ZERBAXA 1g/0.5g Pulver f.e.Konz.z.Herst.e.Inf.

MSD Sharp & Dohme GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ceftolozan/Tazobactam →

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung der folgenden Infektionen bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten
    • komplizierte intraabdominelle Infektionen
    • akute Pyelonephritis
    • komplizierte Harnwegsinfektionen
  • Behandlung der folgenden Infektionen bei Erwachsenen (>/= 18 Jahre)
    • im Krankenhaus erworbene Pneumonie (hospital-acquired pneumonia, HAP), einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie (ventilator-associated pneumonia, VAP
  • Hinweis
    • offizielle Leitlinien für den angemessenen Gebrauch von Antibiotika beachten

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält Ceftolozansulfat (entsprechend 1 g Ceftolozan) und Tazobactam-Natrium (entsprechend 0,5 g Tazobactam); nach Rekonstitution mit 10 ml Verdünnungsmittel betragen die Konzentrationen 88 mg/ml Ceftolozan und 44 mg/ml Tazobactam

  • Infektionen
    • Tabelle 1: I.v. Dosis je nach Art der Infektion bei erwachsenen Patienten mit Kreatinin-Clearance > 50 ml/min
      • komplizierte intraabdominelle Infektion
        • 1 g Ceftolozan / 0,5 g Tazobactam
        • Anwendungshäufigkeit: alle 8 Stunden
        • Infusionsdauer: 1 Stunde
        • Behandlungsdauer: 4 - 14 Tage
        • bei Vedacht auf Infektion mit anaeroben Krankheitserregern, Anwendung in Kombination mit Metronidazol
      • komplizierte Harnwegsinfektion, akute Pyelonephritis
        • 1 g Ceftolozan / 0,5 g Tazobactam
        • Anwendungshäufigkeit: alle 8 Stunden
        • Infusionsdauer: 1 Stunde
        • Behandlungsdauer: 7 Tage
      • im Krankenhaus erworbene Pneumonie, einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie
        • 2 g Ceftolozan / 1 g Tazobactam
        • Anwendungshäufigkeit: alle 8 Stunden
        • Infusionsdauer: 1 Stunde
        • Behandlungsdauer: 8 - 14 Tage
        • in Kombination mit Antibiotika gegen Gram-positive Krankheitserreger, wenn bestätigt oder vermutet wird, dass diese am Infektionsprozess beteiligt sind
    • Tabelle 2: intravenöse Dosis je nach Art der Infektion bei pädiatrischen Patienten [ab Geburt (definiert als Gestationsalter > 32 Wochen und >/= 7 Tage nach der Geburt) bis unter 18 Jahren] mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) > 50 ml / min / 1,73 m2
      • komplizierte intraabdominelle Infektion
        • 20 mg / kg Ceftolozan / 10 mg / kg Tazobactam
        • bis zu einer Höchstdosis von 1 g Ceftolozan / 0,5 g Tazobactam
        • bei Kindern mit einem Körpergewicht > 50 kg sollte die Höchstdosis von 1 g Ceftolozan/0,5 g Tazobactam nicht überschritten werden
        • Anwendungshäufigkeit: alle 8 Stunden
        • Infusionsdauer: 1 Stunde
        • Behandlungsdauer
          • 5 - 14 Tage
          • die gesamte angegebene Behandlungsdauer kann die intravenöse Gabe diese Arzneimittels, gefolgt von einer geeigneten oralen Therapie, umfassen
        • bei Vedacht auf Infektion mit anaeroben Krankheitserregern, Anwendung in Kombination mit Metronidazol
      • komplizierte Harnwegsinfektion, akute Pyelonephritis
        • 20 mg / kg Ceftolozan / 10 mg / kg Tazobactam
        • bis zu einer Höchstdosis von 1 g Ceftolozan / 0,5 g Tazobactam
        • bei Kindern mit einem Körpergewicht > 50 kg sollte die Höchstdosis von 1 g Ceftolozan / 0,5 g Tazobactam nicht überschritten werden
        • Anwendungshäufigkeit: alle 8 Stunden
        • Infusionsdauer: 1 Stunde
        • Behandlungsdauer
          • 7 - 14 Tage
          • die gesamte angegebene Behandlungsdauer kann die intravenöse Gabe diese Arzneimittels, gefolgt von einer geeigneten oralen Therapie, umfassen
      • geschätzte glomeruläre Filtrationsrate eGFR unter Verwendung der Bedside-Schwartz-Gleichung

Dosisanpassung

  • ältere Personen (>/= 65 Jahre)
    • auf Grund des Lebensalters allein keine Dosisanpassung erforderlich
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • leicht eingeschränkte Nierenfunktion (geschätzte Kreatinin-Clearance [creatinine clearance, CrCL] > 50 ml/min)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
      • mäßig - stark eingeschränkte Nierenfunktion / hämodialysepflichtige Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz
        • Erwachsene
          • i.v. Dosis von Ceftolozan/Tazobactam bei erwachsenen Patienten mit einer Kreatinin-Clearance </= 50 ml/min (Tabelle 3)
            • Komplizierte intraabdominelle Infektionen, komplizierte Harnwegsinfektionen und akute Pyelonephritis
              • Infusionsdauer für alle i.v. angewendeten Dosen beträgt 1 Stunde
                • Empfehlungen gelten für alle Indikationen
                • Dauer der Behandlung sollte sich nach Empfehlungen für Patienten mit Kreatinin-Clearance > 50 ml/min richten
              • nach der Cockcroft-Gault-Formel geschätzte CrCL (ml/min): 30 - 50
                • 500 mg Ceftolozan / 250 mg Tazobactam i.v. / 8 Stunden
              • nach der Cockcroft-Gault-Formel geschätzte CrCL (ml/min): 15 - 29
                • 250 mg Ceftolozan / 125 mg Tazobactam i.v. / 8 Stunden
              • nach der Cockcroft-Gault-Formel geschätzte CrCL (ml/min): Hämodialysepflichtige terminale Niereninsuffizienz
                • einmalige Initialdosis von 500 mg Ceftolozan / 250 mg Tazobactam
                • gefolgt nach 8 Stunden von einer Erhaltungsdosis von 100 mg Ceftolozan / 50 mg Tazobactam, die während der weiteren Behandlung alle 8 Stunden gegeben wird
                • an Hämodialyse-Tagen sollte Dosis so früh wie möglich nach Abschluss der Hämodialyse gegeben werden
            • Im Krankenhaus erworbene Pneumonie, einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie
              • Infusionsdauer für alle i.v. angewendeten Dosen beträgt 1 Stunde
                • Empfehlungen gelten für alle Indikationen
                • Dauer der Behandlung sollte sich nach Empfehlungen für Patienten mit Kreatinin-Clearance > 50 ml/min richten
              • nach der Cockcroft-Gault-Formel geschätzte CrCL (ml/min): 30 - 50
                • 1 g Ceftolozan / 0,5 g Tazobactam i.v / 8 Stunden
              • nach der Cockcroft-Gault-Formel geschätzte CrCL (ml/min): 15 - 29
                • 500 mg Ceftolozan / 250 mg Tazobactam i.v. / 8 Stunden
              • nach der Cockcroft-Gault-Formel geschätzte CrCL (ml/min): Hämodialysepflichtige terminale Niereninsuffizienz
                • einmalige Initialdosis von 1,5 g Ceftolozan / 0,75 g Tazobactam
                • gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 300 mg Ceftolozan / 150 mg Tazobactam nach 8 Stunden, die während der weiteren Behandlung alle 8 Stunden gegeben wird
                • an den HämodialyseTagen sollte die Dosis so früh wie möglich nach Abschluss der Hämodialyse gegeben werden
        • Pädiatrische Patienten
          • keine ausreichenden Informationen um ein Dosierungsschema für pädiatrische Patienten mit mäßig bis stark eingeschränkter Nierenfunktion (eGFR </ 50 ml/min/1,73 m2 ) oder einer terminalen Niereninsuffizienz zu empfehlen
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
    • Sicherheit und Wirksamkeit bisher noch nicht für die Behandlung einer im Krankenhaus erworbenen Pneumonie (HAP), einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie (VAP), erwiesen

Kontraindikationen

Ceftolozan und Beta-Lactamase-Inhibitoren - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Ceftolozan oder Tazobactam
  • Überempfindlichkeit gegen andere Cephalosporin-Antibiotika
  • schwere Überempfindlichkeit (z. B. anaphylaktische Reaktion, schwere Hautreaktion) gegen andere Beta-Laktam-Antibiotika (z. B. Penicilline oder Carbapeneme)

Nebenwirkungen

Ceftolozan und Beta-Lactamase-Inhibitoren - invasiv

spezifische Nebenwirkungen für die Indikationen komplizierte intraabdominelle Infektionen, akute Pyelonephritis und komplizierte Harnwegsinfektionen unter der Behandlung mit Ceftolozan und Tazobactam (1 g/0,5 g intravenös alle 8 Stunden) bei einer Behandlungsdauer bis zu 14 Tagen

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Candidiasis einschl. oropharyngealer und vulvovaginaler Candidiasis
      • Kolitis durch Clostridioides difficile
      • Pilzinfektionen des Harntraktes
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Thrombozytose
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anämie
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypokaliämie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hyperglykämie
      • Hypomagnesiäme
      • Hypophosphatämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schlaflosigkeit
      • Angst
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Schwindelgefühl
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • ischämischer Schlaganfall
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Vorhofflimmern
      • Tachykardie
      • Angina pectoris
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Phlebitis
      • Venenthrombose
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraumes und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dyspnoe
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • Verstopfung
      • Bauchschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Gastritis
      • aufgetriebenes Abdomen
      • Dyspepsie
      • Flatulenz
      • paralytischer Ileus
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ausschlag
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Urtikaria
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Nierenfunktionsstörung
      • Nierenversagen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Fieber
      • Reaktionen an der Infusionsstelle
  • Untersuchungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • gamma-Glutamyltranspeptidase (GGT) im Serum erhöht
      • alkalische Phosphatase im Serum erhöht

spezifische Nebenwirkungen für die Indikationen im Krankenhaus erworbene Pneumonie, einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie, unter der Behandlung mit Ceftolozan und Tazobactam (2 g/1 g intravenös alle 8 Stunden) bei einer Behandlungsdauer bis zu 14 Tagen

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kolitis durch Clostridioides difficile
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Clostridioides difficile-Infektion
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Transaminasen erhöht
      • Leberfunktionstest abnormal
      • alkalische Phosphatase im Blut erhöht
      • gamma-Glutamyltransferase erhöht
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Clostridioides Test positiv

Nebenwirkungen zutreffend für alle Indikationen: komplizierte intraabdominelle Infektionen, akute Pyelonephritis, komplizierte Harnwegsinfektionen und im Krankenhaus erworbene Pneumonie, einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie

  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhö
      • Erbrechen
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Alaninaminotransferase erhöht
      • Aspartataminotransferase erhöht
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • positiver Coombs-Test

zusätzliche Nebenwirkungen in der pädiatrischen Population

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Neutropenie
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • gesteigerter Appetit
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dysgeusie

Anwendungshinweise

  • i.v. Anwendung
  • Infusionsdauer für alle Dosen: 1 Stunde
  • Vorsichtsmaßnahmen vor der Handhabung bzw. Anwendung des Arzneimittels s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Ceftolozan und Beta-Lactamase-Inhibitoren - invasiv
  • Entscheidung treffen ob das Stillen zu unterbrechen ist oder die Behandlung zu unterbrechen ist, bzw. ob auf die Behandlung verzichtet werden soll
    • dabei sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen
  • nicht bekannt, ob Ceftolozan und Tazobactam in die Muttermilch übergehen
  • Risiko für Neugeborene/Kleinkinder kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Ceftolozan und Beta-Lactamase-Inhibitoren - invasiv
  • das Arzneimittel sollte während der Schwangerschaft nur dann angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken für die schwangere Frau und den Fetus übersteigt
  • keine Daten bezüglich der Anwendung von Ceftolozan/Tazobactam bei Schwangeren vorliegend
  • Tazobactam
    • plazentagängig
    • tierexperimentelle Studien
      • Reproduktionstoxizität gezeigt, jedoch ohne Anhaltspunkte für teratogene Wirkungen
  • Ceftolozan
    • über Plazentagängigkeit bisher nichts bekannt
    • tierexperimentelle Studien
      • kein Hinweis auf Reproduktionstoxizität oder auf eine Teratogenität bei Studien an Mäusen und Ratten
      • die Anwendung bei Ratten während der Trächtigkeit und des Säugens war mit einer Abnahme der akustischen Schreckreaktion bei den männlichen Nachkommen am 60. Tag nach der Geburt verbunden
  • Fertilität
    • Auswirkungen von Ceftolozan und Tazobactam auf die Fruchtbarkeit beim Menschen nicht untersucht
    • in Fertilitätsstudien an Ratten
      • keine Wirkung auf Fertilität und das Paarungsverhalten beobachtet nach
        • intraperitonealer Gabe von Tazobactam
        • intravenöser Gabe von Ceftolozan

Warnhinweise

Ceftolozan und Beta-Lactamase-Inhibitoren - invasiv
  • die offiziellen Leitlinien für den angemessenen Gebrauch von Antibiotika sind zu beachten
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • schwerwiegende und gelegentlich auch tödlich verlaufende Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen) sind möglich
      • bei Auftreten einer schweren allergischen Reaktion während der Behandlung mit Ceftolozan / Tazobactam, Arzneimittel absetzen und geeignete Maßnahmen einleiten
    • Patienten mit anamnestisch bekannter Überempfindlichkeit gegen Cephalosporine, Penicilline oder gegen andere Beta-Laktam-Antibiotika können auch gegen Ceftolozan / Tazobactam überempfindlich sein
      • Ceftolozan/Tazobactam ist kontraindiziert bei Patienten mit
        • bekannter früherer Überempfindlichkeit gegen Ceftolozan, Tazobactam oder Cephalosporine
        • schwerer Überempfindlichkeit (z. B. anaphylaktische Reaktion, schwere Hautreaktion) gegen andere Beta-Laktam-Antibiotika (z. B. Penicilline oder Carbapeneme)
      • mit Vorsicht anwenden bei Patienten mit allen sonstigen bekannten früheren Überempfindlichkeitsreaktionen auf Penicilline oder auf andere Beta-Laktam-Antibiotika
  • Nierenfunktion
    • Wirkung auf die Nierenfunktion
      • Verschlechterung der Nierenfunktion beobachtet bei erwachsenen Patienten, die Ceftolozan/Tazobactam erhielten
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • die Ceftolozan/Tazobactam-Dosis sollte der Nierenfunktion entsprechend angepasst werden
      • Wirksamkeit von Ceftolozan/Tazobactam in klinischen Studien zu komplizierten intraabdominellen Infektionen und kompliziertenHarnwegsinfektionen einschließlich Pyelonephritis bei erwachsenen Patienten mit mäßig eingeschränkter Nierenfunktion geringer als bei denen, die zu Studienbeginn eine normale oder leicht eingeschränkte Nierenfunktion aufwiesen
        • Patienten mit einer Nierenfunktionseinschränkung zu Behandlungsbeginn
          • während der Behandlung häufig auf jegliche Veränderung der Nierenfunktion überwachen
          • falls notwendig, die Dosis von Ceftolozan/Tazobactam anpassen
  • Grenzen der klinischen Daten
    • von den klinischen Studien ausgeschlossen waren
      • immunsupprimierte Patienten
      • Patienten mit schwerer Neutropenie
      • dialysepflichtige Patienten mit einer Nierenerkrankung im Endstadium
    • komplizierte intraabdominelle Infektionen
      • in einer Studie mit erwachsenen Patienten mit komplizierten intraabdominellen Infektionen waren Appendixperforation oder perityphlitischer Abszeß die häufigste Diagnose, die bei 420/970 (43,3 %) der Patienten auftrat
      • 137/420 (32,6 %) dieser Patienten litten zu Studienbeginn an diffuser Peritonitis
      • ungefähr 82 % aller Patienten hatten zu Studienbeginn einen APACHE-II-Score von < 10 (Acute Physiology and Chronic Health Evaluation II) und 2,3 % der Patienten hatten eine Bakteriämie
      • für die klinisch evaluierbaren Patienten (clinically evaluable, CE) betrugen die klinischen Heilungsraten unter Ceftolozan/Tazobactam bei den 293 Patienten unter 65 Jahren 95,9 % und bei den 82 Patienten ab 65 Jahren 87,8 %
    • komplizierte Harnwegsinfektionen
      • klinische Daten zur Wirksamkeit bei erwachsenen Patienten mit komplizierten unteren Harnwegsinfektionen sind begrenzt
        • in randomisierter klinischen Studie mit aktiver Kontrolle
          • 18,2% (126 von 693) der mikrobiologisch evaluierbaren (ME) Patienten hatten komplizierte untere Harnwegsinfektionen
            • darunter waren 60 von 126 Patienten, die mit Ceftolozan / Tazobactam behandelt wurden
              • einer dieser 60 Patienten hatte zu Studienbeginn eine Bakteriämie
  • Clostridioides difficile-assoziierte Diarrhö
    • Berichte über das Auftreten einer Antibiotika-assoziierten Kolitis und pseudomembranösen Kolitis in Verbindung mit Ceftolozan/Tazobactam
    • Infektionen können Schweregrad von leicht bis lebensbedrohlich erreichen
    • wichtig Diagnose in Betracht ziehen, wenn bei Patienten während oder nach der Anwendung von Ceftolozan / Tazobactam eine Diarrhö auftritt
      • in solchen Fällen sollte das Absetzen der Therapie mit Ceftolozan/Tazobactam und die Anwendung unterstützender Maßnahmen sowie einer spezifischen Behandlung gegen Clostridioides difficile erwogen werden
  • nichtempfindliche Mikroorganismen
    • Anwendung von Ceftolozan/Tazobactam kann übermäßiges Wachstum von nicht empfindlichen Mikroorganismen fördern
    • tritt während oder nach der Therapie eine Superinfektion auf
      • geeignete Maßnahmen ergreifen
    • Ceftolozan/Tazobactam ist nicht wirksam gegen Bakterien, die Beta-Laktamase-Enzyme bilden, welche sowohl Ceftolozan abbauen können als auch nicht durch den Tazobactam-Bestandteil gehemmt werden
  • direkte Antiglobulintest(Coombs-Test)-Serokonversion und potenzielles Risiko einer hämolytischen Anämie
    • während der Behandlung kann es zu einem positiven direkten Antiglobulintest (direct antiglobulin test, DAGT) kommen
    • in klinischen Studien gab es bei Patienten mit einem positiven DAGT keine Hinweise auf eine Hämolyse auf Grund der Behandlung