Wegovy 0.5 mg FlexTouch Injektionslsg.Fertigpen

EurimPharm Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Semaglutid →

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene

  • Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Ernährung und verstärkter körperlicher Aktivität zur Gewichtsregulierung, einschließlich Gewichtsabnahme und Gewichtserhaltung, bei erwachsenen Patienten mit einem Ausgangs-Body-Mass-Index (BMI) von
    • >/= 30 kg / m2 (Adipositas) oder
    • >/= 27 kg / m2 bis < 30 kg / m2 (Übergewicht), bei denen mind. eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung, wie z. B. Fehlregulation der glykämischen Kontrolle (Prädiabetes oder Diabetes mellitus Typ 2), Hypertonie, Dyslipidämie, obstruktive Schlafapnoe oder Herz-Kreislauf-Erkrankung vorliegt
    • Hinweis: für Studienergebnisse hinsichtlich der kardiovaskulären Risikoreduktion sowie untersuchte Populationen: s. Fachinformation

Jugendliche (>/= 12 Jahre)

  • Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Ernährung und verstärkter körperlicher Aktivität zur Gewichtsregulierung bei
    • Adipositas (BMI-Perzentile >/= 95) gemäß den geschlechts- und altersspezifischen BMI-Wachstumstabellen (s. Tabelle 1) und
    • Körpergewicht >/= 60 kg
    • Hinweis: Behandlung sollte abgebrochen und neu bewertet werden, wenn die jugendlichen Patienten ihren BMI nach 12 Wochen mit 2,4 mg oder der max. vertragenen Dosis nicht um mind. 5 % gesenkt haben
  • Tabelle 1: BMI-Cut-off-Punkte für Adipositas (BMI-Perzentile >/= 95) nach Geschlecht und Alter für pädiatrische Patienten >/= 12 Jahren (CDC-Kriterien)
    • 12 Jahre/ BMI-Perzentile (kg / m2) >/= 95
      • männlich: 24.2
      • weiblich: 25,2
    • 12,5 Jahre / BMI-Perzentile (kg / m2) >/= 95
      • männlich: 24.7
      • weiblich: 25,7
    • 13 Jahre / BMI-Perzentile (kg / m2) >/= 95
      • männlich: 25,1
      • weiblich: 26,3
    • 13,5 Jahre / BMI-Perzentile (kg / m2) >/= 95
      • männlich: 25,6
      • weiblich: 26,8
    • 14 Jahre / BMI-Perzentile (kg / m2) >/= 95
      • männlich: 26,0
      • weiblich: 27,2
    • 14,5 Jahre / BMI-Perzentile (kg / m2) >/= 95
      • männlich: 26,4
      • weiblich: 27,7
    • 15 Jahre / BMI-Perzentile (kg / m2) >/= 95
      • männlich: 26,8
      • weiblich: 28,1
    • 15,5 Jahre / BMI-Perzentile (kg / m2) >/= 95
      • männlich: 27,2
      • weiblich: 28,5
    • 16 Jahre / BMI-Perzentile (kg / m2) >/= 95
      • männlich: 27,5
      • weiblich: 28,9
    • 16,5 Jahre / BMI-Perzentile (kg / m2) >/= 95
      • männlich: 27,9
      • weiblich: 29,3
    • 17 Jahre / BMI-Perzentile (kg / m2) >/= 95
      • männlich: 28,2
      • weiblich: 29,6
    • 17,5 Jahre / BMI-Perzentile (kg / m2) >/= 95
      • männlich: 28,6
      • weiblich: 30

Dosierung

Basiseinheit: 1,5 ml - jeder Fertigpen enthält 2 mg Semaglutid* in 1,5 ml Lösung - 1 ml Lösung enthält 1,34 mg Semaglutid* - ein Fertigpen enthält 4 Dosen zu 0,5 mg

Basiseinheit: 3 ml - jeder Fertigpen enthält 2 mg Semaglutid* in 3 ml Lösung - 1 ml Lösung enthält 0,68 mg Semaglutid* - in Fertigpen enthält 4 Dosen zu 0,5 mg

*Analogon zu humanem Glucagon-like peptide-1 (GLP-1), gentechnisch hergestellt durch rekombinante DNS-Technologie in Saccharomyces cerevisiae

  • als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Ernährung und verstärkter körperlicher Aktivität zur Gewichtsregulierung, einschließlich Gewichtsabnahme und Gewichtserhaltung
    • Erwachsene
      • Erhaltungsdosis: 2,4 mg Semaglutid 1mal / Woche
      • Ausgangsdosis: 0,25 mg
      • um die Wahrscheinlichkeit von gastrointestinalen Symptomen zu verringern
        • Dosiserhöhung über einen Zeitraum von 16 Wochen auf eine Erhaltungsdosis von 2,4 mg 1mal / Woche (s. Tabelle 2)
      • bei erheblichen gastrointestinalen Symptomen
        • Verzögerung der Dosiseskalation oder Senkung auf die vorherige Dosis erwägen, bis sich die Symptome gebessert haben
      • wöchentliche Dosen > 2,4 mg nicht empfohlen
      • Tabelle 2: Dosiseskalationsschema
        • Woche 1 - 4: 0,25 mg
        • Woche 5 - 8: 0,5 mg
        • Woche 9 - 12: 1 mg
        • Woche 13 - 16: 1,7 mg
        • Erhaltungsdosis: 2,4 mg
    • Jugendliche (>/= 12 Jahre)
      • gleiches Dosiseskalationsschema wie für Erwachsene (s. Tabelle 2)
      • Dosiserhöhung bis auf 2,4 mg (Erhaltungsdosis) oder bis zum Erreichen der max. vertragenen Dosis
      • wöchentliche Dosen > 2,4 mg nicht empfohlen
    • Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2
      • bei Behandlungsbeginn Dosisreduktion von gleichzeitig angewendetem Insulin oder Insulinsekretagoga (wie Sulfonylharnstoffe) erwägen, um das Risiko einer Hypoglykämie zu senken
    • ausgelassene Dosis
      • ausgelassene Dosis so bald wie möglich und innerhalb von 5 Tagen nach dem ursprünglichen Dosistermin verabreichen
      • wenn mehr als 5 Tage vergangen sind: ausgelassene Dosis überspringen und die nächste Dosis am regulären, geplanten Tag verabreichen
      • in jedem Fall können Patienten anschließend ihr regelmäßiges, 1mal / Woche Dosierungsschema wiederaufnehmen
      • werden mehrere Dosen ausgelassen: Verringerung der Anfangsdosis für die Wiederaufnahme der Behandlung in Betracht ziehen

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • Dosisanpassung aufgrund des Alters nicht erforderlich
    • Patienten >/= 85 Jahre
      • therapeutische Erfahrungen begrenzt
  • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
    • leicht oder mittelschwer
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwer (eGFR < 30 ml / Min. / 1,73 m2), einschließlich Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz
      • nur begrenzt Erfahrungen
      • Anwendung nicht empfohlen
  • Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
    • leicht oder mittelschwer
      • keine Dosisanpassung erforderlich
      • Anwendung mit Vorsicht
    • schwer
      • nur begrenzt Erfahrungen
      • Anwendung nicht empfohlen
  • Kinder und Jugendliche
    • >/= 12 Jahre: keine Dosisanpassung erforderlich
    • < 12 Jahre: Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile

Therapiehinweise

Einschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Anaphylaktische Reaktion
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypoglykämie bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2a
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzenb
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindelb
      • Dysgeusieb,c
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diabetische Retinopathie bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2a
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypotonie
      • Orthostatische Hypotonie
      • Erhöhte Herzfrequenza,c
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Erbrechena,b
      • Durchfalla,b
      • Obstipationa,b
      • Übelkeita,b
      • Abdominalschmerzenb,c
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gastritisb,c
      • Gastroösophageale Refluxkrankheitb
      • Dyspepsieb
      • Eruktationb
      • Flatulenzb
      • Abdominelles Spannungsgefühlb
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Akute Pankreatitisa
      • Verzögerte Magenentleerung
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Darmverschlussd
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Cholelithiasisa
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Haarausfalla
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Angioödem
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Erschöpfungb,c
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Reaktionen an der Injektionsstellec
  • Untersuchungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erhöhte Amylasec
      • Erhöhte Lipasec
  • a) Siehe „Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen" in der Fachinformation
  • b) hauptsächlich während der Dosiseskalation beobachtet
  • c) Gruppierte bevorzugte Bezeichnungen
  • d) Aus Meldungen nach Markteinführung

Anwendungshinweise

  • zur subkutanen Anwendung
  • 1mal / Woche zu einem beliebigen Zeitpunkt zu oder unabhängig von den Mahlzeiten anwenden
  • Injektion subkutan in das Abdomen, den Oberschenkel oder Oberarm verabreichen
  • Injektionsstelle kann gewechselt werden
  • darf nicht intravenös oder intramuskulär angewendet werden
  • der Tag der wöchentlichen Anwendung kann bei Bedarf gewechselt werden, solange die Zeit zwischen zwei Dosen mind 3 Tage (> 72 Stunden) beträgt
  • nach Auswahl eines neuen Verabreichungstages ist die Dosierung 1mal / Woche fortzusetzen
  • Patienten anweisen, vor der Anwendung des Arzneimittels sorgfältig die in der Packungsbeilage enthaltene Bedienungsanleitung zu lesen
  • weitere Hinweise zur Anwendung: s. Fachinformation

Stillzeithinweise

  • Semaglutid darf während der Stillzeit nicht angewendet werden
  • bei säugenden Ratten wurde Semaglutid in die Muttermilch ausgeschieden
  • ein Risiko für ein gestilltes Kind kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

  • Semaglutid darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden
  • Frauen im gebärfähigen Alter wird empfohlen, während der Behandlung mit Semaglutid eine Verhütungsmethode anzuwenden
  • tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
  • es liegen nur begrenzte Daten aus der Anwendung von Semaglutid bei Schwangeren vor
  • möchte eine Patientin schwanger werden oder tritt eine Schwangerschaft ein, muss Semaglutid abgesetzt werden
  • aufgrund der langen Halbwertszeit muss Semaglutid mind. 2 Monate vor einer geplanten Schwangerschaft abgesetzt werden
  • Fertilität
    • es ist nicht bekannt, ob Semaglutid eine Auswirkung auf die menschliche Fertilität hat
    • Semaglutid beeinträchtigte die Fertilität männlicher Ratten nicht
    • bei weiblichen Ratten wurde bei Dosen, die mit einem mütterlichen Gewichtsverlust einhergingen, eine Verlängerung des Östrus und eine geringe Abnahme der Anzahl der Ovulationen beobachtet

Warnhinweise

  • Rückverfolgbarkeit
    • zur Verbesserung der Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel: Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentieren
  • Dehydrierung
    • die Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten kann mit gastrointestinalen Nebenwirkungen verbunden sein, die zu Flüssigkeitsverlust und in seltenen Fällen zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen können
    • Patienten auf das potenzielle Risiko einer Dehydrierung im Zusammenhang mit gastrointestinalen Nebenwirkungen hinweisen und Vorkehrungen gegen Flüssigkeitsverlust treffen
  • Akute Pankreatitis
    • akute Pankreatitis wurde unter der Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten beobachtet
    • Patienten über die charakteristischen Symptome einer akuten Pankreatitis informieren
    • wird eine Pankreatitis vermutet: Semaglutid absetzen
    • wird diese bestätigt: Behandlung mit Semaglutid nicht wieder aufnehmen
    • bei Patienten, die bereits einmal an Pankreatitis erkrankt waren: Vorsicht geboten
    • wenn keine anderen Anzeichen und Symptome einer akuten Pankreatitis vorliegen, sind erhöhte Pankreasenzymwerte allein nicht aussagekräftig für eine akute Pankreatitis
  • Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2
    • Semaglutid darf nicht als Ersatz für Insulin bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 verwendet werden
    • Semaglutid darf nicht in Kombination mit einem anderen GLP-1-Rezeptoragonisten angewendet werden
    • dies wurde nicht untersucht und ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einer Überdosierung wird als wahrscheinlich erachtet
  • Hypoglykämie bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2
    • es ist bekannt, dass Insulin und Sulfonylharnstoff Hypoglykämien hervorrufen
    • Patienten, die mit Semaglutid in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin behandelt werden, können ein erhöhtes Risiko für eine Hypoglykämie haben
    • das Risiko einer Hypoglykämie kann durch Reduktion der Sulfonylharnstoff- oder der Insulindosis bei Beginn der Behandlung mit einem GLP-1- Rezeptoragonisten gesenkt werden
    • die Zugabe von Semaglutid bei Patienten, die mit Insulin behandelt werden, wurde nicht untersucht
  • Diabetische Retinopathie bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2
    • bei Patienten mit diabetischer Retinopathie, die mit Semaglutid behandelt werden, wurde ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Komplikationen der diabetischen Retinopathie beobachtet
    • eine rasche Verbesserung der Blutzuckerkontrolle war mit einer vorübergehenden Verschlechterung der diabetischen Retinopathie assoziiert, jedoch können andere Mechanismen nicht ausgeschlossen werden
    • Patienten mit diabetischer Retinopathie, die Semaglutid erhalten, sind engmaschig zu überwachen und gemäß klinischen Leitlinien zu behandeln
    • es liegen keine Erfahrungen mit diesem Präparat bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und unkontrollierter oder potenziell instabiler diabetischer Retinopathie vor
    • die Behandlung mit diesem Präparat wird für diese Patienten nicht empfohlen
  • nicht untersuchte Populationen
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht untersucht bei Patienten
      • die mit anderen Produkten für das Gewichtsmanagement behandelt werden
      • mit Diabetes mellitus Typ 1
      • mit schwerer Nierenfunktionsstörung
      • mit schwerer Leberinsuffizienz
      • mit Herzinsuffizienz des New York Heart Association (NYHA)-Stadium IV
    • eine Anwendung wird bei diesen Patienten nicht empfohlen
  • nur begrenzte Erfahrungen bei Patienten
    • im Alter von mindestens 75 Jahren oder mehr
    • mit leichter oder mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion
    • mit entzündlicher Darmerkrankung
    • mit diabetischer Gastroparese
    • eine Anwendung bei diesen Patienten muss mit Vorsicht erfolgen