Xagrid 0.5 mg Hartkapseln

Abacus Medicine A/S
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Wirkstoff: Anagrelid →

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N3 100 ST 241,39 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Verringerung der erhöhten Thrombozytenzahl
    • bei Risikopatienten mit essenzieller Thrombozythämie, die ihre derzeitige Therapie nicht vertragen oder deren erhöhte Thrombozytenzahl durch ihre derzeitige Therapie nicht auf ein akzeptables Maß gesenkt werden kann
    • Risikopatient mit essenzieller Thrombozythämie = Patient mit einem oder mehreren der folgenden Merkmale:
      • > 60 Jahre alt oder
      • Thrombozytenzahl > 1000 x 109/l oder
      • thrombohämorrhagische Ereignisse in der Anamnese

Dosierung

  • Verringerung der erhöhten Thrombozytenzahl
    • intial: 1 Kapsel (0,5 mg Anagrelid) 2mal / Tag über mind. 1 Woche
    • anschließend Dosistitration auf individueller Basis
      • Zielwert: < 600 x 109/l
      • Idealwert: 150 - 400 x 109/l
    • Dosiserhöhung darf in keiner Woche 0,5 mg Anagrelid / Tag überschreiten
    • max. Einzeldosis: 5 Kapseln (2,5 mg Anagrelid)
    • während der klinischen Entwicklung wurden Dosen von 10 mg / Tag verwendet
    • bei Anfangsdosis > 1 mg / Tag:
      • Thrombozytenzahl ermitteln:
        • 1. Behandlungswoche: alle 2 Tage
        • anschließend: mind. 1mal / Woche bis eine stabile Erhaltungsdosis erreicht ist
    • normalerweise Senkung der Thrombozytenzahl innerhalb von 14 - 21 Tagen nach Behandlungsbeginn
    • bei den meisten Patienten angemessenes therapeutisches Ansprechen bei einer Dosierung von 1 - 3 mg / Tag

Dosisanpassung

  • ältere Patienten:
    • keine Dosisanpassung erforderlich
    • jedoch erhöhte Inzidenz schwerer Nebenwirkungen (hauptsächlich kardiale Wirkungen)
  • Nierenschäden
    • begrenzte pharmakokinetische Daten vorhanden
    • Nutzen und Risiko vor Behandlung abwägen
    • individuelle Dosistitration
    • mittelgradige oder schwere Nierenschädigung (Kreatinin-Clearance < 50 ml / Min.): kontraindiziert
  • Leberschäden
    • begrenzte pharmakokinetischen Daten vorhanden
    • leicht eingeschränkte Leberfunktion: Nutzen-Risiko-Abwägung
    • mittelgradige oder schwere Leberschädung: kontraindiziert
  • Kinder und Jugendliche
    • begrenzte Datenlage (Sicherheit und Wirksamkeit bisher nicht erwiesen)
    • Anwendung mit Vorsicht
    • keine spezifischen Leitlinien für Kinder und Jugendliche vorhanden, daher gelten die diagnostischen Kriterien der WHO für die Diagnose von ET bei Erwachsenen auch als relevant für Kinder und Jugendliche
    • diagnostische Leitlinien für essenzielle Thrombozythämie müssen sorgfältig beachtet werden, und in Fällen, in denen Unsicherheit besteht, sollte die Diagnose in regelmäßigen Abständen neu bewertet werden
    • dabei sollte eine Unterscheidung zwischen hereditärer und sekundärer Thrombozytose getroffen werden, was eine genetische Analyse und Knochenmarkbiopsie einschließen kann
    • bei pädiatrischen Hochrisiko-Patienten wird im typischen Fall eine zytoreduktive Therapie in Erwägung gezogen
    • eine Behandlung mit Anagrelid sollte nur dann initiiert werden, wenn der Patient Anzeichen für ein Fortschreiten der Krankheit zeigt oder an Thrombose leidet
    • nach Einleitung der Behandlung müssen Nutzen und Risiken der Anagrelid-Therapie in regelmäßigen Abständen überwacht und der Bedarf für die Fortsetzung der Behandlung muss regelmäßig evaluiert werden
    • Thrombozyten-Zielwerte werden vom behandelnden Arzt für jeden Patienten individuell festgelegt
    • bei pädiatrischen Patienten, die nach ca. 3 Monaten nicht zufriedenstellend auf die Behandlung ansprechen: Absetzen der Behandlung erwägen
    • eine Dosierungsempfehlung kann nicht gegeben werden

Kontraindikationen

Anagrelid - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Anagrelid
  • kardiovaskuläre Erkrankungen
    • Grad 3 mit negativer Nutzen / Risiko-Bewertung
    • Grad 4 nach den Kriterien der South West Oncology Group
  • Patienten mit mittelgradiger oder schwerer Leberschädigung
  • Patienten mit mittelgradiger oder schwerer Nierenschädigung (Kreatinin-Clearance < 50 ml / Min.)

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Anagrelid - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anämie
      • Ekchymose
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Panzytopenie
      • Thrombozytopenie
      • Blutungen
      • Hämatome
  • Stoffwechsel und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Flüssigkeitsretention
      • Ödeme
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Gewichtsabnahme
      • Gewichtszunahme
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
      • Parästhesie
      • Schlafstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Depression
      • Amnesie
      • Verwirrung
      • Schlaflosigkeit
      • Hypästhesie
      • Nervosität
      • Mundtrockenheit
      • Migräne
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Dysarthrie
      • Somnolenz
      • Koordinationsanomalien
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hirninfarkt
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sehfähigkeitsanomalien
      • Konjunktivitis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Diplopie
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tinnitus
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Tachykardie
      • Palpitationen
      • Hypertonie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • ventrikuläre Tachykardie
      • supraventrikuläre Tachykardie
      • (kongestive) Herzinsuffizienz
      • Vorhofflimmern
      • Arrhythmie
      • Synkope
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Myokardinfarkt
      • Kardiomyopathie
      • Kardiomegalie
      • Perikarderguss
      • Angina pectoris
      • orthostatische Hypotonie
      • Vasodilatation
      • Prinzmetal-Angina
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Torsade de pointes
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Epistaxis
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • pulmonale Hypertonie
      • Pneumonie
      • Pleuraeffusion
      • Dyspnoe
      • Atemwegsinfektion
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Lungeninfiltrate
      • Asthma
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • interstitielle Lungenerkrankung einschließlich Pneumonitis und allergische Alveolitis
      • Lungenfibrose
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhö
      • Erbrechen
      • Bauchschmerzen
      • Übelkeit
      • Flatulenz
      • Dyspepsie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • gastrointestinale Blutungen
      • Pankreatitis
      • Anorexie
      • Obstipation
      • Magen-Darm-Störungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Colitis
      • Gastritis
      • Zahnfleischbluten
      • Appetitlosigkeit
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erhöhte Leberenzyme
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hepatitis
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ausschläge
      • Ekzem
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Alopezie
      • Pruritus
      • Hautverfärbungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • trockene Haut
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Rückenschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arthralgie
      • Myalgie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Impotenz
      • Niereninsuffizienz
      • Harnwegsinfektion
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Nierenversagen
      • Nykturie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • tubulointerstitielle Nephritis
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Müdigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schmerzen (im Brustkorb)
      • Fieber
      • Schüttelfrost
      • Unwohlsein
      • Schwäche
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • grippeähnliches Syndrom
      • Schmerzen
      • Asthenie
  • Untersuchungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • erhöhte Kreatininkonzentration im Blut

Anwendungshinweise

  • zum Einnehmen
  • Kapseln müssen im Ganzen geschluckt werden
  • sie dürfen nicht zerdrückt und der Inhalt darf nicht in einer Flüssigkeit verdünnt werden

Stillzeithinweise

Anagrelid - peroral
  • Stillen soll während der Behandlung mit Anagrelid unterbrochen werden
  • nicht bekannt, ob Anagrelid / Metaboliten in die Muttermilch übergehen
  • zur Verfügung stehende Daten vom Tier zeigten, dass Anagrelid / Metaboliten in die Milch übergehen
  • Risiko für das Neugeborene / Kind kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Anagrelid - peroral
  • Anwendung während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen
  • keine adäquaten Daten zu Anwendung bei Schwangeren
  • wird Anagrelid während der Schwangerschaft verwendet oder wird die Patientin während der Anwendung des Arzneimittels schwanger
    • auf die potenziellen Risiken für den Fetus hinweisen
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • sollten während der Behandlung mit Anagrelid entsprechende Verhütungsmethoden anwenden
  • tierexperimentelle Studien
    • Reproduktionstoxizität gezeigt
    • potenzielles Risiko für Menschen ist unbekannt
  • Fertilität
    • keine Daten aus Studien am Menschen zur Wirkung von Anagrelid auf die Fertilität vorliegend
    • bei männlichen Ratten wurde unter Anagrelid keine Wirkung auf die Fertilität oder die Fortpflanzungsfähigkeit festgestellt
    • bei weiblichen Ratten führte die Anwendung von Anagrelid in Dosen, die weit über dem therapeutischen Bereich lagen, zu Implantationsstörungen

Warnhinweise

Anagrelid - peroral
  • Leberschädigung
    • potenzielle Risiken und Nutzen einer Anagrelidtherapie bei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion müssen vor Beginn der Behandlung abgewogen werden
    • Anwendung bei Patienten mit erhöhten Transaminasen (auf mehr als das 5-fache des oberen Normalgrenzwerts) wird nicht empfohlen
    • bei Patienten mit Leberfunktionseinschränkungen sind insbesondere zu Beginn der Therapie häufige Kontrollen der Leberwerte erforderlich
  • Nierenschädigung
    • potenzielle Risiken und Nutzen einer Anagrelidtherapie bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion müssen vor Beginn der Behandlung abgewogen werden
    • bei Patienten mit Nierenfunktionseinschränkungen sind insbesondere zu Beginn der Therapie häufige Kontrollen der Nierenfunktion erforderlich
  • Thromboserisiko
    • abruptes Absetzen der Behandlung muss vermieden werden
      • Risiko eines plötzlichen Anstiegs der Thrombozytenzahl
      • dies könnte zu potenziell tödlichen thrombotischen Komplikationen, wie einem Hirninfarkt, führen
    • Patienten müssen darauf hingewiesen werden wie sie
      • frühe Anzeichen und Symptome erkennen können, die auf thrombotische Komplikationen, wie z. B. einen Hirninfarkt, hindeuten
      • im Falle des Auftretens von Symptomen medizinische Hilfe in Anspruch nehmen
  • Absetzen der Behandlung
    • Thrombozyten sollten regelmäßig überwacht werden
      • bei einer Dosisunterbrechung oder einem Behandlungsabbruch kann der Wiederanstieg der Thrombozytenzahl variieren
        • die Thrombozytenzahl erhöht sich innerhalb von 4 Tagen nach Absetzen von Anagrelid und erreicht die vor der Behandlung vorhandenen Werte innerhalb von 10 bis 14 Tagen
        • es kann jedoch auch zu einem Anstieg über die Ausgangswerte hinaus kommen
  • Überwachung
    • Therapie erfordert eine enge klinische Überwachung des Patienten einschließlich
      • vollständigen Blutbildes (Hämoglobin und Leukozyten- und Thrombozytenzahl)
      • Tests zur Bewertung der Leberfunktion (ALT und AST)
      • Nierenfunktion (Serumkreatinin und Harnstoff)
      • Elektrolyte (Kalium, Magnesium und Calcium)
  • kardiovaskuläre Wirkungen
    • Berichte über schwerwiegende kardiovaskuläre unerwünschte Ereignisse, darunter Fälle von
      • Torsade de pointes
      • ventrikulärer Tachykardie
      • Kardiomyopathie
      • Kardiomegalie
      • Herzinsuffizienz
    • Vorsicht geboten bei der Anwendung von Anagrelid bei Patienten mit bekannten Risikofaktoren für eine Verlängerung des QT-Intervalls, wie z. B.
      • angeborenes Long-QT-Syndrom
      • bekannte Vorgeschichte mit erworbener QTc-Verlängerung
      • Arzneimittel, welche eine Verlängerung des QTc-Intervalls hervorrufen können
      • Hypokaliämie
    • Vorsicht geboten bei Populationen, bei denen es u. U. zu einer höheren maximalen Plasmakonzentration (Cmax) von Anagrelid oder dessen aktivem Metaboliten, 3-Hydroxy-Anagrelid, kommen kann, wie z. B.
      • bei beeinträchtigter Leberfunktion
      • bei der Anwendung mit CYP1A2-Inhibitoren
    • ratsam, Patienten engmaschig auf eine Wirkung auf das QTc-Intervall zu überwachen
    • es wird empfohlen, bei allen Patienten vor dem Beginn der Anagrelid-Behandlung eine kardiovaskuläre Voruntersuchung, inklusive Ausgangs-EKG und Echokardiographie durchzuführen
    • regelmäßige Überwachung aller Patienten während der Therapie auf Anhaltspunkte für kardiovaskuläre Wirkungen (z. B. EKG oder Echokardiographie), die eine weitere kardiovaskuläre Untersuchung und Abklärung erforderlich machen könnten
    • Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie muss vor der Anwendung von Anagrelid korrigiert werden
      • während der Therapie sind regelmäßige Kontrollen erforderlich
    • Patienten jeden Alters mit bekannter oder vermuteter Herzerkrankung
      • aufgrund seiner positiv inotropen und chronotropen Wirkungen Anagrelid mit Vorsicht anwenden
      • Anagrelid hemmt zyklische AMP-Phosphodiesterase III
    • Patienten ohne Verdacht auf eine Herzerkrankung und mit Normalbefunden bei der kardiovaskulären Voruntersuchung
      • bei diesen Patienten kam es auch zu schwerwiegenden unerwünschten kardiovaskulären Ereignissen
    • Anagrelid sollte nur dann angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen der Behandlung die potenziellen Risiken überwiegt
  • Nebenwirkungen
    • Palpitationen und Kopfschmerzen wurden vor allem zu Beginn der Therapie sehr häufig beobachtet
      • durch ein Einschleichen der Therapie (mit einer Tagesdosis von anfänglich 0,5 bis 1,0 mg Anagrelid) können diese Nebenwirkungen reduziert werden und klingen normalerweise innerhalb weniger Wochen ab
  • pulmonale Hypertonie
    • Fälle von pulmonaler Hypertonie wurde bei mit Anagrelid behandelten Patienten berichtet
    • vor Beginn und während der Anagrelid-Therapie sollten die Patienten auf Anzeichen und Symptome einer zugrunde liegenden kardiopulmonalen Erkrankung untersucht werden
  • Kinder und Jugendliche
    • nur sehr begrenzte Daten vorliegend
    • nur mit Vorsicht anwenden
    • wie bei Erwachsenen sollten vor der Behandlung und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung ein großes Blutbild erstellt sowie die Herz-, Leber- und Nierenfunktion überprüft werden
    • Krankheit kann zu Myelofibrose oder AML fortschreiten
      • Rate dieser Progression nicht bekannt, aber bei Kindern ist der Krankheitsverlauf länger und es kann daher ein erhöhtes Risiko für eine maligne Entartung im Vergleich zu Erwachsenen bestehen
    • Kinder sollten regelmäßig nach entsprechenden klinischen Standardpraktiken, wie z. B. körperlichen Untersuchungen, Beurteilungen der relevanten Krankheitsmarker und Knochenmarkbiopsien auf das Fortschreiten der Erkrankung überwacht werden
    • etwaige Auffälligkeiten sollten umgehend abgeklärt werden und es sollten angemessene Maßnahmen ergriffen werden, wie u. a.
      • eine Senkung der Dosis oder
      • eine Unterbrechung der Behandlung oder
      • ein Abbruch der Behandlung
  • klinisch relevante Wechselwirkungen
    • Anagrelid hemmt die zyklische AMP-Phosphodiesterase III (PDE III)
    • gleichzeitige Anwendung von Anagrelid und anderen PDE III-Hemmern wie Milrinon, Amrinon, Enoximon, Olprinon und Cilostazol wird nicht empfohlen
    • gleichzeitige Anwendung von Anagrelid und Acetylsalicylsäure wurde mit schwerwiegenden Blutungsereignissen in Verbindung gebracht