Zeldox IM 20 mg/ml Pulver+Lsg.Mittel

Viatris Healthcare GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ziprasidon →

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N1 1 ST 40,61 €

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Fachinformationen

Indikation

  • zur schnellen Beherrschung von Erregungszuständen bei Patienten mit Schizophrenie für die Dauer von bis zu 3 aufeinander folgenden Tagen, wenn eine orale Behandlung nicht angezeigt ist
  • Hinweis:
    • sobald dies klinisch vertretbar ist, muss die Behandlung mit der Injektionslösung beendet und eine orale Ziprasidon-Therapie eingeleitet werden

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 20 mg Ziprasidon (als Mesilat); nach der Rekonstitution enthält 1 ml der Injektionslösung 20 mg Ziprasidon (als Mesilat)

  • schnelle Beherrschung von Erregungszuständen bei Schizophrenie, wenn eine orale Behandlung nicht angezeigt ist
    • empfohlene Einzeldosis: 10 mg, nach Bedarf bis zu max. 40 mg / Tag
    • 10 mg Ziprasidon können alle 2 Stunden gegeben werden
    • bei manchen Patienten auch Initialdosis von 20 mg Ziprasidon erforderlich
      • weitere Dosis von 10 mg Ziprasidon nach 4 Stunden
      • anschließend 10 mg Ziprasidon / 2 Stunden
    • tägliche Maximaldosis: 40 mg Ziprasidon
    • Behandlungsdauer:
      • 3 aufeinanderfolgende Tage (i.m. Anwendung wurde für längeren Zeittraum nicht untersucht)
      • wenn Langzeittherapie notwendig: so schnell wie möglich Umstellung auf orale Gabe (oral bis zu 80 mg Ziprasidon 2mal / Tag)
    • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • ältere Patienten > 65 Jahre
      • klinische Erfahrung begrenzt
      • i.m. Anwendung nicht empfohlen
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • i.m. Injektion mit Vorsicht anwenden
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • niedrigere Dosen in Betracht ziehen

Kontraindikationen

Ziprasidon - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Ziprasidon
  • bekannte QT-Intervall-Verlängerung
  • angeborenes QT-Syndrom
  • kürzlich vorangegangener akuter Myokardinfarkt
  • nichtkompensierte Herzinsuffizienz
  • Herzrhythmusstörungen, die mit Antiarrhythmika der Klassen IA und III behandelt werden
  • gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, wie z.B.
    • Antiarrhythmika der Klassen IA und III
    • Arsentrioxid
    • Halofantrin
    • Levomethadylacetat
    • Mesoridazin
    • Thioridazin
    • Pimozid
    • Sparfloxazin
    • Gatifloxazin
    • Moxifloxazin
    • Dolasetronmesilat
    • Mefloquin
    • Sertindol
    • Cisaprid

Nebenwirkungen

Ziprasidon - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • anaphylaktische Reaktionen
      • Überempfindlichkeit
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • verminderter Appetit
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Agitiertheit
      • Schlaflosigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Manie
      • Psychose
      • antisoziales Verhalten
      • Tic
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypomanie
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dystonie
      • extrapyramidale Störungen
      • Akathisie
      • Tremor
      • Somnolenz
      • Kopfschmerzen
      • Schwindelgefühl
      • Sedierung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Synkope
      • Frühdyskinesien
      • Parkinsonismus
      • Zahnradphänomen
      • Dysarthrie
      • Dyspraxie
      • Schwindel orthostatisch
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • malignes neuroleptisches Syndrom
      • Serotonin-Syndrom
      • Gesichtsasymetrie
      • Spätdyskinesien
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schwindel
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Tachykardie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bradykardie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Torsade de pointes
      • leichte bis mäßige Verlängerung des QT-Intervalls (dosisabhängig)
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypertonie
      • Hypotonie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • orthostatische Dysregulation
      • Hitzegefühl
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • venöse Embolie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Laryngospasmus
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erbrechen
      • Übelkeit
      • Verstopfung
      • Mundtrockenheit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Diarrhoe
      • dünner Stuhl
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Dysphagie
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hyperhidrosis
      • Ausschlag
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom)
      • Angioödeme
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Muskelrigidität
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • tonisch-klonische Krampfanfälle (beobachtet in Studien mit Ziprasidon zur Behandlung von schizophrenen Patienten und Patienten mit bipolarer Manie)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Dysurie
      • Harninkontinenz
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Enuresis
  • Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Priapismus
      • erhöhte Prolaktinspiegel (in Langzeitstudien zur Erhaltungstherapie bei schizophrenen Patienten)
        • in den meisten Fällen kam es jedoch ohne Therapieabbruch zu einer Normalisierung
        • mögliche klinische Auswirkungen (z.B. Gynäkomastie oder Vergrößerung der Brustdrüsen) waren darüber hinaus selten
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Galaktorrhoe
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Asthenie
      • Schmerzen an der Injektionsstelle
      • Brennen an der Injektionsstelle
      • Müdigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arzneimittelentzugssyndrom
      • grippeähnliche Erkrankung
      • Beschwerden an der Injektionsstelle
      • Injektionsstelle gereizt
  • Untersuchungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Blutdruck erniedrigt
      • Leberenzymerhöhung

Anwendungshinweise

  • nur zur i.m. Anwendung
    • nur wenn orale Behandlung nicht angezeigt ist
  • i.v. Verabreichung vermeiden
  • Hinweise zur Rekonstitution s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Ziprasidon - invasiv
  • Patientinnen muss geraten werden, nicht zu stillen, wenn sie Ziprasidon erhalten
    • falls Behandlung unumgänglich ist, muss abgestillt werden
  • keine geeigneten und gut kontrollierten Studien bei stillenden Frauen vorliegend
  • Einzelfallbericht zeigte, dass Ziprasidon in der Muttermilch nachweisbar war

Schwangerschaftshinweise

Ziprasidon - invasiv
  • Ziprasidon in der Schwangerschaft nur anwenden, wenn möglicher Nutzen für die Mutter größer ist als potenzielles Risiko für den Fötus
    • keine Studien bei schwangeren Frauen vorliegend
    • begrenzte Erfahrung bei Menschen
  • tierexperimentelle Studien
    • Studien mit Ziprasidon zur Reproduktionstoxizität zeigten unerwünschte Wirkungen auf die Fortpflanzung bei Dosen, die bereits für das Muttertier toxisch waren und / oder zur Sedierung führten
    • keine Hinweise auf teratogene Wirkungen
  • Antipsychotika-Klasseneffekt
    • Neugeborene, die während des 3. Trimenons der Schwangerschaft gegenüber Antipsychotika, einschließlich Ziprasidon, exponiert sind, sind durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptome und / oder Entzugserscheinungen gefährdet, deren Schwere und Dauer nach der Entbindung variieren können
    • Berichte über Agitiertheit, erhöhter oder erniedrigter Muskeltonus, Tremor, Somnolenz, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme
    • Neugeborene sorgfältig überwachen
  • Empfängnisverhütung
    • gebärfähigen Frauen, die Ziprasidon erhalten, muss geraten werden, ein geeignetes Verhütungsmittel anzuwenden
  • Fertilität
    • keine geeigneten und gut kontrollierten Studien zu Frauen und Männern mit Exposition gegenüber Ziprasidon vorliegend

Warnhinweise

Ziprasidon - invasiv
  • QT-Intervall
    • Ziprasidon verursacht dosisabhängig leichte bis mäßige Verlängerung des QT-Intervalls
    • Ziprasidon darf nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln gegeben werden, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern
    • Vorsicht bei Patienten mit ausgeprägter Bradykardie
    • Elektrolytstörungen wie Hypokaliämie und Hypomagnesiämie erhöhen das Risiko für maligne Arrhythmien und müssen vor Behandlungsbeginn mit Ziprasidon korrigiert werden
    • bei Patienten mit stabilen Herzerkrankungen vor Behandlungsbeginn EKG-Kontrolle in Erwägung ziehen
    • wenn kardiale Symptome wie Palpitationen, Schwindel, Synkopen oder Krampfanfälle auftreten, ist an Möglichkeit maligner Herzrhythmusstörungen zu denken und eine kardiale Untersuchung einschließlich EKG durchzuführen
      • beträgt Länge des QTc-Intervalls über 500 Millisekunden, wird Abbruch der Behandlung empfohlen
    • nach Markteinführung gab es seltene Berichte über das Auftreten von Torsade de pointes bei Patienten mit multiplen Risikofaktoren, die Ziprasidon einnahmen
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Sicherheit und Wirksamkeit einer intramuskulären Injektion von Ziprasidon bei Kindern und Jugendlichen nicht erwiesen
  • ältere Patienten (> 65 Jahre)
    • ältere Patienten wurden nicht in ausreichender Zahl in die klinischen Studien eingeschlossen
      • keine Empfehlungen bezüglich der Dosierung
      • intramuskuläre Behandlung kann nicht empfohlen werden
  • Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS)
    • MNS ist ein seltener, aber potenziell lebensbedrohlicher Symptomkomplex, der im Zusammenhang mit Neuroleptika, einschließlich Ziprasidon, beobachtet wurde
    • Behandlung des MNS muss ein sofortiges Absetzen aller Neuroleptika beinhalten
  • schwere Nebenwirkungen der Haut
    • Berichte über Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom) bei Einnahme von Ziprasidon
      • DRESS: Kombination von drei oder mehreren der folgenden Symptome: Hautnebenwirkung (wie Hautausschlag oder exfoliative Dermatitis), Eosinophilie, Fieber, Lymphadenopathie und eine oder mehrere systemische Komplikationen wie Hepatitis, Nephritis, Pneumonitis, Myokarditits und Perikarditits
    • Berichte über andere schwere Hautreaktionen, wie Stevens-Johnson-Syndrom
    • schwere Hautreaktionen verlaufen manchmal tödlich
      • Ziprasidon muss abgesetzt werden, wenn schwere Nebenwirkungen der Haut auftreten
  • kardiovaskuläre Erkrankungen
    • Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen wurden nicht in ausreichender Zahl in die klinischen Studien eingeschlossen
      • sichere Anwendung der intramuskulären Darreichungsform somit nicht nachgewiesen
  • Blutdruck
    • Schwindelgefühl, Tachykardie und orthostatische Dysregulation nicht ungewöhnlich bei Patienten nach i.m. Anwendung von Ziprasidon
    • Einzelfälle von erhöhtem Blutdruck ebenfalls berichtet
    • Vorsicht, besonders bei ambulanten Patienten
  • tardive Dyskinesie
    • Möglichkeit besteht, dass Ziprasidon nach Langzeitbehandlung Spätdyskinesien oder andere tardive extrapyramidale Syndrome auslöst
    • bei Anzeichen einer Spätdyskinesie, muss Dosisreduktion oder Absetzen von Ziprasidon in Erwägung gezogen werden
  • Stürze
    • Ziprasidon kann Somnolenz, Schwindel, orthostatische Hypotonie und Gangstörung verursachen, welche zu Stürzen führen können
    • Patienten mit höherem Risiko müssen mit Vorsicht behandelt werden und eine geringere Initialdosis ist in Betracht zu ziehen (z.B. ältere oder geschwächte Patienten)
  • Krampfanfälle
    • Vorsicht bei Behandlung von Patienten mit Krampfanfällen in der Vorgeschichte
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • keine ausreichenden Erfahrungen vorliegend
    • Anwendung mit Vorsicht
  • erhöhtes Risiko für das Auftreten von unerwünschten zerebrovaskulären Ereignissen bei Demenzpatienten
    • in randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien mit an Demenz erkrankten Patienten, die mit einigen atypischen Antipsychotika behandelt wurden, wurde ein etwa um das Dreifache erhöhtes Risiko für unerwünschte zerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet
      • Mechanismus hierfür ist nicht bekannt
    • erhöhtes Risiko für andere Neuroleptika oder andere Patientengruppen nicht ausgeschlossen
      • Vorsicht bei Patienten mit Risikofaktoren hinsichtlich eines Schlaganfalls
  • erhöhte Mortalität bei älteren Personen mit Demenz
    • Ziprasidon ist nicht zur Behandlung von Demenz-assoziierten Verhaltensstörungen zugelassen
    • Daten zweier großer Anwendungsstudien zeigen, dass ältere Personen mit Demenz, die mit Antipsychotika behandelt werden, ein leicht erhöhtes Mortalitätsrisiko im Vergleich zu unbehandelten Personen aufweisen
    • Daten zur Abschätzung des Risikopotenzials jedoch nicht ausreichend
    • Ursache für erhöhtes Risiko nicht bekannt
  • Thromboembolie-Risiko
    • Berichte über Fälle von venösen Thromboembolien (VTE)
    • vor und während Behandlung mit Ziprasidon alle möglichen Risikofaktoren für VTE identifizieren und Präventivmaßnahman ergreifen, da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren aufweisen
  • Priapismus
    • Berichte über Fälle von Priapismus
    • Nebenwirkung vermutlich dosisunabhängig und steht nicht im Zusammenhang mit der Behandlungsdauer
  • Sterblichkeitsberichte nach Markteinführung
    • Wie bei anderen intramuskulär verabreichten Antipsychotika auch bei der intramuskulären Anwendung von Ziprasidon Todesfälle berichtet, hauptsächlich bei Patienten mit mehreren Risikofaktoren
    • obwohl bisher kein Kausalzusammenhang belegt ist, Ziprasidon intramuskulär mit Vorsicht anzuwenden