Wellnara 1mg/0.04mg Filmtablette
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 28 ST | 24,05 € |
| N2 | 3X28 ST | 46,52 € |
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Indikation
- Hormonsubstitutionstherapie (HRT) zur Behandlung von Estrogenmangelsymptomen bei postmenopausalen Frauen, deren Menopause > 1 Jahr zurückliegt
- Hinweise
- nur begrenzte Erfahrungen bei der Behandlung von Frauen > 65 Jahre
Dosierung
- Hormonsubstitutionstherapie (HRT) zur Behandlung von Estrogenmangelsymptomen
- 1 Tablette 1mal / Tag
- 1 Behandlungszyklus: 28 Tage
- Behandlungsbeginn
- bei Frauen ohne bisherige HRT und Frauen, die von anderer kontinuierlichen, kombinierten HRT zum Arzneimittel wechseln: beliebig
- bei Frauen mit Umstellung von zyklisch-sequentieller kombinierter HRT: Beginn am Tag nach Abschluss des Behandlungszyklus der vorherigen Therapie
- Behandlungsdauer
- kontinuierliche Anwendung (Einnahme aus der nächsten Blisterpackung erfolgt ohne Pause)
- vergessene Einnahme
- diese so schnell wie möglich nachholen
- > 24 Stunden seit letzter vergessener Einnahme: keine zusätzliche Tablette einnehmen
- mehrere Tabletten vergessen: Blutungen möglich
- Hinweis
- für Beginn und Fortführung einer Behandlung postmenopausaler Symptome ist die niedrigste wirksame Dosis für die kürzest mögliche Dauer anzuwenden
Dosisanpassung
- Kinder und Jugendliche
- Anwendung nicht indiziert
- Ältere Patienten
- keine Daten, die auf notwendige Dosisanpassung hinweisen
- Leberfunktionsstörung
- eingeschränkte Leberfunktion:
- keine Studien
- engmaschige Überwachung
- im Falle einer Verschlechterung der Leberfunktionswerte Anwendung der HRT beenden
- schwere Leberfunktionsstörung: Anwendung kontraindiziert
- akute Lebererkrankung oder zurückliegende Lebererkrankungen
- solange sich die relevanten Leberenzym-Werte nicht normalisiert haben: kontraindiziert
- eingeschränkte Leberfunktion:
- Nierenfunktionsstörung
- eingeschränkte Nierenfunktion: keine Studien
Kontraindikationen
Levonorgestrel und Estrogen - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Levonorgestrel oder Estradiol
- estrogenabhängiger maligner Tumor bzw. ein ent sprechender Verdacht (v.a. Endometriumkarzinom)
- nicht abgeklärte Blutungen im Genitalbereich
- unbehandelte Endometriumhyperplasie
- frühere oder bestehende venöse thromboembolische Erkrankungen (v.a. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie)
- bekannte thrombophile Erkrankungen (z.B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin- Mangel)
- bestehende oder erst kurze Zeit zurückliegende arterielle thromboembolische Erkrankungen (v.a. Angina pectoris, Myokardinfarkt)
- akute Lebererkrankung oder zurückliegende Lebererkrankun gen, solange sich die relevanten Leberenzymwerte nicht normalisiert haben
- Porphyrie
- Stillzeit
- Schwangerschaft
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Levonorgestrel und Estrogen - peroral
- Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
- ohne Häufigkeitsangabe
- erhöhtes Brustkrebsrisiko
- bei Frauen, die eine kombinierte Estrogen- Gestagen-Therapie über mehr als 5 Jahre durchgeführt hatten, war das Risiko für eine Brustkrebsdiagnose bis zu 2-fach erhöht
- Höhe des Risikos ist abhängig von der Anwendungsdauer
- Endometriumkarzinom
- bei Frauen mit intaktem Uterus wird die Anwendung einer Estrogen-Monotherapie nicht empfohlen, da diese das Risiko eines Endometriumkarzinoms erhöht
- durch Zugabe eines Gestagens zu der Estrogen-Monotherapie für mind. 12 Tage pro Zyklus kann dieses erhöhte Risiko vermieden werden
- erhöhtes Ovarialkarzinomrisiko
- Anwendung von Estrogen-Monoarzneimitteln oder kombinierten Estrogen-Gestagen-Arzneimitteln zur HRT ist mit einem geringfügig erhöhten Risiko verbunden, dass ein Ovarialkarzinom diagnostiziert wird
- erhöhtes Brustkrebsrisiko
- ohne Häufigkeitsangabe
- Endokrine Erkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Hyperthyreose
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Gamma-GT-Erhöhung
- Gewichtszunahme
- Hyperglykämie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Nervensystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Kopfschmerz
- Schwindel
- Depression
- Schlaflosigkeit
- Benommenheit
- ohne Häufigkeitsangabe
- wahrscheinliche Demenz bei Frauen im Alter > 65 Jahre
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Herzerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Herzklopfen
- Tachykardie
- ohne Häufigkeitsangabe
- koronare Herzkrankheit
- bei Anwenderinnen einer kombinierten Estrogen-Gestagen-HRT im Alter von über 60 Jahren ist das Risiko für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit leicht erhöht
- koronare Herzkrankheit
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Gefäßerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- oberflächliche Thrombophlebitis
- Hypertonie
- Verschlechterung einer Hypertonie
- Hypotonie
- ohne Häufigkeitsangabe
- venöse Thromboembolien
- Risiko für das Auftreten einer venösen Thromboembolie (VTE), z.B. einer Thrombose der tiefen Bein- bzw. Beckenvenen oder einer Lungenembolie, ist bei einer HRT um das 1,3 - 3-fache erhöht
- Auftreten eines solchen Ereignisses ist während des ersten Behandlungsjahres wahrscheinlicher als in den Folgejahren der Behandlung
- ischämischer Schlaganfall
- Anwendung einer Estrogen-Monotherapie oder einer kombinierten Estrogen- Gestagen-Therapie ist verbunden mit einem bis zu 1,5-fach erhöhten Risiko für einen ischämischen Schlaganfall
- Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall ist unter einer HRT nicht erhöht
- venöse Thromboembolien
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Bauchschmerzen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Blähungen
- Übelkeit
- Gastritis
- Cholezystitis
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen der Gallenblase
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Hautausschlag
- Akne
- Herpes simplex
- ohne Häufigkeitsangabe
- Chloasma
- Erythema multiforme
- Erythema nodosum
- vaskuläre Purpura
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Lenden-/Rückenschmerzen
- Müdigkeit der Beine
- Arthralgie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Vergrößerung von Uterusmyomen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Leukorrhoe
- Zystitis
- Zervikalpolyp
- Endometriumhyperplasie
- Endometriumpolyp
- Fibroadenom
- Zysten der Brust
- Menorrhagie
- Milchfluss
- schmerzhafte Blutung
- Vaginitis/Vulvovaginitis
- Missempfinden der Vulva
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Schmerz
- Asthenie
- Schmerzen im Brustraum
- Müdigkeit
- Fieber
- Blutung
- Abnahme der Libido
- Unwohlsein
- Schmerz in den Extremitäten
- periphere Ödeme
- ohne Häufigkeitsangabe
- bei Frauen mit hereditärem Angioödem: Auslösen oder Verschlimmerung eines Angioödems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
Anwendungshinweise
- Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen
- Einnahme unabhängig von den Mahlzeiten
- Tabletteneinnahme sollte möglichst jeweils zur gleichen Tageszeit erfolgen
Stillzeithinweise
Levonorgestrel und Estrogen - peroral
- Anwendung von Levonorgestrel plus Estradiol in der Stillzeit ist nicht indiziert
Schwangerschaftshinweise
Levonorgestrel und Estrogen - peroral
- Anwendung von Levonorgestrel plus Estradiol in der Schwangerschaft nicht indiziert
- wenn es während der Behandlung zur Schwangerschaft kommt, muss die Behandlung sofort abgebrochen werden
- Ergebnisse der meisten bis heute vorliegenden epidemiologischen Studien, die für die unbeabsichtigte fetale Exposition gegenüber Kombinationen von Estrogenen und Gestagenen relevant sind, zeigen keinen teratogenen oder fetotoxischen Effekt
- Levonorgestrel
- bisher haben sich klinisch aus einer beschränkten Anzahl von Schwangerschaften, die Levonorgestrel allein ausgesetzt waren, keine Hinweise auf nachteilige Effekte auf den Fetus ergeben
Warnhinweise
Levonorgestrel und Estrogen - peroral
- Hormonsubstitutionstherapie (HRT) sollte nur zur Behandlung solcher postmenopausaler Beschwerden begonnen werden, welche die Lebensqualität beeinträchtigen
- Nutzen und Risiken sollten in jedem Einzelfall mind. jährlich sorgfältig gegeneinander abgewogen werden
- HRT sollte nur so lange fortgeführt werden, wie der Nutzen die Risiken überwiegt
- Anwendung bei vorzeitiger Menopause
- nur begrenzte Daten zur Bewertung der Risiken einer HRT bei vorzeitiger Menopause vorliegend
- da jedoch das absolute Risiko für mögliche Nebenwirkungen bei jüngeren Frauen niedriger ist, könnte das Nutzen-Risiko-Verhältnis bei jüngeren Frauen günstiger sein als bei älteren
- medizinische Untersuchung / Kontrolluntersuchungen
- vor Beginn bzw. Wiederaufnahme einer HRT ist eine vollständige Eigen- und Familienanamnese der Patientin zu erheben
- körperliche Untersuchung (einschließlich Unterleib und Brust) sollte sich an diesen Anamnesen sowie den Kontraindikationen und Warnhinweisen für die Anwendung dieses Arzneimittels orientieren
- während der Behandlung regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen, die sich in Häufigkeit und Art nach der individuellen Risikosituation der Frau richten
- Frauen sollten darüber aufgeklärt werden, welche Veränderungen ihrer Brüste sie dem Arzt oder der Krankenschwester mitteilen müssen
- Untersuchungen, einschließlich Mammographie, sind entsprechend der gegenwärtig üblichen Vorsorgepraxis und den klinischen Notwendigkeiten der einzelnen Frau durchzuführen
- Prolaktinom
- engmaschige medizinische Überwachung (inklusive regelmäßiger Messungen des Prolaktin-Spiegels) ist notwendig, wenn die Patientin an einem Prolaktinom leidet
- Situationen, die eine Überwachung erfordern
- Patientin sollte engmaschig überwacht werden, wenn eine der folgenden Situationen vorliegt oder früher vorlag und / oder sich während einer Schwangerschaft oder einer zurückliegenden Hormonbehandlung verschlechtert hat
- dies gilt auch für den Fall, dass eine der nachfolgend genannten Situationen im Laufe der Hormonsubstitutionstherapie mit auftritt bzw. sich verschlechtert, insbesondere:
- Leiomyom (Uterusmyom) oder Endometriose
- Risikofaktoren für Thromboembolien
- Risikofaktoren für estrogenabhängige Tumoren, z.B. Auftreten von Mammakarzinom bei Verwandten 1. Grades
- Hypertonie
- Lebererkrankungen, z.B. Leberadenom
- Diabetes mellitus mit oder ohne Beteiligung der Gefäße
- Cholelithiasis
- Migräne oder (starke) Kopfschmerzen
- systemischer Lupus erythematodes (SLE)
- Endometriumhyperplasie in der Anamnese
- Epilepsie
- Asthma
- Otosklerose
- Gründe für einen sofortigen Therapieabbruch bei
- Auftreten einer Kontraindikation
- Ikterus oder Verschlechterung der Leberfunktion
- signifikanter Erhöhung des Blutdrucks
- erstmaligem Einsetzen migräneartiger Kopfschmerzen
- Schwangerschaft
- Endometriumhyperplasie und -krebs
- erhötes Risiko für Endometriumhyperplasie und -karzinom bei Frauen mit intaktem Uterus bei längerfristiger Estrogen-Monotherapie
- der berichtete Anstieg des Risikos für die Entstehung eines Endometriumkarzinoms bei Anwenderinnen einer Estrogen- Monotherapie schwankt zwischen einer 2-fachen bis zu einer 12-fachen Zunahme, verglichen mit Frauen ohne HRT, abhängig von der Anwendungsdauer und der Höhe der Estrogendosis
- nach Beendigung der Behandlung kann das Risiko für mind. 10 Jahre erhöht bleiben
- zusätzliche zyklische Gabe eines Gestagens für die Dauer von mind. 12 Tagen pro Monat bzw. pro 28-Tage-Zyklus oder die kontinuierliche kombinierte Estrogen-Gestagen-Behandlung von Frauen mit intaktem Uterus kompensiert das zusätzliche Risiko, das von der Estrogen-Monotherapie ausgeht
- Durchbruch- und Schmierblutungen können während der ersten Monate der Behandlung auftreten
- wenn solche Blutungen einige Zeit später im Verlauf der Therapie auftreten bzw. nach Therapieende anhalten, muss die Ursache ermittelt und u. U. eine Biopsie des Endometriums durchgeführt werden, um eine bösartige Entartung des Endometriums auszuschließen
- erhötes Risiko für Endometriumhyperplasie und -karzinom bei Frauen mit intaktem Uterus bei längerfristiger Estrogen-Monotherapie
- Brustkrebs
- gibt Belege für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Frauen, die eine kombinierte HRT mit Estrogen und Gestagen oder eine HRT nur mit Estrogen erhalten
- Risiko ist von der Dauer der HRT abhängig
- kombinierte Therapie mit Estrogen und Gestagen
- im Rahmen der randomisierten placebokontrollierten Studie Women's Health Initiative Study (WHI) und einer Metaanalyse von prospektiven epidemiologischen Studien wurde gleichermaßen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Frauen festgestellt, die eine Kombination aus Estrogen und Gestagen als HRT einnehmen
- Risiko tritt nach ca. 3 (1 - 4) Jahren in Erscheinung
- im Rahmen der randomisierten placebokontrollierten Studie Women's Health Initiative Study (WHI) und einer Metaanalyse von prospektiven epidemiologischen Studien wurde gleichermaßen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Frauen festgestellt, die eine Kombination aus Estrogen und Gestagen als HRT einnehmen
- Estrogen-Monotherapie
- WHI-Studie zeigte kein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei hysterektomierten Frauen unter einer Estrogen-Monotherapie
- Beobachtungsstudien haben unter einer Estrogen- Monotherapie meist ein geringfügig erhöhtes Risiko für eine Brustkrebsdiagnose gezeigt, das jedoch wesentlich niedriger war als das Risiko bei Anwenderinnen von Estrogen-Gestagen-Kombinationen
- Ergebnisse einer großen Metaanalyse haben gezeigt, dass nach Behandlungsende das erhöhte Risiko im Laufe der Zeit abnimmt und die Zeit bis zur Rückkehr auf das altersentsprechende Grundrisiko von der Dauer der vorherigen Anwendung der HRT abhängig ist
- wenn die HRT mehr als 5 Jahre lang angewendet wurde, kann das Risiko über einen Zeitraum von 10 Jahren oder länger andauern
- HRT, insbesondere eine kombinierte Behandlung mit Estrogenen und Gestagenen, führt zu einer erhöhten Gewebsdichte in der Brust, was sich in der Mammographie nachteilig auf die radiologische Brustkrebsdiagnostik auswirken kann
- Ovarialkarzinom
- Ovarialkarzinom ist viel seltener als Brustkrebs
- epidemiologische Erkenntnisse einer großen Meta-Analyse lassen auf ein leicht erhöhtes Risiko bei Frauen schließen, die im Rahmen einer HRT Estrogen-Monoarzneimittel oder kombinierte Estrogen- Gestagen-Arzneimittel anwenden, das sich innerhalb von 5 Anwendungsjahren zeigt und nach Beendigung der Behandlung im Laufe der Zeit abnimmt
- einige weitere Studien, einschließlich der WHI-Studie, deuten darauf hin, dass das entsprechende Risiko unter der Anwendung einer kombinierten HRT vergleichbar oder geringfügig geringer ist
- venöse Thromboembolie
- HRT ist mit einem 1,3 - 3-fach erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) verbunden, v.a. für tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien
- im ersten Jahr einer HRT ist das Auftreten einer VTE wahrscheinlicher als später
- Patientinnen mit bekannter Thrombophilie haben ein erhöhtes VTE-Risiko
- HRT kann dieses Risiko erhöhen und ist daher bei diesen Patientinnen kontraindiziert
- zu den allgemein anerkannten VTE-Risikofaktoren gehören:
- Anwendung von Estrogenen
- ein höheres Alter
- größere Operationen
- längere Immobilisierung
- erhebliches Übergewicht (BMI > 30 kg/m2)
- Schwangerschaft/Wochenbett
- systemischer Lupus erythematodes (SLE)
- Krebs
- es besteht kein Konsens über die mögliche Rolle von Varizen bei VTE
- Operationen/Immobilisation
- wie bei allen postoperativen Patienten gilt es vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung einer VTE nach der Operation zu berücksichtigen
- bei längerer Immobilisierung nach einer geplanten Operation wird empfohlen, die HRT 4 - 6 Wochen vor dem Eingriff auszusetzen
- die Behandlung sollte erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Frau wieder vollständig mobilisiert ist
- Frauen ohne VTE in der Vorgeschichte, aber mit Verwandten 1. Grades, die bereits in jungen Jahren an VTE erkrankten
- bei diesen Frauen kann ein Thrombophilie-Screening in Erwägung gezogen werden
- vorher sollte die Patientin eingehend über die begrenzte Aussagekraft dieses Verfahrens beraten werden (es wird nur ein Teil der Defekte identifiziert, die zu einer Thrombophilie führen)
- wird ein thrombophiler Defekt festgestellt und sind außerdem Thrombosen bei Verwandten bekannt oder ist der festgestellte Defekt schwerwiegend (z.B. Antithrombin-, Protein-S- und/oder Protein-CMangel oder eine Kombination von Defekten), so ist eine HRT kontraindiziert
- Patientinnen unter einer dauerhaften Behandlung mit Antikoagulantien
- vor der Anwendung einer HRT sollte das Risiko-Nutzen- Verhältnis sorgfältig abgewogen werden
- sollte sich eine VTE nach Beginn der HRT entwickeln, muss das Arzneimittel abgesetzt werden
- Patientinnen sollen darauf hingewiesen werden, dass sie sofort Kontakt mit einem Arzt aufnehmen müssen, wenn sie mögliche Symptome einer Thromboembolie bemerken
- insbesondere schmerzhafte Schwellung eines Beins, plötzlicher Schmerz im Brustkorb, Atemnot
- HRT ist mit einem 1,3 - 3-fach erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) verbunden, v.a. für tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien
- gibt Belege für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Frauen, die eine kombinierte HRT mit Estrogen und Gestagen oder eine HRT nur mit Estrogen erhalten
- koronare Herzkrankheit
- aus randomisierten kontrollierten Studien keine Hinweise, dass eine kombinierte HRT mit Estrogen und Gestagen oder eine Estrogen-Monotherapie Frauen vor einem Myokardinfarkt schützt, unabhängig davon, ob bei ihnen eine koronare Herzkrankheit vorliegt oder nicht
- kombinierte Estrogen-Gestagen-Therapie
- das relative Risiko einer koronaren Herzkrankheit ist unter einer kombinierten HRT mit Estrogen und Gestagen geringfügig erhöht
- da das Ausgangsrisiko für eine koronarer Herzkrankheit in hohem Maß altersabhängig ist, ist die Zahl der zusätzlich auftretenden Fälle, die auf die HRT aus Estrogen und Gestagen zurückgehen, bei prämenopausalen gesunden Frauen sehr gering; Zahl steigt jedoch mit zunehmendem Alter
- Estrogen-Monotherapie
- in randomisierten kontrollierten Studien wurden keine Hinweise für ein erhöhtes Risiko einer koronaren Herzkrankheit bei hysterektomierten Frauen unter einer Estrogen- Monotherapie gefunden
- Schlaganfall
- kombinierte Behandlung mit Estrogen und Gestagen und die Estrogen-Monotherapie sind mit einem bis zu 1,5-fach erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden
- das relative Risiko ist unabhängig vom Alter und der Zeitspanne, die seit der Menopause vergangen ist
- da allerdings das Grundrisiko, einen Schlaganfall zu erleiden, in hohem Maß altersabhängig ist, nimmt das Gesamtrisiko eines Schlaganfalls für Frauen unter einer HRT mit zunehmendem Alter zu
- kombinierte Behandlung mit Estrogen und Gestagen und die Estrogen-Monotherapie sind mit einem bis zu 1,5-fach erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden
- Hepatitis C
- in klinischen Studien mit dem Kombinationsregime Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir gegen das Hepatitis C-Virus (HCV) trat eine Erhöhung der ALT um mehr als das 5-fache der oberen Norm (ULN) signifikant häufiger bei Frauen auf, die Ethinylestradiol-haltige Arzneimittel, wie z.B. KHK, anwandten
- zudem wurden bei Behandlung mit Glecaprevir/Pibrentasvir Erhöhungen der ALT bei Anwenderinnen von Ethinylestradiol-haltigen Arzneimitteln beobachtet
- bei Frauen, die Arzneimittel mit anderen Estrogenen als Ethinylestradiol anwandten, wie etwa Estradiol, war die Rate erhöhter ALT-Werte ähnlich wie bei jenen, die keinerlei Estrogene erhielten
- aufgrund der begrenzten Anzahl an Frauen, die diese anderen Estrogene anwandten, ist dennoch Vorsicht bei der gleichzeitigen Gabe mit dem Kombinationsregime Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir und auch mit dem Regime Glecaprevir/Pibrentasvir geboten
- sonstige Erkrankungszustände
- Estrogene können eine Flüssigkeitsretention bewirken
- daher müssen Patientinnen mit kardialen oder renalen Funktionsstörungen sorgfältig beobachtet werden
- terminale Niereninsuffizienz
- Patientinnen mit terminaler Niereninsuffizienz müssen engmaschig überwacht werden, weil davon auszugehen ist, dass die Plasmaspiegel der zirkulierenden Wirkstoffe von erhöht sind
- Hypertriglyceridämie
- Frauen mit vorbestehender Hypertriglyzeridämie müssen während einer Estrogen- oderEstrogen-Gestagen-Hormonsubstitutionstherapie engmaschig überwacht werden, weil im Zusammenhang mit einer Estrogentherapie unter derartigen Umständen von seltenen Fällen eines starken Triglyzeridanstiegs im Plasma mit der Folge einer Pankreatitis berichtet wurde
- Schilddrüse
- Estrogene erhöhen die Konzentration des thyroxinbindenden Globulins (TBG), wodurch es zu einem Anstieg des gesamten zirkulierenden Schilddrüsenhormons kommt, was anhand des proteingebundenen Jods (PBI), des T4-Spiegels (über Säulentrennung oder durch Radioimmunoassay) oder T3-Spiegels (Radioimmunassay) gemessen wird
- die T3-Harzaufnahme ist herabgesetzt, was einen TBG-Anstieg widerspiegelt
- freie T4- und T3-Konzentrationen verändern sich nicht
- Estrogene erhöhen die Konzentration des thyroxinbindenden Globulins (TBG), wodurch es zu einem Anstieg des gesamten zirkulierenden Schilddrüsenhormons kommt, was anhand des proteingebundenen Jods (PBI), des T4-Spiegels (über Säulentrennung oder durch Radioimmunoassay) oder T3-Spiegels (Radioimmunassay) gemessen wird
- andere Bindungsproteine
- andere Bindungsproteine können im Serum erhöht sein, wie das corticoidbindende Globulin (CBG) und das sexualhormonbindende Globulin (SHBG), was zu einem Ansteigen der zirkulierenden Corticoide bzw. Sexualhormone führt
- freie oder biologisch aktive Hormonkonzentrationen bleiben unverändert
- andere Bindungsproteine können im Serum erhöht sein, wie das corticoidbindende Globulin (CBG) und das sexualhormonbindende Globulin (SHBG), was zu einem Ansteigen der zirkulierenden Corticoide bzw. Sexualhormone führt
- andere Plasmaproteine können erhöht sein
- Angiotensinogen/Reninsubstrat
- alpha1-Antitrypsin
- Coeruloplasmin
- Demenz
- unter einer HRT verbessern sich die kognitiven Fähigkeiten nicht
- gibt Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für eine wahrscheinliche Demenz bei Frauen, die bei Beginn einer kontinuierlichen kombinierten HRT oder einer Estrogen-Monotherapie älter als 65 Jahre waren
- hereditäres Angioödem
- exogene Estrogene können Symptome eines hereditären oder erworbenen Angioödems auslösen oder verschlimmern
- Estrogene können eine Flüssigkeitsretention bewirken