Ursofalk 500mg Filmtabletten

European Pharma B.V.
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ursodeoxycholsäure →

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N2 50 ST 45,66 €
N3 100 ST 74,35 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen der Gallenblase, vorausgesetzt
    • Gallensteine geben auf dem Röntgenbild keine Schatten
    • Gallensteine </= 15 mm im Durchmesser
    • Gallenblase trotz Gallenstein(en) nicht wesentlich eingeschränkt
  • Behandlung der primär biliären Cholangitis (PBC) bei Patienten ohne dekompensierte Leberzirrhose

Kinder und Jugendliche 6 Jahre bis < 18 Jahre

  • Behandlung einer hepatobiliären Erkrankung im Zusammenhang mit zystischer Fibrose

Dosierung

  • Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen
    • 10 mg Ursodesoxycholsäure (UDCA) / kg KG / Tag, entsprechend
      • </= 60 kg KG: 1 Tablette (500 mg)
      • 61 - 80 kg KG: 1,5 Tabletten (750 mg)
      • 81 - 100 kg KG: 2 Tabletten (1000 mg)
      • > 100 kg KG: 2,5 Tabletten (1250 mg)
    • Behandlungsdauer
      • 6 - 24 Monate
      • Therapie nicht fortführen, wenn nach 12 Monaten noch keine Verkleinerung der Gallensteine eingetreten ist
      • sonographische oder röntgenologische Überprüfung des Behandlungserfolges alle 6 Monate
      • Therapieabbruch bei Verkalkung der Steine
  • Behandlung der primär biliären Zirrhose (PBC)
    • Tagesdosis vom Körpergewicht (KG) abhängig ca. 14 +/- 2 mg Ursodeoxycholsäure / kg KG
    • während der ersten 3 Monate
      • 47 - 62 kg KG: je 1/2 Tablette morgens, mittags und abends (750 mg / Tag)
      • 63 - 78 kg KG: je 1/2 Tablette morgens und mittags, 1 Tablette abends (1000 mg / Tag)
      • 79 - 93 kg KG: 1/2 Tablette morgens, je 1 Tablette mittags und abends (1250 mg / Tag)
      • 94 - 109 kg KG: je 1 Tablette morgens, mittags und abends (1500 mg / Tag)
      • > 110 kg KG: je 1 Tablette morgens und mittags, 1,5 Tabletten abends (1750 mg / Tag)
    • mit Verbesserung der Leberwerte: 1mal / Tag, abends
      • 47 - 62 kg KG: 1,5 Tabletten
      • 63 - 78 kg KG: 2 Tabletten
      • 79 - 93 kg KG: 2,5 Tabletten
      • 94 - 109 kg KG: 3 Tabletten
      • > 110 kg KG: 3,5 Tabletten
    • Behandlungsdauer: zeitlich nicht begrenzt
    • Verschlechterung der klinischen Symptomatik zu Behandlungsbeginn (z.B. Verstärkung des Juckreizes)
      • Fortführung der Therapie mit 1/2 Tablette (250 mg) / Tag
      • Dosissteigerung, nach je 1 Woche um 1/2 Tablette (250 mg), bis zum Erreichen der vorgesehenen Dosis (s.o.)
  • zystische Fibrose
    • Kinder 6 bis < 18 Jahre
      • 20 mg / kg / Tag, 2 - 3 getrennte Gaben
      • bei Bedarf Steigerung auf 30 mg / kg / Tag möglich
        • 20 - 29 kg KG: je morgens und abends 1/2 Tablette
          • Tagesdosis UDCA (mg / kg KG): 17 - 25
        • 30 - 39 kg KG: je morgens, mittags und abends 1/2 Tablette
          • Tagesdosis UDCA (mg / kg KG): 19 - 25
        • 40 - 49 kg KG: je morgens und mittags 1/2 Tablette, abends 1 Tablette
          • Tagesdosis UDCA (mg / kg KG): 20 - 25
        • 50 - 59 kg KG: morgens 1/2 Tablette, je mittags und abends 1 Tablette
          • Tagesdosis UDCA (mg / kg KG): 21 - 25
        • 60 - 69 kg KG: je morgens, mittags und abends 1 Tablette
          • Tagesdosis UDCA (mg / kg KG): 22 - 25
        • 70 - 79 kg KG: je morgens und mittags 1 Tablette, abends 1,5 Tabletten
          • Tagesdosis UDCA (mg / kg KG): 22 - 25
        • 80 - 89 kg KG: morgens 1 Tablette, je mittags und abends 1,5 Tabletten
          • Tagesdosis UDCA (mg / kg KG): 22 - 25
        • 90 - 99 kg KG: je morgens, mittags und abends 1,5 Tabletten
          • Tagesdosis UDCA (mg / kg KG): 23 - 25
        • 100 - 109 kg KG: je morgens und mittags 1,5 Tabletten, abends 2 Tabletten
          • Tagesdosis UDCA (mg / kg KG): 23 - 25
        • > 110 kg KG: morgens 1,5 Tabletten, je mittags und abends 2 Tabletten

Kontraindikationen

Ursodeoxycholsäure - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Ursodeoxycholsäure bzw. Gallensäuren
  • akute Ulkuserkrankungen
  • entzündliche Darmerkrankungen und andere Dünndarm- , Dickdarm- und Leberleiden, die den enterohepatischen Kreislauf der Gallensalze störend beeinflussen (z.B. Ileumresektion und Ileostoma, extra- und intrahepatischer Gallenstau, schwere Lebererkrankungen)
  • häufige Gallenkoliken
  • röntgendichte, kalzifizierte Gallensteine
  • akute Entzündungen der Gallenblase und der Gallenwege
  • Verschluss der Gallenwege (Choledochus- oder Zystikusverschluss)
  • eingeschränkte Kontraktionsfähigkeit der Gallenblase
  • wenn die Gallenblase röntgenologisch nicht darstellbar ist
  • Kinder und Jugendliche
    • erfolglose Hepatoenterostomie bzw. fehlende Wiederherstellung eines normalen Gallenabflusses bei Kindern mit Gallengangatresie

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Ursodeoxycholsäure - peroral
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • breiförmige Stühle
      • Durchfall
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • bei Behandlung der primär biliären Zirrhose (BPC)
        • schwere rechtsseitige Oberbauchbeschwerden
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verkalkung von Gallensteinen
      • bei Behandlung der primär biliären Zirrhose
        • Dekompensation der Leberzirrhose (teilweise Rückbildung nach Absetzen der Therapie)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Urtikaria

Anwendungshinweise

  • Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen
    • Einnahme abends vor dem Schlafengehen unzerkaut mit etwas Flüssigkeit
    • regelmäßige Einnahme
  • Behandlung der primär biliären Zirrhose
    • Einnahme gemäß Dosierungsschema unzerkaut mit etwas Flüssigkeit
    • regelmäßige Einnahme

Stillzeithinweise

Ursodeoxycholsäure - peroral
  • basierend auf wenigen dokumentierten Fällen stillender Frauen ist der Ursodeoxycholsäure-Spiegel in der Muttermilch sehr niedrig
    • daher Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen unwahrscheinlich

Schwangerschaftshinweise

Ursodeoxycholsäure - peroral
  • Ursodeoxychlorsäure darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich
  • vor Beginn der Behandlung Ausschluss einer möglichen Schwangerschaft
  • keine oder nur sehr begrenzte Daten zur Verwendung von Ursodeoxycholsäure in der Schwangerschaft
  • tierexperimentelle Studien
    • haben eine Reproduktionstoxizität während der frühen Trächtigkeitsphase gezeigt
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • Behandlung von Frauen im gebärfähigen Alter nur bei Anwendung von zuverlässigen empfängnisverhütenden Maßnahmen
      • nicht-hormonelle Empfängnisverhütungsmethoden oder orale Kontrazeptiva mit niedrigem Östrogengehalt empfohlen
      • bei Patienten, die Ursodeoxychlorsäure zur Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen der Gallenblase anwenden:
        • wirksame nicht-hormonelle Verhütungsmethoden sollten angewendet werden (hormonhaltige, orale Kontrazeptiva können Bildung von Gallensteinen fördern)
  • Fertilität
    • tierexperimentelle Studien
      • zeigten keinen Einfluss von Ursodeoxychlorsäure
    • Daten zur Auswirkung auf die Fertilität beim Menschen nach Exposition mit Ursodeoxychlorsäure nicht vorliegend

Warnhinweise

Ursodeoxycholsäure - peroral
  • Ursodesoxycholsäure sollte nur unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden
  • Kontrolle der Leberparameter AST (SGOT), ALT (SGPT) und gamma-GT:
    • in den ersten 3 Monaten alle 4 Wochen
    • anschließend alle 3 Monate
    • mit diesen Überwachungsmaßnahmen soll sichergestellt werden, dass mögliche Leberfunktionsstörungen frühzeitig erkannt werden
      • gilt v.a. bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium der PBC
      • außerdem wird rechtzeitig erkannt, ob ein Patient mit PBC auf die Behandlung ansprich
  • bei Anwendung zur Auflösung von Cholesteringallensteinen der Gallenblase
    • Vorraussetzung für den Beginn einer Therapie mit Ursodeoxycholsäure ist der Cholesterol-Charakter der Gallensteine
      • ein verlässliches Kennzeichen ist ihre Röntgenstrahlendurchlässigkeit
    • größte Wahrscheinlichkeit einer Auflösung besteht bei kleinen Gallensteinen in einer funktionsfähigen Gallenblase
    • um den Verlauf der Behandlung einschätzen und eine Verkalkung der Gallensteine rechtzeitig erkennen zu können, sollte abhängig von der Steingröße 6 - 10 Monate nach Behandlungsbeginn eine Darstellung der Gallenblase (orale Cholezystografie) mit Übersichts- und Schlussaufnahmen im Stehen und im Liegen (Ultraschallverlaufskontrolle) durchgeführt werden
      • bei Patienten unter einer Behandlung zur Gallensteinauflösung angebracht, die Wirksamkeit des Arzneimittels alle 6 Monate mittels Cholezystografie oder Echografie zu bestimmen
    • bei röntgenologisch nicht darstellbarer Gallenblase, calcifizierten Gallensteinen, gestörter Kontraktionsfähigkeit der Gallenblase und bei häufigen Gallenkoliken darf Ursodesoxycholsäure nicht angewendet werden
    • Frauen im gebärfähigen Alter, die Ursodesoxycholsäure zur Auflösung von Gallensteinen einnehmen
      • sollten wirksame nichthormonelle Verhütungsmethoden anwenden, da hormonhaltige Kontrazeptiva die Bildung von Gallensteinen fördern können
  • bei Anwendung zur Behandlung von Patienten mit PBC im fortgeschrittenen Stadium
    • in sehr seltenen Fällen eine Dekompensation der Leberzirrhose beobachtet, die nach Absetzen der Behandlung teilweise reversibel war
    • bei Patienten mit PBC können sich klinische Symptome (z.B. Juckreiz) in seltenen Fällen zu Beginn der Behandlung verstärken
      • in diesem Fall sollte die Dosis reduziert werden
      • danach sollte die Dosis, wie in Abschnitt Dosierung beschrieben, schrittweise wieder erhöht werden
  • Dekompensation der Leberzirrhose
    • in sehr seltenen Fällen Dekompensation der Leberzirrhose beobachtet, die nach Absetzen der Behandlung teilweise reversibel war
  • Diarrhoe
    • bei Diarrhöoe Dosis reduzieren
    • in Fällen vanhaltender Diarrhö sollte die Behandlung abgebrochen werden