VELTASSA 8.4 g Pulver z.Herst.e.Suspens.z.Einnehm.
Fresenius Medical Care Nephrologica Deutschland GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Patiromer/Sorbitol →
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N2 | 30 ST | 242,18 € |
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Indikation
Erwachsene und Jugendliche (12 - 17 Jahre)
- Behandlung einer Hyperkaliämie
Dosierung
- Behandlung einer Hyperkaliämie
- Hinweis
- Wirkungseintritt von Patiromer erfolgt 4 - 7 h nach der Verabreichung
- sollte daher keine Notfallbehandlung einer lebensbedrohlichen Hyperkaliämie ersetzen
- allgemeine Dosierungshinweise
- empfohlene Anfangsdosis abhängig vom Alter
- es können mehrere Beutel verwendet werden, um die gewünschte Dosis zu erreichen
- Dosisanpassung
- je nach Serumkaliumspiegel und gewünschtem Zielbereich
- kann in wöchentlichen oder auch längeren Intervallen erfolgen
- bei Abfall des Serumkaliums unter den gewünschten Bereich
- Dosisreduktion oder Behandlungsabbruch
- Serumkalium überwachen, wenn klinisch indiziert (s. Fachinformation)
- Behandlungsdauer
- sollte vom behandelnden Arzt festgelegt werden, entsprechend den Erfordernissen des individuellen Serumkalium-Managements
- ausgelassene Dosen
- Dosis möglichst bald noch am selben Tag einnehmen
- vergessene Dosis nicht zusammen mit der nächsten Dosis einnehmen
- Erwachsene
- initial: 8,4 g Patiromer 1mal / Tag
- Dosisanpassung
- Erhöhung oder Senkung der Tagesdosis um jeweils 8,4 g Patiromer
- je nachdem, was zum Erreichen des Zielbereichs erforderlich ist
- Erhöhung oder Senkung der Tagesdosis um jeweils 8,4 g Patiromer
- Höchstdosis
- max. 25,2 g Patiromer / Tag
- Jugendliche (12 - 17 Jahre)
- initial: 4 g Patiromer 1mal / Tag
- Dosisanpassung
- basierend auf Serumkaliumspiegel und gewünschtem Zielbereich
- bis zu einer Höchstdosis von 25,2 g Patiromer 1mal / Tag
- Empfehlung für Dosen > 7 g Patiromer: Beutel mit 8,4 g Patiromer verwenden
- Behandlungsdauer
- Daten sind auf Expositionsdauer von 6 Monaten begrenzt
- Behandlung > 6 Monate daher mit Vorsicht
- Hinweis
Dosisanpassung
- ältere Patienten
- keine speziellen Empfehlungen für die Dosierung und Verabreichung bei dieser Patientengruppe vorliegend
- Dialysepatienten
- nur begrenzte Daten vorhanden
- in klinischen Studien wurden keine speziellen Richtlinien für die Dosierung und Verabreichung bei diesen Patienten angewandt
- pädiatrische Dialysepatienten
- bislang keine Behandlung mit Patiromer
- Patienten mit terminaler Nierenerkrankung (TNI)
- geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) < 15 ml / Min. /1,73 m²
- nur begrenzte Anzahl von Patienten
- geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) < 15 ml / Min. /1,73 m²
- Kinder < 12 Jahre
- Sicherheit und Wirksamkeit noch nicht erwiesen
- keine Daten
Kontraindikationen
Patiromer calcium - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Patiromer
Nebenwirkungen
Patiromer calcium - peroral
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hypomagnesiämie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Obstipation
- Diarrhö
- Abdominalschmerz
- Flatulenz
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Übelkeit
- Erbrechen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
Anwendungshinweise
- Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
- Herstellung der Suspension
- Pulver mit Wasser vermischen und zu einer Suspension einheitlicher Konsistenz verrühren
- empfohlenen Gesamtvolumina sind dosisabhängig:
- 1 g Patiromer: 10 ml
- 2 g Patiromer: 20 ml
- 3 g Patiromer: 30 ml
- 4 g Patiromer: 40 ml
- > 4 g Patiromer: 80 ml
- 1. Hälfte des empfohlenen Flüssigkeitsvolumens in ein Glas geben
- anschließend die komplette Dosis Patiromer hinzufügen und verrühren
- 2. Hälfte des empfohlenen Volumens hinzufügen und die Suspension erneut gut verrühren
- Hinweis
- das Pulver löst sich nicht auf
- zum Erreichen der gewünschten Konsistenz kann noch mehr Wasser hinzugefügt werden
- größere Volumen führen jedoch zu einer beschleunigten Sedimentation des Pulvers
- empfohlenen Gesamtvolumina sind dosisabhängig:
- Pulver mit Wasser vermischen und zu einer Suspension einheitlicher Konsistenz verrühren
- Einnahme der Suspension innerhalb von 1 Std. nach Herstellung
- bei verbleibenden Pulverrückständen im ausgetrunkenen Glas
- Wasser nachfüllen, umrühren und sofort austrinken
- Wiederholung des Vorgangs bis zur Einnahme der gesamten Dosis
- bei verbleibenden Pulverrückständen im ausgetrunkenen Glas
- Verwendung der folgenden Flüssigkeiten oder weichen Nahrungsmittel zum Herstellen der Mischung anstelle von Wasser möglich (Herstellung nach demselben, oben genannten Verfahren):
- Apfelsaft
- Cranberrysaft
- Ananassaft
- Orangensaft
- Traubensaft
- Birnensaft
- Aprikosennektar
- Pfirsichnektar
- Joghurt
- Milch
- Verdickungsmittel (z. B. Maisstärke)
- Apfelmus
- Vanille-, Schokoladenpudding
- Berücksichtigung des Kaliumgehalts der für die Herstellung der Mischung verwendeten Flüssigkeiten oder weichen Nahrungsmittel als Teil der für jeden Patienten individuell empfohlenen Kaliumaufnahme mit der Nahrung
- Beschränkung des Konsums von Cranberrysaft auf moderate Mengen (z. B < 400 ml / Tag)
- Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln möglich
- Einnahme zu einer Mahlzeit oder unabhängig davon möglich
- nicht erhitzen (z. B. in der Mikrowelle) oder mit erhitzten Lebensmitteln oder Flüssigkeiten vermischen
- Einnahme nicht in trockenem Zustand
- Einnahme im Abstand von 3 Std. zu anderen oral einzunehmenden Arzneimitteln
- Verabreichung über eine nasogastrale Sonde (NGS) oder eine perkutane endoskopische Gastrostomie(PEG)-Sonde
- empfohlenes Volumen, mit dem sichergestellt wird, dass die Suspension leicht durch die Schläuche fließt:
- Dosen </= 8,4 g: Suspension wie oben beschrieben vorbereiten
- Dosen > 8,4 g - 16,8 g: Gesamtvolumen von 160 ml für die Herstellung der Suspension verwenden
- Dosen > 16,8 g - 25,2 g: Gesamtvolumen von 240 ml für die Herstellung der Suspension verwenden
- empfohlene Schläuche
- Kompatibilität nachgewiesen für Polyurethan, Silikon und Polyvinylchlorid
- Schlauchdurchmesser: 2,17 mm (6,5 Fr) oder größer
- nach der Verabreichung: Schlauch mit Wasser spülen
- empfohlenes Volumen, mit dem sichergestellt wird, dass die Suspension leicht durch die Schläuche fließt:
- Anweisungen zur Entsorgung, s. Fachinformation
Stillzeithinweise
Patiromer calcium - peroral
- bei der Entscheidung, ob abgestillt oder die Patiromer-Therapie beendet/abgesetzt werden sollte, ist der Nutzen des Stillens für das Kind gegen den Nutzen der Therapie für die Frau abzuwägen
- es werden keine Auswirkungen auf gestillte Neugeborene/Säuglinge erwartet, da die systemische Exposition der stillenden Mutter gegenüber Patiromer vernachlässigbar ist
Schwangerschaftshinweise
Patiromer calcium - peroral
- aus Gründen der Vorsicht sollte Anwendung von Patiromer während der Schwangerschaft unterbleiben
- keine Daten für die Anwendung von Patiromer bei Schwangeren vorliegend
- tierexperimentelle Studien
- geben keine Hinweise auf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen im Hinblick auf Reproduktionstoxizität
- Fertilität
- Daten zu den Auswirkungen von Patiromer auf die Fertilität bei Menschen nicht vorliegend
- tierexperimentelle Studien zeigten keine Auswirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit oder Fertilität
Warnhinweise
Patiromer calcium - peroral
- niedrige Magnesiumwerte
- in klinischen Studien traten bei 9 % der mit Patiromer behandelten Patienten Serummagnesiumwerte < 1,4 mg/dl (0,58 mmol/l) auf
- der mittlere Abfall des Serummagnesiums lag bei 0,17 mg/dl (0,070 mmol/l) oder weniger
- Serummagnesium nach Einleitung der Behandlung mindestens einen Monat überwachen und die Gabe eines Magnesiumpräparats bei Patienten, die niedrige Serummagnesiumspiegel entwickeln, in Erwägung ziehen
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- Ausschluss von Patienten mit Darmverschluss oder einer größeren gastrointestinalen Operation, schweren Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts oder Schluckbeschwerden in der Anamnese in den klinischen Studien
- bei anderen Kaliumbindern Berichte über gastrointestinale Ischämien, Nekrosen und/oder Darmperforationen
- Nutzen und Risiken einer Verabreichung von Patiromer sollten vor und während der Behandlung bei Patienten mit aktuellen oder früheren schwerwiegenden Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts sorgfältig abgewogen werden
- Absetzen von Patiromer
- wird die Einnahme abgebrochen, kann der Serumkaliumspiegel wieder ansteigen, vor allem wenn weiterhin eine Behandlung mit RAAS-Hemmern erfolgt
- Anstieg des Serumkaliumwerts kann bereits 2 Tage nach der letzten Patiromer-Dosis eintreten
- Patienten anweisen, die Therapie nicht ohne vorherige Absprache mit ihrem Arzt abzubrechen
- wird die Einnahme abgebrochen, kann der Serumkaliumspiegel wieder ansteigen, vor allem wenn weiterhin eine Behandlung mit RAAS-Hemmern erfolgt
- Serumkaliumspiegel
- Serumkaliumspiegel sollte bei klinischer Indikation überwacht werden, u.a. wenn Veränderungen bei Arzneimitteln vorgenommen werden, die einen Einfluss auf die Serumkaliumkonzentration haben (z.B. RAAS-Hemmer oder Diuretika), und nach Anpassung der Patiromer-Dosierung
- Informationen zu Calcium
- Arzneimittel enthält Calcium als Bestandteil des Gegenionkomplexes
- Calcium wird teilweise freigesetzt und ein Teil davon möglicherweise resorbiert
- Nutzen und Risiken einer Verabreichung dieses Arzneimittels sollten bei Patienten mit Hyperkalzämie-Risiko sorgfältig abgewogen werden
- Patienten mit terminaler Nierenerkrankung (ESRD)
- Patiromer wurde nur bei einer begrenzten Anzahl von Patienten mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) < 15 ml/min/1,73 m² und von Patienten unter Dialysebehandlung untersucht
- Schwere Hyperkaliämie
- nur begrenzte Erfahrungen bei Patienten mit Serumkaliumkonzentrationen über 6,5 mmol/l vorliegend
- Langzeitexposition
- in klinischen Studien mit Patiromer wurde keine Expositionsdauer von mehr als einem Jahr untersucht