VARIVAX Plv.u.LM z.Her.e.Inj.-Susp.Fertigspritze

EurimPharm Arzneimittel GmbH
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Wirkstoff: Varizellen-Impfstoffe →

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Fachinformationen

Indikation

  • Impfung gegen Varizellen ab 12 Monaten
    • kann unter besonderen Umständen, z. B. um nationalen Impfempfehlungen zu entsprechen oder in Ausbruchssituationen, Säuglingen ab einem Alter von 9 Monaten verabreicht werden
  • postexpositionelle Varizellen-Prophylaxe
    • Impfung innerhalb von 3 Tagen nach Exposition kann den Ausbruch einer klinisch manifesten Infektion verhindern oder ihren Verlauf abmildern
    • darüber hinaus stehen in begrenztem Umfang Daten zur Verfügung, die belegen, dass auch eine Impfung bis zu 5 Tagen nach Exposition den Verlauf der Infektion abmildern kann

Dosierung

  • aktive Immunisierung gegen Varizellen
    • Kinder < 9 Monate
      • keine Verabreichung
    • Kinder ab 9 Monate:
      • 2 Impfdosen (um optimalen Schutz zu gewährleisten)
      • Kinder 9 - 12 Monate:
        • bei Erstimpfung im Alter zwischen 9 und 12 Monaten
          • 2. Impfdosis im Abstand von mind. 3 Monaten erforderlich
      • Kinder 12 Monate - 12 Jahre
        • Mindestabstand zwischen der ersten und zweiten Dosis: 1 Monat
        • Offizielle Impfempfehlungen zu Zahl der erforderlichen Impfdosen von Varizellen-Impfstoffen (zwei Dosen oder eine Dosis) und zeitlichem Abstand zwischen den Impfdosen können in verschiedenen Ländern voneinander abweichen
        • Personen 12 Monate - 12 Jahre mit asymptomatischer HIV-Infektion (CDC Klasse 1) und einem altersspezifischen CD4+-T-Lymphozyten-Prozentanteil von > / = 25%
          • 2 Impfdosen im Abstand von 12 Wochen
    • Personen ab 13 Jahre
      • 2 Impfdosen im Abstand von 4 - 8 Wochen
      • liegt Verabreichung der 1. Dosis länger als 8 Wochen zurück, 2. Dosis baldmöglichst verabreichen
    • es sind Daten vorhanden, die eine protektive Wirksamkeit bis zu 9 Jahren nach der Impfung belegen
    • über die Notwendigkeit von Auffrischimpfungen kann jedoch bislang noch keine Aussage getroffen werden

Dosisanpassung

  • Erwachsene (> 65 Jahre)
    • keine Daten zur Schutzwirkung oder Immunantwort bei seronegativen Personen
  • Impfung von seronegativen Patienten vor einer immunsuppressiven Therapie (z. B. vor geplanter Organtransplantation oder in der Remissionsphase einer malignen Erkrankung)
    • Zeitpunkt der Impfung sorgfältig wählen
    • Berücksichtigung des Zeitintervalls nach der 2. Impfdosis bis zum Eintreten der größtmöglichen Schutzwirkung

Kontraindikationen

Varicella, lebend abgeschwächt - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff (Varicella-Viren; lebend, attenuiert)
  • Überempfindlichkeit gegen jegliche frühere Varizellen-Impfungen / Impfstoffe
  • pathologische Blutbildveränderungen, Leukämie, Lymphome jeglicher Art oder andere Malignome mit Auswirkung auf das hämatopoetische oder lymphatische System
  • Behandlung mit Immunsuppressiva (einschließlich hoher Dosen von Corticosteroiden)
  • schwere humorale oder zelluläre Immundefizienz (angeboren oder erworben), z.B.
    • Personen mit Immundefekten mit einer Gesamtlymphozytenzahl unter 1200/mm3
    • schwere kombinierte Immundefizienz
    • Agammaglobulinämie
    • AIDS oder symptomatische HIV-Infektion oder
    • ein altersspezifischer CD4+-T-Lymphozyten-Anteil von
      • < 25% bei Säuglingen im Alter < 12 Monate
      • < 20% bei Kindern im Alter 12 - 35 Monate
      • < 15% bei Kindern im Alter 36 - 59 Monate
  • Personen mit kongenitaler oder erblicher Immunschwäche in der Familienanamnese, es sei denn, die zu impfende Person hat ein nachgewiesenermaßen intaktes Immunsystem
  • aktive, unbehandelte Tuberkulose
  • Erkrankungen mit Fieber > 38,5 °C
    • subfebrile Temperaturen (<= 38,5 °C) sind jedoch keine Gegenanzeige
  • Schwangerschaft
    • nach der Impfung sollte Schwangerschaft über einen Zeitraum von einem Monat verhindert werden

Nebenwirkungen

Varicella, lebend abgeschwächt - invasiv

Gesunde Personen von 12 Monaten bis 12 Jahre (1 oder 2 Impfdosen im Abstand von mind. 3 Monaten Stamm Oka/Merck)

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Lymphadenopathie
      • Lymphadenitis
      • Thrombozytopenie
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kopfschmerzen
      • Schläfrigkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Apathie
      • Unruhe
      • Hypersomnie
      • unsicherer Gang
      • Fieberkrämpfe
      • Tremor
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Konjunktivitis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • akute Konjunktivitis
      • vermehrter Tränenfluss
      • Lidödem
      • Irritationen
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Ohrschmerzen
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Husten
      • Obstruktion der Nasen- und Atemwege
      • Rhinorrhoe
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Sinusitis
      • Niesen
      • Lungenstauung
      • Nasenbluten
      • Rhinitis
      • pfeifendes Atemgeräusch
      • Bronchitis
      • Infektionen der Atemwege
      • Pneumonie
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Appetitlosigkeit
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Infektionen der oberen Atemwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Gastroenteritis
      • Otitis
      • Otitis media
      • Pharyngitis
      • Varizellen
      • virales Exanthem
      • Virusinfektion
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Infektion
      • grippeähnliche Erkrankung
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Durchfall
      • Erbrechen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Bauchschmerzen
      • Hämatochezie (Blutstühle)
      • Ulzera in der Mundhöhle
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ausschlag
      • makulopapulöser Ausschlag
      • generalisierter varizellenartiger Ausschlag (im Mittel 5 Effloreszenzen)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kontaktdermatitis
      • Erythem
      • Pruritus
      • Urtikaria
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gesichtsröte
      • Bläschen
      • atopische Dermatitis
      • Quaddeln
      • Quetschung
      • Dermatitis
      • Arzneimittelexanthem
      • Hautinfektion
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Muskelschmerzen
      • Steifheit
      • Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • postinfektiöse Arthritis
  • Gefäßerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Extravasation
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden an der Injektionsstelle
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Fieber
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Rötung
      • Ausschlag
      • schmerzhafte Spannung / Schmerzhaftigkeit / Schmerz
      • Schwellung
      • varizellenartiger Ausschlag (im Mittel 2 Effloreszenzen an der Injektionsstelle)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Asthenie / Müdigkeit
      • Ekchymose
      • Hämatom
      • Verhärtung und Ausschlag an der Injektionsstelle
      • Unwohlsein
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Ekzem an der Injektionsstelle
      • Knoten
      • Erwärmung
      • Quaddeln
      • Verfärbung
      • Entzündung
      • Steifheit
      • Ödem / Schwellung
      • Wärmegefühl
      • Überwärmung
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Reizbarkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Weinen
      • Schlaflosigkeit
      • Schlafstörungen

Gesunde Personen ab 13 Jahren (Mehrzahl erhielt 2 Dosen Stamm Oka/Merck im Abstand von 4 - 8 Wochen)

  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • generalisierter varizellenartiger Ausschlag (im Mittel 5 Effloreszenzen)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden an der Injektionsstelle
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Fieber >= 37,7 °C (orale Messung)
      • Erythem
      • Schmerzhaftigkeit und Schwellung an der Injektionsstelle
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ausschlag an der Injektionsstelle
      • Pruritus
      • varizellenartiger Ausschlag (im Mittel 2 Effloreszenzen an der Injektionsstelle)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Ekchymose, Hämatom, Verhärtung, Taubheit und Erwärmung an der Injektionsstelle
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hyperpigmentierung
      • Steifheit

Erwachsene, Jugendliche, Kinder (Impfung mit Stamm OKA)

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Infektion der oberen Atemwege
      • Pharyngitis
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Lymphadenopathie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Reizbarkeit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kopfschmerzen
      • Schläfrigkeit
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Konjunktivitis
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Husten
      • Rhinitis
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erbrechen
      • Übelkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Durchfall
      • Bauchschmerzen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hautausschlag
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • viraler Hautausschlag
      • Pruritus
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Urtikaria
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arthralgie
      • Myalgie
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden an der Injektionsstelle
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schmerzen
      • Erythem
      • Schwellung an der Injektionsstelle
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Fieber (axillar / oral: >= 37,5°C; rektal: = 38,0°C)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Fieber (axillar /oral: > 39,0°C; rektal: > 39,5°C)
      • Müdigkeit
      • Unwohlsein

Post-Marketing-Beobachtung

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Aplastische Anämie
      • Thrombozytopenie (einschließlich ITP)
      • Lymphadenopathie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeitsreaktionen
      • Anaphylaxie (einschließlich anaphylaktischer Schock)
      • angioneurotisches Ödem
      • Gesichtsödem und periphere Ödeme
      • Anaphylaxie bei Personen mit oder ohne Allergie in der Anamnese
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • aseptische Meningitis
      • Pharyngitis
      • Varizellen (Impfstamm)
      • Herpes zoster
        • tritt auch nach Infektion mit Varicella-Wildtyp auf; weder in Post-Marketing-Studien noch in Post-Marketing Erfahrungsberichten Hinweise, dass diese unerwünschten Ereignisse nach Impfung häufiger auftreten als bei Erkrankung durch den Varicella-Wildtyp
      • Enzephalitis
        • tritt auch nach Infektion mit Varicella-Wildtyp auf; weder in Post-Marketing-Studien noch in Post-Marketing Erfahrungsberichten Hinweise, dass diese unerwünschten Ereignisse nach Impfung häufiger auftreten als bei Erkrankung durch den Varicella-Wildtyp
      • Pneumonie
        • tritt auch nach Infektion mit Varicella-Wildtyp auf; weder in Post-Marketing-Studien noch in Post-Marketing Erfahrungsberichten Hinweise, dass diese unerwünschten Ereignisse nach Impfung häufiger auftreten als bei Erkrankung durch den Varicella-Wildtyp
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Apoplexie
      • Krampfanfälle und Krämpfe mit und ohne Fieber
      • Guillain-Barré-Syndrom
      • transverse Myelitis
      • Bell'sche Lähmung
      • Ataxie
        • tritt auch nach Infektion mit Varicella-Wildtyp auf; weder in Post-Marketing-Studien noch in Post-Marketing Erfahrungsberichten Hinweise, dass diese unerwünschten Ereignisse nach Impfung häufiger auftreten als bei Erkrankung durch den Varicella-Wildtyp
      • Schwindel / Benommenheit
      • Parästhesie
      • Zerebellitis
      • Zerebellitis-ähnliche Symptome (einschließlich vorübergehende Gangstörungen und Ataxie)
  • Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Vaskulitis (einschließlich Purpura Schönlein-Henoch und Kawasaki-Syndrom)
  • Augenerkrankungen
    • nekrotisierende Retinitis (beobachtet bei immunsupprimierten Personen)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Pneumonitis
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • Erythema exsudativum multiforme
      • sekundäre bakteriellebakterielle Infektionen der Haut und der Weichteile
      • Cellulitis
      • postvakzinale Hautausschläge
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden an der Injektionsstelle
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Reizbarkeit
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Übelkeit
      • Erbrechen

Anwendungshinweise

  • Verabreichung i.m. oder s.c.
    • bei jüngeren Kindern vorzugsweise in den anterolateralen Bereich des Oberschenkels
    • bei älteren Kindern, Heranwachsenden und Erwachsenen in den Bereich des Deltamuskels (an der Außenseite des Oberarmes)
    • Patienten mit Thrombozytopenie oder Gerinnungsstörungen: subkutane Verabreichung
    • weitere Hinweise s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Varicella, lebend abgeschwächt - invasiv
  • Verabreichung an stillende Mütter nicht allgemein empfohlen
    • theoretisches Risiko einer Übertragung des Impfvirus von der Mutter auf den Säugling
  • Daten über die Anwendung bei stillenden Müttern liegen nicht vor
  • ob stillende Mütter, die nie an Windpocken erkrankt waren oder nachweislich seronegativ auf Varizellen sind, nach Exposition geimpft werden sollen, ist im jeden Einzelfall individuell zu beurteilen

Schwangerschaftshinweise

Varicella, lebend abgeschwächt - invasiv
  • Schwangere Frauen dürfen nicht mit dem Arzneimittel geimpft werden
  • keine Studien bei Schwangeren durchgeführt
  • bisher keine Schädigungen des Fetus nach Verabreichung an schwangere Frauen beschrieben
  • nicht bekannt, ob der Impfstoff schädliche Auswirkungen auf den Fetus hat oder die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt
  • Frauen im gebährfähigen Alter
    • nach der Impfung sollte Schwangerschaft über einen Zeitraum von einem Monat verhindert werden
    • Frauen, die schwanger werden möchten
      • sollte empfohlen werden, die Schwangerschaft zu verschieben
  • Fertilität
    • keine Daten vorliegend
      • keine tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität durchgeführt
      • es wurde nicht untersucht, ob die Fertilität beeinträchtigt wird

Warnhinweise

Varicella, lebend abgeschwächt - invasiv
  • Anwendungshinweise
    • das Arzneimittel darf unter keinen Umständen intravasal oder intradermal verabreicht werden
    • Anwendung sollte gemäß offiziellen Empfehlungen erfolgen
  • Rückverfolgbarkeit
    • um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden
  • akutes, schweres Fieber
    • bei Personen, die an einer akuten, schweren, mit Fieber einhergehenden Erkrankung leiden, sollte die Impfung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden
    • ein banaler Infekt, wie z. B. eine Erkältung, sollte jedoch nicht zu einer Verschiebung der Impfung führen
  • psychogene Reaktion
    • besonders bei Jugendlichen kann es als psychogene Reaktion auf die Nadelinjektion nach oder sogar vor einer Impfung zu einer Synkope (Ohnmacht) kommen
    • kann während der Erholungsphase von verschiedenen neurologischen Symptomen wie vorübergehende Sehstörung, Parästhesie und tonisch-klonische Bewegungen der Gliedmaßen begleitet sein
    • Maßnahmen ergreifen, um Verletzungen durch die Ohnmacht zu verhindern
  • anaphylaktische Reaktion
    • wie bei allen injizierbaren Impfstoffen sollten für den Fall von seltenen anaphylaktischen Reaktionen nach Verabreichung des Impfstoffs geeignete medizinische Behandlungs- und Überwachungsmaßnahmen bereitstehen
  • Überempfindlichkeit
    • wie bei anderen Impfstoffen kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen gegen den Wirkstoff kommen
  • Alkohol oder andere Desinfektionsmittel
    • müssen vollständig von der Hautoberfläche verdunstet sein, ehe der Impfstoff injiziert wird
      • diese Mittel können die attenuierten Viren im Impfstoff inaktivieren
  • Impfschutz
    • durch eine Impfung bis zu 72 Stunden nach natürlicher Varizellen-Exposition kann eine begrenzte Schutzwirkung gegen Varizellen erzielt werden
    • der Impfstoff schützt nicht alle geimpften Personen vollständig vor einer natürlichen Infektion mit Windpocken
    • Varicella-Virus Stamm Oka/Merck
      • in klinischen Studien wurde nur die Wirksamkeit 6 Wochen nach einer Einzeldosis bei Personen bis zu 12 Jahren bzw. 6 Wochen nach der zweiten Dosis bei Personen ab 13 Jahren untersucht
    • Varizellenerkrankungen wurden bei Personen, die zuvor mit Varicellen-Impfstoffen geimpft wurden, beobachtet
      • diese Durchbruchserkrankungen sind üblicherweise mild, mit weniger Läsionen und geringerem Fieber im Vergleich zu Erkrankungen bei nicht geimpften Personen
  • Personen mit einem hohen Risiko für schwer verlaufende Varizellen
    • es liegen nur begrenzte Daten aus klinischen Studien mit OKA-Virusstamm (+4 °C-Formulierung) mit Personen mit einem hohen Risiko für schwer verlaufende Varizellen vor
    • eine Impfung kann bei Patienten mit bestimmten Formen der Immundefizienz in Betracht gezogen werden, wenn der Nutzen der Impfung die Risiken überwiegt z. B. Personen mit
      • asymptomatischer HIV-Infektion
      • IgG-Subklassendefekten
      • angeborener Neutropenie
      • chronischer granulomatöser Erkrankung
      • Erkrankungen, die mit einem Komplementdefekt einhergehen
    • bei Patienten mit eingeschränkter Immunantwort, für die keine Kontraindikation zur Impfung besteht, ist die Immunantwort möglicherweise schwächer als bei immunkompetenten Personen
      • daher können einige dieser Patienten bei Kontakt mit Varizellen erkranken, auch wenn sie geimpft sind
      • diese Patienten sollten sorgfältig auf Zeichen von Varizellen überwacht werden
    • falls eine Impfung von Personen mit einem hohen Risiko für schwer verlaufende Varizellen in Betracht gezogen wird, wird empfohlen, dass
      • bei Patienten mit einer akuten Leukämiedie Erhaltungs-Chemotherapie eine Woche vor und eine Woche nach der Immunisierung ausgesetzt wird
      • Patienten unter einer Strahlentherapie sollten normalerweise während der Behandlungsphase nicht geimpft werden
      • generell sollten Patienten nach vollständiger hämatologischer Remission der Krankheit immunisiert werden
      • die Gesamtlymphozytenzahl mindestens 1200/mm3 beträgt oder kein anderer Hinweis auf Versagen der zellulären Immunität besteht
      • die Immunisierung bei Patienten mit Organtransplantation (z. B. Nierentransplantation) einige Wochen vor Beginn der immunsuppressiven Therapie durchgeführt wird
    • es gibt sehr wenige Berichte, hauptsächlich von Personen mit eingeschränkter Immunantwort, bei denen nach einer Impfung mit dem OKA-Impfvirus-Stamm eine disseminierte Varizellenerkrankung unter Einbeziehung von inneren Organen auftrat
  • Salicylate
    • nach der Impfung sollten über einen Zeitraum von 6 Wochen keine salicylathaltigen Präparate eingenommen werden
  • Übertragung
    • in seltenen Fällen kann die Übertragung des Varizellen-Impfvirus zwischen Impfstoff-Empfängern (die einen Varizellen-ähnlichen Ausschlag entwickeln oder nicht) und seronegative Kontaktpersonen (einschließlich gesunder, aber auch Hoch-Risiko-Personen) auftreten, die für Varizellen anfällig sind, was zu einer Varizelleninfektion einschließlich einer disseminierten Krankheit führt
    • aus diesem Grund sollten geimpfte Personen möglichst bis zu 6 Wochen nach der Impfung einen engen Kontakt mit empfänglichen Hochrisiko-Personen vermeiden
      • selbst wenn es zu keinem Varizellen-ähnlichen Ausschlag gekommen ist
    • wenn ein Kontakt mit Hochrisiko-Personen nicht vermieden werden kann, sollte vor Verabreichung des Impfstoffs das potenzielle Risiko einer Übertragung des Impfvirus gegen das Risiko der Ansteckung mit dem Varicella-Wildtyp bzw. dessen Übertragung abgewogen werden
    • im Gegensatz zu gesunden Geimpften kommt es bei Leukämiepatienten häufiger zum Auftreten eines papulo-vesikulären Exanthems
      • auch in diesen Fällen war der Verlauf der Erkrankung bei den Kontaktpersonen mild
    • zu den empfänglichen Hochrisiko-Personen gehören
      • immunsupprimierte Personen / Personen mit eingeschränkter Immunantwort
      • Schwangere ohne dokumentierte positive Varizellen (Windpocken)-Anamnese oder ohne Laborbefunde, die eine frühere Infektion belegen
      • Neugeborene von Müttern ohne dokumentierte positive Varizellen (Windpocken)-Anamnese oder ohne Laborbefunde, die eine frühere Infektion belegen
    • der milde Verlauf des Hautausschlags bei Kontaktpersonen deutet darauf hin, dass das Varicella-Impfvirus nach Passage durch den menschlichen Wirt attenuiert bleibt