ZEBINIX 800 mg Tabletten

1 0 1 Carefarm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Eslicarbazepin →

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Fachinformationen

Indikation

  • Monotherapie zur Behandlung partieller epileptischer Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen mit neu diagnostizierter Epilepsie
  • Begleittherapie bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern über 6 Jahren mit partiellen epileptischen Anfällen mit oder ohne sekundärer Generalisierung

Dosierung

  • Monotherapie zur Behandlung partieller epileptischer Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen mit neu diagnostizierter Epilepsie; Begleittherapie bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern > 6 Jahren mit partiellen epileptischen Anfällen mit oder ohne sekundärer Generalisierung
    • Erwachsene
      • als Monotherapie oder begleitend zu einer bestehenden antikonvulsiven Therapie
      • initial: 400 mg Eslicarbazepinacetat / Tag
      • Dosissteigerung, nach 1 - 2 Wochen, auf 1 Tablette (800 mg Eslicarbazepinacetat) 1mal / Tag
      • weitere Dosissteigerung, optional, je nach individuellem Ansprechen, auf 1.200 mg 1mal / Tag
      • manche Patienten unter Monotherapie können von 1.600 mg 1mal / Tag profitieren
    • Kinder und Jugendliche
      • Kinder >/= 6 Jahre
        • initial: 10 mg Eslicarbazepinacetat / kg 1mal / Tag
        • Dosissteigerung, abhängig vom individuellen Ansprechen: um jeweils 10 mg / kg / Tag alle 1 oder 2 Wochen, auf max. 30 mg / kg / Tag
        • max. Tagesdosis: 1.200 mg 1mal / Tag
      • Kinder >/= 60 kg
        • Dosierung wie Erwachsene
      • Kinder < 6 Jahre
        • keine Dosierungsempfehlung (Sicherheit und Wirksamkeit bisher noch nicht erwiesen)
    • Umstellung auf eine andere Darreichungsform
      • aufgrund der für die Tabletten- und Suspensionsformulierungen vorliegenden vergleichenden Bioverfügbarkeitsdaten Umstellung von einer Darreichungsform auf die andere möglich
    • Therapieende
      • schrittweise Verringerung der Dosis empfohlen, um ein mögliches Ansteigen der Häufigkeit von Anfällen zu minimieren

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (> 65 Jahre)
    • keine Dosisanpassung erforderlich (sofern keine Nierenfunktionsstörung vorliegt)
    • zur Monotherapie mit Dosis von 1.600 mg nur sehr begrenzte Daten, daher nicht empfohlen
  • Niereninsuffizienz
    • Anwendung mit Vorsicht
    • Kreatinin-Clearance > 60 ml / Min.
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • Kreatinin-Clearance 30 - 60 ml / Min.
      • initial:
        • 200 mg Eslicarbazepinacetat (bzw. 5 mg / kg bei Kindern > 6 Jahre) 1mal / Tag oder
        • 400 mg Eslicarbazepinacetat (bzw. 10 mg / kg bei Kindern > 6 Jahre) jeden 2. Tag für 2 Wochen, anschließend 400 mg (bzw. 10 mg / kg bei Kindern > 6 Jahre) 1mal / Tag
        • weitere Dosissteigerung möglich, abhängig von individueller Reaktion
    • Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min.
      • Anwendung nicht empfohlen (aufgrund unzureichender Daten)
  • Leberinsuffizienz
    • leicht bis mäßig
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwer
      • Pharmakokinetik nicht untersucht
      • Anwendung nicht empfohlen

Kontraindikationen

Eslicarbazepin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Eslicarbazepin oder andere Carboxamid-Derivate (z.B. Carbamazepin, Oxcarbazepin)
  • atrioventrikulärer Block 2. und 3. Grades

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Eslicarbazepin - peroral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anämie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Thrombozytopenie
      • Leukozytopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Überempfindlichkeit
  • Endokrine Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schilddrüsenunterfunktion
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyponatriämie (bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern)
      • verminderter Appetit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Elektrolytungleichgewicht
      • Hypochlorämie
      • Dehydrierung
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • SyndromSyndrom der inadäquaten ADH-Sekretion mit Anzeichen und Symptomen wie
        • Lethargie
        • Übelkeit
        • Schwindel
        • Abnahme der Serum (Blut)-Osmolalität
        • Erbrechen
        • Kopfschmerzen
        • Verwirrtheitszustände und andere neurologische Anzeichen und Symptome
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schlaflosigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Psychose
      • Apathie
      • Depression
      • Nervosität
      • Erregung
      • Reizbarkeit
      • Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-Syndrom (Agitiertheit bei Kindern häufiger als bei Erwachsenen)
      • Verwirrtheitszustand
      • Stimmungsschwankungen
      • Weinen
      • psychomotorische Hemmung
      • Angst
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schwindel (bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern)
      • Schläfrigkeit (bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Ataxie (bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern)
      • Gleichgewichtsstörungen (bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern)
      • Aufmerksamkeitsstörung
      • Tremor (bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • abnorme Koordination
      • Gedächtnisstörung
      • Amnesie
      • Schlafsucht
      • Sedierung
      • Aphasie
      • Dysästhesie
      • Dystonie
      • Lethargie
      • Geruchstäuschung
      • zerebellares Syndrom
      • Konvulsion
      • periphere Neuropathie
      • Nystagmus
      • Sprachstörung
      • Dysarthrie
      • Parästhesien
      • Migräne
      • brennendes Gefühl
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Drehschwindel (bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern)
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Doppeltsehen
      • verschwommene Sicht (bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sehstörungen
      • Oszillopsie
      • binokulare Augenbeweglichkeitsstörung
      • okulare Hyperämie
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hörschwäche
      • Tinnitus
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Palpitationen
      • Bradykardie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Verlängerung des PR-Intervalls (mit Nebenwirkungen wie AV-Block, Synkope, Bradykardie)
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypertonie (einschließlich einer hypertensiven Krise)
      • Hypotonie
      • orthostatische Hypotonie
      • Flush
      • peripheres Kältegefühl
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Brustschmerzen
      • Nasenbluten
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Durchfall (bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Verstopfung
      • Dyspepsie
      • Gastritis
      • Bauchschmerzen (bei Kindern häufiger als bei Erwachsenen)
      • trockener Mund
      • Unwohlsein im Bauchbereich
      • Blähungen
      • Zahnfleischentzündung
      • Teerstuhl
      • Zahnschmerzen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Pankreatitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Lebererkrankung
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hautausschlag (bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Alopezie
      • trockene Haut
      • übermäßiges Schwitzen
      • Erythem
      • Hauterkrankung
      • Juckreiz
      • allergische Dermatitis (nur bei Kindern und Jugendlichen)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • schweren arzneimittelinduzierten Hautreaktionen (SCARSs), einschl.
        • toxische epidermale Nekrolyse
        • Stevens-Johnson-Syndrom
        • Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
      • Angioödem
      • Urtikaria
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Muskelschmerzen
      • Knochenstoffwechselstörung
      • Muskelschwäche
      • Schmerzen in den Extremitäten
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Harnwegsinfektion
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Müdigkeit
      • Störungen der Gangart (bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern)
      • Asthenie (bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Unwohlsein
      • Schüttelfrost
      • periphere Ödeme
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gewichtszunahme
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Blutdruck erniedrigt
      • Gewichtsverlust
      • Blutdruck erhöht
      • Natrium im Blut erniedrigt
      • erniedrigter Chloridspiegel im Blut
      • Osteocalcin-Anstieg
      • Hämatokrit erniedrigt
      • Hämoglobin erniedrigt
      • Transaminase erhöht
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arzneimitteltoxizität
      • Sturz
      • Brandwunden

Hinweis

  • Therapeutische Klasse betreffende Nebenwirkungen
    • bei Anwendung von Eslicarbazepinacetat während placebo-kontrollierter Studien des Epilepsieprogramms traten keine seltenen unerwünschten Wirkungen auf, wie
      • Myelosuppression
      • anaphylaktische Reaktionen
      • systemischer Lupus erythematosus
      • schwere Herzrhythmusstörungen
    • allerdings wurden sie für Oxcarbazepin beobachtet
      • daher kann ihr Auftreten auch bei einer Behandlung mit Eslicarbazepinacetat nicht ausgeschlossen werden
    • bei Patienten unter Langzeittherapie mit den strukturell verwandten Antiepileptika Carbamazepin und Oxcarbazepin gibt es Berichte von
      • verminderter Knochenmineraldichte
      • Osteopenie
      • Osteoporose
      • Frakturen
        • der Mechanismus, durch den der Knochenstoffwechsel beeinträchtigt wird, wurde nicht identifiziert

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Tabletten mit oder ohne Nahrung
  • Patienten, welche die Tabletten nicht im Ganzen schlucken können
    • Tabletten unmittelbar vor der Anwendung zerstoßen und mit Wasser oder weichen Speisen wie Apfelmus vermischen und oral geben

Stillzeithinweise

Eslicarbazepin - peroral
  • Stillen sollte während der Behandlung abgebrochen werden
    • Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden
  • nicht bekannt, ob ein Übergang von Eslicarbazepin/Metabolit in die Muttermilch erfolgt
  • tierexperimentelle Studien
    • zeigten einen Übertritt von Eslicarbazepin in die Muttermilch

Schwangerschaftshinweise

Eslicarbazepin - peroral
  • Eslicarbazepinacetat sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt nach sorgfältiger Abwägung alternativer geeigneter Behandlungsoptionen das Risiko
  • falls Frauen während der Anwendung von Eslicarbazepin schwanger werden oder eine Schwangerschaft planen, sollte die Anwendung gründlich überdacht werden
    • es sollten nur minimal wirksame Dosen angewendet werden, und zumindest während der ersten 3 Monate der Schwangerschaft ist, wenn irgend möglich, eine Monotherapie vorzuziehen
    • Patienten sollten über die Möglichkeit eines erhöhten Fehlbildungsrisikos beraten werden und auf die Möglichkeit vorgeburtlicher Untersuchungen hingewiesen werden
  • nur begrenzte Daten über die Anwendung von Eslicarbazepinacetat bei schwangeren Frauen
  • Überwachung und Prävention
    • Antiepileptika können zu einem Folsäuremangel beitragen, der fötale Fehlbildungen verursachen kann
    • Folsäuresubstitution vor und während der Schwangerschaft empfohlen
      • Wirksamkeit der Folsäuresubstitution nicht erwiesen
      • gezielte vorgeburtliche Diagnose auch solchen Frauen empfehlen, die mit Folsäure substituiert werden
  • Neugeborene
    • durch Antiepileptika verursachte Blutgerinnungsstörung beobachtet
    • präventive Maßnahme
      • Vitamin K1 während der letzten Wochen der Schwangerschaft an die Schwangere verabreichen
      • nach der Geburt Vitamin K1 dem Neugeborenen verabreichen
  • tierexperimentelle Studien
    • Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Fertilität)
  • ein Risiko für den Menschen (einschließlich schwerer angeborener Fehlbildungen, neurologischer Entwicklungsstörungen und anderer reproduktionstoxischer Wirkungen) ist nicht bekannt
  • allgemeine mit Epilepsie und anitepileptischen Arzneimitteln verbundene Risiken
    • bei Neugeborenen von Frauen mit Epilepsie Prävelenz von Missbildungen 2 - 3 mal höher als die durchschnittliche Rate von 3 % in der Gesamtbevölkerung
      • besonders häufig wird über Lippenspalten, kardiovaskuläre Missbildungen und Neuralrohrdefekte berichtet
    • antiepileptische Mehrfachtherapien können mit einem höheren Risiko für angeborene Fehlbildungen verbunden sein als Monotherapien (abhängig vom jeweiligen Antiepileptikum)
      • wenn möglich eine Monotherapie anwenden
    • Frauen im gebärfähigen Alter, die eine antiepileptische Behandlung erhalten, insbesondere Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder bereits schwanger sind
      • fachliche Beratung über die potenziellen Risken für den Fötus, welche sowohl durch Krampfanfälle als auch durch eine antiepileptische Behandlung verursacht werden
    • Notwendigkeit einer Antiepilepsiebehandlung überprüfen bei Planung einer Schwangerschaft
    • antiepileptische Therapie nicht plötzlich abbrechen, da dies zu Anfallsrezidiven ("breakthrough seizures") / Krampfanfällen führen kann, die ernsthafte Folgen sowohl für die Mutter als auch für das Kind haben können
    • bei Kindern von Müttern mit Epilepsie, die eine antiepileptische Behandlung erhalten, wurden neurologische Entwicklungsstörungen beobachtet
      • für Eslicarbazepinacetat liegen keine Daten zu diesem Risiko vor
  • Frauen im gebärfähigen Alter / Empfängnisverhütung
    • sollten während der Behandlung mit Eslicarbazepinacetat wirksam verhüten
    • Eslicarbazepin beeinträchtigt die Wirkung von oralen Kontrazeptiva
    • andere wirksame und sichere Verhütungsmethode anwenden
      • während der Therapie mit Eslicarbazepin
      • bis zum Ende des laufenden Menstruationszyklus nach der Beendigung der Behandlung
    • Beratung über die Anwendung anderer wirksamer Verhütungsmethoden
      • es sollte mind. eine wirksame Verhütungsmethode (z.B. ein Intrauterinpessar) oder zwei sich ergänzende Verhütungsmethoden einschl. einer Barrieremethode angewendet werden
      • bei der Wahl der Verhütungsmethode sollten in jedem Fall die individuellen Umstände bewertet und die Patientin in die Diskussion einbezogen werden
  • Fertilität
    • keine Daten zu den Auswirkungen von Eslicarbazepin auf die Fertilität beim Menschen vorliegend
    • tierexperimentelle Studien
      • haben nach der Behandlung mit Eslicarbazepin eine Beeinträchtigung der Fertilität gezeigt

Warnhinweise

Eslicarbazepin - peroral
  • Suizidgedanken
    • über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet
    • Metaanalyse randomisierter, placebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten
    • Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt
    • verfügbare Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der Einnahme von Eslicarbazepin nicht aus
    • Patienten sollten auf Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen Verhaltensweisen überwacht werden
      • geeignete Behandlung in Erwägung ziehen
    • Patienten und deren Betreuern sollte geraten werden, medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • Eslicarbazepin wurde in Zusammenhang gebracht mit unerwünschten Arzneimittelwirkungen auf das Zentralnervensystem, die das Auftreten von Unfallverletzungen erhöhen können, z.B.
      • Schwindel
      • Schläfrigkeit
  • Beendigung der Anwendung
    • schrittweise Verringerung der Dosis empfohlen zur Vermeidung eines Ansteigens der Anfallshäufigkeit
  • Hautreaktionen
    • Hautausschlag trat als unerwünschte Arzneimittelwirkung bei 1,2 % aller Personen auf, die in klinischen Studien an Epileptikern mit Eslicarbazepin behandelt wurden
    • Fälle mit Angioödem und Urtikaria berichtet
      • ein Angioödem kann im Kontext von Hypersensitivität/anaphylaktischen Reaktionen in Verbindung mit einem laryngealen Ödem tödlich sein
    • falls Anzeichen oder Symptome einer Überempfindlichkeit auftreten, muss Eslicarbazepin sofort abgesetzt werden und es ist eine alternative Behandlung einzuleiten
    • nach der Markteinfühung sind im Zusammenhang mit der Eslicarbazepin-Behandlung schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCARSs) berichtet worden, einschließlich
      • Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) / toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN) und
      • Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und
      • systemische Symptome (DRESS), die lebenbsbedrohlich oder tödlich sein können
    • Patienten sind zum Zeitpunkt der Verschreibung über die Anzeichen und Symptome aufzuklären und engmaschig auf Hautreaktionen zu überwachen
    • wenn Anzeichen und Symptome auftreten, die auf diese Reaktionen hindeuten, ist Eslicarbazepin sofort abzusetzen und es muss (ggf.) eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden
    • bei Patienten, bei denen diese Reaktionen aufgetreten sind, darf zu keinem Zeitpunkt erneut eine Behandlung mit Eslicarbazepin eingeleitet werden
  • HLA-B*1502-Allel - bei Han-Chinesen, Thailändern und anderen Asiaten
    • es wurde gezeigt, dass das HLA-B*1502-Allel bei Personen, die aufgrund ihrer Abstammung den Bevölkerungsgruppen der Han-Chinesen oder der Thai zuzurechnen sind, mit einem stark erhöhten Risiko für die Entwicklung der als Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) bezeichneten schweren Hautreaktion nach einer Behandlung mit Carbamazepin verbunden ist
    • da Eslicarbazepin eine ähnliche chemische Struktur hat wie Carbamazepin, könnten für HLAB*1502 positive Patienten auch ein erhöhtes Risiko für ein SJS nach Behandlung mit Eslicarbazepin haben
    • Prävalenz von HLA-B*1502-Trägern beträgt bei Han-Chinesen und Thailändern 10 %
      • diese Personen sollten möglichst vor Behandlung mit Carbamazepin oder chemisch verwandten Substanzen auf das Vorhandensein dieses Allels untersucht werden
      • fällt der Test auf das HLA-B*1502-Allel bei Patienten dieser Abstammung positiv aus, kann die Anwendung von Eslicarbazepinacetat erwogen werden, sofern der Nutzen höher eingeschätzt wird als das Risiko
    • wegen der Prävalenz dieses Allels in anderen asiatischen Populationen (z. B. > 15 % auf den Philippinen und in Malaysia) kann die Testung von Populationen mit genetisch erhöhtem Risiko auf das Vorliegen von HLA-B*1502 erwogen werden
  • HLA-A*3101-Allel - bei Populationen europäischer Abstammung und Japanern
    • Daten weisen darauf hin, dass HLA-A*3101 bei Personen europäischer Abstammung und Japanern mit einem erhöhten Risiko für Carbamazepin-induzierte kutane unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie (DRESS) oder weniger schwer akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) und makulopapulöser Hautauschlag verbunden ist
    • Häufigkeit des HLA-A*3101-Allels zeigt bei verschiedenen ethnischen Populationen große Schwankungen
      • Prävalenz beträgt in europäischen Populationen 2 - 5 % und in japanischen Populationen etwa 10 %
    • Vorliegen des HLA-A*3101-Allels kann das Risiko für Carbamazepin-induzierte Hautreaktionen (meist weniger schwer) von 5,0 % in der Allgemeinbevölkerung auf 26,0 % bei Personen europäischer Abstammung erhöhen, während das Fehlen das Risiko von 5,0 % auf 3,8 % verringern kann
    • vorliegende Daten sind nicht ausreichend, um eine Empfehlung für ein Screening auf HLA-A*3101 vor Beginn einer Behandlung mit Carbamazepin oder chemisch verwandten Substanzen auszusprechen
    • wenn bei Patienten europäischer oder japanischer Abstammung bekannt ist, dass sie für das HLA-A*3101-Allel positiv sind, kann die Anwendung von Carbamazepin oder chemisch verwandten Substanzen erwogen werden, sofern der Nutzen höher eingeschätzt wird als das Risiko
  • Hyponatriämie
    • Hyponatriämie als unerwünschte Wirkung trat bei 1,5 % der behandelten Patienten auf
    • Hyponatriämie verläuft in den meisten Fällen asymptomatisch
      • u.U. kann es jedoch zu klinischen Symptomen kommen, z.B.
        • Verschlimmerung der Anfälle
        • Verwirrtheit
        • vermindertes Bewusstsein
    • Häufigkeit einer Hyponatriämie nimmt mit zunehmender Eslicarbazepin-Dosis zu
    • Natriumwerte im Serum bestimmen (vor und während der Behandlung mit Eslicarbazepin)
      • bei Patienten, mit einer bereits existierenden Nierenerkrankung, die zu einer Hyponatriämie geführt hat
      • bei Patienten, die gleichzeitig mit Arzneimitteln behandelt werden, die zu einer Hyponatriämie führen können, z.B.
        • Diuretika
        • Desmopressin
        • Carbamazepin
    • falls klinische Anzeichen einer Hyponatriämie auftreten
      • Natriumwerte im Serum bestimmen
    • davon unabhängig sollten die Natriumwerte bei routinemäßigen Laboruntersuchungen bestimmt werden
    • falls sich eine klinisch relevante Hyponatriämie entwickelt, sollte die Therapie mit Eslicarbazepin abgesetzt werden
  • PR Intervall
    • Verlängerung des PR Intervalls wurde in klinischen Studien mit Eslicarbazepin beobachtet
      • Vorsicht ist geboten bei Patienten mit medizinischen Auffälligkeiten, z.B.
        • niedriger Thyroxinspiegel
        • abnorme Erregungsleitung im Herzen
      • Vorsicht ist geboten, wenn gleichzeitig Arzneimittel eingenommen werden, die mit einer Verlängerung des PR Intervalls in Verbindung gebracht werden
  • Nierenfunktionsstörung
    • Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von Patienten mit einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion
      • Dosis auf Basis der Kreatinin-Clearance anpassen
        • ClKr < 30 ml/min: Anwendung aufgrund unzureichender Daten nicht empfohlen
  • Leberfunktionsstörung
    • Patienten mit leichter bis mäßiger Beeinträchtigung der Leberfunktion
      • klinische Daten nur begrenzt vorhanden
      • Anwendung nur mit Vorsicht
    • Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion
      • keine pharmakokinetischen oder klinischen Daten vorhanden
      • das Arzneimittel soll nicht angewendet werden