Voluven 6% Infusionslösung freeflex

Fresenius Kabi Deutschland GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Hydroxyethylstärke →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
5X500 ML 79,09 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Hypovolämie bei akutem Blutverlust, wenn Kristalloide alleine als nicht ausreichend erachtet werden

Dosierung

Basiseinheit: 1000 ml Infusionslösung enthalten 60,0 g Hydroxyethylstärke und 9,0 g Natriumchlorid

  • Hypovolämie bei akutem Blutverlust
    • Anwendung von HES sollte auf initiale Phase der hämodynamischen Stabilisierung und auf max. 24 h begrenzt werden
    • erste 10 - 20 ml langsam und unter sorgfältiger Überwachung des Patienten infundieren, damit mögliche anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen so früh wie möglich erkannt werden
    • Tagesdosis und Infusionsgeschwindigkeit richten sich nach
      • Blutverlust des Patienten
      • der Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der hämodynamischen Parameter
      • und der Hämodilution (Verdünnung)
    • max. Tagesdosis: 30 ml/kg KG
    • niedrigste wirksame Dosis anwenden
    • Behandlung sollte sich an Ergebnissen kontinuierlicher hämodynamischer Überwachung orientieren, so dass Infusion beendet werden kann, sobald hämodynamischen Ziele erreicht sind
    • Kinder und Jugendliche
      • nur begrenzt Daten
      • Anwendung nicht empfohlen
    • Nierenfunktionsstörung oder Nierenersatztherapie
      • kontraindiziert
    • schwere Leberfunktionsstörungen
      • kontraindiziert

Kontraindikationen

Hydroxyethylstärke - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Hydroxyethylstärke
  • Sepsis
  • Verbrennungen
  • Nierenfunktionsstörung oder Nierenersatztherapie
  • intracranielle oder cerebrale Blutung
  • kritisch kranke Patienten (i.d.R. Patienten, die auf die Intensivstation aufgenommen werden müssen)
  • Hyperhydratation
  • Lungenödem
  • Dehydratation
  • Hyperkaliämie
  • schwere Hypernatriämie oder schwere Hyperchlorämie
  • schwere Leberfunktionsstörungen
  • dekompensierte Herzinsuffizienz
  • schwere Gerinnungsstörung
  • organtransplantierte Patienten

Nebenwirkungen

Hydroxyethylstärke - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • anaphylaktoide/anaphylaktische Reaktionen unterschiedlichen Schweregrades (bei Auftreten von Unverträglichkeitsreaktionen Infusion sofort beenden und geeignete Sofortmaßnahmen einleiten)
        • Überempfindlichkeitsreaktionen
        • grippeartige Symptome
        • Bradykardie
        • Tachykardie
        • Bronchospasmus
        • nicht-kardiales Lungenödem
        • Hinweis
          • es existieren keine spezifischen Tests, mit denen Patienten identifiziert werden können, bei denen eine anaphylaktische Reaktion wahrscheinlich ist
          • auch das Ergebnis und die Schwere einer solchen Reaktion können für den Patienten nicht vorausgesagt werden.
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • abgesenkter Hämatokrit und verminderte Plasmaproteinkonzentration als Ergebnis der Hämodilution
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • höhere Dosierungen von Hydroxyethylstärke verursachen eine Verdünnung der Gerinnungsfaktoren und können damit die Gerinnung beeinflussen
        • Blutungszeit und die aPTT können zunehmen und die Konzentration des FVIII/vWF-Komplexes kann nach der Gabe hoher Dosierungen reduziert sein
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gerinnungsstörungen (bei hoher Dosierung), die über einen ausschließlichen Verdünnungseffekt hinausgehen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pruritus (Juckreiz)
        • längerfristige hochdosierte Gabe von Hydroxyethylstärke kann Pruritus verursachen, eine für HES bekannte Nebenwirkung
        • Juckreiz kann unter Umständen erst Wochen nach der letzten Infusion auftreten und über Monate anhalten
        • Juckreiz spricht schlecht auf eine Therapie an
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Nierenschädigung
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Leberschädigung
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Anstieg der Amylase im Serum (kann sich bei der Diagnose einer Pankreatitis störend auswirken)
        • Ursache hierfür liegt in der Bildung eines Enzym-Substrat Komplexes von Amylase und Hydroxyethylstärke, der nur langsam eliminiert wird und daher ist ein Amylaseanstieg nicht zwangsläufig Ausdruck einer Pankreatitis
        • Erhöhung der alpha-Amylase-Konzentration im Serum ist 3 - 5 Tage nach der Infusion nicht mehr nachweisbar
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • bei hoher Dosierung kann es aufgrund des Verdünnungseffektes zu einer entsprechend niedrigeren Konzentration von Blutkomponenten, z.B Gerinnungsfaktoren, anderen Plasmaproteinen und zu einem Abfall des Hämatokrits kommen

Anwendungshinweise

  • Verwendung als i.v.-Infusion
  • erste 10 - 20 ml langsam und unter sorgfältiger Überwachung des Patienten infundieren, damit mögliche anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen so früh wie möglich erkannt werden
  • nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt
  • Lösung nach dem Öffnen des Behältnisses sofort verbrauchen
    • nicht verbrauchte Lösung verwerfen
  • nur klare, partikelfreie Lösungen und unbeschädigte Behältnisse verwenden

Stillzeithinweise

Hydroxyethylstärke - invasiv
  • Entscheidung sollte darüber getroffen werden, ob entweder das Stillen oder die Therapie fortgesetzt wird oder nicht
    • Nutzen des Stillens für das Kind und Nutzen der Behandlung für die Mutter berücksichtigen
    • zeitweilige Unterbrechung des Stillens sollte erwogen werden
  • nicht bekannt, ob Hydroxyethylstärke oder Metaboliten in die menschliche Muttermilch ausgeschieden wird
  • Ausscheidung von Hydroxyethylstärke in die Milch am Tier nicht untersucht

Schwangerschaftshinweise

Hydroxyethylstärke - invasiv
  • sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen das mögliche Risiko für den Embryo bzw. Föten rechtfertigt
    • besonders beachten, wenn eine Verabreichung in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft geplant ist
  • keine klinischen Daten über exponierte Schwangerschaften vorliegend
  • HES-bezogene anaphylaktische Reaktionen bei schwangeren Frauen könnten schädliche Wirkungen auf den Föten haben
  • tierexperimentelle Studien
    • zeigten keine direkten oder indirekten schädlichen Wirkungen auf die Reproduktionstoxizität bei human-therapeutischen Dosen
    • HES 130/0,4 zeigte keine schädlichen Wirkungen auf die Trächtigkeit, die embryofetale Entwicklung, den Geburtsvorgang oder die postnatale Entwicklung; teratogene Wirkungen wurden nicht festgestellt
    • nach wiederholter Verabreichung ähnlicher Produkte vaginale Blutungen, embryotoxische und teratogene Effekte
  • Fertilität
    • keine Daten zur Wirkung auf die menschliche Fertilität vorliegend
    • tierexperimentelle Studien mit human-therapeutischen Dosen ergaben keine Hinweise auf schädliche Wirkungen in Bezug auf die Fertilität, jedoch wurden Veränderungen der Fertilität bei maternaltoxischer Dosis beobachtet

Warnhinweise

Hydroxyethylstärke - invasiv
  • nicht bei Sepsis, Nierenfunktionsstörung oder bei kritisch kranken Patienten anwenden (Kontraindikationen beachten)
  • allergische Reaktionen
    • wegen der Gefahr allergischer (anaphylaktischer/anaphylaktoider) Reaktionen sollte der Patient engmaschig überwacht und die Infusion mit niedriger Infusionsgeschwindigkeit eingeleitet werden
  • Chirurgie und Trauma
    • keine ausreichenden Langzeitdaten zur sicheren Anwendung bei chirurgischen- und Trauma-Patienten
    • erwarteter Nutzen der Behandlung sollte sorgfältig gegen die Ungewissheit in Bezug auf langfristige Sicherheit abgewogen werden
    • andere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht ziehen
  • Indikation
    • Indikation zum Volumenersatz mit HES muss sorgfältig geprüft werden
    • hämodynamisches Monitoring für die Volumen- und Dosis-Steuerung erforderlich
  • Volumenüberladung
    • Volumenüberladung durch Überdosierung oder zu schneller Infusion muss in jedem Fall vermieden werden
    • Dosierung sorgfältig einstellen, insbesondere bei Patienten mit
      • Lungen-Problemen
      • Herz-Kreislauf-Problemen
    • engmaschige Überwachung von
      • Serumelektrolyten
      • Flüssigkeitshaushalt
      • Nierenfunktion
  • Elektrolyte und Flüssigkeit sollten nach den individuellen Erfordernissen ersetzt werden
  • auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten
  • Nierenfunktionsstörung oder Nierenersatztherapie
    • HES-Produkte kontraindiziert
    • Einsatz von HES sollte bei ersten Anzeichen einer Nierenschädigung beendet werden
    • erhöhter Bedarf an Nierenersatztherapie bis 90 Tage nach Hydroxyethylstärke-Anwendung berichtet
      • Überwachung der Nierenfunktion daher für mind. 90 Tage nach Anwendung empfohlen
  • Leberfunktionseinschränkung
    • besondere Vorsicht bei Behandlung von Patienten mit Leberfunktionseinschränkungen
  • Blutgerinnungsstörungen
    • besondere Vorsicht bei Behandlung von Patienten mit Gerinnungsstörungen
    • im Fall wiederholter Verabreichung sollten die Blutgerinnungsparameter sorgfältig überwacht werden
    • bei den ersten Anzeichen einer Gerinnungsstörung sollte die Behandlung mit HES-Lösungen abgebrochen werden
  • hypovolämische Patienten
    • Vermeidung einer hochgradigen Hämodilution durch zu hohe Dosen bei hypovolämischen Patienten
  • Operationen am offenen Herzen mit cardiopulmonalem Bypass
    • Anwendung von HES-Lösungen aufgrund Risikos starker Blutungen nicht empfohlen
  • Patienten mit Elektrolytstörungen, wie Hyperkaliämie, Hypernatriämie, Hypermagnesiämie und Hyperchlorämie
    • besondere Vorsicht bei der Anwendung
  • Vorsicht bei Patienten mit Erkrankungen, die eine restriktive Natriumzufuhr gebieten (Herzinsuffizienz, generalisierte Ödeme, Hypertonie, Eklampsie)
  • bei metabolischer Alkalose und in klinischen Situationen, in denen eine Alkalisierung vermieden werden sollte
    • Verabreichung von Hydroxyethylstärkelösungen in Kochsalzträgerlösung, beispielsweise eines Produktes, das HES 130/0,4 in isotonischer Natriumchloridlösung enthält, gegenüber alkalisierenden Lösungen bevorzugen (Fachinformation des jeweiligen Arzneimittels beachten)
  • Blutgruppenbestimmung
    • um die korrekte Blutgruppenbestimmung abzusichern, sollte vor der Anwendung größerer Mengen von HES eine Blutprobe genommen werden
  • ältere Patienten
    • ältere Patienten, die häufiger an Herzinsuffizienz und Nierenfunktionsstörungen leiden, sollten während der Behandlung engmaschig überwacht und die Dosis sollte sorgfältig eingestellt werden, um Herz-Kreislauf- und Nierenkomplikationen infolge von Hypervolämie zu vermeiden
  • Kinder und Jugendliche
    • nur begrenzte Daten zur Anwendung von HES bei Kindern vorliegend
    • Anwendung nicht empfohlen
  • Doping
    • Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen