml / Tag)
    • 28 - 31 kg KG: 1/4 Messlöffel morgens, 1/2 Messlöffel mittags und 1 Messlöffel abends (8,75 ml / Tag)
    • 32 - 39 kg KG: 1/2 Messlöffel morgens und mittags und 1 Messlöffel abends (10 ml / Tag)
    • 40 - 47 kg KG: 1/2 Messlöffel morgens und 1 Messlöffel mittags und abends (12,5 ml / Tag)
    • 48 - 62 kg KG: je 1 Messlöffel morgens, mittags und abends (15 ml / Tag)
    • 63 - 80 kg KG: 1 Messlöffel morgens und mittags, 2 Messlöffel abends (20 ml / Tag)
    • 81 - 95 kg KG: 1 Messlöffel morgens, 2 Messlöffel mittags und abends (25 ml / Tag)
    • 96 - 115 kg KG: je 2 Messlöffel morgens, mittags und abends (30 ml / Tag)
    • > 115 kg KG: 2 Messlöffel morgens und mittags und 3 Messlöffel abends (35 ml / Tag)
    • nach 3 Monaten kann die Dosis auch 1mal / Tag abends eingenommen werden
    • Behandlungsdauer: zeitlich nicht begrenzt
    • Verschlechterung der klinischen Symptomatik zu Behandlungsbeginn (z.B. Verstärkung des Juckreizes)
      • Fortführen der Therapie mit einer verringerten Dosis / Tag
      • Dosissteigerung, nach je 1 Woche bis zum Erreichen der vorgesehenen Dosis (s.o.)
  • Kinder mit zystischer Fibrose im Alter von 1 Monat - < 18 Jahren
    • 20 mg Ursodeoxycholsäure / kg KG / Tag in 2 - 3 Gaben
    • bei Bedarf, Steigerung auf 30 mg Ursodeoxycholsäure / kg KG / Tag
    • Kinder < 10 kg KG
      • Einmalspritze (2 ml) als Dosierhilfe benutzen
    • 4 kg KG: 0,8 ml morgens und 0,8 ml abends
    • 4,5 kg KG: 0,9 ml morgens und 0,9 ml abends
    • 5 kg KG: 1 ml morgens und 1 ml abends
    • 5,5 kg KG: 1,1 ml morgens und 1,1 ml abends
    • 6 kg KG: 1,2 ml morgens und 1,2 ml abends
    • 6,5 kg KG: 1,3 ml morgens und 1,3 ml abends
    • 7 kg KG: 1,4 ml morgens und 1,4 ml abends
    • 7,5 kg KG: 1,5 ml morgens und 1,5 ml abends
    • 8 kg KG: 1,6 ml morgens und 1,6 ml abends
    • 8,5 kg KG: 1,7 ml morgens und 1,7 ml abends
    • 9 kg KG: 1,8 ml morgens und 1,8 ml abends
    • 9,5 kg KG: 1,9 ml morgens und 1,9 ml abends
    • 10 kg KG: 2,0 ml morgens und 2,0 ml abends
    • Kinder > 10 kg KG
      • beiliegende Dosierhilfe benutzen
    • 11 - 12 kg KG: 1/2 Messlöffel morgens und 1/2 Messlöffel abends (21 - 23 mg / kg KG / Tag)
    • 13 - 15 kg KG: 1/2 Messlöffel morgens und 3/4 Messlöffel abends (21 - 24 mg / kg KG / Tag)
    • 16 - 18 kg KG: 3/4 Messlöffel morgens und 3/4 Messlöffel abends (21 - 23 mg / kg KG / Tag)
    • 19 - 21 kg KG: 3/4 Messlöffel morgens und 1 Messlöffel abends (21 - 23 mg / kg KG / Tag)
    • 22 - 23 kg KG: 1 Messlöffel morgens und 1 Messlöffel abends (22 - 23 mg / kg KG / Tag)
    • 24 - 26 kg KG: 1 Messlöffel morgens und 1 1/4 Messlöffel abends (22 - 23 mg / kg KG / Tag)
    • 27 - 29 kg KG: 1 1/4 Messlöffel morgens und 1 1/4 Messlöffel abends (22 - 23 mg / kg KG / Tag)
    • 30 - 32 kg KG: 1 1/4 Messlöffel morgens und 1 1/2 Messlöffel abends (21 - 23 mg / kg KG / Tag)
    • 33 - 35 kg KG: 1 1/2 Messlöffel morgens und 1 1/2 Messlöffel abends (21 - 23 mg / kg KG / Tag)
    • 36 - 38 kg KG: 1 1/2 Messlöffel morgens und 1 3/4 Messlöffel abends (21 - 23 mg / kg KG / Tag)
    • 39 - 41 kg KG: 1 3/4 Messlöffel morgens und 1 3/4 Messlöffel abends (21 - 22 mg / kg KG / Tag)
    • 42 - 47 kg KG: 1 3/4 Messlöffel morgens und 2 Messlöffel abends (20 - 22 mg / kg KG / Tag)
    • 48 - 56 kg KG: 2 1/4 Messlöffel morgens und 2 1/4 Messlöffel abends (20 - 23 mg / kg KG / Tag)
    • 57 - 68 kg KG: 2 3/4 Messlöffel morgens und 2 3/4 Messlöffel abends (20 - 24 mg / kg KG / Tag)
    • 69 - 81 kg KG: 3 1/4 Messlöffel morgens und 3 1/4 Messlöffel abends (20 - 24 mg / kg KG / Tag)
    • 82 - 100 kg KG: 4 Messlöffel morgens und 4 Messlöffel abends (20 - 24 mg / kg KG / Tag)
    • > 100 kg KG: 4 1/2 Messlöffel morgens und 4 1/2 Messlöffel abends

Kontraindikationen

Ursodeoxycholsäure - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Ursodeoxycholsäure bzw. Gallensäuren
  • akute Ulkuserkrankungen
  • entzündliche Darmerkrankungen und andere Dünndarm- , Dickdarm- und Leberleiden, die den enterohepatischen Kreislauf der Gallensalze störend beeinflussen (z.B. Ileumresektion und Ileostoma, extra- und intrahepatischer Gallenstau, schwere Lebererkrankungen)
  • häufige Gallenkoliken
  • röntgendichte, kalzifizierte Gallensteine
  • akute Entzündungen der Gallenblase und der Gallenwege
  • Verschluss der Gallenwege (Choledochus- oder Zystikusverschluss)
  • eingeschränkte Kontraktionsfähigkeit der Gallenblase
  • wenn die Gallenblase röntgenologisch nicht darstellbar ist
  • Kinder und Jugendliche
    • erfolglose Hepatoenterostomie bzw. fehlende Wiederherstellung eines normalen Gallenabflusses bei Kindern mit Gallengangatresie

Therapiehinweise

Einnahme zur Nacht.

Nebenwirkungen

Ursodeoxycholsäure - peroral
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • breiförmige Stühle
      • Durchfall
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • bei Behandlung der primär biliären Zirrhose (BPC)
        • schwere rechtsseitige Oberbauchbeschwerden
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verkalkung von Gallensteinen
      • bei Behandlung der primär biliären Zirrhose
        • Dekompensation der Leberzirrhose (teilweise Rückbildung nach Absetzen der Therapie)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Urtikaria

Anwendungshinweise

  • Suspension zum Einnehmen
  • Anwendung unter ärztlicher Kontrolle
  • verschlossene Flasche vor Gebrauch gut schütteln
  • Auflösen von Cholesterin-Gallensteinen
    • Einnahme der Suspension abends vor dem Schlafengehen
    • regelmäßige Einnahme
  • symptomatische Behandlung der primär biliären Zirrhose
    • Einnahme der Suspension gemäß Dosierungsschema
    • regelmäßige Einnahme
  • Kinder mit zystischer Fibrose
    • Einmalspritze (2 ml) als Dosierhilfe benutzen bei Kinder < 10 kg KG
      • kleine Menge der Suspension in beiliegendes Messbehältnis gießen
      • etwas mehr als das erforderliche Volumen in die Spritze aufziehen
      • Luftblasen durch klopfen an der Spritze entfernen
      • erforderliches Volumen überprüfen, ggf. anpassen
      • Verabreichung des Inhalts der Spritze vorsichtig direkt in den Mund
      • unverbrauchte Suspension aus der Spritze oder dem Messbehältnis verwerfen
    • Einnahme der Suspension gemäß Dosierungsschema
    • regelmäßige Einnahme

Stillzeithinweise

Ursodeoxycholsäure - peroral
  • basierend auf wenigen dokumentierten Fällen stillender Frauen ist der Ursodeoxycholsäure-Spiegel in der Muttermilch sehr niedrig
    • daher Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen unwahrscheinlich

Schwangerschaftshinweise

Ursodeoxycholsäure - peroral
  • Ursodeoxychlorsäure darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich
  • vor Beginn der Behandlung Ausschluss einer möglichen Schwangerschaft
  • keine oder nur sehr begrenzte Daten zur Verwendung von Ursodeoxycholsäure in der Schwangerschaft
  • tierexperimentelle Studien
    • haben eine Reproduktionstoxizität während der frühen Trächtigkeitsphase gezeigt
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • Behandlung von Frauen im gebärfähigen Alter nur bei Anwendung von zuverlässigen empfängnisverhütenden Maßnahmen
      • nicht-hormonelle Empfängnisverhütungsmethoden oder orale Kontrazeptiva mit niedrigem Östrogengehalt empfohlen
      • bei Patienten, die Ursodeoxychlorsäure zur Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen der Gallenblase anwenden:
        • wirksame nicht-hormonelle Verhütungsmethoden sollten angewendet werden (hormonhaltige, orale Kontrazeptiva können Bildung von Gallensteinen fördern)
  • Fertilität
    • tierexperimentelle Studien
      • zeigten keinen Einfluss von Ursodeoxychlorsäure
    • Daten zur Auswirkung auf die Fertilität beim Menschen nach Exposition mit Ursodeoxychlorsäure nicht vorliegend

Warnhinweise

Ursodeoxycholsäure - peroral
  • Ursodesoxycholsäure sollte nur unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden
  • Kontrolle der Leberparameter AST (SGOT), ALT (SGPT) und gamma-GT:
    • in den ersten 3 Monaten alle 4 Wochen
    • anschließend alle 3 Monate
    • mit diesen Überwachungsmaßnahmen soll sichergestellt werden, dass mögliche Leberfunktionsstörungen frühzeitig erkannt werden
      • gilt v.a. bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium der PBC
      • außerdem wird rechtzeitig erkannt, ob ein Patient mit PBC auf die Behandlung ansprich
  • bei Anwendung zur Auflösung von Cholesteringallensteinen der Gallenblase
    • Vorraussetzung für den Beginn einer Therapie mit Ursodeoxycholsäure ist der Cholesterol-Charakter der Gallensteine
      • ein verlässliches Kennzeichen ist ihre Röntgenstrahlendurchlässigkeit
    • größte Wahrscheinlichkeit einer Auflösung besteht bei kleinen Gallensteinen in einer funktionsfähigen Gallenblase
    • um den Verlauf der Behandlung einschätzen und eine Verkalkung der Gallensteine rechtzeitig erkennen zu können, sollte abhängig von der Steingröße 6 - 10 Monate nach Behandlungsbeginn eine Darstellung der Gallenblase (orale Cholezystografie) mit Übersichts- und Schlussaufnahmen im Stehen und im Liegen (Ultraschallverlaufskontrolle) durchgeführt werden
      • bei Patienten unter einer Behandlung zur Gallensteinauflösung angebracht, die Wirksamkeit des Arzneimittels alle 6 Monate mittels Cholezystografie oder Echografie zu bestimmen
    • bei röntgenologisch nicht darstellbarer Gallenblase, calcifizierten Gallensteinen, gestörter Kontraktionsfähigkeit der Gallenblase und bei häufigen Gallenkoliken darf Ursodesoxycholsäure nicht angewendet werden
    • Frauen im gebärfähigen Alter, die Ursodesoxycholsäure zur Auflösung von Gallensteinen einnehmen
      • sollten wirksame nichthormonelle Verhütungsmethoden anwenden, da hormonhaltige Kontrazeptiva die Bildung von Gallensteinen fördern können
  • bei Anwendung zur Behandlung von Patienten mit PBC im fortgeschrittenen Stadium
    • in sehr seltenen Fällen eine Dekompensation der Leberzirrhose beobachtet, die nach Absetzen der Behandlung teilweise reversibel war
    • bei Patienten mit PBC können sich klinische Symptome (z.B. Juckreiz) in seltenen Fällen zu Beginn der Behandlung verstärken
      • in diesem Fall sollte die Dosis reduziert werden
      • danach sollte die Dosis, wie in Abschnitt Dosierung beschrieben, schrittweise wieder erhöht werden
  • Dekompensation der Leberzirrhose
    • in sehr seltenen Fällen Dekompensation der Leberzirrhose beobachtet, die nach Absetzen der Behandlung teilweise reversibel war
  • Diarrhoe
    • bei Diarrhöoe Dosis reduzieren
    • in Fällen vanhaltender Diarrhö sollte die Behandlung abgebrochen werden