YONDELIS 1mg Tr.Subst.o.Lsg.M.

HAEMATO PHARM GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Trabectedin →

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N1 1 ST 2723,55 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Weichteilsarkom nach Versagen von Anthrazyklinen und Ifosfamid bzw. von Patienten, bei denen sich die Anwendung dieser Mittel nicht eignet
    • die Wirksamkeitsdaten basieren vorwiegend auf Patienten mit Liposarkom und Leiomyosarkom
  • in Kombination mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin (PLD) indiziert für die Behandlung von Patientinnen mit einem platinsensiblen Ovarialkarzinomrezidiv

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 1 mg Trabectedin (1 ml rekonstituierte Lösung enthält 0,05 mg Trabectedin)

  • allgemeine Hinweise
    • Arzneimittel muss unter der Aufsicht eines in der Anwendung von Chemotherapien erfahrenen Arztes angewendet werden
    • Einsatz sollte auf qualifizierte Onkologen oder sonstige auf die Gabe von zytotoxischen Substanzen spezialisierte medizinische Fachkreise beschränkt bleiben
    • alle Patienten müssen 30 Min. vor Gabe von PLD (in Kombinationstherapie) oder Trabectedin (in Monotherapie) 20mg Dexamethason i.v. erhalten
      • dies dient nicht nur der antiemetischen Prophylaxe, sondern scheint auch hepatoprotektive Wirkungen zu haben
      • weitere Antiemetika können nach Bedarf gegeben werden
    • Behandlungsdauer:
      • in den klinischen Prüfungen waren keine Grenzen für die Zahl der durchzuführenden Zyklen festgelegt worden
      • Behandlung wurde so lange fortgesetzt wie ein klinischer Nutzen festgestellt wurde
      • in klin. Studien kam Monotherapie bis zu 38 Zyklen lang zur Anwendung, die Kombinationsbehandlung bis zu 21 Therapiezyklen
      • bei mit multiplen Zyklen behandelten Patienten wurden keine kumulativen Toxizitäten beobachtet
  • fortgeschrittenes Weichteilsarkom
    • 1,5 mg / m2 KOF i.v.
    • Infusionsdauer: 24 Stunden
    • Behandlungsintervall: 3 Wochen
  • Ovarialkarzinom
    • 1,1 mg / m2 KOF unmittelbar nach PLD 30 mg / m2
    • Infusionsdauer: 3 Stunden
    • Behandlungsintervall: 3 Wochen
    • zur Minimierung des Risikos von PLD-Infusionsreaktionen
      • initiale Dosis in einer Infusionsgeschwindigkeit von max. 1 mg / Min. geben
      • wenn keine Infusionsreaktion: nachfolgenden PLD-Infusionen über einen 1-stündigen Zeitraum geben
  • Kriterien, damit eine Behandlung mit Trabectedin möglich ist:
    • absolute Neutrophilenzahl (ANC) >= 1.500 / mm3
    • Thrombozytenzahl >= 100.000 / mm3
    • Bilirubin <= obere Normgrenze (ULN)
    • alkalische Phosphatase <= 2,5 ULN (falls die Erhöhung ossären Ursprungs ist, sollten die Leberisoenzyme 5-Nukleotidase oder GGT beruecksichtigt werden)
    • Albumin >= 25 g / l
    • Alaninaminotransferase (ALT) und Aspartataminotransferase (AST) <= 2,5 x ULN
    • Kreatinin-Clearance >= 30 ml / Min. (Monotherapie), Serumkreatinin <= 1,5 mg / dl (<= 132,6 µmol / l) oder Kreatininclearance >= 60 ml / min (Kombinationstherapie)
    • Kreatinphosphokinase (CPK) <= 2,5 ULN
    • Hämoglobin >= 9 g / dl
    • Kriterien gelten auch bei erneuter Behandlung, ansonsten Behandlung um 3 Wochen verschieben
      • zusätzliche Überwachung (wöchentlich in den ersten beiden Zyklen und mind. 1mal zwischen den Behandlungen in nachfolgenden Zyklen) der hämatologischen Parameter Bilirubin, alkalische Phosphatase, Aminotransferasen und CPK
      • in allen Zyklen sollte die gleiche Dosis gegeben werden, vorausgesetzt es treten keine Toxizitäten der Grade 3-4 auf und der Patient erfüllt die Kriterien für erneute Behandlung

Dosisanpassung

  • während der Behandlung
    • Dosisreduktion für die nachfolgenden Zyklen bei:
      • Neutropenie < 500/mm3 über länger als 5 Tage anhaltend oder assoziiert mit Fieber oder Infektion
      • Thrombozytopenie < 25.000/mm3
      • Anstieg des Bilirubin > obere Normgrenze (ULN) und/oder alkalische Phosphatase > 2,5 x ULN
      • Anstieg der Aminotransferasen (AST oder ALT) > 2,5 x ULN (Monotherapie) oder > 5 x ULN (Kombinationstherapie), der sich bis Tag 21 nicht normalisiert hat
      • jeglichen Nebenwirkungen 3. oder 4. Grades (wie Übelkeit, Erbrechen, Abgeschlagenheit)
    • Dosisreduktion erfolgt nach nachfolgendem Schema:
      • Weichteilsarkom
        • Trabectedin, Startdosis: 1,5 mg/m2
        • Trabectedin, 1. Dosisreduktion: 1,2 mg/m2
        • Trabectedin, 2. Dosisreduktion: 1 mg/m2
      • Ovarialkarzinom
        • Trabectedin, Startdosis: 1,1 mg/m2 / PLD, Startdosis: 30 mg/m2
        • Trabectedin, 1. Dosisreduktion: 0,9 mg/m2 / PLD, 1. Dosisreduktion: 25 mg/m2
        • Trabectedin, 2. Dosisreduktion: 0,75 mg/m2 / PLD, 2. Dosisreduktion: 20 mg/m2
      • wurde eine Dosis aufgrund einer Toxizität reduziert, wird eine Dosiseskalation in den nachfolgenden Zyklen nicht empfohlen
      • wenn es bei einem Patienten, der klinisch profitiert, in den nachfolgenden Zyklen erneut zu einer dieser Toxizitäten kommen sollte, kann die Dosis weiter reduziert werden
      • bei Auftreten einer hämatologischen Toxizität können Kolonie-stimulierende Faktoren nach lokal üblicher Standardpraxis gegeben werden
      • sollten weitere Dosisreduktionen notwendig sein, Beendigung der Behandlung in Betracht ziehen
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Monotherapie bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min. und in Kombinationstherapie bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 60 m l / Min.:
      • keine Anwendung (fehlende Daten)
    • leichte oder mittelschwere Nierenfunktionseinschränkung
      • angesichts der pharmakokinetischen Eigenschaften von Trabectedin keine Dosisanpassung erforderlich
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • besondere Vorsicht
    • engmaschig überwachen
    • Risiko für Toxizitäten ist erhöht
    • Dosisanpassungen evtl. erforderlich, da die systemische Exposition wahrscheinlich erhöht ist
      • Überwachung der Leberfunktionstests
      • das Risiko einer Hepatotoxizität kann erhöht sein
    • Patienten mit erhöhtem Bilirubin im Serum
      • keine Behandlung mit Trabectedin
  • ältere Patienten
    • keine speziellen Studien durchgeführt
    • Plasma-Clearance und Distributionsvolumen von Trabectedin durch das Alter anscheinend nicht beeinflusst, daher sind Dosisanpassungen, die allein auf Alterskriterien basieren, nicht routinemässig empfohlen
  • Kinder und Jugendliche
    • keine Anwendung bei Kindern < 18 Jahren mit pädiatrischen Sarkomen (Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit)

Kontraindikationen

Trabectedin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Trabectedin
  • begleitende schwere oder unkontrollierte Infektion
  • kombinierte Anwendung mit Gelbfiebervakzin
  • Stillzeit

Nebenwirkungen

Trabectedin - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • neutropenische Infektion
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Sepsis
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • septischer Schock
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Neutropenie
      • Thrombozytopenie
      • Anämie
      • Leukopenie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • febrile Neutropenie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Panzytopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypersensitivität
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Appetitverlust / Anorexie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dehydration
      • Hypokaliämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Insomnie
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
      • Geschmacksstörung
      • periphere sensorische Neuropathie
      • Synkope *
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Palpitationen *
      • linksventrikuläre Dysfunktion *
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie
      • Flush (Gesichtsröte)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kapillarlecksyndrom (teilweise mit tödlichem Verlauf)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Dyspnoe
      • Husten
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Lungenembolie *
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Lungenödem
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Bauchschmerzen
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Verstopfung
      • Durchfall
      • Stomatitis
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dyspepsie
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • erhöhte Alaninaminotransferase
      • erhöhte Aspartataminotransferase
      • erhöhte alkalische Phosphatase im Blut
      • Hyperbilirubinämie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhte Gammaglutamyltransferase
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Leberschädigung (schwere), einschl.
        • Ikterus
        • Hepatomegalie
        • schmerzhafte Leber
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Leberinsuffizienz
      • Leberversagen, einschl.
        • Fällen mit tödlichem Ausgang
    • ohne Häufigkeitsangabe
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • palmar-plantare Erythrodysästhesie (HandHand-Fuß-Syndrom) *
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ausschlag
      • Alopezie
      • Hyperpigmentation *
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Rückenschmerzen
      • erhöhte Creatininphosphokinase im Blut
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Arthralgie
      • Myalgie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Rhabdomyolyse
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Fatigue / Abgeschlagenheit
      • Pyrexie
      • Ödem
      • Schleimhautentzündung *
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Reaktion an der Injektionsstelle
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Paravasation Weichteilnekrose
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • erhöhtes Creatinin im Blut
      • vermindertes Albumin im Blut
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gewichtsverlust

Legende: * =

  • Nebenwirkung nur bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom, einschließlich der Daten aus ET743-OVA-301, einer randomisierten Phase-III-Studie mit 672 Patientinnen, die entweder Trabectedin (1,1 mg/m2) und PLD (30 mg/m2) alle drei Wochen oder PLD (50 mg/m2) alle vier Wochen erhielten, sowie aus der Studie ET743-OVC-3006 mit 576 Patientinnen, die entweder PLD (30 mg/m2) gefolgt von Trabectedin (1,1 mg/m2) alle drei Wochen oder PLD allein (50 mg/m2) alle 4 Wochen erhielten

Anwendungshinweise

  • Gabe über einen zentralen Venenkatheter empfohlen, da Patienten eine potentiell schwere Reaktion an der Injektionsstelle entwickeln können, wenn Trabectedin über einen peripheren venösen Zugang gegeben wird
  • weitere Hinweise s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Trabectedin - invasiv
  • Stillen während der Behandlung und bis 3 Monate danach kontraindiziert
  • nicht bekannt, ob Trabectedin in die Muttermilch übergeht
  • tierexperimentelle Studien
    • Übergang von Trabectedin in die Muttermilch bislang nicht tierexperimentell untersucht

Schwangerschaftshinweise

Trabectedin - invasiv
  • soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden
  • falls während der Behandlung eine Schwangerschaft eintritt
    • Patientin muss über potentielle Risiken für den Fetus informiert und sorgfältig überwacht werden
  • wenn Trabectedin am Ende der Schwangerschaft angewendet wird
    • das Neugeborene muss sorgfältig auf potentielle Nebenwirkungen hin überwacht werden
  • Trabectedin kann schwerwiegende Schädigungen beim ungeborenen Kind hervorrufen
    • wenn es während der Schwangerschaft angewendet wird (ausgehend vom bekannten Wirkmechanismus)
  • keine hinreichenden Daten über exponierte Schwangere
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • müssen während der Behandlung und bis zu 8 Monate nach der Behandlung eine hochwirksame Verhütungsmethode anwenden
    • müssen im Falle einer eingetretenen Schwangerschaft unverzüglich den behandelnden Arzt informieren
    • sollte während der Behandlung eine Schwangerschaft eintreten
      • genetische Beratung ist in Betracht zu ziehen
  • tierexperimentelle Studien
    • Trabectedin passiert bei Verabreichung an trächtige Ratten die Plazentaschranke
  • Fertilität
    • Männer im fertilen Alter müssen während der Behandlung und bis 5 Monate nach der Behandlung eine hochwirksame Verhütungsmethode anwenden
    • Trabectedin kann genotoxische Wirkungen haben
      • vor der Behandlung sollte Beratung über Konservierung von Eizellen oder Spermien angestrebt werden
        • Möglichkeit einer irreversiblen Infertilität aufgrund einer Therapie mit Trabectedin
      • genetische Beratung auch empfohlen für Patienten, die für die Zeit nach der Therapie einen Kinderwunsch haben

Warnhinweise

Trabectedin - invasiv
  • Leberfunktionseinschränkung
    • Patienten müssen bestimmte die Leberfunktionsparameter betreffende Kriterien erfüllen, um die Behandlung mit Trabectedin beginnen zu können
    • aufgrund der Leberfunktionseinschränkung ist systemische Exposition gegenüber Trabectedin im Durchschnitt etwa doppelt so hoch
      • Risiko für Toxizitäten kann daher erhöht sein
        • Patienten müssen mit klinisch relevanten Lebererkrankungen wie einer aktiven chronischen Hepatitis engmaschig kontrolliert
        • erforderlichenfalls die Dosis anpassen
    • Patienten mit erhöhten Bilirubin-Spiegeln im Serum dürfen nicht mit Trabectedin behandelt werden
  • Nierenfunktionseinschränkung
    • Creatinin-Clearance muss vor und während der Behandlung überwacht werden
    • Trabectedin darf nicht angewendet werden
      • in Monotherapie bei Patienten mit einer Creatinin-Clearance < 30 ml / min
      • in Kombinationstherapie bei Patienten mit einer Creatinin-Clearance < 60 ml / min
  • Neutropenie und Thrombozytopenie
    • sehr häufig Berichte über Neutropenien und Thrombozytopenien Grad 3 oder 4 im Zusammenhang mit einer Trabectedin-Therapie
    • großes Blutbild einschließlich Differentialblutbild und Thrombozytenzahl muss angefertigt werden jeweils
      • vor Beginn der Therapie
      • in den 1. beiden Behandlungszyklen wöchentlich
      • im Weiteren dann jeweils einmal zwischen den Behandlungszyklen
    • Patienten, die Fieber entwickeln, sollten unverzüglich einen Arzt konsultieren
      • in diesem Fall sollte sofort mit einer aktiven supportiven Behandlung begonnen werden
    • Trabectedin darf Patienten nicht gegeben werden
      • mit einer Neutrophilenzahl < 1.500 Zellen / mm3 und einer Thrombozytenzahl < 100.000 Zellen / mm3 bei Therapiebeginn
    • wenn eine schwere Neutropenie (absolute Neutrophilenzahl (ANC) < 500 Zellen / mm3) länger als 5 Tage lang anhält oder assoziiert mit Fieber oder einer Infektion auftritt
      • Dosisreduktion empfohlen
  • Übelkeit und Erbrechen
    • alle Patienten müssen prophylaktisch eine antiemetische Therapie mit Corticosteroiden wie Dexamethason erhalten
  • Rhabdomyolyse und schwere CPK-Erhöhungen (> 5 x ULN)
    • Trabectedin darf nicht bei Patienten mit einer CPK > 2,5 x ULN angewendet werden
    • gelegentliche Berichte über Rhabdomyolyse, gewöhnlich in Zusammenhang mit einer Myelotoxizität, schwergradigen Veränderungen bei den Leberwerten und / oder Nieren- bzw. Multiorganversagen
      • wenn bei einem Patienten eine oder mehrere dieser Toxizitäten oder Muskelschwäche bzw. Muskelschmerzen auftreten
        • CPK engmaschig überwachen
    • bei Auftreten einer Rhabdomyolyse
      • müssen unverzüglich supportive Maßnahmen eingeleitet werden wie (je nachdem was indiziert ist)
        • parenterale Hydration
        • Alkalinisierung des Urins
        • Dialyse
      • Behandlung mit Trabectedin muss abgesetzt werden bis sich der Patient vollständig erholt hat
    • Vorsicht ist geboten, wenn mit einer Rhabdomyolyse assoziierte Arzneimittel (z.B. Statine) begleitend mit Trabectedin angewendet werden
      • Risiko einer Rhabdomyolyse kann sich dadurch erhöhen
  • Leberfunktionstest (LFT)-Auffälligkeiten
    • Berichte über reversible akute Erhöhungen der Aspartataminotransferase (AST) und Alaninaminotransferase (ALT) bei den meisten Patienten
    • Trabectedin darf nicht bei Patienten mit erhöhtem Bilirubin angewendet werden
    • bei Patienten mit erhöhten Werten für AST, ALT und alkalische Phosphatase zwischen den Behandlungszyklen können Dosisanpassungen erforderlich sein
  • Reaktionen an der Injektionsstelle
    • es wird dringend empfohlen, einen zentralvenösen Zugang zu benutzen
      • wenn Trabectedin über einen peripheren venösen Zugang gegeben wird
        • Patienten können eine potentiell schwere Reaktion an der Injektionsstelle entwickeln
    • extravasale Verabreichung von Trabectedin kann eine Gewebenekrose hervorrufen, die ein Debridement erforderlich macht
      • kein spezifisches Antidot gegen extravasal verabreichtes Trabectedin vorhanden
      • für den Fall einer Extravasation ist nach der lokal üblichen Standardpraxis vorzugehen
  • allergische Reaktionen
    • Meldung von Überempfindlichkeitsreaktionen, sehr selten mit tödlichem Ausgang
      • in Zusammenhang mit der Verabreichung von Trabectedin allein oder in Kombination mit PLD in Erfahrungen nach der Inverkehrbringung
  • kardiale Dysfunktion
    • Patienten sollten auf kardiale Nebenwirkungen oder Herzmuskeldysfunktion überwacht werden
    • Durchführung einer gründlichen Herzuntersuchung, einschließlich der Bestimmung der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) mittels Echokardiographie oder MUGA-Scan (Multigated Acquisition Scan)
      • vor Beginn der Therapie mit Trabectedin
      • danach in Abständen von 2 bis 3 Monaten bis zum Absetzen der Therapie mit Trabectedin
    • erhöhtes Risiko einer kardialen Dysfunktion bei einer Behandlung mit Trabectedin als Monotherapie oder in Kombination mit Doxorubicin möglich bei Patienten
      • mit einer LVEF unter dem unteren Normalwert (LVEF < LLN)
      • vor einer kumulativen Anthracyclin-Dosis von > 300 mg / m2
      • im Alter > 65 Jahre
      • mit einer kardiovaskulären Erkrankung in der Vorgeschichte
        • vor allem jene mit kardialer Medikation
    • Trabectedin sollte abgesetzt werden bei Patienten
      • mit kardialen Nebenwirkungen Grad 3 oder 4, die auf eine Kardiomyopathie hinweisen
      • mit einer LVEF, die unter den LLN fällt (beurteilt als entweder absolute Abnahme der LVEF >/= 15 % oder < LLN mit einer absoluten Abnahme >/= 5 %)
  • Kapillarlecksyndrom (CLS)
    • unter Trabectedin Fälle von Kapillarlecksyndrom (CLS) berichtet
      • teilweise mit tödlichem Verlauf
    • wenn sich mögliche Symptome eines CLS entwickeln, wie z.B. unerklärliches Ödem mit niedrigem Blutdruck oder ohne niedrigen Blutdruck
      • behandelnder Arzt sollte erneut den Albuminspiegel im Serum beurteilen
    • schnelle Abnahme des Albuminspiegels im Serum kann auf CLS hinweisen
      • wenn nach Ausschluss anderer Ursachen ein CLS bestätigt wird
        • behandelnder Arzt sollte Trabectedin absetzen
        • Behandlung für CLS gemäß den Leitlinien der Einrichtung einleiten
  • gleichzeitige Gabe mit anderen Arzneimitteln
    • gleichzeitige Gabe von Trabectedin mit wirkstarken Inhibitoren des Enzyms CYP3A4 vermeiden
      • wenn dies nicht möglich ist
        • engmaschige Überwachung muss auf Toxizitäten hin erfolgen
        • Dosisreduktion von Trabectedin muss in Betracht gezogen werden
    • Vorsicht ist geboten, wenn mit einer Hepatotoxizität assoziierte Arzneimittel zusammen mit Trabectedin angewendet werden
      • Risiko einer Lebertoxizität kann sich dadurch erhöhen
    • Gabe von Trabectedin zusammen mit Phenytoin kann Aufnahme von Phenytoin herabsetzen
      • kann zu einer Exazerbation der Krampfneigung führen
      • kombinierte Anwendung von Trabectedin mit Phenytoin nicht empfohlen
    • kombinierte Anwendung mit abgeschwächten Lebendvakzinen nicht empfohlen
      • insbes. kombinierte Anwendung von Trabectedin zusammen mit Gelbfiebervakzin ist kontraindiziert
    • begleitende Anwendung von Trabectedin zusammen mit Alkohol vermeiden
  • gebärfähige Frauen
    • müssen während der Behandlung und auch noch bis 8 Monate danach eine hochwirksame Verhütungsmethode anwenden und im Falle einer eingetretenen Schwangerschaft unverzüglich den behandelnden Arzt informieren
  • Männer im fertilen Alter
    • müssen während der Behandlung und bis 5 Monate im Anschluss an die Behandlung eine hochwirksame Verhütungsmethode anwenden
  • ausführlichere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen PLD betreffend sind der entsprechenden Herstellerinformation zu entnehmen