VOTRIENT 200mg Filmtabletten

NOVARTIS Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Pazopanib →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 30 ST 1479,43 €
N3 90 ST 4327,44 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Nierenzellkarzinom (RCC)
    • Erstlinien-Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom
    • Behandlung von Patienten, die vorher eine Therapie ihrer fortgeschrittenen Erkrankung mit Zytokinen erhalten hatten
  • Weichteilsarkom (WTS, STS)
    • Behandlung von erwachsenen Patienten mit ausgewählten Subtypen eines fortgeschrittenen Weichteilsarkoms, die vorher eine Chemotherapie ihrer metastasierten Erkrankung erhalten hatten oder die innerhalb von 12 Monaten nach einer (neo-)adjuvanten Therapie progredient wurden
    • Wirksamkeit und Sicherheit von Pazopanib wurde nur bei bestimmten histologisch definierten Weichteilsarkom-Subtypen bestimmt

Dosierung

  • Nierenzellkarzinom (RCC); Weichteilsarkom (WTS, STS)
    • Behandlungseinleitung nur durch einen in der Anwendung von Arzneimitteln gegen Krebs erfahrenen Arzt
    • 800 mg Pazopanib 1mal / Tag
    • Dosismodifikationen
      • stufenweise Dosisreduktion oder -erhöhung in 200 mg-Schritten abhängig von individueller Verträglichkeit (zum Management von Nebenwirkungen)
    • tägliche Maximaldosis: 800 mg Pazopanib
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • klinisch relevanter Effekt auf Pharmakokinetik unwahrscheinlich
        • wegen geringer renaler Ausscheidung von Pazopanib und dessen Metaboliten
      • Kreatinin-Clearance > 30 ml / Min.
        • keine Dosisanpassung notwendig
      • Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min.
        • Anwendung mit Vorsicht (keine Erfahrungen)
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • Dosierungsempfehlungen basieren auf pharmakokinetischen Studien
      • Leberfunktionstests für alle Patienten, um festzustellen, ob Leberfunktionsstörungen vorliegen
      • leicht bis mäßig
        • Anwendung mit Vorsicht
        • engmaschige Überwachung der Verträglichkeit
        • geringfügige Leberwertveränderungen im Serum
          • definiert entweder als Bilirubin im Normalbereich und jeglicher Anstieg der Alanin-Aminotransferase (ALAT, GPT)
          • oder als Erhöhung des Bilirubins (> 35% in Form von direktem Bilirubin) bis zum 1,5-Fachen des oberen Normalwerts (ULN) unabhängig vom ALAT (GPT)-Wert
            • 800 mg Pazopanib 1mal / Tag
        • mäßig
          • definiert als Anstieg des Bilirubins > 1,5 - 3x ULN unabhängig vom ALAT (GPT)-Wert
            • 200 mg Pazopanib 1mal / Tag
      • schwer
        • definiert als Gesamt-Bilirubin > 3x ULN unabhängig vom ALAT (GPT)-Wert
          • Anwendung nicht empfohlen
    • ältere Patienten (>= 65 Jahre)
      • nur begrenzte Daten
      • RCC-Studien
        • keine klinisch signifikanten Unterschiede bezüglich Sicherheit im Vergleich zu jüngeren Personen
      • klinische Erfahrung
        • keine Unterschiede im Ansprechen im Vergleich zu jüngeren Patienten gefunden, jedoch kann größere Empfindlichkeit einzelner älterer Patienten nicht ausgeschlossen werden
    • Kinder und Jugendliche
      • < 2 Jahre
        • keine Anwedung (Bedenken hinsichtlich Sicherheit bezüglich Organwachstum und Reifung)
      • 2 - 18 Jahre
        • Sicherheit und Wirksamkeit noch nicht erwiesen
        • es kann keine Dosierungsempfehlung gegeben werden

Kontraindikationen

Pazopanib - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Pazopanib

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Pazopanib - peroral

in RCC-Studien (n = 1149) oder nach der Markteinführung berichtete, in Zusammenhang mit der Behandlung stehende Nebenwirkungen

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Infektionen (mit oder ohne Neutropenie)
        • in Zusammenhang mit der Behandlung stehende Nebenwirkung, die nach der Markteinführung berichtet wurde (Spontanberichte und schwerwiegende Nebenwirkungen aus allen klinischen Studien mit Pazopanib)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Zahnfleischinfektion
      • Infektiöse Peritonitis
  • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tumorschmerzen
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Thrombozytopenie
      • Neutropenie
      • Leukopenie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Polyzythämie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Thrombotische Mikroangiopathie (einschließlich thrombotisch thrombozytopenische Purpura und hämolytisch-urämisches Syndrom)
        • in Zusammenhang mit der Behandlung stehende Nebenwirkung, die nach der Markteinführung berichtet wurde (Spontanberichte und schwerwiegende Nebenwirkungen aus allen klinischen Studien mit Pazopanib)
  • Endokrine Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypothyreose
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Verminderter Appetit und Anorexie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypophosphatämie
      • Dehydration
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypomagnesiämie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Tumorlyse-Syndrom
        • im Zusammenhang mit der Behandlung stehende Nebenwirkung, die erst nach Markteinführung beobachtet wurde; die Häufigkeit kann auf der Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schlaflosigkeit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Geschmacksstörung, Verlust des Geschmackssinns und verminderte Empfindlichkeit der Geschmackswahrnehmung
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
      • Lethargie
      • Parästhesie
      • Periphere sensorische Neuropathie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypoästhesie
      • Transitorische ischämische Attacke
      • Somnolenz
      • Zerebrovaskulärer Insult
      • Ischämischer Schlaganfall
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Posteriore reversible Enzephalopathie / reversibles posteriores Leukoenzephalopathie-Syndrom
        • in Zusammenhang mit der Behandlung stehende Nebenwirkung, die nach der Markteinführung berichtet wurde (Spontanberichte und schwerwiegende Nebenwirkungen aus allen klinischen Studien mit Pazopanib)
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • verschwommenes Sehen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Verfärbung der Wimpern
      • Netzhautablösung
        • in Zusammenhang mit der Behandlung stehende Nebenwirkung, die nach der Markteinführung berichtet wurde (Spontanberichte und schwerwiegende Nebenwirkungen aus allen klinischen Studien mit Pazopanib)
      • Netzhautriss
        • in Zusammenhang mit der Behandlung stehende Nebenwirkung, die nach der Markteinführung berichtet wurde (Spontanberichte und schwerwiegende Nebenwirkungen aus allen klinischen Studien mit Pazopanib)
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bradykardie
      • kardiale Dysfunktion, linksventrikuläre Dysfunktion, Herzinsuffizienz und restriktive Kardiomyopathie
      • Myokardinfarkt
      • Myokardiale Ischämie
  • Gefässerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypertonie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hitzewallungen
      • Venöses thromboembolisches Ereignis, einschl.
        • tiefe Venenthrombose
        • Lungenembolie
        • Thrombose
      • Hautrötung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hämorrhagie
      • hypertensive Krise
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Aneurysmen
      • Arteriendissektionen
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Nasenbluten
      • Dysphonie
      • Dyspnoe
      • Hämoptyse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Rhinorrhoe
      • Lungenblutung
      • Pneumothorax
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Interstitielle Lungenerkrankung/ Pneumonitis
        • in Zusammenhang mit der Behandlung stehende Nebenwirkung, die nach der Markteinführung berichtet wurde (Spontanberichte und schwerwiegende Nebenwirkungen aus allen klinischen Studien mit Pazopanib)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Durchfall
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Bauchschmerzen, Oberbauchschmerzen und Unterbauchschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Stomatitis
      • Dyspepsie
      • Flatulenz
      • Blähbauch
      • Geschwüre im Mund
      • Trockener Mund
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pankreatitis
      • Rektalblutung
      • Hämatochezie
      • Gastrointestinale Blutung
      • Melaena
      • Häufiger Stuhlgang
      • Anale Blutung
      • Dickdarmperforation
      • Blutungen im Mund
      • Blutung im oberen Gastrointestinaltrakt
      • Enterokutane Fistel
      • Hämatemesis
      • Hämorrhoidalblutung
      • Ileumperforation
      • Ösophagusblutung
      • Retroperitoneale Blutung
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Leberfunktionsstörung
      • Hyperbilirubinämie
      • Hepatotoxizität
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Gelbsucht
      • Leberversagen
        • in Zusammenhang mit der Behandlung stehende Nebenwirkung, die nach der Markteinführung berichtet wurde (Spontanberichte und schwerwiegende Nebenwirkungen aus allen klinischen Studien mit Pazopanib)
      • Arzneimittelbedingte Leberschädigung
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Verfärbung der Haare
      • Hautausschlag
      • Haarausfall
      • palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypopigmentierung der Haut
      • Erythem
      • Juckreiz
      • Pigmentverlust der Haut
      • trockene Haut
      • Hyperhidrose
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Nagelerkrankung
      • Photosensibilisierung
      • Hautexfoliation
      • Hauterkrankung
      • Hautausschlag mit Bläschenbildung
      • Generalisierter Juckreiz
      • Papulöser Hautausschlag
      • Plantares Erythem
      • Erythematöser Hautausschlag
      • Generalisierter Hautausschlag
      • Makulöser Hautausschlag
      • Juckender Hautausschlag
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Arthralgie
      • Myalgie
      • Muskelkrämpfe
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Muskuloskeletaler Schmerz
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Proteinurie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Harnwegsblutung
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Menorrhagie
      • Metrorrhagie
      • Vaginalblutung
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Fatigue
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Asthenie
      • Mukositis
      • Ödem, peripheres Ödem, Augenödem, lokalisiertes Ödem und Gesichtsödem
      • Brustschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schüttelfrost
      • Erkrankung der Schleimhäute
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Erhöhung der Alanin-Aminotransferase
      • Erhöhung der Aspartat-Aminotransferase
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gewichtsverlust
      • Erhöhung des Bilirubins im Blut
      • Erhöhung des Kreatinins im Blut
      • Erhöhung der Lipase
      • Erniedrigte Zahl weißer Blutkörperchen, erniedrigte Neutrophilenzahl und erniedrigte Leukozytenzahl
      • TSH-Erhöhung im Blut
      • Erhöhung der Amylase
      • Erhöhung der Formylglutamat-Formyltransferase (gammaGT)
      • Blutdruckerhöhung
      • Erhöhte Harnstoffwerte im Blut
      • Abnormaler Leberfunktionstest
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erhöhung der Leberenzyme
      • Erniedrigte Glucosewerte im Blut
      • Verlängertes QT-Intervall im Elektrokardiogramm
      • Erhöhung der Transaminasenwerte
      • Abnormer Schilddrüsenfunktionstest
      • Erhöhung des diastolischen Blutdrucks
      • Erhöhung des systolischen Blutdrucks

Behandlungsbedingte Nebenwirkungen, von denen in Weichteilsarkom-Studien (n = 382) oder nach der Markteinführung berichtet wurde

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Zahnfleischinfektion
  • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Tumorschmerzen
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Leukopenie
      • Thrombozytopenie
      • Neutropenie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombotische Mikroangiopathie (einschließlich thrombotisch thrombozytopenische Purpura und hämolytisch-urämisches Syndrom)
  • Endokrine Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypothyreose
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • verminderter Appetit
      • Hypoalbuminämie
        • Häufigkeitsangaben basieren auf den Laborwert-Tabellen aus der Studie VEG110727 (N = 240); diese wurden als unerwünschte Ereignisse weniger häufig von den Prüfärzten gemeldet als in den Laborwert-Tabellen angegeben
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dehydratation
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypomagnesiämie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Tumorlyse-Syndrom
        • im Zusammenhang mit der Behandlung stehende Nebenwirkung, die erst nach Markteinführung beobachtet wurde; die Häufigkeit kann auf der Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schlaflosigkeit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Geschmacksstörung
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Periphere sensorische Neuropathie
      • Schwindel
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schläfrigkeit
      • Parästhesie
      • Zerebraler Infarkt
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verschwommenes Sehen
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ereignisse Kardiale Dysfunktion, beinhalten
        • linksventrikuläre Dysfunktion
        • Herzinsuffizienz
        • restriktive Kardiomyopathie
      • Bradykardie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Myokardinfarkt
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypertonie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Venöse thromboembolische Ereignisse, beinhalten
        • tiefe Venenthrombosen
        • Lungenembolien
        • andere Ereignisse aus dem Bereich Thrombose
      • Hitzewallungen
      • Hautrötungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hämorrhagie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Aneurysmen
      • Arteriendissektionen
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Nasenbluten
      • Dysphonie
      • Atemnot
      • Husten
      • Pneumothorax
      • Schluckauf
      • Lungenblutung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schmerzen im Mund- und Rachenraum
      • Bronchialblutung
      • Rhinorrhoe
      • Hämoptyse
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Interstitielle Lungenerkrankung/Pneumonitis
        • in Zusammenhang mit der Behandlung stehende Nebenwirkung, die nach der Markteinführung berichtet wurde (Spontanberichte und schwerwiegende Nebenwirkungen aus allen klinischen Studien mit Pazopanib)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Durchfall
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Bauchschmerzen, Oberbauchschmerzen und Unterbauchschmerzen
      • Stomatitis
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Blähbauch
      • Mundtrockenheit
      • Dyspepsie
      • Blutungen im Mund
      • Flatulenz
      • Anale Blutung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Gastrointestinale Blutung
      • Rektalblutung
      • Enterokutane Fistel
      • Magenblutung
      • Melaena
      • Ösophagusblutung
      • Peritonitis
      • Retroperitoneale Blutung
      • Blutung im oberen Gastrointestinaltrakt
      • Dünndarmperforation
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Abnormale Leberfunktion
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Leberversagen
        • im Zusammenhang mit der Behandlung stehende Nebenwirkung, die erst nach Markteinführung beobachtet wurde; die Häufigkeit kann auf der Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Muskuloskeletale Schmerzen
      • Myalgie
      • Muskelspasmen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arthralgie
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Verfärbung der Haare
      • Hypopigmentierung der Haut
      • Exfolativer Hautausschlag
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Haarausfall
      • Hauterkrankung
        • bei der Mehrzahl dieser Fälle handelte es sich um ein palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom
      • trockene Haut
      • Hyperhidrose
      • Nagelerkrankung
      • Juckreiz
      • Erythem
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hautgeschwür
      • Hautausschlag
      • Photosensibilisierungsreaktion
      • Palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom
      • Papulöser Hautausschlag
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Proteinurie
      • Vaginalblutung
      • Menorrhagie
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Fatigue
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ödem, peripheres Ödem und Augenlidödem
      • Brustschmerzen
      • Schüttelfrost
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schleimhautentzündung
        • im Zusammenhang mit der Behandlung stehende Nebenwirkung, die erst nach Markteinführung beobachtet wurde; die Häufigkeit kann auf der Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden
      • Asthenie
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Gewichtsverlust
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Untersuchung der Ohren, der Nase und des Rachens abnormal (überwiegend Mukositis)
      • Erhöhung der Alanin-Aminotransferase
      • Blut-Cholesterin abnormal
      • Erhöhung der Aspartat-Aminotransferase
      • Erhöhung der Formylglutamat-Formyltransferase (gammaGT)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erhöhung des Bilirubins im Blut
      • Aspartat-Aminotransferase
      • Alanin-Aminotransferase
      • Erniedrigte Thrombozytenwerte
      • Verlängertes QT-Intervall im Elektrokardiogramm

wichtigste schwerwiegende Nebenwirkungen (alle mit Häufigkeit < 1% der behandelten Patienten):

  • transitorische ischämische Attacken
  • ischämische Schlaganfälle
  • myokardiale Ischämien
  • kardiale Dysfunktion
  • gastrointestinale Perforationen und Fisteln
  • QT-Verlängerung
  • pulmonale, gastrointestinale und zerebrale Blutungen

andere bedeutsame schwerwiegende Nebenwirkungen, die in den Weichteilsarkom-Studien identifiziert wurden

  • venöse thromboembolische Ereignisse
  • linksventrikuläre Dysfunktionen
  • Pneumothorax

tödlich verlaufende Ereignisse, die als möglicherweise im Zusammenhang mit Pazopanib stehend eingestuft wurden:

  • gastrointestinale Blutungen
  • Lungenblutungen / Hämoptysen
  • Leberfunktionsstörungen
  • intestinale Perforationen
  • ischämische Schlaganfälle

Anwendungshinweise

  • Einnahme auf nüchternem Magen
    • entweder mind. 1 Stunde vor oder mind. 2 Stunden nach einer Mahlzeit
  • Filmtabletten unzerkaut einnehmen, nicht zerbrechen oder zerkleinern

Stillzeithinweise

Pazopanib - peroral
  • während der Behandlung mit Pazopanib sollte nicht gestillt werden
  • Sicherheit einer Anwendung von Pazopanib in der Stillzeit nicht erwiesen
  • nicht bekannt, ob Pazopanib in die Muttermilch übergeht
  • tierexperimentellen Studien
    • keine tierexperimentellen Daten zum Übergang von Pazopanib in die Muttermilch vorliegend
  • Risiko für den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Pazopanib - peroral
  • Pazopanib darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden,
    • es sei denn, dass eine Behandlung mit Pazopanib aufgrund des klinischen Zustandes der Patientin erforderlich ist
  • bisher keine hinreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von Pazopanib bei Schwangeren
  • falls Pazopanib während der Schwangerschaft angewendet wird, oder wenn eine Patientin unter Pazopanib schwanger wird, sollte die Patientin über das potentielle Risiko für das ungeborene Kind aufgeklärt werden
  • tierexperimentelle Studien
    • haben Reproduktionstoxizität gezeigt
    • potenzielles Risiko für den Menschen nicht bekannt
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • müssen darauf hingewiesen werden, während der Behandlung und mindestens 2 Wochen nach der letzten Pazopanib-Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethode zu verwenden und während der Behandlung mit Pazopanib eine Schwangerschaft zu vermeiden
  • männliche Patienten (einschl. vasektomierte Patienten)
    • während der Einnahme von Pazopanib und mind. 2 Wochen nach der letzten Pazopanib-Dosis beim Geschlechtsverkehr Kondome verwenden, um eine potentielle Arzneimittelexposition von Schwangeren und Frauenim gebärfähigen Alter zu vermeiden
  • Fertilität
    • tierexperimentelle Studien
      • haben gezeigt, dass die männliche oder weibliche Fertilität durch die Behandlung mit Pazopanib beeinträchtigt sein kann

Warnhinweise

Pazopanib - peroral
  • Wirkungen auf die Leber
    • Fälle von Leberversagen (einschließlich solche mit tödlichem Ausgang) sind während der Anwendung von Pazopanib beschrieben worden
    • bei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung:
      • Gabe von Pazopanib mit Vorsicht und unter engmaschiger Kontrolle
      • Patienten mit geringfügigen Leberwertveränderungen im Serum (entweder Bilirubin im Normalbereich und jeglicher Anstieg von ALAT oder Erhöhung des Bilirubins bis zum 1,5-Fachen des oberen Normalwerts (ULN) unabhängig vom ALAT -Wert):
        • empfohlene Dosis 800 mg Pazopanib 1mal / Tag
      • bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung (Anstieg des Bilirubins > 1,5 bis 3 x ULN unabhängig vom ALAT-Wert):
        • Dosisreduktion: 200 mg Pazopanib 1mal / Tag
    • Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Gesamt-Bilirubin > 3 x ULN unabhängig vom ALAT-Wert):
      • Anwendung nicht empfohlen
      • Exposition nach einer 200 mg - Dosis ist bei diesen Patienten merklich vermindert, jedoch sehr variabel mit Werten, die als nicht ausreichend für die Erzielung einer klinisch relevanten Wirkung angesehen werden
    • in klinischen Studien mit Pazopanib wurden Anstiege von Transaminasen (ALAT [GPT], ASAT [GOT]) und Bilirubin im Serum beobachtet
    • in der Mehrzahl der Fälle wurde über isolierte ALAT (GPT)- und ASAT (GOT)-Anstiege ohne gleichzeitige Erhöhungen der alkalischen Phosphatase oder des Bilirubins berichtet
    • Patienten im Alter von über 60 Jahren können ein höheres Risiko für leichte (> 3 x ULN) bis schwerwiegende (> 8 x ULN) ALAT (GPT)-Anstiege haben
    • Patienten, die das HLA-B*57:01-Allel tragen, haben ein erhöhtes Risiko für mit Pazopanib assoziierte ALAT (GPT)-Erhöhungen
    • die Leberfunktion sollte, unabhängig von Genotyp oder Alter, bei allen Patienten, die Pazopanib erhalten, regelmäßig überwacht werden
    • Serum-Leberfunktionsuntersuchungen sollten durchgeführt werden
      • vor Beginn der Behandlung mit Pazopanib und danach in den Wochen 3, 5, 7 und 9
      • danach sollten Untersuchungen in den Monaten 3 und 4 durchgeführt werden, und wie klinisch indiziert
      • regelmäßige Überwachung sollte auch nach Monat 4 weiterhin durchgeführt werden
        • Patienten mit Transaminasen-Erhöhung zwischen 3 und 8 x ULN
          • Fortsetzung der Pazopanib-Behandlung unter wöchentlicher Überwachung der Leberfunktion, bis die Transaminasen wieder auf Grad 1 oder auf die Ausgangswerte zurückgegangen sind
        • Patienten mit Transaminase-Erhöhungen > 8 x ULN sollten Pazopanib absetzen, bis diese wieder auf Grad 1 oder den Ausgangswert gefallen sind
          • wenn der mögliche Nutzen einer Wiederaufnahme der Pazopanib-Behandlung das Risiko einer Hepatoxizität überwiegt,
            • dann Behandlung mit Pazopanib in einer reduzierten Dosis von 400mg Pazopanib / Tag und
            • mit wöchentlichen Durchführung von Leberfunktionstests über 8 Wochen wiederaufnehmen
          • wenn nach Wiederaufnahme der Pazopanib-Behandlung erneut Transaminase-Erhöhungen > 3 x ULN auftreten
            • Pazopanib dauerhaft absetzen
        • wenn Transaminase-Erhöhungen > 3 x ULN zusammen mit Bilirubin-Erhöhungen > 2 x ULN
          • Pazopanib dauerhaft absetzen
          • Patienten solange überwachen, bis die Werte auf Grad 1 oder auf den Ausgangswert gefallen sind
          • Pazopanib ist ein UGT1A1-Inhibitor. Eine leichte „indirekte" (unkonjugiertes Bilirubin) Hyperbilirubinämie kann bei Patienten mit Gilbert-Syndrom auftreten
          • Patienten mit lediglich leichter „indirekter" Hyperbilirubinämie, bekanntem oder vermutetem Gilbert-Syndrom und ALAT (GPT)-Erhöhungen > 3 x ULN sollten entsprechend den bei isolierten ALAT (GPT)-Erhöhungen beschriebenen Empfehlungen überwacht werden
    • gleichzeitige Anwendung von Pazopanib und Simvastatin
      • erhöht das Risiko von ALAT (GPT)-Erhöhungen
      • sollte nur mit Vorsicht und unter engmaschiger Überwachung durchgeführt werden
  • Hypertonie
    • in klinischen Studien Fälle von Bluthochdruck, einschließlich neu diagnostizierter symptomatischer Episoden (hypertensive Krise) berichtet
    • vor Behandlungsbeginn mit Pazopanib sollte der Blutdruck gut eingestellt sein
    • Patienten frühzeitig nach Beginn der Behandlung (nicht länger als eine Woche nach Beginn der Pazopanib-Therapie) und danach regelmäßig auf eine Hypertonie hin überwachen, um eine engmaschige Blutdruckkontrolle sicherzustellen
      • erhöhte Blutdruckwerte (systolischer Blutdruck >= 150 mmHg oder diastolischer Blutdruck >= 100 mmHg) traten frühzeitig im Verlauf der Behandlung auf (ungefähr 40 % der Fälle traten bis Tag 9 und ungefähr 90 % der Fälle in den ersten 18 Wochen auf)
    • Blutdruck engmaschig überwachen und umgehend mithilfe einer Kombination aus blutdrucksenkender Therapie und Anpassung der Pazopanib-Dosis (Unterbrechung und Wiedereinleitung mit einer verringerten Dosis nach klinischer Einschätzung) einstellen
    • Pazopanib sollte abgesetzt werden
      • wenn Hinweise für eine hypertensive Krise bestehen
      • wenn die Hypertonie schwerwiegend ist und trotz blutdrucksenkende Therapie und Dosisreduktion von Pazopanib fortbesteht
  • Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) / Reversibles posteriores Leukoenzephalopathie-Syndrom (RPLS)
    • PRES / RPLS im Zusammenhang mit Pazopanib beobachtet
    • PRES / RPLS kann sich mit Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Krampfanfällen, Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, Erblindung und anderen visuellen oder neurologischen Störungen manifestieren und kann zum Tod führen
    • Patienten, die PRES / RPLS entwickeln, sollten Pazopanib dauerhaft absetzen
  • Interstitielle Lungenerkrankung (ILK) / Pneumonie
    • über eine ILK, die tödlich verlaufen kann, wurde im Zusammenhang mit Pazopanib berichtet
    • Patienten auf pulmonale Symptome, die auf eine ILK / Pneumonie hinweisen, überwachen
    • Pazopanib bei Patienten, die eine ILK / Pneumonie entwickeln, absetzen
  • Kardiale Dysfunktion / Herzinsuffizienz
    • Patienten mit vorbestehender kardialer Dysfunktion
      • vor Therapiebeginn sollten die Risiken gegen den Nutzen einer Pazopanib- Behandlung abgewogen werden
    • Sicherheit und Pharmakokinetik von Pazopanib bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Herzinsuffizienz oder mit einer linksventrikulären Auswurffraktion (LVEF) unterhalb des Normbereichs bisher nicht untersucht
    • in klinischen Studien Fälle kardialer Dysfunktionen wie Stauungsinsuffizienz und verringerte linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF) beobachtet
      • Ausgang
        • die in klinischen Studien betroffenen Patienten (15):
          • LVEF erholte sich vollständig bei 4 aus 15
          • LVEF erholte sich teilweise bei 5 aus 15
          • LVEF erholte sich bei 1 Patienten nicht
          • für 5 verbleibende Patienten keine Daten zur Nachbeobachtung vorliegend
    • mögliche Risikofaktoren:
      • Bluthochdruck, der die kardiale Dysfunktion bei diesen Risikopatienten durch Erhöhung der kardialen Nachlast verstärkt haben könnte
      • vorangegangene Anthrazyklin-Therapie, könnte ein Risikofaktor für eine kardiale Dysfunktion sein
    • Management
      • bei Patienten mit signifikanter Verringerung der LVEF sollte eine Unterbrechung und / oder Dosisreduktion der Pazopanib- Therapie erfolgen und mit einer Bluthochdruckbehandlung (falls bereits bestehend, siehe Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen im Abschnitt Hypertonie) wie klinisch indiziert kombiniert werden
      • Patienten sollten engmaschig auf klinische Anzeichen oder Symptome einer Herzinsuffizienz hin überwacht werden
      • Patienten mit Risiko für eine kardiale Dysfunktion
        • LVEF-Kontrollen zu Beginn der Behandlung und danach in regelmäßigen Abständen empfohlen
  • QT-Verlängerung und Torsade de Pointes
    • in klinischen Studien mit Pazopanib sind QT-Verlängerungen und Torsade de Pointes aufgetreten
    • Anwendung mit Vorsicht
      • bei Patienten mit QT-Intervall-Verlängerung in der Vorgeschichte
      • bei Patienten, die Antiarrhythmika oder andere Arzneimittel einnehmen, die zu einem verlängerten QT-Intervall führen können
      • sowie bei relevanten kardialen Vorerkrankungen
    • wenn Pazopanib angewendet wird, zu Beginn und während der Behandlung regelmäßige EKG-Kontrollen sowie eine Aufrechterhaltung der Elektrolytkonzentrationen (z.B. Kalzium, Magnesium, Kalium) im Normalbereich empfohlen
  • Arterielle thrombotische Ereignisse
    • in klinischen Studien mit Pazopanib wurden Myokardinfarkte, ischämische Schlaganfälle und transitorische ischämische Attacken beobachtet (einschl. tödlicher Fälle)
    • Pazopanib sollte bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für eines dieser Ereignisse mit Vorsicht angewendet werden
      • Gabe von Pazopanib ist bei Patienten mit einem solchen Ereignis in den vorangegangenen 6 Monaten nicht untersucht worden
    • Behandlungsentscheidung sollte individuell auf der Grundlage einer Nutzen-Risiko-Abschätzung für den einzelnen Patienten erfolgen
  • Venöse thromboembolische Ereignisse
    • in klinischen Studien mit Pazopanib venöse thromboembolische Ereignisse einschließlich Venenthrombose und tödlich verlaufende Lungenembolie beobachtet
    • Ereignisse wurden sowohl in den Nierenzellkarzinom-Studien als auch in den Weichteilsarkom-Studien beobachtet, die Inzidenz war in der Weichteilsarkom-Population (5%) höher als in der RCC-Population (2 %)
  • Thrombotische Mikroangiopathie
    • Berichte über eine thrombotische Mikroangiopathie (TMA) in klinischen Studien mit Pazopanib als Monotherapie, in Kombination mit Bevacizumab und in Kombination mit Topotecan
    • Patienten, die eine TMA entwickeln, sollten Pazopanib dauerhaft absetzen
    • Reversibilität der Auswirkungen der TMA wurde nach Absetzen der Behandlung beobachtet
    • Pazopanib ist nicht für die Anwendung in Kombination mit anderen Wirkstoffen angezeigt
  • Hämorrhagische Ereignisse
    • Berichte über hämorrhagische Ereignisse in klinischen Studien mit Pazopanib
    • Pazopanib ist nicht bei Patienten mit Hämoptysen, zerebralen oder klinisch signifikanten gastrointestinalen (GI) Hämorrhagien in den vorausgegangenen 6 Monaten untersucht worden
    • Pazopanib sollte bei Patienten mit einem erheblichen Hämorrhagie-Risiko mit Vorsicht angewendet werden
  • Aneurysmen und Arteriendissektionen
    • die Verwendung von VEGF-Signalweg-Hemmern bei Patienten mit oder ohne Hypertonie kann die Entstehung von Aneurysmen und/oder Arteriendissektionen begünstigen
    • vor Beginn der Behandlung mit Pazopanib sollte dieses Risiko bei Patienten mit Risikofaktoren wie Hypertonie oder Aneurysmen in der Vorgeschichte sorgfältig abgewogen werden
  • Gastrointestinale Perforationen und Fisteln
    • in klinischen Studien mit Pazopanib sind Fälle von gastrointestinalen (GI) Perforationen oder Fisteln aufgetreten (einschl. tödlich verlaufender Perforationen)
    • Pazopanib bei Patienten mit einem Risiko für gastrointestinale (GI) Perforationen oder Fisteln mit Vorsicht anwenden
  • Wundheilung
    • keine formellen Studien zur Wirkung von Pazopanib auf die Wundheilung durchgeführt
    • da Inhibitoren des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (VEGF) die Wundheilung verzögern können, sollte eine Behandlung mit Pazopanib mindestens 7 Tage vor einer geplanten Operation beendet werden
    • Entscheidung zur Wiederaufnahme der Pazopanib-Behandlung nach einer Operation sollte auf der Grundlage einer klinischen Beurteilung einer zufriedenstellenden Wundheilung getroffen werden
    • Pazopanib sollte bei Patienten mit Wunddehiszenz abgesetzt werden
  • Hypothyreose
    • in klinischen Studien mit Pazopanib wurde über Fälle von Hypothyreosen berichtet
    • Laboruntersuchung der Schilddrüsenfunktion vor Behandlungsbeginn empfohlen
    • Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion sollten gemäß der gängigen klinischen Praxis vor Beginn der Behandlung mit Pazopanib behandelt werden
    • alle Patienten engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Schilddrüsenfehlfunktion während der Behandlung mit Pazopanib überwachen
    • Laboruntersuchungen der Schilddrüsenfunktion sollten regelmäßig durchgeführt und entsprechend der gängigen klinischen Praxis gehandhabt werden
  • Proteinurie
    • in klinischen Studien mit Pazopanib wurde über Proteinurie berichtet
    • Urinanalyse zu Beginn und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung empfohlen
    • Patienten sollten auf eine Verschlechterung einer Proteinurie hin überwacht werden
    • Pazopanib sollte abgesetzt werden, wenn der Patient eine Proteinurie vom Grad 4 entwickelt
  • Tumorlyse-Syndrom (TLS)
    • das Auftreten von TLS, einschließlich TLS mit tödlichem Ausgang, wurde mit der Anwendung von Pazopanib in Zusammenhang gebracht
    • Patienten mit einem erhöhten Risiko für TLS sind Patienten mit
      • rasch wachsenden Tumoren
      • einer hohen Tumorlast
      • Nierenfunktionsstörungen
      • Dehydration
    • vor Beginn der Behandlung mit Pazopanib sollten vorbeugende Maßnahmen, wie die Behandlung hoher Harnsäurespiegel und eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr, in Betracht gezogen werden
    • Risikopatienten sollten engmaschig überwacht und wie klinisch erforderlich behandelt werden
  • Pneumothorax
    • Fälle von Pneumothorax beobachtet in klinischen Studien beim fortgeschrittenen Weichteilsarkom
    • Patienten unter einer Pazopanib- Therapie sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome für einen Pneumothorax hin überwacht werden
  • Kinder < 2 Jahre
    • Pazopanib sollte nicht bei Kindern unter 2 Jahren gegeben werden
    • aufgrund der Wirkungsweise starker Einfluss auf das Organwachstum und die Reifung während der frühen postnatalen Entwicklung bei Nagern
  • Infektionen
    • Berichte über Fälle schwerer Infektionen (mit oder ohne Neutropenie), in einigen Fällen auch mit tödlichem Ausgang
  • Kombination mit anderen systemischen Anti-Tumor-Therapien
    • klinische Studien mit Pazopanib in Kombination mit einigen anderen Anti-Tumor-Therapien (wiebeispielsweise Pemetrexed, Lapatinib oder Pembrolizumab) wurden wegen Bedenken über erhöhteToxizitäten und/oder Mortalität vorzeitig beendet
    • eine sichere und wirksame Kombinationsdosis für diese Schemata konnte nicht festgelegt werden
  • Schwangerschaft
    • tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
    • falls Pazopanib während der Schwangerschaft angewendet wird, oder wenn eine Patientin unter Pazopanib schwanger wird, sollte die Patientin über das potenzielle Risiko für das ungeborene Kind aufgeklärt werden
    • Frauen im gebärfähigen Alter müssen darauf hingewiesen werden, während der Behandlung mit Pazopanib eine Schwangerschaft zu vermeiden
  • Wechselwirkungen
    • gleichzeitige Behandlung mit starken CYP3A4-, P-glycoprotein (P-gp)- und Brustkrebsresistenz-Protein (BCRP)-Inhibitoren sollte wegen der Gefahr einer erhöhten Pazopanib-Exposition vermieden werden
      • Wahl alternativ zu verabreichender Arzneimittel mit keinem oder nur geringem Potenzial, CYP3A4, P-gp oder BCRP zu hemmen, sollte in Betracht gezogen werden.
    • gleichzeitige Behandlung mit CYP3A4- Induktoren
      • sollte wegen der Gefahr einer verringerten Pazopanib-Exposition vermieden werden
    • bei gleichzeitiger Behandlung mit Ketoconazol wurden Fälle von Hyperglykämie beobachtet
    • gemeinsame Gabe von Pazopanib mit Uridindiphosphat-Glucuronosyl-Transferase 1A1 (UGT1A1)-Substraten (z. B. Irinotecan) sollte mit Vorsicht erfolgen, da Pazopanib ein UGT1A1-Inhibitor ist
  • Nahrungsmittel
    • Grapefruitsaft sollte während der Behandlung mit Pazopanib gemieden werden