Wariviron 400mg

Walter Ritter GmbH + Co.KG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Aciclovir →

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N1 35 ST 47,14 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Herpes zoster
  • Vorbeugung schwerer Herpes-simplex-Infektionen bei stark immunsupprimierten erwachsenen Patienten, wenn diese einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, z.B. nach Organtransplantationen

Dosierung

  • Herpes-zoster-Infektionen
    • 800 mg Aciclovir 5mal / Tag tagsüber im Abstand von 4 Stunden
    • Behandlungsdauer: 5 - 7 Tage
  • Prophylaxe von Herpes-simplex-Infektionen bei stark immunsupprimierten erwachsenen Patienten, wenn diese einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, z. B. nach Organtransplantationen
    • 400 mg Aciclovir 4mal / Tag im Abstand von 6 Stunden
    • Behandlungsdauer: abhängig von Schwere der Immunsuppresion und Dauer des Infektionsrisikos, jedoch nicht länger als 6 - 12 Monate

Dosisanpassung

  • Niereninsuffizienz
    • Herpes-simplex-Infektionen
      • Kreatinin-Clearance < 10 ml / Min / 1,73 m2 bzw. Serumkreatinin-Wert > 550 µmol/l bzw. > 6,22 mg/dl (Frauen) oder > 750 µmol/l bzw. > 8,48 mg/dl (Männer):
        • 200 mg Aciclovir 2mal / Tag, alle 12 Stunden
    • Herpes-zoster-Infektionen
      • Kreatinin-Clearance 25 - 10 ml / Min / 1,73 m2 bzw. Serumkreatinin-Wert 280 - 550 µmol/l bzw. 3,17 - 6,22 mg/dl (Frauen) oder 370 - 750 µmol/l bzw. 4,18 - 8,48 mg/dl (Männer)
        • 800 mg Aciclovir 3mal / Tag, alle 8 Stunden
      • Kreatinin-Clearance < 10 ml / Min / 1,73 m2 bzw. Serumkreatinin-Wert > 550 µmol/l bzw. 6,22 mg/dl (Frauen) oder > 750 µmol/l bzw. 8,48 mg/dl (Männer)
        • 800 mg Aciclovir 2mal / Tag, alle 12 Stunden
    • für angemessene Flüssigkeitszufuhr sorgen
  • ältere Patienten
    • ggf. Dosisanpassung entsprechend der Nierenfunktion
    • hohe orale Dosen: für angemessene Flüssigkeitszufuhr sorgen
  • Immunsupprimierte Patienten
    • stark immunsupprimierte Patienten oder Patienten mit gestörter enteraler Resorption: i.v. Infusion erwägen

Kontraindikationen

Aciclovir - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Aciclovir
  • Überempfindlichkeit gegen Valaciclovir

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Aciclovir - peroral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • anaphylaktische Reaktionen
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Thrombozytopenie
      • Leukopenie
      • Anämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • Hinweis
      • diese Nebenwirkungen waren im Allgemeinen reversibel; überwiegend bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder mit anderen prädisponierenden beobachtet
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Symptome von Psychosen
      • Halluzinationen
      • Agitation
      • Verwirrtheitszustände
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • Hinweis
      • diese Nebenwirkungen waren im Allgemeinen reversibel; überwiegend bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder mit anderen prädisponierenden beobachtet
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • allgemeine körperliche Unruhe
      • Tremor
      • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma
      • Enzephalopathie
      • Krampfanfälle
      • Ataxie
      • Dysarthrie
      • Schläfrigkeit
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Dyspnoe
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erbrechen
      • Durchfall
      • Abdominalschmerzen
      • Übelkeit
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • vorübergehende Bilirubin- und Leberenzym-Anstiege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hepatitis
      • Gelbsucht
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Juckreiz
      • Hautausschlag (einschließlich Photosensibilitätsreaktionen)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Urtikaria
      • vermehrter diffuser Haarausfall
        • da vermehrter diffuser Haarausfall einer großen Vielzahl von Krankheitsverläufen und Arzneimitteln zugeordnet wird, ist der Zusammenhang mit der Einnahme von Aciclovir-haltigen Arzneimitteln unklar
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • angioneurotisches Ödem (Quincke-Ödem)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Serumharnstoff- und Kreatinin-Anstiege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • akutes Nierenversagen
      • Nierenschmerzen (können mit Nierenversagen in Zusammenhang stehen)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Fieber
      • Erschöpfung

Anwendungshinweise

  • Einnahme nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser)
  • bei eingeschränkter Nierenfunktion, wie sie insbes. bei älteren Patienten vermehrt auftreten kann, auf angemessene Flüssigkeitszufuhr während der Therapie achten
  • Beginn der Behandlung so früh wie möglich, d.h. möglichst nach dem Auftreten der ersten Hauterscheinungen
  • insbesondere bei rezidivierenden Herpes-simplex-Infektionen sollte mit der Einnahme von Aciclovir bereits bei ersten Anzeichen einer erneuten Erkrankung (z.B. Juckreiz, Spannungsgefühl, erste Bläschen) begonnen werden

Stillzeithinweise

Aciclovir - peroral
  • während der Behandlung mit Aciclovir soll nicht gestillt werden
    • ist eine systemische Behandlung der Mutter wegen einer schweren Infektion erforderlich, sollte das Stillen aufgrund des Infektionsrisikos beendet werden
    • andernfalls sollte eine lokale Behandlung erfolgen, um das Stillen weiter zu ermöglichen
    • Vorsicht bei der Behandlung von stillenden Müttern
  • Übergang in die Muttermilch
    • nach oraler Verabreichung von 200 mg Aciclovir 5mal / Tag in der Muttermilch Aciclovir-Konzentrationen, die dem 0,6- bis 4,1-fachen der jeweiligen Aciclovir-Plasmaspiegel entsprachen, gefunden
      • Säugling wäre demnach Aciclovir-Konzentrationen bis zu 0,3 mg / kg KG / Tag ausgesetzt

Schwangerschaftshinweise

Aciclovir - peroral
  • Anwendung von Aciclovir in der Schwangerschaft sollte nur dann erfolgen, wenn der potenzielle Nutzen die möglichen Risiken überwiegt
    • Vorsicht bei der Anwendung in der Schwangerschaft
  • Daten über eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren lassen nicht auf Nebenwirkungen von Aciclovir auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fetus/Neugeborenen schließen
    • bisher keine anderen einschlägigen epidemiologischen Daten verfügbar
  • Register
    • nach Markteinführung wurde der Ausgang von Schwangerschaften unter der Behandlung mit allen Formen von Aciclovir in einem Schwangerschaftsregister dokumentiert
    • Befunde aus dem Register lassen keine erhöhte Zahl an Fehlbildungen bei mit Aciclovir behandelten Patienten im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung erkennen
      • erfasste Fehlbildungen zeigten weder einzigartige noch konstante Muster, die auf einen Zusammenhang hindeuten könnten
  • tierexperimentelle Studien
    • in Studien nach international akzeptiertem Standard führte eine systemische Exposition mit Aciclovir nicht zu embryotoxischen oder teratogenen Wirkungen an Kaninchen, Ratten oder Mäusen
    • in einer nicht dem Standard entsprechenden Untersuchung an Ratten wurden fötale Anomalien gefunden, jedoch erst bei derart hohen subkutanen Dosen, die zu maternaler Toxizität führte
    • klinische Relevanz dieser Befunde ist unklar
  • Fertilität
    • keine Informationen über einen Einfluss auf die weibliche Fertilität nach oraler oder intravenöser Anwendung von Aciclovir beim Menschen
    • Studie an 20 männlichen Patienten mit normaler Spermienzahl, die Aciclovir oral in Dosen bis zu 1 g pro Tag über bis zu 6 Monate einnahmen:
      • keine klinisch signifikanten Auswirkungen auf die Zahl, Motilität oder Morphologie der Spermien gefunden

Warnhinweise

Aciclovir - peroral
  • Behandlungsbeginn
    • um einen bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen, sollte Aciclovir so früh wie möglich verabreicht werden, d. h. möglichst nach dem Auftreten der ersten Hauterscheinungen
    • insbesondere bei rezidivierenden Herpessimplex-Infektionen sollte mit der Einnahme von Aciclovir bereits bei ersten Anzeichen einer erneuten Erkrankung (z.B. Juckreiz, Spannungsgefühl, erste Bläschen) begonnen werden
  • Hydratationsstatus
    • bei Patienten, die oral hohe Aciclovir-Dosen erhalten, sollte auf angemessene Flüssigkeitszufuhr geachtet werden
  • Anwendung gemeinsam mit anderen nephrotoxischen Arzneimitteln
    • Risiko einer Nierenfunktionsstörung bei gemeinsamer Anwendung erhöht
  • Patienten mit Nierenfunktionsstörungen und ältere Patienten
    • Dosisreduktion bei vorliegender Nierenfunktionsstörung, da Aciclovir renal ausgeschieden wird
    • ältere Patienten
      • Wahrscheinlichkeit für eine Einschränkung der Nierenfunktion erhöht, Dosisreduktion erwägen
    • ältere Patienten und Patienten mit Nierenfunktionsstörungen haben erhöhtes Risiko für neurologische Nebenwirkungen
      • sollten daher engmaschig auf entsprechende Anzeichen überwacht werden
      • in den berichteten Fällen waren diese Nebenwirkungen im Allgemeinen nach Beendigung der Behandlung reversibel
    • da über die vorbeugende Anwendung von Aciclovir bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder Anurie noch keine Angaben vorliegen, sollte ein Einsatz des Präparates unter diesen Bedingungen nicht erfolgen
  • Resistenzentwicklung
    • bei stark immunsupprimierten Patienten kann eine längere oder wiederholte Behandlung mit Aciclovir zu einer Selektion von Virusstämmen mit reduzierter Empfindlichkeit führen
    • Folge: Patienten sprechen möglicherweise auf die weitere Behandlung mit Aciclovir nicht mehr an
  • Übertragung von Herpes genitalis
    • Patienten sollte geraten werden, bei bestehenden Symptomen keinen Geschlechtsverkehr zu haben, selbst wenn die antivirale Behandlung bereits begonnen wurde
    • während der Suppressions-Therapie mit antiviralen Mitteln ist Virusausscheidung signifikant reduziert, jedoch weiterhin Risiko einer Übertragung.
      • empfohlen, zusätzlich zur Therapie mit Aciclovir auf geschützten Geschlechtsverkehr („Safer Sex") zu achten