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Fachinformationen

Indikation

  • Reduktion der LDL-Cholesterol-(LDL-C)-Spiegel bei primärer Hypercholesterolämie
    • zur Kombination mit einem HMG-CoAReduktaseinhibitor (Statin) als adjuvante Therapie zur Diät, wenn mit einem Statin alleine keine ausreichende Kontrolle möglich ist
  • Reduktion des erhöhten Gesamt- und LDL-Cholesterols isolierter primärer Hypercholesterolämie
    • zur Monotherapie als adjuvante Therapie zur Diät
    • bei Unverträglichkeit eines Statin
    • wenn Statin als unangemessen betrachtet wird
  • Chologene Diarrhöen
  • Pruritus oder Ikterus bei partiellem Gallengangsverschluss
  • Hinweise
    • Beibehaltung der vor der medikamentösen Behandlung eingeleiteten diätetische Maßnahmen während der Therapie
    • bislang keine kontrollierten Langzeitversuche zur Wirkung von Colestyramin bei primärer oder sekundärer Prävention von Komplikationen der Arteriosklerose

Dosierung

  • Monotherapie und Kombinationstherapie mit einem Statin (HMG-CoA-Reduktaseinhibitor)
    • Erwachsene:
      • 1 - 4 Dosisbeutel (4 - 16 g Colestyramin) als Einzeldosis
      • Tagesdosis kann auf mehrere Einzeldosen verteilt werden
      • tägliche Maximaldosis: 6 Dosisbeutel (24 g Colestyramin)
    • Hinweise:
      • Therapie einschleichen (Verringerung möglicher gastrointestinaler Nebenwirkungen)
      • Dosiserhöhungen schrittweise unter regelmäßiger Überprüfung der Lipidwerte
      • Störung der normalen Fettaufnahme durch Dosen > 24 g Cholestyramin / Tag möglich
  • Chologene Diarrhöen
    • Anfangsdosis: 1 Dosisbeutel (4 g Colestyramin) 3mal / Tag
    • ggf. nachfolgende Dosisanpassung
  • Pruritus und Ikterus
    • 1 - 2 Dosisbeutel (4-8 g Colestyramin) / Tag
  • Behandlungsdauer:
    • richtet sich nach der Grunderkrankung, meistens Dauertherapie erforderlich
    • Diarrhöe aufgrund einer Störung der Gallensäurenresorption: Beginn mit einer anderen Therapie bei Nichtansprechen innerhalb von 3 Tagen

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche
    • Berechungsformel: Körpergewicht (kg) x Erwachsenendosis (g) / 70 kg = Colestyramindosis(g)
    • Behandlungsbeginn: 1 Dosis / Tag (Verringerung möglicher gastrointestinaler Nebenwirkungen)
    • anschließend Dosissteigerung alle 5 - 7 Tage bis zum erwünschten therapeutischen Effekt
  • ältere Patienten
    • keine Hinweise für eine erforderliche Dosisanpassung

Kontraindikationen

Colestyramin - intraoral
  • Überempfindlichkeit gegen Colestyramin
  • Darmverschluss
  • Gallengangverlegung
  • Hinweis
    • bei gleichzeitiger Anwendung von Colestyramin mit einem Statin sollte die Fachinformation für das jeweilige Statin bezüglich der Kontraindikationen beachtet werden

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Colestyramin - intraoral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • allergische Reaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernähungsstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • hyperchlorämische Azidose bei Kindern und bei Patienten mit Niereninsuffizienz unter Langzeittherapie
      • Mangel fettlöslicher Vitamine
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anstieg der alkalischen Phosphatase und der Transaminasen zu Beginn der Therapie
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Obstipation
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • Völlegefühl
      • Sodbrennen
      • Appetitlosigkeit
      • Dyspepsie
      • Brechreiz
      • Blähungen
      • Diarrhöen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erbrechen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verstärkung einer vorbestehenden Steatorrhoe
      • verminderte Resorption fettlöslicher Vitamine
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Rötungen und Reizungen der Haut, der Zunge und im Analbereich
  • Untersuchungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verminderung der Folsäurekonzentration im Serum

Anwendungshinweise

  • Einnahme vor den Hauptmahlzeiten
  • Inhalt des Dosisbeutels vor der Einnahme in ca. 200 ml Flüssigkeit (Wasser, andere beliebige Getränke, klare Suppen oder saftreiche Kompotte) einrühren
  • nie in trockener Form einnehmen
  • Verträglichkeit wird wird durch längeres Quellenlassen in Wasser verbessert

Stillzeithinweise

Colestyramin - intraoral
  • keine ausreichende Erfahrung in der Stillzeit
  • Colestyramin wird nicht in die Muttermilch ausgeschieden
    • jedoch kann der Gehalt an fettlöslichen Vitaminen in der Muttermilch wegen der verminderten Resorption erniedrigt sein
  • bei gleichzeitiger Anwendung mit einem Statin sollte die Fachinformation für das jeweilige Statin bezüglich der Kontraindikationen beachtet werden

Schwangerschaftshinweise

Colestyramin - intraoral
  • keine ausreichende Erfahrung in der Schwangerschaft
  • Gabe von Colestyramin kann zur verminderten Resorption fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K) führen
    • kann schwerwiegende Folgen für das Kind (Blutungsneigung) haben
  • bei Notwendigkeit einer Blutcholesterinsenkung während der Schwangerschaft sollte Colestyramin nur verwendet werden, falls keine sichere Alternative existiert
    • dabei auf eine ausreichende Zufuhr fettlöslicher Vitamine achten
  • Fertilität:
    • weder präklinische noch klinische Daten zu einem möglichen Einfluss von Colestyramin auf die weibliche und männliche Fertilität vorliegend

Warnhinweise

Colestyramin - intraoral
  • vor Einleitung der Therapie mit Colestyramin sollten sekundäre Ursachen einer Hypercholesterolämie ausgeschlossen werden, d.h.
    • schlecht eingestellter Diabetes mellitus
    • Hypothyreose
    • nephrotisches Syndrom
    • Dysproteinämien
    • obstruktive Lebererkrankung
    • andere pharmakologische Therapie
    • Alkoholismus
  • gleichzeitige Anwendung mit einem Statin
    • bei gleichzeitiger Anwendung mit einem Statin sollte die Fachinformation für das jeweilige Statin bezüglich der Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung beachtet werden
  • Triglyceridspiegel > 3,4 mmol/l
    • bei Behandlung von Patienten mit Triglyceridspiegeln > 3,4 mmol/l Vorsicht aufgrund der triglyceridsteigernden Wirkung von Colestyramin
  • Verstopfung
    • Colestyramin kann Verstopfung auslösen oder eine bestehende Verstopfung verschlimmern
    • Risiko einer Verstopfung muss besonders bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit und Angina pectoris berücksichtigt werden
  • Colestyramin darf bei folgenden Erkrankungen nur mit Vorsicht angewendet werden, da Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bei diesen Patienten nicht ermittelt wurden
    • Dysphagie
    • Schluckbeschwerden
    • schwere gastrointestinale Motilitätsstörungen
    • entzündliche Darmerkrankungen
    • Leberinsuffizienz
    • größere Magen-Darm-Traktoperationen
  • Antikoagulanzien
    • bei Patienten unter Antikoagulanzien unter Antikoagulanzien muss die gerinnungshemmende Therapie eng überwacht werden, da Gallensäuren-Komplexbildner nachweislich sowohl die Resorption von Vitamin K senken als auch die gerinnungshemmende Wirkung von Antikoagulanzien beeinträchtigen
  • Digitalis
    • nach Absetzen von Colestyramin kann es zu einer Erhöhung des Digitalisspiegels kommen
  • empfohlen, andere Arzneimittel mind. mit einem Abstand von einer Stunde einzunehmen
    • Medikamente, v.a. solche mit sauren Eigenschaften (z.B. Phenylbutazon, Cumarinderivate) können von diesem Medikament gebunden werden
  • Vorsicht bei Patienten mit Magen-Darm-Geschwüren
    • Aktivierung oder Verschlimmerung bestehender Geschwüre ist möglich
  • Langzeitanwendung
    • bei Langzeitanwendung sollten bei Risikopatienten regelmäßig die Blutelektrolyte überprüft werden
  • Colestyramin darf nie in trockener Form eingenommen werden
    • Verträglichkeit wird durch längeres Quellenlassen in Flüssigkeit verbessert