VERSATIS 700 mg wirkstoffhaltiges Pflaster

Orifarm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Lidocain →

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N2 30 ST 142,72 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Linderung der Symptome neuropathischer Schmerzen nach Herpes-Zoster-Infektion (Post-Zoster-Neuralgie, PZN) bei Erwachsenen

Dosierung

Basiseinheit: jedes Hydrogelpflaster (10 cm x 14 cm) enthält 700 mg (5% w/w) Lidocain

  • Linderung der Symptome neuropathischer Schmerzen nach Herpes-Zoster-Infektion (Post-Zoster-Neuralgie, PZN)
    • Erwachsene und ältere Patienten
      • Pflaster 1mal / Tag auf den schmerzenden Bereich kleben
      • Applikationsdauer: bis zu 12 Stunden, anschließend pflasterfreies Intervall von mind. 12 Stunden einhalten
      • nur die Anzahl Pflaster verwenden, die für eine effektive Linderung der Schmerzen notwendig
        • falls erforderlich, Pflaster vor Entfernen der Schutzfolie mit einer Schere in kleinere Stücke zerteilen
      • max. 3 Pflaster gleichzeitig aufkleben
      • falls Patient nach 2 - 4 Wochen nicht auf die Therapie angesprochen hat oder Linderungseffekt ausschließlich auf die hautschützenden Eigenschaften des Pflasters zurückgeführt werden kann
        • Behandlung mit Lidocain-haltigem Pflaster abbrechen
      • Behandlung sollte in regelmäßigen Abständen bewertet werden: anhand der Bewertung sollte entschieden werden, ob weniger Pflaster zur Abdeckung des schmerzenden Bereichs ausreichen oder Pflaster-freie Phase verlängert werden kann
      • Behandlungsdauer: Langzeitbehandlung mit dem Pflaster nur gerechtfertigt, wenn es einen therapeutischen Nutzen für Patienten gibt
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • leicht oder mäßig
        • Dosisanpassung nicht erforderlich
      • stark
        • nur mit Vorsicht anwenden
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • leicht oder mäßig
        • Dosisanpassung nicht erforderlich
      • stark
        • nur mit Vorsicht anwenden
    • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht nachgewiesen; keine Daten

Kontraindikationen

Lidocain - extern
  • Überempfindlichkeit gegenüber Lidocain und anderen Lokalanästhetika vom Amidtyp, z.B.
    • Bupivacain
    • Etidocain
    • Mepivacain
    • Prilocain
  • Spray zusätzlich
    • erhebliche Störungen des Reizbildungs- und Leitungssystems
    • dekompensierte Herzinsuffizienz
    • kardiogener und hypovolämischer Schock
    • Information zu produktspezifischen Hilfsstoffen (siehe jeweilige Herstellerinformation)
  • Pflaster zusätzlich
    • Anwendung auf entzündete bzw. verletzte Hautflächen, z.B.
      • Herpes-Zoster-Läsionen
      • bei atopischer Dermatitis
      • auf Wunden

Nebenwirkungen

Lidocain - extern
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • Spray
      • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
        • allergische Reaktionen (in den schwersten Fällen ein anaphylaktischer Schock)
    • Pflaster
      • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
        • anaphylaktische Reaktion
        • Hypersensitivität
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • Spray
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • toxische Nebenwirkungen (nach Überschreitung eines kritischen Blutspiegels)
          • zentralnervösen Symptome
  • Herzerkrankungen
    • Spray
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • toxische Nebenwirkungen (nach Überschreitung eines kritischen Blutspiegels)
          • kardiovaskuläre Symptome
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • Spray
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • bei Anwendung im Mund- und Rachenraum
          • vorübergehende Ödeme im Rachen- und Kehlkopfbereich, die vereinzelt mit Heiserkeit einhergehen
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • Pflaster
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Hautläsionen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • Spray
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • lokale Reizungen am Applikationsort
    • Pflaster
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Reaktionen an der Applikationsstelle, wie
          • Brennen
          • Dermatitis
          • Erythem
          • Pruritus
          • Hautausschlag
          • Hautreizungen
          • Bläschen
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • Pflaster
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Hautverletzungen
      • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
        • offene Wunden

Anwendungshinweise

  • Pflaster unmittelbar nach Entnahme aus dem Beutel und Entfernen der Schutzfolie von der Gelschicht auf die Schmerzzone der Haut aufbringen
  • Haare an der Applikationsstelle mit einer Schere abschneiden - nicht rasieren
  • Pflaster auf unverletzte, trockene Hautfläche kleben, die keinerlei Hautirritation aufweist (nach Abheilen der Herpes-Zoster-Läsionen)
  • Pflaster kann wahlweise tagsüber oder während der Nacht angewendet werden

Stillzeithinweise

Lidocain - extern
  • zur Anwendung während Stillzeit keine klinischen Daten vorliegend
  • Lidocain geht in die Muttermilch über
    • Lidocain geht nach parenteraler Gabe in geringen Mengen in die Muttermilch über
      • Untersuchungen zum Übergang nach topischer Anwendung in der Stillzeit nicht vorliegend
    • es ist zu erwarten, dass nur sehr geringe Mengen Lidocain in die Muttermilch übergehen
      • Lidocain wird relativ schnell und nahezu vollständig in der Leber verstoffwechselt
  • Gefährdung des Säuglings unwahrscheinlich

Schwangerschaftshinweise

Lidocain - extern
  • Pflaster
    • Lidocain darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden
      • es sei denn, es ist eindeutig erforderlich
  • Spray
    • Lidocain sollte in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung angewendet werden
  • keine kontrollierten Studien an Schwangeren durchgeführt
    • keine hinreichenden Daten zur Anwendung bei Schwangeren
  • bisher keine Hinweise auf angeborene Missbildungen nach Lidocainexposition in der Schwangerschaft
    • mögliches Risiko für den Menschen nicht bekannt
  • tierexperimentelle Studien
    • kein Hinweis auf teratogenes Potential von Lidocain
  • keine Untersuchungen zum plazentaren Übergang nach topischer Anwendung
    • Lidocain passiert nach parenteraler Gabe die Plazenta
      • Lidocain ist plazentagängig
  • Fertilität
    • keine klinischen Daten zur Fertilität
    • tierexperimentelle Studien
      • zeigten keinen Effekt auf die weibliche Fertilität

Warnhinweise

Lidocain - extern
  • Spray
    • wenn aufgrund Dosis oder Applikationsart hohe Blutspiegel zu erwarten sind
      • besondere Beobachtung erforderlich bei
        • einer kardiovaskulären Erkrankung, einschl.
          • Herzinsuffizienz
        • älteren Patienten
        • Patienten in schlechtem Allgemeinzustand
        • Patienten mit Myasthenia gravis
        • Patienten mit fortgeschrittenen Lebererkrankungen oder schwerer verminderter Nierenfunktion
    • bei Patienten mit akuter Porphyrie nur bei zwingender Indikation anwenden
      • kann Porphyrie auslösen
      • bei allen Patienten mit Porphyrie entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen
    • Wirkstoff wird besonders an Wundflächen sowie bei verletzten oder entzündeten Haut- bzw. Schleimhautarealen resorbiert
      • Applikation in diesen Bereichen daher mit besonderer Vorsicht
    • Nebenwirkungen
      • als mögliche Ursache für Nebenwirkungen müssen auch eventuelle Störungen im Abbau (Leber) oder in der Ausscheidung (Niere) von Lidocain in Betracht gezogen werden
      • schwere Nebenwirkungen
        • werden größere Mengen appliziert oder häufiger als verordnet bzw. in kurzen Dosierungsintervallen angewendet
          • können toxische Blutspiegel erreicht und schwere Nebenwirkungen verursacht werden
            • sicherste Prophylaxe besteht in der genauen Einhaltung der empfohlenen Dosierung von Lidocain
              • deren Wirkung unbedingt ärztlich überwacht werden muss (visueller und verbaler Patientenkontakt)
            • besonders bei Kindern beachten, bei denen Dosierung an das Körpergewicht angepasst werden soll
            • bei Auftreten von toxischen Effekten können notfallmedizinische Maßnahmen und Beatmung notwendig werden
    • nicht in die Augen sprühen
      • ist versehentlich etwas Spray ins Auge geraten
        • sofort mit fließendem Wasser zu spülen
    • sollte nicht auf Trachealtuben mit PVC-Cuffs angewendet werden
      • Lidocain als Base kann bei Kontakt sowohl mit PVC-Cuffs als auch mit anderen Cuffs den Trachealtubus beschädigen
        • äußert sich in Form von winzigen Löchern, die zu einer Undichtigkeit und somit zu einem Druckabfall des Tubus führen können
    • Allergien
      • ist eine Allergie gegen Lidocain bekannt ist
        • so muss mit Kreuzallergie gegen andere Lokalanästhetika vom Säureamidtyp gerechnet werden
    • bei Anwendung im Mund, Rachen und Kehlkopfbereich
      • besteht durch Beeinträchtigung des Schluckreflexes und Auftreten eines Taubheitsgefühls
        • erhöhte Aspirationsgefahr
        • erhöhtes Risiko für Bissverletzungen
  • Pflaster
    • Berührung der Augen mit dem Pflaster soll vermieden werden
    • Pflaster soll nicht auf Schleimhäute geklebt werden
    • nur mit Vorsicht anwenden
      • bei schwerer Herzinsuffizienz
      • bei schweren Störungen der Nieren- und Leberfunktion
    • Langzeitbehandlung nur gerechtfertigt
      • wenn es einen therapeutischen Nutzen für den Patienten gibt
    • tierexperimentelle Studien
      • nach Verfütterung an Ratten war 2,6-Xylidin, ein Lidocainmetabolit, genotoxisch und karzinogen
      • bei sekundären Metaboliten konnte Mutagenität gezeigt werden
      • klinische Relevanz dieser Studien ist nicht bekannt
    • systemische Nebenwirkungen nach bestimmungsgemäßer Anwendung des Pflasters sind nicht zu erwarten
      • systemische Konzentration von Lidocain ist sehr niedrig
        • systemischen Reaktionen auf Lidocain entsprechen in ihrem Wesen jenen, die mit anderen Lokalanästhetika des Amidtyps beobachtet wurden