XYLONEST 1% M ADRENALIN

Aspen Germany GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Epinephrin/Prilocain →

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N1 50 ML 17,39 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Infiltrationsanästhesie
  • lokale Schmerzausschaltung (Infiltrations- und Leitungsanästhesie) bei Routineeingriffen in der Zahnheilkunde

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 10 mg Prilocainhydrochlorid und 0,009 mg Epinephrinhydrogentartrat (Ph.Eur.) (entspr. 0,005 mg Epinephrin)

  • Infiltrationsanästhesie, lokale Schmerzausschaltung (Infiltrations- und Leitungsanästhesie) bei Routineeingriffen in der Zahnheilkunde
    • allgemein
      • für jeden Patienten individuell dosieren
      • immer nur kleinste Dosis geben, mit der ausreichende Anästhesie erreicht wird
      • empfohlene Dosen gelten für Erwachsene mit normalem KG (70 kg)
      • der die Anästhesie durchführender Arzt legt Dosierung entsprechend den Besonderheiten des Einzelfalles fest
      • Blockade großer Nerven
        • im Allgemeinen höhere Konzentrationen Prilocainhydrochlorid notwendig
      • injiziertes Volumen ist für die Größe des anästhesierten Areals ausschlaggebend
      • Adrenalinzusatz führt zu einer länger andauernden Anästhesie
        • bei zusätzlicher Verlängerung: Verweilkatheter legen
    • Dosierung
      • Erwachsene
        • Infiltrationsanästhesie
          • bis zu 50 ml Injektionslösung
        • lokale Schmerzausschaltung in der Zahnheilkunde
          • 1 - 20 ml Injektionslösung
        • Maximaldosis im Rahmen der Lokalanästhesie (bei einmaliger Applikation)
          • 50 ml Injektionslösung, entsprechend 0,25 mg Adrenalin
          • bei > 50 ml Injektionslösung: Mischen mit der adrenalinfreien Lösung empfohlen
        • empfohlene Maximaldosis Prilocainhydrochlorid:
          • 60 ml Injektionslösung (600 mg Prilocainhydrochlorid) bzw. 8,5 mg Prilocainhydrochlorid / kg KG
Dosisanpassung
  • ältere Patienten und Patienten in reduziertem Allgemeinzustand
    • Dosis reduzieren und dem KG und dem Körperzustand anpassen
  • Kinder
    • Dosis dem Körpergewicht und dem Körperzustand anpassen
    • < 12 Jahre
      • keine allgemeinen Dosierungsempfehlungen aufgrund unzureichender Datenlage
    • < 6 Monate
      • keine Anwendung
  • Patienten mit fortgeschrittenem Leber- oder Nierenschaden
    • besondere Aufmerksamkeit, um das Risiko gefährlicher Nebenwirkungen zu reduzieren, auch wenn eine Regionalanästhesie bei chirurgischen Eingriffen für sie die optimale Wahl ist
  • Hinweis:
    • Anwendung zur Parazervikalblockade und zur Pudendusanästhesie in der Geburtshilfe wird nicht empfohlen (erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Methämoglobinämie bei Kindern und Neugeborenen)

Kontraindikationen

Prilocain, Kombinationen - invasiv
  • bekannter Überempfindlichkeit gegen
    • Lokalanästhetika vom Amidtyp (z. B. Prilocainhydrochlorid)
  • schwere Überleitungsstörungen am Herzen
  • schwere Anämie
  • schwere Hypotonie
  • dekompensierte Herzinsuffizienz
  • kardiogener und hypovolämischer Schock
  • angeborene oder erworbene Methämoglobinämie
  • Bronchialasthmatiker mit Sulfitüberempfindlichkeit
  • Kinder < 6 Monate
  • zusätzlich allgemeine und spezielle Gegenanzeigen für die verschiedenen Lokal- und Regionalanästhesieverfahren berücksichtigen
  • Kontraindikationen für Adrenalinzusatz
    • Anästhesien in Endstromgebieten, insbes. bei Eingriffen an Fingern, Zehen, Penis, Ohrmuschel und Nasenspitze
    • Glaukom (mit geschlossenem Kammerwinkel)
    • bestimmte Formen veränderter Herztätigkeit
      • paroxysmale Tachykardie
      • hochfrequente absolute Arrhythmie
  • bei folgenden Patienten sollte auf die Anwendung von adrenalinhaltigen Lösungen verzichtet werden
    • Patienten in hohem Alter
    • Patienten mit Arteriosklerose
    • Patienten mit Hypertonie
    • Patienten mit einem Phäochromozytom
    • Patienten mit Diabetes mellitus

Nebenwirkungen

Prilocain, Kombinationen - invasiv
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Methämoglobinämie
      • Zyanose
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • allergische Reaktionen
      • anaphylaktische Reaktionen / anaphylaktischer Schock
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Parästhesien
      • Schwindel
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anzeichen und Symptome von ZNS-Toxizität
        • Krämpfe
        • zirkumorale Parästhesien
        • Taubheitsgefühl auf der Zunge
        • abnormale Hörschärfe
        • visuelle Störungen
        • Tremor
        • Ohrensausen
        • Sprachstörungen
        • Bewusstseinsverlust
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Neuropathie
      • Schäden an peripheren Nerven
      • Arachnoiditis
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Doppeltsehen
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bradykardie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Herzstillstand
      • Arrhythmien
  • Gefässerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • häufiger nach Epiduralanästhesie
        • Hypotonie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypertonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Atemdepression
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • häufiger nach Epiduralanästhesie
        • Übelkeit
          • häufiger nach Epiduralanästhesie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • häufiger nach Epiduralanästhesie
        • Erbrechen
          • häufiger nach Epiduralanästhesie

Anwendungshinweise

  • vor Applikation die sofortige Verfügbarkeit sicherstellen von
    • Instrumentarium zur Wiederbelebung (z.B. zum Freihalten der Atemwege und zur Sauerstoffzufuhr)
    • Notfallmedikation zur Therapie toxischer Reaktionen
  • Gesamtdosis langsam oder fraktioniert in steigender Dosierung injizieren
    • dabei vitale Funktionen des Patienten unter dauerndem verbalem Kontakt streng überwachen
  • versehentliche intravaskuläre Injektion
    • durch spezifische Toxizitätssymptomatik erkennbar
    • bei Auftreten toxischer Symptome Injektion sofort stoppen
  • bei Hoch-Risiko-Patienten vor dem Eingriff den Allgemeinzustand verbessern
  • zuverlässigen venösen Zugang sicherstellen
  • grundsätzlich beachten
    • Dosierung so niedrig wie möglich wählen
    • Injektion langsam vornehmen
      • unter mehrmaliger Aspiration in 2 Ebenen (Drehung der Kanüle um 180°)
    • nicht in infizierte Bezirke injizieren
    • gegebenenfalls Antikoagulanzientherapie zeitig genug absetzen
    • allgemeine und spezielle Kontraindikationen für die verschiedenen Lokal- und Regionalanästhesieverfahren beachten
    • Kanüle niemals in angebrochenen Lösungen belassen
    • Hinweis
      • gelöste Metallionen, vor allem Kupferionen, können schwere lokale Reizungen (Schwellung, Ödeme) an der Injektionsstelle hervorrufen und den Abbau von Epinephrin beschleunigen
      • daher Maßnahmen ergreifen, um einen längeren Kontakt von adrenalinhaltigen Lokalanästhetika (niedriger pH-Wert) und metallischen Oberflächen (z. B. Nadeln oder Metallteile von Spritzen) zu vermeiden
    • um eine Kontaminierung zu verhindern
      • Gebrauch eines sterilen Einmal-Injektionsbestecks
      • Benutzen einer sterilen Nadel und Spritze für jede neue Entnahme aus der Flasche
      • das Eintreten von verunreinigtem Material oder Flüssigkeiten in eine Mehrfachentnahmeflasche verhindern
    • aufgrund der Instabilität von Epinephrin dürfen epinephrinhaltige Präparate nicht sterilisiert werden

Stillzeithinweise

Prilocain, Kombinationen - invasiv
  • sollte Anwendung während der Stillzeit erforderlich sein, kann das Stillen ca. 24 Stunden nach der Behandlung wieder aufgenommen werden
  • nicht bekannt, ob Prilocain in die Muttermilch übertritt
  • Epinephrin geht in die Muttermilch über, besitzt jedoch eine kurze Halbwertszeit

Schwangerschaftshinweise

Prilocain, Kombinationen - invasiv
  • Anwendung in der Schwangerschaft nur nach strenger Indikationsstellung
  • Verwendung zur Parazervikalblockade oder Pudendusanästhesie ist zu vermeiden
  • keine hinreichenden Daten für die Verwendung bei Schwangeren
  • Prilocain und Epinephrin sind plazentagängig
  • nach Parazervikalblockade oder Pudendusanästhesie mit Prilocain zur Geburtshilfe ist von behandlungsbedürftigen Methämoglobinämien des Neugeborenen berichtet worden
  • nach Parazervikalblockade traten bei anderen Lokalanästhetika vom Amidtyp Fälle von fetalen Bradykardien mit Todesfällen auf
  • tierexperimentelle Studien
    • haben Reproduktionstoxizität von Prilocain und von Epinephrin gezeigt
  • vor allem nach versehentlicher intravasaler Applikation bei der Mutter kann es durch den Epinephrinanteil zu Verminderung der Uterusdurchblutung und der Kontraktilität kommen

Warnhinweise

Prilocain, Kombinationen - invasiv
  • mit Ausnahme von sehr einfachen Verfahren sollte Lokal- oder Regionalanästhesie grundsätzlich nur durch erfahrenen Arzt oder Zahnarzt und in geeigneten Operationsräumen mit notfallmedizinischer Ausrüstung durchgeführt werden
  • Patienten, die besondere Aufmerksamkeit benötigen, um das Risiko gefährlicher Nebenwirkungen zu reduzieren, auch wenn eine Regionalanästhesie bei chirurgischen Eingriffen für sie die optimale Wahl ist
    • Patienten mit partiellem oder vollständigem Herzblock
      • Lokalanästhetika kann Reizweiterleitung im Myokard unterdrücken
    • Patienten mit hochgradiger Herzdekompensation
      • Risiko einer Methämoglobinämie beachten
    • Patienten mit fortgeschrittenem Leber- oder Nierenschaden
    • ältere Patienten und solche in schlechtem Allgemeinzustand
    • Patienten, die mit Antiarrhythmika der Klasse III behandelt werden (z. B. Amiodaron)
      • sorgfältige Beobachtung und EKG-Überwachung, weil sich die kardialen Effekte addieren können
  • akute Porphyrie
    • bei Patienten mit akuter Porphyrie nur bei zwingender Indikation anwendet, da möglicherweise eine Porphyrie ausgelöst werden kann
    • bei allen Patienten mit Porphyrie entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen
  • Parazervikalblockade
    • Parazervikalblockade kann fetale Bradykardie/Tachykardie verursachen
      • sorgfältige Überwachung der fetalen Herzfrequenz notwendig
    • in der Geburtshilfe kann Parazervikalblockade oder Pudendusanästhesie zu Methämoglobinämie beim Neugeborenen führen
  • venöser Zugang
    • es wird empfohlen, einen zuverlässigen venösen Zugang sicherzustellen
  • mögliche Auswirkungen
    • wie bei allen Lokalanästhetika Blutdruckabfall und Verlangsamung der Herzschlagfolge möglich
  • Hoch-Risiko-Patienten
    • vor dem Eingriff Allgemeinzustand verbessern
  • adrenalinhaltige Lösungen immer dann mit besonderer Vorsicht anwenden, wenn sich durch Sympathomimetika eine Verschlechterung der Kreislaufsituation ergeben kann
    • schlecht kontrollierbare Thyreotoxikose (schwerste Überfunktion der Schilddrüse)
    • ischämische Herzerkrankungen
    • Herzblock
    • zerebrovaskuläre Insuffizienz
    • Patienten mit anderen Erkrankungen, die durch die Wirkung des Epinephrins verstärkt werden können
  • Dosis dem Körpergewicht und dem Körperzustand anpassen bei
    • Kindern
    • älteren Patienten
    • Patienten in reduziertem Allgemeinzustand
  • bestimmte Methoden in der Lokalanästhesie können, unabhängig vom verwendeten Lokalanästhetikum, mit vermehrtem Auftreten von schweren unerwünschten Wirkungen verbunden sein
    • zentrale Nervenblockaden können kardiovaskuläre Depression verursachen, bes. im Falle einer Hypovolämie
      • Epiduralanästhesie sollte daher bei Patienten mit eingeschränkter kardiovaskulärerFunktion mit besonderer Vorsicht durchgeführt werden
    • retrobulbäre Injektionen können in sehr seltenen Fällen in den Subarachnoidalraum gelangen und vorübergehende Blindheit, kardiovaskulären Kollaps, Atemstillstand, Krämpfe etc. verursachen
      • dies sofort diagnostizieren und behandeln
    • retro- und peribulbäre Injektionen von Lokalanästhetika haben geringes Risiko einer andauernden Augenmuskelfehlfunktion
      • Hauptursachen sind Verletzungen und/oder lokale toxische Effekte an Muskeln und/oder Nerven
      • Schweregrad solcher Gewebsreaktionen ist abhängig vom Ausmaß der Verletzung, von der Konzentration und von der Einwirkzeit des Lokalanästhetikums auf das Gewebe
        • niedrigste erforderliche Konzentration und Dosis anwenden
        • Vasokonstriktoren und andere Zusätze können Gewebsreaktionen verstärken und sollten deshalb nur bei einer entsprechenden Indikation verwendet werden
    • Chondrolyse
      • nach Markteinführung wurde bei Patienten, die post-operativ intraartikuläre Dauerinfusionen von Lokalanästhetika erhalten haben, über Chondrolyse berichtet
      • bei der Mehrheit der berichteten Fälle war das Schultergelenk betroffen
      • Xylonest mit Adrenalin ist nicht für intraartikuläre Dauerinfusionen zugelassen
    • bei Anwendung im Hals-Kopf-Bereich besteht höherer Gefährdungsgrad, weil Risiko für zentralnervöse Intoxikationssymptome erhöht ist