XALKORI 200mg Hartkapseln

Pfizer Pharma GmbH
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Wirkstoff: Crizotinib →

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Fachinformationen

Indikation

  • Anwendung als Monotherapie
    • Erwachsene
      • Erstlinienbehandlung des Anaplastische-Lymphom-Kinase (ALK)-positiven, fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms (non small cell lung cancer, NSCLC)
      • Behandlung des vorbehandelten Anaplastische-Lymphom-Kinase (ALK)-positiven, fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms (non small cell lung cancer, NSCLC)
      • Behandlung des ROS1-positiven, fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms (non small cell lung cancer, NSCLC)
    • Kinder und Jugendliche (>/= 1 - < 18 Jahre)
      • Behandlung des rezidivierten oder refraktären systemischen Anaplastische-Lymphom-Kinase (ALK)-positiven anaplastischen großzelligen Lymphoms (anaplastic large cell lymphoma, ALCL)
      • Behandlung des rezidivierten oder refraktären Anaplastische-Lymphom-Kinase (ALK)-positiven inoperablen inflammatorischen myofibroblastischen Tumors (inflammatory myofibroblastic tumour, IMT)

Dosierung

  • NSCLC; ALCL; IMT
    • allgemein
      • Behandlung nur durch einen in der Anwendung von Arzneimitteln zur Krebstherapie erfahrenen Arzt
      • Empfehlung, großes Blutbild, einschließlich Differenzialblutbild, im ersten Monat nach Beginn der Therapie wöchentlich und anschließend mindestens monatlich zu überwachen, mit häufigerer Überwachung bei Auftreten von Abnormalitäten des Grades 3 oder 4, Fieber oder Infektion
      • ALK- und ROS1-Nachweis
        • für die Auswahl der Patienten zur Behandlung ist ein präzises und validiertes Verfahren für den Nachweis von entweder ALK oder ROS1 erforderlich
        • beim NSCLC sollte ein ALK-positiver oder ROS1-positiver, beim ALCL oder IMT ein ALK-positiver Status vor Beginn der Therapie mit Crizotinib erwiesen sein
        • die Beurteilung sollte von Laboren durchgeführt werden, die nachweislich über Erfahrung mit den spezifischen angewendeten Technologien verfügen
    • Erwachsene mit ALK-positivem oder ROS1-positivem fortgeschrittenen NSCLC
      • 250 mg Crizotinib 2mal / Tag
      • kontinuierliche Einnahme
    • Kinder und Jugendliche mit ALK-positivem ALCL oder ALK-positivem IMT
      • KOF >/= 1,34 m2
        • empfohlene Anfangsdosierung basiert auf der Köperoberfläche (KOF)
        • 280 mg / m² peroral 2mal / Tag
          • Dauer: bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität
        • bei Bedarf kann die gewünschte Dosis durch Kombination von Kapseln verschiedener Stärken erreicht werden
        • Tabelle 1: Anfangsdosierung mit Crizotinib bei einer KOF >/= 1,34 m2
          • 1,34 - 1,51 m²
            • 400 mg 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 800 mg
          • 1,52 - 1,69 m²
            • 450 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 900 mg
          • > 1,70 m²
            • 500 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 1000 mg
      • Kinder < 1,34 m² KOF
        • Granulat in Kapseln zum Öffnen verwenden
        • bei Bedarf kann die gewünschte Dosis durch Kombination verschiedener Stärken des Granulats in Kapseln zum Öffnen erreicht werden
        • Anfangsdosierungsschema basierend auf Körperoberfläche (KOF)
        • Tabelle 2: Anfangsdosierungsschema bei 0,38 m² - 1,33 m² KOF
          • 0,38 - 0,46 m²
            • 120 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 240 mg
          • 0,47 - 0,51 m²
            • 140 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 280 mg
          • 0,52 - 0,61 m²
            • 150 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 300 mg
          • 0,62 - 0,80 m²
            • 200 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 400 mg
          • 0,81 - 0,97 m²
            • 250 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 500 mg
          • 0,98 - 1,16 m²
            • 300 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 600 mg
          • 1,17 - 1,33 m²
            • 350 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 700 mg
      • empfohlene Dosierung für Patienten < 0,38 m2 KOF: noch nicht erwiesen
      • Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter Aufsicht eines Erwachsenen
    • Vorgehen bei Vergessen einer Dosis
      • Nachholen der Dosis, sobald der Patient oder die Betreuungsperson es bemerkt
      • falls nächste Dosis in < 6 Std. fällig
        • vergessene Dosis nicht mehr einnehmen
        • keine doppelte Dosis zur selben Zeit einnehmen

Dosisanpassungen

  • abhängig von der individuellen Sicherheit und Verträglichkeit kann eine Anwendungsunterbrechung und/oder Dosisreduktion erforderlich sein
  • Vorgehen bei erforderlicher Dosisreduktion bei Patienten, die Crizotinib 250 mg 2mal / Tag erhalten
    • 1. Dosisreduktion: 200 mg Crizotinib 2mal / Tag
    • 2. Dosisreduktion: 250 mg Crizotinib 1mal / Tag
    • Hartkapseln dauerhaft absetzen, wenn 250 mg Crizotinib 1mal / Tag nicht vertragen wird
  • für Patienten, die mit einer geringeren Crizotinib-Dosis als 250 mg 2mal / Tag behandelt werden, sind die Richtlinien zur Dosisreduktion in den folgenden Tabelle 3 und 4 entsprechend zu befolgen
  • Tabelle 3: Erwachsene: Dosismodifikation - hämatologische Toxizitäten (Ausnahme Lymphopenie; außer in Zusammenhang mit klinischen Ereignissen, z. B. Infektionen durch opportunistische Erreger; bei Patienten, die Neutropenien oder Leukopenien entwickeln s. Fachinformation)
    • CTCAE (National Cancer Institute (NCI) Common Terminology Criteria for Adverse Events)
      • Grad 3
        • Absetzen bis zur Erholung auf Grad </= 2
        • dann Wiederaufnahme mit dem gleichen Dosierungsschema
      • Grad 4
        • Absetzen bis zur Erholung auf Grad </= 2
        • dann Wiederaufnahme mit der nächstgeringeren Dosis
          • bei Wiederauftreten sollte die Gabe bis zur Erholung auf Grad </= 2 unterbrochen werden
          • anschließend Gabe mit 250 mg 1mal / Tag wiederaufnehmen
          • im Fall von wiederauftretenden Grad-4-Toxizitäten: Behandlung permanent absetzen
          • bei Patienten, die mit 250 mg 1mal / Tag behandelt wurden oder bei Patienten, deren Dosis auf 250 mg 1mal / Tag reduziert wurde: während der Evaluierung absetzen
  • Tabelle 4: Erwachsene: Dosismodifikation - nicht hämatologische Toxizitäten
    • CTCAE (NCI Common Terminology Criteria for Adverse Events) Grad
      • Anstieg von Alanin-Aminotransferase (ALT) oder Aspartat-Aminotransferase (AST) Grad 3 oder 4 und Gesamtbilirubin </= Grad 1
        • Absetzen bis zur Erholung auf Grad </= 1 oder Ausgangswert
        • Wiederaufnahme mit 250 mg 1mal / Tag
        • Erhöhung auf 200 mg 2mal / Tag, falls Behandlung klinisch toleriert wird
        • im Fall wiederauftretender Toxizitäten von Grad 3 und höher: Behandlung permanent absetzen
        • bei Patienten, die mit 250 mg 1mal / Tag behandelt wurden oder bei Patienten, deren Dosis auf 250 mg 1mal / Tag reduziert wurde: während der Evaluierung absetzen
      • ALT- oder AST-Anstieg Grad 2, 3 oder 4 und gleichzeitiger Gesamtbilirubin-Anstieg Grad 2, 3 oder 4 (bei Abwesenheit von Cholestase oder Hämolyse)
        • Therapieabbruch
      • interstitielle Lungenerkrankung (ILD) / Pneumonitis jeglichen Grades
        • Absetzen bei Verdacht auf ILD / Pneumonitis und Therapieabbruch, falls eine behandlungsbedingte ILD / Pneumonitis diagnostiziert wird
      • Grad-3-QTc-Verlängerung
        • Absetzen bis zur Erholung auf Grad </= 1
        • Elektrolyte überprüfen und falls erforderlich korrigieren
        • dann Wiederaufnahme mit der nächstgeringeren Dosis
        • im Fall wiederauftretender Toxizitäten von Grad 3 und höher: Behandlung permanent absetzen
        • bei Patienten, die mit 250 mg 1mal / Tag behandelt wurden oder bei Patienten, deren Dosis auf 250 mg 1mal / Tag reduziert wurde: während der Evaluierung absetzen
      • Grad-4-QTc-Verlängerung
        • Therapieabbruch
      • Bradykardie Grad 2, 3 (symptomatisch, kann schwerwiegend und medizinisch bedeutsam sein, medizinische Intervention indiziert; Herzfrequenz < 60 Schläge / Min.)
        • Absetzen bis zur Erholung auf Grad </= 1 oder auf eine Herzfrequenz >/= 60
        • Überprüfung von gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie eine Bradykardie verursachen sowie von Antihypertensiva
        • werden gleichzeitig eingenommene Arzneimittel identifiziert, von denen bekannt ist, dass sie eine Bradykardie verursachen, und wird ihre Anwendung abgebrochen oder wird ihre Dosis angepasst, dann Wiederaufnahme der Gabe mit ursprünglicher Dosis bei Erholung auf Grad </= 1 oder auf eine Herzfrequenz >/= 60
        • werden keine gleichzeitig eingenommenen Arzneimittel identifiziert, von denen bekannt ist, dass sie eine Bradykardie verursachen, oder wird die Anwendung der gleichzeitig eingenommenen Arzneimittel nicht abgebrochen oder die Dosis nicht angepasst: Wiederaufnahme der Gabe mit reduzierter Dosis bei Erholung auf Grad </= 1 oder auf eine Herzfrequenz >/= 60
        • bei Patienten, die mit 250 mg 1mal / Tag behandelt wurden oder bei Patienten, deren Dosis auf 250 mg 1mal / Tag reduziert wurde: während der Evaluierung absetzen
      • Bradykardie Grad 4 (lebensbedrohliche Folgen, dringende Intervention indiziert; Herzfrequenz < 60 Schläge / Min.)
        • werden keine gleichzeitig eingenommenen Arzneimittel identifiziert, von denen bekannt ist, dass sie eine Bradykardie verursachen: Therapieabbruch
        • werden gleichzeitig eingenommene Arzneimittel identifiziert, von denen bekannt ist, dass sie eine Bradykardie verursachen, und ihre Anwendung abgebrochen oder ihre Dosis angepasst, dann Wiederaufnahme der Gabe mit 250 mg 1mal / Tag bei Erholung auf Grad </=1 oder auf eine Herzfrequenz >/= 60 mit häufiger Kontrolle
        • bei Patienten, die mit 250 mg 1mal / Tag behandelt wurden oder bei Patienten, deren Dosis auf 250 mg 1mal / Tag reduziert wurde: während der Evaluierung absetzen
        • bei Wiederauftreten: Therapieabbruch
      • Augenerkrankung Grad 4 (Verlust des Sehvermögens)
        • Therapieunterbrechung, während der Abklärung des Verlusts des Sehvermögens
  • Kinder und Jugendliche mit ALK-positivem ALCL oder ALK-positivem IMT
    • falls Dosisreduktion erforderlich
      • Tabelle 5: Kinder und Jugendliche mit >/= 1,34 m2 KOF
        • 1,34 m2 - 1,69 m²
          • erste Dosisreduktion
            • 250 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 500 mg
          • zweite Dosisreduktion
            • 200 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 400 mg
        • >/= 1,70 m²
          • erste Dosisreduktion
            • 400 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 800 mg
          • zweite Dosisreduktion
            • 250 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 500 mg
        • dauerhaft absetzen bei Patienten, die Crizotinib nach zwei Dosisreduktionen nicht vertragen
      • Tabelle 6: Kinder und Jugendliche < 1,34 m² KOF
        • 0,38 - 0,46 m²
          • erste Dosisreduktion
            • 90 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 180 mg
          • zweite Dosisreduktion
            • 70 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 140 mg
        • 0,47 - 0,51 m²
          • erste Dosisreduktion
            • 100 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 200 mg
          • zweite Dosisreduktion
            • 80 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 160 mg
        • 0,52 - 0,61 m²
          • erste Dosisreduktion
            • 120 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 240 mg
          • zweite Dosisreduktion
            • 90 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 180 mg
        • 0,62 - 0,80 m²
          • erste Dosisreduktion
            • 150 mg Crizotinib 1mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 300 mg
          • zweite Dosisreduktion
            • 120 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 240 mg
        • 0,81 - 0,97 m²
          • erste Dosisreduktion
            • 200 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 400 mg
          • zweite Dosisreduktion
            • 150 mg Crizotinib 1mal / Tag*
            • Gesamttagesdosis: 300 mg
        • 0,98 - 1,16 m²
          • erste Dosisreduktion
            • 220 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 440 mg
          • zweite Dosisreduktion
            • 170 mg Crizotinib 2mal / Tag*
            • Gesamttagesdosis: 340 mg
        • 1,17 - 1.33 m²
          • erste Dosisreduktion
            • 250 mg Crizotinib 2mal / Tag
            • Gesamttagesdosis: 500 mg
          • zweite Dosisreduktion
            • 200 mg Crizotinib 2mal / Tag*
            • Gesamttagesdosis: 400 mg
        • dauerhaft absetzen bei Patienten, die Crizotinib nach 2 Dosisreduktionen nicht vertragen
    • Tabelle 7: Kinder und Jugendliche: Dosierungsmodifikation bei hämatologischen Nebenwirkungen
      • CTCAE (National Cancer Institute (NCI) Common Terminology Criteria for Adverse Events)
        • absolute Neutrophilenzahl (ANC)
          • Neutrophilenzahl erniedrigt Grad 4
            • erstes Auftreten
              • Absetzen bis zur Erholung auf Grad </= 2, dann Wiederaufnahme mit der nächstgeringeren Dosierung
            • zweites Autreten
              • dauerhaft absetzen bei Wiederauftreten mit Komplikation durch febrile Neutropenie oder Infektion
              • bei unkomplizierter Neutropenie Grad 4 entweder dauerhaft absetzen oder absetzen bis zur Erholung auf Grad </= 2, dann Wiederaufnahme mit der nächstgeringeren Dosierung
                • dauerhaft absetzen bei Patienten, die Crizotinib nach 2 Dosisreduktionen nicht vertragen, es sei denn, in Tabellen 5 und 6 ist etwas anderes angegeben
          • Thrombozytenzahl
            • Thrombozytenzahl erniedrigt Grad 3 (mit gleichzeitiger Blutung)
              • Absetzen bis zur Erholung auf Grad </= 2, dann Wiederaufnahme mit der gleichen Dosierung
            • Thrombozytenzahl erniedrigt Grad 4
              • Absetzen bis zur Erholung auf Grad </= 2, dann Wiederaufnahme mit der nächstgeringeren Dosierung
              • dauerhaft absetzen bei Wiederauftreten
          • Anämie
            • Grad 3
              • Absetzen bis zur Erholung auf Grad </= 2, dann Wiederaufnahme mit der gleichen Dosierung
            • Grad 4
              • Absetzen bis zur Erholung auf Grad </= 2, dann Wiederaufnahme mit der nächstgeringeren Dosierung
              • dauerhaft absetzen bei Wiederauftreten
        • es wird empfohlen, das große Blutbild, einschließlich Differenzialblutbild, im ersten Monat nach Beginn der Therapie wöchentlich und anschließend mindestens monatlich zu überwachen, mit häufigerer Überwachung bei Auftreten von Abnormalitäten des Grades 3 oder 4, Fieber oder Infektion
    • Tabelle 8: Kinder und Jugendliche: Dosierungsmodifikation bei nicht-hämatologischen Nebenwirkungen
      • CTCAE (National Cancer Institute (NCI) Common Terminology Criteria for Adverse Events)
        • ALT- oder AST-Erhöhung Grad 3 oder 4 mit Gesamtbilirubin Grad </= 1
          • Absetzen bis zur Erholung auf Grad </= 1
          • dann Wiederaufnahme mit der nächstgeringeren Dosierung
        • ALT- oder AST-Erhöhung Grad 2, 3 oder 4 und gleichzeitiger Gesamtbilirubin-Erhöhung Grad 2, 3 oder 4 (bei Abwesenheit von Cholestase oder Hämolyse)
          • dauerhaft absetzen
        • Arzneimittelbedingte interstitielle Lungenerkrankung (ILD)/ Pneumonitis jeglichen Grades
          • dauerhaft absetzen
        • Grad-3-QTc-Verlängerung
          • Absetzen bis zur Erholung auf den Ausgangswert oder QTc unter 481 ms, dann Wiederaufnahme mit der nächstgeringeren Dosierung
        • Grad-4-QTc-Verlängerung
          • dauerhaft absetzen
        • Bradykardie Grad 2, 3 (Ruhepuls unterhalb der 2,5. Perzentile gemäß altersspezifischer Norm); symptomatisch, kann schwerwiegend und medizinisch bedeutsam sein, medizinische Intervention indiziert
          • Absetzen bis zur Erholung auf einen Ruhepuls entsprechend dem Patientenalter (basierend auf der 2,5. Perzentile gemäß altersspezifischer Norm)
            • 1 - < 2 Jahre: 91 Schläge / Minute oder darüber
            • 2 - 3 Jahre: 82 Schläge / Minute oder darüber
            • 4 - 5 Jahre: 72 Schläge / Minute oder darüber
            • 6 - 8 Jahre: 64 Schläge / Minute oder darüber
            • > 8 Jahre: 60 Schläge / Minute oder darüber
        • Bradykardie Grad 4 (Ruhepuls unterhalb der 2,5. Perzentile gemäß altersspezifischer Norm, dauerhaft absetzen bei Wiederauftreten): Lebensbedrohliche Folgen, dringende Intervention indiziert
          • dauerhaft absetzen, falls keine gleichzeitig eingenommenen Arzneimittel identifiziert werden
          • werden gleichzeitig eingenommene Arzneimittel identifiziert und abgesetzt oder ihre Dosis angepasst, dann Wiederaufnahme der Behandlung mit der zweiten in Tabelle 5 angegebenen Dosisreduktion bei Erholung auf Grad </= 1 oder die für die Behandlung von symptomatischer oder schwerwiegender, medizinisch bedeutsamer Bradykardie angegebenen Herzfrequenzkriterien, mit häufiger Kontrolle
          • dauerhaft absetzen bei Wiederauftreten
        • Übelkeit Grad 3: unzureichende orale Aufnahme für mehr als 3 Tage, medizinische Intervention indiziert
          • Grad 3 (trotz maximaler medikamentöser Therapie):
            • Absetzen bis zur Erholung
            • dann Wiederaufnahme mit der nächstgeringeren Dosierung
            • dauerhaft absetzen bei Patienten, die Crizotinib nach 2 Dosisreduktionen nicht vertragen, es sei denn, in Tabellen 5 und 6 ist etwas anderes angegeben
        • Erbrechen Grad 3, 4: mehr als 6 Episoden in 24 Stunden für mehr als 3 Tage, medizinische Intervention erforderlich, d. h. Ernährung über Magensonde oder Hospitalisierung; lebensbedrohliche Folgen, dringende Intervention indiziert
          • Grad 3 oder 4 (trotz maximaler medikamentöser Therapie):
            • Absetzen bis zur Erholung
            • dann Wiederaufnahme mit der nächstgeringeren Dosierung
            • dauerhaft absetzen bei Patienten, die Crizotinib nach 2 Dosisreduktionen nicht vertragen, es sei denn, in Tabellen 5 und 6 ist etwas anderes angegeben
        • Diarrhö Grad 3, 4: Anstieg um 7 oder mehr Stuhlgänge im Vergleich zum Ausgangswert, Inkontinenz, Hospitalisierung indiziert; lebensbedrohliche Folgen, dringende Intervention indiziert
          • Grad 3 oder 4 (trotz maximaler medikamentöser Therapie)
            • Absetzen bis zur Erholung,
            • dann Wiederaufnahme mit der nächstgeringeren Dosierung
            • dauerhaft absetzen bei Patienten, die Crizotinib nach 2 Dosisreduktionen nicht vertragen, es sei denn, in Tabellen 5 und 6 ist etwas anderes angegeben
        • Augenerkrankung Grad 1 (leichte Symptome), 2 (mittelschwere Symptome mit Beeinträchtigung altersentsprechender Alltagsaktivitäten)
          • Grad 1 oder 2
            • Überwachung der Symptome
            • Meldung etwaiger Symptome an einen Augenarzt
            • bei Augenerkrankungen Grad 2 Dosisreduktion in Betracht ziehen
        • Augenerkrankung Grad 3, 4 (Verlust des Sehvermögens, deutliche Verringerung des Sehvermögens)
          • Grad 3 oder 4
            • Therapieunterbrechung während der Abklärung eines schweren Verlusts des Sehvermögens
            • dauerhaft absetzen, falls bei entsprechender Abklärung keine andere Ursache gefunden wird
  • Leberfunktionsstörung
    • überwiegende Metabolisierung in der Leber
    • Anwendung mit Vorsicht
    • Anpassungen für erwachsene Patienten mit ALK-positivem oder ROS1-positivem fortgeschrittenen NSCLC
      • basierend auf der Klassifizierung des National Cancer Institute (NCI)
        • leichte Leberfunktionsstörung (entweder AST > oberer Normalwert [Upper Limit of Normal, ULN] und Gesamtbilirubin </= ULN oder beliebiger AST-Wert und Gesamtbilirubin > ULN aber </= 1,5 × ULN)
          • keine Anpassung der Initialdosis
        • mäßig schwere Leberfunktionsstörung (beliebiger AST-Wert und Gesamtbilirubin > 1,5 × ULN und </= 3 × ULN)
          • Initialdosis: 200 mg 2mal / Tag
        • schwere Leberfunktionsstörung (beliebiger AST-Wert und Gesamtbilirubin > 3 × ULN)
          • Initialdosis: 250 mg 1mal / Tag
      • Dosisanpassung nach der Child-Pugh-Klassifizierung wurde nicht untersucht
    • Anpassungen für Kinder und Jugendliche mit ALK-positivem ALCL oder ALK-positivem IMT
      • leichte Leberfunktionsstörung (entweder AST > oberer Normalwert [Upper Limit of Normal, ULN] und Gesamtbilirubin </= ULN oder beliebiger AST-Wert und Gesamtbilirubin > ULN aber </= 1,5 × ULN)
        • keine Anpassung der Initialdosis
      • mäßig schwere Leberfunktionsstörung (beliebiger AST-Wert und Gesamtbilirubin > 1,5 × ULN und </= 3 × ULN)
        • Initialdosis: erste Dosisreduktion basierend auf der KOF gemäß Tabelle 5 und 6
      • schwere Leberfunktionsstörung (beliebiger AST-Wert und Gesamtbilirubin > 3 × ULN)
        • Initialdosis: zweite Dosisreduktion basierend auf der KOF gemäß Tabelle 5 und 6
  • Nierenfunktionsstörung
    • Erwachsene
      • leicht (Kreatinin-Clearance [CLcr] >/= 60 - < 90 ml / Min.) und mäßig (CLcr >/= 30 - < 60 ml / Min.)
        • keine Anpassung der Initialdosis erforderlich
      • schwere Nierenfunktionsstörungen (< 30 ml / Min.)
        • Plasmakonzentrationen können erhöht sein
        • Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung, die keine Peritoneal- oder Hämodialyse benötigen
          • Initialdosis: 250 mg 1mal / Tag
          • Dosiserhöhung, optional, abhängig von der individuellen Sicherheit und Verträglichkeit, nach mind. 4 wöchiger Behandlung: 200 mg 2mal / Tag
    • Kinder und Jugendliche mit ALK-positivem ALCL oder ALK-positivem IMT
      • leicht (Kreatinin-Clearance [CLcr] >/= 60 - < 90 ml / Min.) und mäßig (CLcr >/= 30 - < 60 ml / Min.)
        • keine Anpassung der Initialdosis erforderlich
      • schwere Nierenfunktionsstörungen (< 30 ml / Min.)
        • Patienten, die keine Dialyse benötigen
        • zweite Dosisreduktion basierend auf der KOF gemäß Tabelle 5 und 6
        • Dosiserhöhung, optional, abhängig von der individuellen Sicherheit und Verträglichkeit, nach mind. 4 wöchiger Behandlung: erste Dosisreduktion basierend auf der KOF gemäß Tabelle 5 und 6
  • Kinder und Jugendliche
    • mit ALK-positivem oder ROS1-positivem NSCLC
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
      • keine Daten voliegend
    • rezidiviertes oder refraktäres systemisches ALK
      • Kinder und Jugendliche 3 - < 18 Jahre
        • Sicherheit und Wirksamkeit untersucht
      • Kinder < 3 Jahre
        • keine Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit vorliegend
    • inoperables, rezidiviertes oder refraktäres ALK-positiven IMT
      • Kinder und Jugendliche 2- < 18 Jahre
        • Sicherheit und Wirksamkeit untersucht
      • Kinder < 2 Jahre
        • keine Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit vorliegend
  • ältere Patienten
    • keine Anpassung der Initialdosis erforderlich

Kontraindikationen

Crizotinib - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Crizotinib

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Crizotinib - peroral

Nebenwirkungen aufgetreten bei erwachsenen Patienten mit ALK-positivem oder ROS1-positivem fortgeschrittenen NSCLC

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Neutropenie inkl.
        • febrile Neutropenie
        • Neutrophilenzahl erniedrigt
      • Anämie inkl.
        • Hämoglobin erniedrigt
        • hypochrome Anämie
      • Leukopenie inkl. Leukozytenzahl erniedrigt
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • verminderter Appetit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypophosphatämie
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Neuropathie inkl.
        • Brennen
        • Dysästhesie
        • Ameisenlaufen
        • Gangstörung
        • Hyperästhesie
        • Hypoästhesie
        • erniedrigter Muskeltonus
        • motorische Funktionsstörung
        • Muskelatrophie
        • Muskelschwäche
        • Neuralgie
        • Neuritis
        • periphere Neuropathie
        • Neurotoxizität
        • Parästhesie
        • periphere motorische Neuropathie
        • periphere sensomotorische Neuropathie
        • periphere sensorische Neuropathie
        • Peroneuslähmung
        • Polyneuropathie
        • Gefühlsstörung
        • brennendes Gefühl auf der Haut
      • Dysgeusie
  • Augenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Sehstörungen inkl.
        • Diplopie
        • Farbsäume
        • Photophobie
        • Photopsie
        • verschwommenes Sehen
        • Sehschärfe vermindert
        • visuelles Leuchten
        • visuelle Perseveration
        • beeinträchtigtes Sehen
        • Glaskörpertrübungen
  • Herzerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schwindel inkl.
        • Gleichgewichtsstörung
        • Schwindel orthostatisch
        • Präsynkope
      • Bradykardie inkl.
        • Herzfrequenz erniedrigt
        • Sinusbradykardie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Herzinsuffizienz inkl.
        • kongestive Herzinsuffizienz
        • Ejektionsfraktion verringert
        • linksventrikuläre Dysfunktion
        • Lungenödem
        • im Rahmen von klinischen Studien (n = 1.722) hatten 19 (1,1 %) Patienten, die mit Crizotinib behandelt wurden, eine Herzinsuffizienz jeglichen Grades, 8 (0,5 %) Patienten hatten Grad 3 oder 4 und 3 (0,2 %) Patienten einen tödlichen Verlauf
      • verlängertes QT-Intervall im Elektrokardiogramm
      • Synkope
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • interstitielle Lungenerkrankung inkl.
        • akutes respiratorisches Distress-Syndrom
        • Alveolitis
        • Pneumonitis
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Erbrechen
      • Übelkeit
      • Diarrhoe
      • Obstipation
      • Abdominalschmerz inkl.
        • abdominale Beschwerden
        • Schmerzen Unterbauch
        • Schmerzen Oberbauch
        • abdominaler Druckschmerz
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ösophagitis inkl. ösophageale Ulkuskrankheit
      • Dyspepsie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • gastrointestinale Perforation inkl.
        • Darmperforation
        • Dickdarmperforation
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Transaminasenerhöhung inkl.
        • Alanin-Aminotransferase erhöht
        • Aspartat-Aminotransferase erhöht
        • Gamma-Glutamyltransferase erhöht
        • Leberenzym erhöht
        • Leberfunktion anomal
        • Leberfunktionstest anomal
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • alkalische Phosphatase im Blut erhöht
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Leberversagen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Ausschlag
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Photosensitivität
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Nierenzyste inkl.
        • Nierenabszess
        • Nierenzystenblutung
        • Nierenzysteninfektion
      • Kreatinin im Blut erhöht inkl. Kreatinin-Clearance der Nieren vermindert
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • akutes Nierenversagen
      • Nierenversagen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Müdigkeit
      • Ödeme inkl.
        • Gesichtsödem
        • generalisiertes Ödem
        • lokale Schwellung
        • lokalisiertes Ödem
        • peripheres Ödem
        • Periorbitalödem
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Testosteronspiegel im Blut vermindert inkl.
        • Hypogonadismus
        • sekundärer Hypogonadismus
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kreatinphosphokinase im Blut erhöht (Kreatinphosphokinase war kein standardmäßig in den klinischen Studien zu Crizotinib untersuchter Laborwert)

bei Kindern und Jugendlichen berichtete Nebenwirkungen alle Tumorarten (obwohl nicht alle bei der erwachsenen Population festgestellten Nebenwirkungen in klinischen Studien mit Kindern und Jugendlichen beobachtet wurden, sollten die gleichen Nebenwirkungen, die bei erwachsenen Patienten auftreten, auch bei Kindern und Jugendlichen in Betracht gezogen werden)

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Neutropenie inkl.
        • febrile Neutropenie
        • Neutrophilenzahl erniedrigt
      • Anämie inkl.
        • makrozytäre Anämie
        • megaloblastäre Anämie
        • Hämoglobin
        • Hämoglobin erniedrigt
        • hyperchrome Anämie
        • hypochrome Anämie
        • hypoplastische Anämie
        • mikrozytäre Anämie
        • normochrome normozytäre Anämie
      • Leukopenie inkl. Leukozytenzahl erniedrigt
      • Thrombozytopenie inkl. Thrombozytenzahl erniedrigt
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypophosphatämie
      • verminderter Appetit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Neuropathie inkl.
        • Brennen
        • Gangstörung
        • Muskelschwäche
        • Parästhesie
        • periphere motorische Neuropathie
        • periphere sensorische Neuropathie
      • Dysgeusie
  • Augenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Sehstörungen inkl.
        • Photophobie
        • Photopsie
        • verschwommenes Sehen
        • Sehschärfe vermindert
        • beeinträchtigtes Sehen
        • Glaskörpertrübungen
  • Herzerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schwindel
      • Bradykardie inkl.
        • Sinusbradykardie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • verlängertes QT-Intervall im Elektrokardiogramm
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Erbrechen
      • Übelkeit
      • Diarrhoe
      • Obstipation
      • Dyspepsie
      • Abdominalschmerz inkl.
        • abdominale Beschwerden
        • Unterbauchschmerzen
        • Oberbauchschmerzen
        • abdominaler Druckschmerz
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ösophagitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Transaminasenerhöhung inkl.
        • Alanin-Aminotransferase erhöht
        • Aspartat-Aminotransferase erhöht
        • Gamma-Glutamyltransferase erhöht
      • alkalische Phosphatase im Blut erhöht
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ausschlag
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kreatinin im Blut erhöht
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Müdigkeit
      • Ödeme inkl.
        • Gesichtsödem
        • lokalisiertes Ödem
        • peripheres Ödem
        • Periorbitalödem

Anwendungshinweise

  • Kapseln im Ganzen, vorzugsweise mit Wasser schlucken, nicht zerdrücken, auflösen oder öffnen
  • Einnahme nach einer Mahlzeit oder auf nüchternen Magen
  • nicht auf Nahrungsmittel streuen
  • Grapefruit oder Grapefruitsaft vermeiden (Erhöhung der Crizotinib-Plasmakonzentration möglich)
  • Johanniskraut vermeiden (Verringerung der Crizotinib-Plasmakonzentration möglich)#
  • Anwendung von Crizotinib bei Kindern und Jugendlichen muss unter Aufsicht eines Erwachsenen erfolgen
  • Kinder und Jugendliche mit ALK-positivem ALCL oder ALK-positivem IMT
    • zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen Anwendung von Antiemetika vor und während der Behandlung mit Crizotinib empfohlen
    • Standard-Antiemetika und -Antidiarrhoika werden zur Behandlung gastrointestinaler Toxizitäten empfohlen
    • unterstützende Maßnahmen wie intravenöse oder orale Flüssigkeitszufuhr, Elektrolytersatz und Ernährungsunterstützung werden je nach klinischer Indikation empfohlen

Stillzeithinweise

Crizotinib - peroral
  • wegen des möglichen Risikos für den Säugling Mütter anweisen, das Stillen während der Behandlung mit Crizotinib zu vermeiden
  • nicht bekannt, ob Crizotinib und seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen

Schwangerschaftshinweise

Crizotinib - peroral
  • Crizotinib darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, eine Behandlung ist aufgrund des klinischen Zustandes der Mutter erforderlich
  • wenn Crizotinib während Schwangerschaft angewendet wird, oder wenn Patientin oder die Partnerin eines männlichen Patienten während der Behandlung schwanger wird, diese über das potenzielle Risiko für den Fetus informieren
  • Crizotinib kann bei Gabe an schwangere Frauen fetale Schädigungen verursachen
  • keine Daten zur Anwendung von Crizotinib bei schwangeren Frauen
  • tierexperimentelle Studien haben Reproduktionstoxizität gezeigt
  • Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen
    • anweisen, während der Behandlung mit Crizotinib eine Schwangerschaft zu vermeiden
    • während und für mind. 90 Tage nach der Behandlung muss zuverlässige Verhütungsmethode angewendet werden
  • Fertilität
    • Behandlung mit Crizotinib könnte männliche und weibliche Fertilität beeinträchtigen
    • Männer und Frauen vor Behandlung hinsichtlich einer Konservierung der Fruchtbarkeit beraten

Warnhinweise

Crizotinib - peroral
  • Bestimmung des ALK- und ROS1-Status
    • bei der Bestimmung entweder des ALK-Status oder des ROS1-Status eines Patienten ist es wichtig, dass eine gut validierte und etablierte Methode ausgewählt wird, um falsch-negative oder falsch-positive Ergebnisse zu vermeiden
  • Hepatotoxizität
    • Berichte über Arzneimittelinduzierte Hepatotoxizität (einschließlich Fälle mit tödlichem Ausgang bei erwachsenen Patienten) bei Patienten, die in klinischen Studien Crizotinib erhielten
    • Therapiekontrolle
      • Leberfunktionstest einschließlich ALT, AST und Gesamtbilirubin
        • während der ersten 2 Behandlungsmonate: 1mal / Woche
        • anschließend: 1mal / Monat und wenn klinisch indiziert
        • bei Erhöhungen der Grade 2, 3 oder 4: häufigere Leberfunktionstests
  • interstitielle Lungenerkrankung (ILD) / Pneumonitis
    • schwere, lebensbedrohliche oder tödliche Fälle von ILD / Pneumonitis können auftreten
    • Patienten mit pulmonalen Symptomen, die auf ILD / Pneumonitis hinweisen, überwachen
    • Therapieunterbrechung bei Verdacht auf ILD / Pneumonitis
    • Arzneimittel-induzierte ILD/ Pneumonitis sollte bei Patienten mit ILD-ähnlichen Beschwerden bei der Differenzialdiagnostik berücksichtigt werden, dazu gehören
      • Pneumonitis
      • strahlenbedingte Pneumonitis
      • allergische Pneumonitis
      • interstitielle Pneumonitis
      • Lungenfibrose
      • akutes respiratorisches Distress-Syndrom (ARDS)
      • Alveolitis
      • Lungeninfiltration
      • Pneumonie
      • Lungenödem
      • chronisch-obstruktive Lungenerkrankung
      • Pleuraerguss
      • Aspirationspneumonie
      • Bronchitis
      • obliterative Bronchiolitis
      • Bronchiektasie
    • dauerhafter Therapieabbruch bei Diagnose einer mit der Behandlung in Zusammenhang stehenden ILD / Pneumonitis (wenn andere ILD / Pneumonitisursachen ausgeschlossen wurden)
  • QT-Intervall-Verlängerung
    • QTc-Verlängerung beobachtet, die zu erhöhtem Risiko für ventrikuläre Tachyarrhythmien (z. B. Torsade de Pointes) oder plötzlichen Tod führen kann
    • Crizotinib unter regelmäßiger Überwachung von EKG und Elektrolyten sowie Nierenfunktion mit Vorsicht anwenden, nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und potenziellen Risiken vor Behandlungsbeginn bei
      • gleichzeitiger Einnahme von Antiarrhythmika oder anderen Stoffen, die QT-Intervall verlängern
      • vorbestehender Bradykardie
      • einer Vorgeschichte oder einer Prädisposition für QTc-Verlängerung
      • relevanter Herzerkrankung
      • Störungen im Elektrolythaushalt
    • bei Therapiebeginn mit Crizotinib so kurz wie möglich vor Verabreichen der 1. Dosis
      • EKG aufnehmen
      • Elektrolytbestimmung (z. B. Calcium, Magnesium, Kalium)
      • insbesondere zu Beginn der Behandlung im Fall von Erbrechen, Diarrhö, Dehydration oder Nierenfunktionsstörung
        • falls erforderlich, Elektrolyte korrigieren
    • während der Therapie mit Crizotinib
      • regelmäßige Überwachung mittels EKG und Elektrolytbestimmungen
      • falls erforderlich, Elektrolyte korrigieren
    • falls die QTc sich im Vergleich zum Ausgangswert um >= 60 ms verlängert jedoch unter 500 ms liegt
      • Crizotinib absetzen
      • Kardiologe konsultieren
    • falls die QTc sich auf >= 500 ms verlängert
      • Kardiologen unverzüglich hinzuziehen
  • Bradykardie
    • von Bradykardien jeglicher Ursachen wurden im Rahmen klinischer Studien bei 13 % der mit Crizotinib behandelten erwachsenen Patienten mit ALK-positivem oder ROS1-positivem NSCLC und bei 17 % der mit Crizotinib behandelten Kindern und Jugendlichen mit ALK-positivem ALCL oder ALK-positivem IMT berichtet
    • symptomatische Bradykardien (z. B. Synkope, Schwindel, Hypotonie) können bei Patienten, die Crizotinib erhalten, auftreten
      • vollständige Auswirkung von Crizotinib auf die Herzfrequenz kann sich erst mehrere Wochen nach Therapiebeginn entwickeln
      • aufgrund des erhöhten Risikos der Ausbildung einer symptomatischen Bradykardie: Kombination mit anderen bradykardisierend wirkenden Mitteln so weit wie möglich vermeiden, z. B.
        • Betablocker
        • Calciumkanalblocker vom Nicht-Dihydropyridin-Typ wie Verapamil und Diltiazem
        • Clonidin
        • Digoxin
      • regelmäßige Überprüfung von Herzfrequenz und Blutdruck
      • Patienten, die symptomatische Bradykardien entwickeln: Dosismodifikation siehe Abschnitt Dosierung
    • asymptomatische Bradykardie
      • keine Dosismodifikation erforderlich
  • Herzinsuffizienz
    • in klinischen Studien mit Crizotinib und während der Beobachtung nach Markteinführung wurde bei erwachsenen Patienten Herzinsuffizienz als schwere, lebensbedrohliche oder tödlich verlaufende Nebenwirkung berichtet
    • Patienten mit oder ohne vorbestehende Herzerkrankungen im Hinblick auf Anzeichen und Symptome von Herzinsuffizienz (Dyspnoe, Ödem, rasche Gewichtszunahme durch Flüssigkeitsretention) überwachen
      • falls solche Symptome beobachtet werden
        • Unterbrechung der Anwendung, Dosisreduktion oder Therapieabbruch je nach Bedarf in Betracht ziehen
  • Neutropenie und Leukopenie
    • in klinischen Studien mit Crizotinib bei erwachsenen Patienten mit entweder ALK-positivem oder ROS1-positivem NSCLC wurden Neutropenien der Grade 3 oder 4 sehr häufig gemeldet (12 %)
    • in klinischen Studien mit Crizotinib bei Kindern und Jugendlichen mit ALK-positivem ALCL oder ALK-positivem IMT wurden Neutropenien der Grade 3 oder 4 sehr häufig gemeldet (68 %)
    • Leukopenien der Grade 3 oder 4 wurden häufig (3 %) bei Patienten mit ALK-positivem oder ROS1-positivem NSCLC und sehr häufig (24 %) bei Kindern und Jugendlichen mit ALK-positivem ALCL oder ALK-positivem IMT gemeldet
    • bei weniger als 0,5 % der erwachsenen Patienten mit entweder ALK-positivem oder ROS1-positivem NSCLC wurde in klinischen Studien mit Crizotinib eine febrile Neutropenie festgestellt
    • bei Kindern und Jugendlichen mit entweder ALK-positivem ALCL oder ALK-positivem IMT wurde eine febrile Neutropenie häufig festgestellt, d. h. bei einem Patienten (2,4 %)
    • wenn klinisch indiziert
      • sollte ein großes Blutbild und ein Differenzialblutbild bestimmt werden
    • beim Auftreten von Grad-3- oder -4-Abnormalitäten oder bei Fieber oder einer Infektio
      • sollte beides häufiger überprüft werden
  • gastrointestinale Perforation
    • in klinischen Studien Fälle von gastrointestinaler Perforation berichtet
    • nach Markteinführung wurden Fälle von gastrointestinaler Perforation mit tödlichem Verlauf berichtet
    • Crizotinib mit Vorsicht anwenden bei Patienten mit einem Risiko für gastrointestinale Perforation
      • Divertikulitis in der Vorgeschichte
      • Metastasen des Gastrointestinaltrakts
      • gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln mit bekanntem Risiko für gastrointestinale Perforation
    • Crizotinib sollte abgesetzt werden, wenn Patienten eine gastrointestinale Perforation entwickeln
    • Patienten sollten über die ersten Anzeichen einer gastrointestinalen Perforation informiert und darauf hingewiesen werden, dass sie in solchen Fällen rasch einen Arzt konsultieren sollten
  • Auswirkungen auf die Nieren
    • in klinischen Studien mit Crizotinib
      • wurden bei Patienten erhöhte Kreatininwerte und eine verminderte Kreatinin-Clearance festgestellt
      • und während der Beobachtung nach Markteinführung wurde Nierenversagen und akutes Nierenversagen gemeldet
    • Fälle mit tödlichem Verlauf, erforderlicher Hämodialyse sowie Fälle mit Hyperkaliämie 4. Grades wurden bei erwachsenen Patienten ebenfalls beobachtet
    • Überwachung der Nierenfunktion bei Basisuntersuchung und während der Behandlung mit Crizotinib wird empfohlen, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren oder Nierenfunktionsstörungen in der Vorgeschichte
  • Nierenfunktionsstörung
    • Crizotinib-Dosis bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung, die keine Peritoneal- oder Hämodialyse benötigen, anpassen (siehe Rubrik Dosierung und Dauer der Anwendung)
  • Wirkungen auf das Sehvermögen
    • in klinischen Studien mit Crizotinib wurden bei erwachsenen Patienten mit entweder ALK-positivem oder ROS1-positivem NSCLC (n = 1.722) in 4 Fällen (0,2 %) Gesichtsfelddefekte 4. Grades mit Verlust des Sehvermögens berichtet
      • als mögliche Gründe für einen Verlust des Sehvermögens wurden Optikusatrophie oder Erkrankungen des Sehnervs genannt
    • in klinischen Studien mit Crizotinib bei Kindern und Jugendlichen mit entweder ALK-positivem ALCL oder ALK-positivem IMT kam es bei 25 von 41 Kindern und Jugendlichen (61 %) zu Sehstörungen
    • bei Kindern und Jugendlichen mit ALCL oder IMT sollten vor dem Beginn der Behandlung mit Crizotinib ophthalmologische Basisuntersuchungen durchgeführt werden
    • eine ophthalmologische Nachuntersuchung, einschließlich einer Untersuchung der Netzhaut, innerhalb von 1 Monat nach Beginn der Behandlung mit Crizotinib und danach alle 3 Monate sowie bei Auftreten neuer visueller Symptome jeglicher Art werden empfohlen
    • Angehörige des Gesundheitsberufe sollten Patienten und Betreuungspersonen über Symptome in Bezug auf eine Augentoxizität und das potenzielle Risiko eines Verlusts des Sehvermögens informieren
    • bei Sehstörungen des Grades 2
      • sollten die Symptome überwacht und einem Augenarzt gemeldet werden, wobei eine Dosisreduktion in Betracht gezogen werden sollte
    • Verdacht auf Augenerkrankungen des Grades 3 oder 4
      • die Behandlung mit Crizotinib sollte bei bis zur Abklärung abgesetzt werden, und Crizotinib sollte bei schwerem Verlust des Sehvermögens 3. oder 4. Grades dauerhaft abgesetzt werden, sofern keine andere Ursache identifiziert wird
    • bei jedem Patienten mit neu auftretenden schweren Sehbehinderungen (bestkorrigierte Sehschärfe von weniger als 6/60 bei einem oder beiden Augen) sollte die Crizotinib-Therapie abgebrochen werden
    • es sollte eine ophthalmologische Abklärung bestehend aus bestkorrigierter Sehschärfe, Netzhautfotografien, Gesichtsfeldern, optischer Kohärenztomographie (OCT) und andererBeurteilungsmethoden, die beim Neuauftreten von Verlust des Sehvermögungs und anderen visuellen Symptomen, sofern klinisch gerechtfertigt, indiziert sind, durchgeführt werden
    • für die Einschätzung der Risiken der Fortsetzung der Crizotinib-Therapie bei Patienten, die Symptome in Bezug auf das Sehvermögen oder Sehbehinderungen entwickeln, liegen unzureichende Informationen vor
      • die Entscheidung, die Crizotinib-Therapie fortzusetzen, sollte sich am Nutzen im Vergleich zu den Risiken für den Patienten orientieren
    • eine ophthalmologische Abklärung wird empfohlen, wenn die Sehstörungen andauern oder sich verstärken
  • Photosensitivität
    • Berichte über Photosensitivität
    • Patienten sollten darauf hingewiesen werden, während der Einnahme des Arzneimittels eine längere Sonnenexposition zu vermeiden und bei Aufenthalt im Freien Schutzmaßnahmen zu ergreifen (z. B. Verwendung von Schutzkleidung und/ oder Sonnenschutzmitteln)
  • Arzneimittelwechselwirkungen
    • Vermeidung der gleichzeitigen Anwendung von Crizotinib mit
      • starken CYP3A4-Inhibitoren
      • starken und mäßig starken CYP3A4-Induktoren
      • CYP3A4-Substraten mit enger therapeutischer Breite
      • anderen bradykardisierenden Substanzen
      • Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie das QT-Intervall verlängern
      • Antiarrhythmika
  • Lebensmittelwechselwirkungen
    • Grapefruit oder Grapefruitsaft sollten während der Behandlung mit Crizotinib vermieden werden
  • Nicht-Adenokarzinom-Histologie
    • für Patienten mit ALK-positivem und ROS1-positivem NSCLC mit Nicht-Adenokarzinom-Histologie, einschl. Plattenepithelkarzinom, liegen nur begrenzte Informationen vor
  • Kinder und Jugendliche
    • gastrointestinale Toxizität
      • Crizotinib kann bei Kindern und Jugendlichen mit ALK-positivem ALCL oder ALK-positivem IMT schwere gastrointestinale Toxizitäten verursachen
      • bei Kindern und Jugendlichen mit entweder ALK-positivem ALCL oder ALK-positivem IMT traten Erbechen und Diarrhö bei 95 % bzw. 85 % der Patienten auf
      • es wird empfohlen, vor und während der Behandlung mit Crizotinib Antiemetika anzuwenden, um Übelkeit und Erbrechen vorzubeugen
      • zur Behandlung gastrointestinaler Toxizitäten werden Standard-Antiemetika und -Antidiarrhoika empfohlen
      • wenn bei Kindern und Jugendlichen trotz maximaler medikamentöser Therapie länger als 3 Tage andauernde Übelkeit des Grades 3 oder Durchfall oder Erbrechen des Grades 3 oder 4 auftreten
        • empfohlen, die Behandlung mit Crizotinib so lange zu unterbrechen, bis die Symptome abgeklungen sind, und die Behandlung mit Crizotinib anschließend mit der nächstniedrigeren Dosisstufe wieder aufzunehmen
      • unterstützende Maßnahmen wie Flüssigkeitszufuhr, Elektrolytersatz und Ernährungsunterstützung werden je nach klinischer Indikation empfohlen