XONVEA 10 mg/10 mg magensaftresistente Tabletten

ACA Müller/ADAG Pharma AG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Doxylamin/Pyridoxin →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 20 ST 36,68 €
N2 50 ST 78,54 €

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Fachinformationen

Indikation

  • zur symptomatischen Behandlung von Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft (nausea and vomiting during pregnancy, NVP)
    • bei Frauen, die nicht auf eine konservative Behandlung ansprechen
  • Einschränkungen der Anwendung
    • Kombination aus Doxylamin / Pyridoxin wurde im Falle von Hyperemesis gravidarum nicht untersucht

Dosierung

  • Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft
    • empfohlenes Dosierungsschema
      • initial 2 Tabletten vor dem Schlafengehen (d1)
        • ausreichende Symptomkontrolle am nächsten Tag (d2) durch diese Dosierung
          • Behandlung mit dieser Dosis fortführen
        • anhaltende Symptome bis zum Nachmittag an d2
          • Behandlung mit 2 Tabletten vor dem Schlafengehen (d2) fortführen
          • und am darauffolgenden Tag (d3) 3 Tabletten einnehmen
            • 1 Tablette am Morgen und 2 Tabletten vor dem Schlafengehen
            • keine ausreichende Symptomkontrolle durch diese Dosierung an d3
              • ab dem darauffolgenden Tag (d4) 4 Tabletten einnehmen
              • 1 Tablette am Morgen, 1 Tablette am Nachmittag und 2 Tabletten vor dem Schlafengehen
    • Höchstdosis
      • max. 4 Tabletten / Tag
      • 1 Tablette am Morgen, 1 Tablette am Nachmittag und 2 Tabletten vor dem Schlafengehen
    • Behandlungsdauer
      • durchgehende Einnahme empfohlen, nicht nur bei Bedarf
        • Notwendigkeit der Anwendung dennoch im Verlauf der Schwangerschaft wiederholt beurteilen
    • Therapieende
      • um ein plötzliches Wiedereinsetzen der Symptome zu vermeiden, wird beim Absetzen eine schrittweise Verringerung der Dosis empfohlen
    • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
      • Anwendung nicht empfohlen, da keine klinischen Daten vorliegen

Dosisanpassung

  • Nierenfunktionsstörung
    • es wurden keine pharmakokinetischen Studien bei Patientinnen mit Nierenfunktionsbeeinträchtigung durchgeführt
    • es ist jedoch Vorsicht geboten, da es möglicherweise zu einer Anreicherung der Metaboliten kommt und eine Dosisanpassung erforderlich sein kann
  • Leberfunktionsstörung
    • es wurden keine pharmakokinetischen Studien bei Patientinnen mit Beeinträchtigung der Leber durchgeführt
    • es ist jedoch Vorsicht geboten, da es möglicherweise zu einer verminderten Verstoffwechselung kommt und eine Dosisanpassung erforderlich sein kann

Kontraindikationen

Doxylamin, Kombinationen - peroral

Doxylamin plus Pyridoxin

  • Überempfindlichkeit gegen Doxylamin oder Pyridoxin
  • Überempfindlichkeitsreaktionen auf andere Ethanolamin-Derivate-Antihistamine
  • gleichzeitige Anwendung mit Monoaminoxidase (MAO)-Inhibitoren, oder Anwendung bis zu 14 Tage nach Absetzen der MAOIs
    • da die negativen zentralen Nervensystemeffekte von Doxylamin plus Pyridoxin intensiviert und verlängert werden
  • gleichzeitiger Einsatz von starken Inhibitoren von CYP450-Isoenzymen
  • Porphyrie

Therapiehinweise

Einnahme auf nüchternen Magen.

Nebenwirkungen

Doxylamin, Kombinationen - peroral

Doxylamin plus Pyridoxin

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • hämolytische Anämie
      • Agranulozytose *
      • Thrombozytopenie *
      • Panzytopenie *
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeitsreaktion
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Appetitsteigerung und/oder Gewichtszunahme *
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Verwirrtheitszustand
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Agitiertheit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Angst
      • Orientierungsstörung
      • Schlaflosigkeit
      • Reizbarkeit
      • Alpträume
      • Nervosität *
      • toxische Psychose *
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Somnolenz
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindelgefühl
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • verwirrter Zustand
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Tremor
      • Krampfanfall
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Kopfschmerzen
      • Migräne
      • Parästhesie
      • psychomotorische Hyperaktivität
      • faziale Dyskinesie *
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Doppeltsehen
      • Glaukom
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • verschwommenes Sehen
      • Sehstörung
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tinnitus
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Vertigo
      • akute Labyrinthitis *
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Palpitation
      • Tachykardie
  • Gefässerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Orthostasesyndrom
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhte bronchiale Sekretion
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Dyspnoe
      • Brustenge *
      • Verdickung des Bronchialsekrets *
      • Giemen *
      • verstopfte Nase *
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • verfrühte Menstruation *
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Mundtrockenheit
      • Verstopfung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Diarrhoe
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Bauch aufgetrieben
      • Abdominalschmerz
      • Nasen- und Rachentrockenheit *
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Lichtempfindlichkeitsreaktionen / Photosenitiviätsreaktionen
      • Hautausschlag
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hyperhidrose / Schwitzen *
      • Pruritus
      • Ausschlag
      • Ausschlag makulo-papulös
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Dysurie
      • Harnverhalt / Harnretention
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ermüdung / Müdigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Asthenie
      • Ödem peripher
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Brustkorbbeschwerden
      • Unwohlsein
      • Schüttelfrost *

Legende: * =

  • Nebenwirkungen, die mit der Anwendung von Antihistaminika als Arzneimittelgruppe in Verbindung stehen

Anwendungshinweise

  • zum Einnehmen
  • magensaftresistente Tabletten
    • Einnahme auf nüchternen Magen zusammen mit einem Glas Wasser
    • Tabletten im Ganzen schlucken, nicht zerdrückten, zerteilen oder zerkauen

Stillzeithinweise

Doxylamin, Kombinationen - peroral

Doxylamin plus Pyridoxin

  • Anwendung während der Stillzeit soll nicht erfolgen / ist nicht empfohlen
    • es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit diesem Arzneimittel verzichtet werden soll/die Behandlung mit diesem Arzneimittel zu unterbrechen ist
    • dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden
  • Risiko für das gestillte Kind / Neugeborene kann nicht ausgeschlossen werden
    • da neugeborene Säuglinge empfindlicher auf die Wirkungen der Antihistaminika und auf paradoxe Reizbarkeit und Erregung reagieren
  • Doxylamin
    • physikalisch-chemische Daten deuten auf die Ausscheidung von Doxylaminsuccinat in menschliche Muttermilch hin
    • Molekulargewicht von Doxylaminsuccinat ist niedrig genug, um einen Übergang in die Muttermilch erwarten zu können
    • Aufgeregtheit, Reizbarkeit und Sedierung wurden bei gestillten Säuglingen berichtet, die mutmaßlich über die Muttermilch Doxylaminsuccinat ausgesetzt waren
    • Säuglinge mit Apnoe oder anderen Atemwegssyndromen können besonders anfällig für die sedierenden Wirkungen von diesem Arzneimittel sein, was ihre Apnoe oder Atemwegserkrankung verschlimmern kann
  • Pyridoxinhydrochlorid / Metabolite
    • werden in die Muttermilch ausgeschieden
    • keine Berichte über Nebenwirkungen vor bei gestillten Säuglingen, die mutmaßlich über die Muttermilch Pyridoxinhydrochlorid ausgesetzt waren, vorliegend

Schwangerschaftshinweise

Doxylamin, Kombinationen - peroral

Doxylamin plus Pyridoxin

  • Doxylamin plus Pyridoxin ist zur Anwendung bei schwangeren Frauen vorgesehen
  • weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (mehr als 1000 Schwangerschaftsausgänge) bzw. epidemiologische Studien und Metaanylsen (mit über 168.000 Patientinnen und 18.000 Expositionen gegenüber der Doxylamin plus Pyridoxin-Kombination während des ersten Trimenons) deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität von Doxylamin(succinat) und Pyridoxin(hydrochlorid)
  • Doxylamin
    • aufgrund der anticholinergen und sedativen Eigenschaften von Doxylaminsuccinat ist bei Neugeborenen Vorsicht geboten, falls die Mutter bis zur Entbindung behandelt wurde
  • Fertilität
    • Daten zur Auswirkung beim Menschen liegen nicht vor
    • Studie an Ratten, bei der hohe orale Doxylamin Dosen verabreicht wurden
      • keine nachteilige Wirkung auf die Fruchtbarkeit durch den Wirkstoff bis zum 24-fachen der maximalen empfohlenen human Dosis

Warnhinweise

Doxylamin, Kombinationen - peroral

Doxylamin plus Pyridoxin

  • ob sich eine Behandlung mit Doxylamin plus Pyridoxin bei Patienten eignet, sollte basierend auf folgenden Überlegungen abgewogen werden
    • aufgrund der anticholinergischen Wirkungen des Arzneimittels können sich folgende Bedingungen verschlimmern (das Arzneimittel sollte deshalb bei diesen Patientinnen mit Vorsicht angewendet werden)
      • erhöhter Augeninnendruck
      • Engwinkelglaukom
      • Harnwegsobstruktion
      • Schilddrüsenfunktionsstörungen
      • kardiovaskuläre Veränderungen
      • Bluthochdruck
      • stenosierendes (peptisches) Magengeschwür
      • pyloroduodenale Obstruktion
      • Blasenhalsobstruktion
      • Somnolenz
    • auf Patienten mit Asthma oder andere Atmungsstörungen wie chronische Bronchitis und pulmonales Emphysem ist zu achten
      • das Arzneimittel sollte bei diesen Patientinnen mit Vorsicht angewendet werden
      • es wurde bewiesen, dass Antihistaminika das Volumen der Bronchialsekrete reduzieren und ihre Viskosität erhöhen
      • das bronchiale Abhusten wird dadurch schwieriger
      • Umstand zieht möglicherweise eine Atemwegserkrankung / Obstruktion der Atemwege nach sich, die die genannten Erkrankungen verschlechtern kann
    • Leber- und / oder Nierenfunktionsstörung
      • das Arzneimittel sollte bei diesen Patientinnen mit Vorsicht angewendet werden
      • keine Daten verfügbar
        • allerdings ist es theoretisch möglich, dass bei einer vorliegenden Beeinträchtigung der Leberfunktion die Verstoffwechselung von Doxylamin und Pyridoxin verringert sein kann
        • außerdem kann es zu einer theoretischen Akkumulation von Metaboliten kommen, wenn eine Nierenfunktionsstörung vorliegt
      • Dosisanpassung je nach Leberfunktionsstörung, da Doxylamin durch die Leber metabolisiert wird
      • Dosisreduktion bei Patienten mit Niereninsuffizienz empfohlen, da es sich um eine Metabolitansammlung handeln könnte
    • Lichtempfindlichkeitsreaktionen
      • Sonnenbaden während der Behandlung vermeiden
      • obwohl bei Doxylamin nicht beobachtet, wurde bei einigen Antihistaminika eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut auf Sonnenlicht mit Photodermatitis beobachtet
    • ototoxische Medikamente
      • sedierende Antihistaminika der Ethanolamin-Klasse, wie Doxylamin, könnten die Warnzeichen von Schäden verdecken, die durch ototoxische Medikamente verursacht werden, wie
        • antibakterielle Aminoglykoside
        • Carboplatin
        • Cisplatin
        • Chloroquin
        • Erythromycin
    • Epilepsie
      • bei epileptischen Patienten ist Vorsicht geboten
      • Antihistaminika wurden gelegentlich auch bei therapeutischen Dosen mit paradoxen Hyperexzitierbarkeitsreaktionen assoziiert
    • Dehydratation und Hitzschlag
      • wegen des verminderten Schwitzens, das durch anticholinergische Effekte verursacht wird, können Antihistaminika die Symptome der Dehydration und des Hitzschlags verschlimmern
    • Patienten mit langem QT-Syndrom
      • bei Patienten mit langem QT-Syndrom sollten besondere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden
      • einige Antihistamine können das genannte QT-Intervall verlängern
        • obwohl dieser Effekt nicht spezifisch bei Doxylamin (in therapeutischen Dosen) beobachtet wurde
    • Hypokaliämie oder andere Elektrolytstörungen
    • Hyperemesis gravidarum
      • die Wirkstoffkombination Doxylamin plus Pyridoxin ist bei Hyperemesis gravidarum nicht untersucht worden
      • eine frühzeitige Behandlung von Symptomen im Zusammenhang mit der morgendlichen Übelkeit, in der Regel in der Schwangerschaft, wird empfohlen, um die Progression zur Hyperemesis gravidarum zu verhindern
      • bei Patienten mit Hyperemesis gravidarum Vorsicht walten lassen und Behandlung durch Experten vornehmen, da
        • für die Kombination Doxylamin plus Pyridoxin ediglich begrenzte Hinweise in Fällen von Hyperemesis gravidarum vorliegen
    • Doxylamin und Schläfrigkeit / Somnolenz
      • Doxylaminsuccinat, ein Antihistamin mit anticholinergen Eigenschaften kann Schläfrigkeit / Somnolenz verursachen
      • Frauen sollten deshalb vermeiden, sich an Aktivitäten zu beteiligen, die Ihre volle geistige Aufmerksamkeit benötigen, wie beispielsweise das Fahren und Bedienen von schweren Maschinen bis ihr Arzt das Absetzen der Therapie empfohlen hat
    • gleichzeitige Anwendung von Beruhigungsmittel für das Zentralnervensystem (ZNS) einschließlich Alkohol
      • Anwendung von Doxylamin plus Pyridoxin nicht empfohlen
      • Kombination kann zu schwerwiegender Benommenheit führen, die zu Stürzen oder Unfällen führen kann
    • Doxylamin und Missbrauch / Arzneimittel-Abhängigkeit
      • Risiko für Missbrauch und Arzneimittel-Abhängigkeit von Doxylamin ist gering
      • das Auftreten von Anzeichen, die auf Missbrauch oder Abhängigkeit hinweisen, sollte sorgfältig überwacht werden, insbesondere bei Patientinnen mit Medikamentenmissbrauch in deren Vorgeschichte
    • falsch positive Urin-Screeningtests
      • es liegen Berichte über falsch positive Urin-Screeningtests auf Methadon, Opiate und Phencyclidinphosphat (PCP) unter Anwendung von Doxylamin plus Pyridoxin vor
    • Pyridoxinhydrochlorid
      • Pyridoxinhydrochlorid ist ein Vitamin B6 Analogon
      • daher sollten zusätzliche Mengen aus Diät- und Vitamin-B6-Nahrungsergänzungsmitteln bewertet werden
  • Störung der Allergie-Hauttests
    • das Arzneimittel einige Tage vor der Hautuntersuchung absetzen
    • Antihistaminika können die kutane Histaminreaktion auf Allergenextrakte unterdrücken