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Fachinformationen

Indikation

  • Vulgäre Warzen (Sonderform: Dornwarzen, an druckbelasteten Stellen der Fußsohle)
  • plane juvenile Warzen der Extremitäten

Dosierung

  • Vulgäre Warzen; plane juvenile Warzen der Extremitäten
    • 2 - 3mal / Tag auf jede Warze
    • Behandlungsdauer
      • durchschnittlich 6 Wochen bei täglicher, konsequenter Anwendung
      • nach erfolgreicher Therapie noch ca. 1 Woche weiterbehandeln
    • Kinder
      • Säuglinge
        • kontraindiziert
    • Niereninsuffizienz
      • kontraindiziert

Kontraindikationen

Fluorouracil, Kombinationen - extern
  • Fluorouracil und Salicylsäure
    • Überempfindlichkeit gegen Fluorouracil oder Salicylsäure
    • Patienten mit Niereninsuffizienz
    • Anwendung zusammen mit Brivudin, Sorivudin und Analoga
      • da diese Wirkstoff potente Hemmstoffe des Fluorouracil-abbauenden Enzyms Dihydropyrimidindehydrogenase (DPD) sind
    • Anwendung auf großen Hautflächen (Hautfläche nicht größer als 25 cm2)
    • darf nicht mit Augen und Schleimhäuten in Berührung gebracht werden
    • Säuglinge
    • Frauen, bei denen eine Schwangerschaft nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann
    • Schwangerschaft
    • Stillzeit

Nebenwirkungen

Fluorouracil, Kombinationen - extern
  • Fluorouracil und Salicylsäure
    • Erkrankungen des Immunsystems
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • kontaktallergische Reaktionen (aufgrund der enthaltenen Salicylsäure)
          • derartige kontaktallergische Reaktionen können in Form von Jucken, Rötungen und Bläschen auch außerhalb des Applikationsareals auftreten
    • Erkrankungen des Nervensystems
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Kopfschmerzen
    • Augenerkrankungen
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • trockene Augen
        • Augenjucken
        • vermehrte Tränensekretion
    • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Hautabschuppung
    • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • am Verabreichungsort:
          • Erytheme
          • Entzündungen
          • Reizungen (inklusive Brennen)
          • Schmerzen
          • Pruritus
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • am Verabreichungsort:
          • Blutungen
          • Hauterosionen
          • Verkrustungen
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • am Verabreichungsort:
          • Dermatitis
          • Ödem
          • Ulzeration
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • in seltenen Fällen kann ein starkes Brennen zum Absetzen der Therapie führen
        • durch die starke hornschichterweichende Wirkung kann es insbesondere in der Umgebung der Warze zu weißlichen Verfärbungen und Abschilferungen der Haut kommen

Anwendungshinweise

  • auf die Warze, nicht auf gesunde Haut der Warzenumgebung, auftragen
    • umgebende Haut gegebenenfalls mit Paste / Salbe abdecken
  • Pinsel vor Betupfen am Flaschenhals abstreifen
  • bei sehr kleinen Warzen statt Pinsel Zahnstocher oder Ähnliches verwenden
  • vor dem erneuten Auftragen den vorhandenen Lackfilm durch Abziehen entfernen
  • bei periungualen und subungualen Warzen darauf achten, dass Nagelmatrix nicht geschädigt wird und Lösung nicht in das Nagelbett gelangt
  • behandelte Fläche soll nicht > 25 cm2 sein; nicht zur Anwendung auf großen Hautflächen bestimmt
  • in vielen Fällen (stark prominente vulgäre Warzen, Fußsohlenwarzen) günstig, das unter der Behandlung abgestorbene Gewebe vom Arzt abtragen zu lassen
  • bei Befall von Hautarealen mit dünner Epidermis
    • Lösung weniger häufig auftragen
    • Therapieverlauf öfter kontrollieren
  • Warzen mit sehr starker Verhornungstendenz eventuell mit Salicylsäure-Pflaster vorbehandeln
  • Flasche nach Gebrauch gut verschließen (sonst Austrocknung)
  • Lösung nicht mit Textilien / Acryl in Berührung bringen (Fleckenbildung)
  • nicht mit Augen oder Schleimhäuten in Berührung bringen

Stillzeithinweise

Fluorouracil, Kombinationen - extern
  • Fluorouracil und Salicylsäure
    • kontraindiziert in der Stillzeit
    • nicht bekannt, ob Fluorouracil oder seine Metaboliten nach topischer Anwendung in die Muttermilch übergehen
    • Risiko für das Neugeborene kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Fluorouracil, Kombinationen - extern
  • Fluorouracil und Salicylsäure
    • kontraindiziert während der Schwangerschaft
    • kontraindiziert bei Frauen, bei denen eine Schwangerschaft nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann
    • keine Daten über die Anwendung von topischem Fluorouracil bei Schwangeren vorliegend
    • tierexperimentelle Studien
      • Fluorouracil
        • bei systemisch verabreichten Fluorouracil bei Tieren teratogene Wirkung beobachtet
      • Salicylsäure
        • Salicylsäure kann den Schwangerschaftsausgang bei Nagetieren negativ beeinflussen
    • Fertilität
      • Fertilitätsstudien mit systemisch angewendetem Fluorouracil zeigten eine transiente Infertitilität bei männlichen und reduzierte Trächtigkeitsraten bei weiblichen Nagetieren
        • jedoch ist aufgrund der sehr geringen Resorption der Wirkstoffe nach topischer Anwendung auf der Haut eine Relevanz für die Anwendung beim Menschen unwahrscheinlich

Warnhinweise

Fluorouracil, Kombinationen - extern
  • Fluorouracil und Salicylsäure
    • Arzneimittel enthält das Zytostatikum 5-Fluorouracil (5-FU)
    • Dihydropyrimidin-Dehydrogenase-(DPD)-Enzym-Mangel
      • das Enzym Dihydropyrimidindehydrogenase (DPD) spielt eine wichtige Rolle für denAbbau von Fluorouracil
      • Inhibierung, ein Mangel oder eine verringerte Aktivität dieses Enzyms kann zu einer Akkumulation von Fluorouracil führen
      • da jedoch die perkutane Resorption von Fluorouracil vernachlässigbar ist, wenn das Arzneimittel gemäß der zugelassenen Produktinformation angewendet wird, sind in dieser Subpopulation keine Unterschiede im Sicherheitsprofil zu erwarten
        • Dosisanpassungen nicht als notwendig angesehen
    • Patienten, die Phenytoin gleichzeitig mit Fluorouracil einnehmen
      • sollten regelmäßig auf einen erhöhten Phenytoin-Plasma-Spiegel untersucht werden
    • falls Hautareale mit dünner Epidermis von Warzen befallen sind
      • Wirkstofflösung weniger häufig auftragen und Therapieverlauf öfter kontrollieren, da es durch die stark hornschichterweichende Wirkung der enthaltenen Salicylsäure zu Narbenbildung kommen kann
    • Vorbehandlung von Warzen mit sehr starker Verhornungstendenz
      • bei Warzen mit sehr starker Verhornungstendenz manchmal angebracht, mitSalicylsäure-Pflaster vorzubehandeln
    • sollte nicht nicht auf blutigen Läsionen angewendet werden
    • Patienten mit Sensibilitätsstörungen (z.B. bei Diabetes mellitus)
      • engmaschige ärztliche Kontrolle erforderlich
    • Sonnenexposition bei aktinischen Keratosen
      • aktinische Keratosen entstehen durch chronische UV-Schäden
      • jede lokale Reizung an den behandelten Hautstellen kann sich durch Sonnenexposition verschlechtern
      • Patienten sollte angeraten werden, die Haut gegen weitere übermäßige und gehäufte Sonneneinstrahlung zu schützen, insbesondere an den behandelten Hautstellen
    • andere Hauterkrankungen bei der Behandlung von aktinischen Keratosen
      • keine Erfahrungen mit der Behandlung von aktinischen Keratosen in einem Hautareal vorliegend, das gleichzeitig von einer anderen Hautkrankheit betroffen ist
      • Arzt sollte in Betracht ziehen, dass sich das Behandlungsergebnis unterscheiden kann
    • Basalzellkarzinome (BCC) sowie Morbus Bowen
      • sollten nicht mit diesem Arzneimittel behandelt werden, da hierfür keine Erfahrungen vorliegen