ZOVIRAX

GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG
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Wirkstoff: Aciclovir →

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Fachinformationen

Indikation

  • Herpes-simplex-, insbesondere Herpes-genitalis-Infektionen der Haut und der Schleimhäute
    • primärer sowie häufig rezidivierender Herpes genitalis
    • nicht jedoch bei Herpes-simplex-Infektionen bei Neugeborenen sowie schweren HSV-Erkrankungen bei immunsupprimierten Kindern
  • Prophylaxeversuch bei Erwachsenen mit sehr schweren Verlaufsformen sehr häufig rezidivierender genitaler Herpes-simplex-Infektionen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Messlöffel (5ml) Suspension zum Einnehmen enthält 200 mg Aciclovir

  • Behandlung von Herpes-simplex-Infektionen bei Erwachsenen
    • Einnahme so früh wie möglich nach Auftreten der ersten Anzeichen einer Erkrankung (z. B. Juckreiz, Spannungsgefühl, erste Bläschen)
      • Immunkompetente Erwachsene
        • 1 Messlöffel (200 mg Aciclovir) 5mal / Tag im Abstand von 4 h
        • tägl. Gesamtdosis: 1000 mg Aciclovir
        • Behandlung von rezidivierenden HSV-Infektionen über Zeitraum von 5 Tagen
        • bei schweren Erstinfektionen: Behandlung ggf. ausdehnen
      • Immungeschwächte Erwachsene
        • stark immunsupprimierten Patienten oder Patienten mit gestörter enteraler Resorption
          • i. v. Infusion in Erwägung ziehen
  • Prophylaxe von schweren Verlaufsformen und sehr häufig rezidivierenden genitalen Herpes-simplex-Erkrankungen bei Erwachsenen
    • Immunkompetente Erwachsene
      • 1 Messlöffel (200 mg Aciclovir) 4mal / Tag in Abständen von 6 h
      • alternativ 2 Messlöffel (400 mg Aciclovir) 2mal / Tag im Abstand von 12 h
      • in Einzelfällen 3mal / Tag 1 Messlöffel in Abständen von 8 h oder 2mal / Tag1 Messlöffel im Abstand von 12 h
      • zur Vorbeugung von Herpes-simplex-Erkrankungen bei immunologisch gesunden Patienten ist Dauer der Behandlung abhängig von Schwere der Verlaufsformen und Häufigkeit der Rezidive
        • Behandlung sollte nach 6 - 12 Monaten erneut beurteilt werden
      • Vorbeugung von Herpes-simplex-Erkrankungen bei immunologisch gesunden Patienten
        • Dauer der Behandlung abhängig von Schwere der Verlaufsformen und Häufigkeit der Rezidive
        • Behandlung sollte nach 6 - 12 Monaten erneut beurteilt werden
      • Kommt es trotz der 800 mg täglichen Gesamtdosis zum Erkrankungsrezidiv
        • 5mal / Tag 200 mg Aciclovir (1 Messlöffel) tagsüber in Abständen von 4 h über 5 Tage zu verabreichen
        • danach wird erneut die oben genannte Dosierung gegeben
    • Immungeschwächte Erwachsene
      • zur Vorbeugung
        • eine Einzeldosis von 200 mg Aciclovir (ein Messlöffel) 4mal / Tag in Abständen von 6 h (tägliche Gesamtdosis: 800 mg)
      • stark immunsupprimierte Patienten, z. B. nach Organtransplantationen
        • Einzeldosis von 400 mg Aciclovir (zwei Messlöffel) 4mal / Tag in Abständen von 6 h einnehmen (tägliche Gesamtdosis 1600 mg)
        • alternativ auch - insbesondere bei Patienten mit gestörter enteraler Resorption - Aciclovir i.v.
        • Anwendungsdauer
          • von Schwere der Immunsuppression und von Dauer des Erkrankungsrisikos bestimmt

Dosisanpassung

  • Kinder > 2 Jahre
    • Herpes-simplex-Infektionen
      • gemäß Erwachsenendosierung
  • Kinder < 2 Jahre
    • Herpes-simplex-Infektionen
      • Hälfte der Erwachsenendosierung
  • Behandlung bei Neugeborenen
    • Anwendung von Aciclovir als i.v. Infusion empfohlen
  • Niereninsuffizienz
    • bei Anwendung mit eingeschränkter Nierenfunktion ist Vorsicht geboten
    • auf angemessene Flüssigkeitszufuhr achten
      • empfohlene Dosis für Behandlung und für Prophylaxe
        • führt bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen nicht zu Aciclovir- Konzentrationen im Plasma, die über jene hinausgehen, die sich bei i. v. Infusionen von Aciclovir als sicher erwiesen haben
      • schweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance < 10 ml/ min)
        • Dosisanpassung auf 2mal / Tag 200 mg Aciclovir (ein Messlöffel) im Abstand von 12 h empfohlen
          • Behandlung einer HSV-Erkrankung
            • immunkompetente Erwachsene mit Kreatinin- Clearance (ml / min)
              • >/= 10: 200 mg 5mal / Tag (alle 4 h)
              • < 10: 200 mg 2mal / Tag (alle 12 h)
            • stark immungeschwächte Erwachsene mit Kreatinin- Clearance (ml / min)
              • > / = 10: Anwendung zur i.v. Infusion ist in Erwägung zu ziehen
              • < 10: Anwendung zur i.v. Infusion in Erwägung ziehen
          • Prophylaxe einer HSV-Erkrankung
            • immunkompetente Erwachsene mit Kreatinin- Clearance (ml / min)
              • > / = 10: 4mal / Tag 200 mg (alle 6 h) oder 2mal / Tag 400 mg (alle 12 h)
              • < 10: 2mal / Tag 200 mg (alle 12 h)
            • immungeschwächte Erwachsene
              • > / = 10: 4mal / Tag 200 mg (alle 6 h)
              • < 10: 2mal / Tag 200 mg (alle 12 h)
            • stark immungeschwächte Erwachsene
              • > / = 10: 4mal / Tag 400 mg (alle 6 h)
              • < 10: 2mal / Tag 200 mg (alle 12 h)
  • Leberinsuffizienz
    • Dosisanpassung nicht erforderlich
  • ältere Patienten
    • Anpassung gemäß der Nierenfunktion
    • bei Einnahme hoher Dosen auf angemessene Flüssigkeitszufuhr achten

Kontraindikationen

Aciclovir - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Aciclovir
  • Überempfindlichkeit gegen Valaciclovir

Therapiehinweise

Einnahme nach dem Essen.

Nebenwirkungen

Aciclovir - peroral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • anaphylaktische Reaktionen
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Thrombozytopenie
      • Leukopenie
      • Anämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • Hinweis
      • diese Nebenwirkungen waren im Allgemeinen reversibel; überwiegend bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder mit anderen prädisponierenden beobachtet
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Symptome von Psychosen
      • Halluzinationen
      • Agitation
      • Verwirrtheitszustände
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • Hinweis
      • diese Nebenwirkungen waren im Allgemeinen reversibel; überwiegend bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder mit anderen prädisponierenden beobachtet
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • allgemeine körperliche Unruhe
      • Tremor
      • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma
      • Enzephalopathie
      • Krampfanfälle
      • Ataxie
      • Dysarthrie
      • Schläfrigkeit
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Dyspnoe
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erbrechen
      • Durchfall
      • Abdominalschmerzen
      • Übelkeit
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • vorübergehende Bilirubin- und Leberenzym-Anstiege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hepatitis
      • Gelbsucht
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Juckreiz
      • Hautausschlag (einschließlich Photosensibilitätsreaktionen)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Urtikaria
      • vermehrter diffuser Haarausfall
        • da vermehrter diffuser Haarausfall einer großen Vielzahl von Krankheitsverläufen und Arzneimitteln zugeordnet wird, ist der Zusammenhang mit der Einnahme von Aciclovir-haltigen Arzneimitteln unklar
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • angioneurotisches Ödem (Quincke-Ödem)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Serumharnstoff- und Kreatinin-Anstiege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • akutes Nierenversagen
      • Nierenschmerzen (können mit Nierenversagen in Zusammenhang stehen)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Fieber
      • Erschöpfung

Anwendungshinweise

  • Einnahme möglichst nach den Mahlzeiten
  • Einnahme frühestmöglich nach Auftreten der ersten Anzeichen einer Infektion
    • insbesondere bei rezidivierenden Herpes-simplex-Infektionen Anwendung bei ersten Anzeichen einer erneuten Erkrankung (Juckreiz, Spannungsgefühl, erste Bläschen)
  • bei eingeschränkter Nierenfunktion auf angemessene Flüssigkeitszufuhr achten
  • vor Gebrauch schütteln

Stillzeithinweise

Aciclovir - peroral
  • während der Behandlung mit Aciclovir soll nicht gestillt werden
    • ist eine systemische Behandlung der Mutter wegen einer schweren Infektion erforderlich, sollte das Stillen aufgrund des Infektionsrisikos beendet werden
    • andernfalls sollte eine lokale Behandlung erfolgen, um das Stillen weiter zu ermöglichen
    • Vorsicht bei der Behandlung von stillenden Müttern
  • Übergang in die Muttermilch
    • nach oraler Verabreichung von 200 mg Aciclovir 5mal / Tag in der Muttermilch Aciclovir-Konzentrationen, die dem 0,6- bis 4,1-fachen der jeweiligen Aciclovir-Plasmaspiegel entsprachen, gefunden
      • Säugling wäre demnach Aciclovir-Konzentrationen bis zu 0,3 mg / kg KG / Tag ausgesetzt

Schwangerschaftshinweise

Aciclovir - peroral
  • Anwendung von Aciclovir in der Schwangerschaft sollte nur dann erfolgen, wenn der potenzielle Nutzen die möglichen Risiken überwiegt
    • Vorsicht bei der Anwendung in der Schwangerschaft
  • Daten über eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren lassen nicht auf Nebenwirkungen von Aciclovir auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fetus/Neugeborenen schließen
    • bisher keine anderen einschlägigen epidemiologischen Daten verfügbar
  • Register
    • nach Markteinführung wurde der Ausgang von Schwangerschaften unter der Behandlung mit allen Formen von Aciclovir in einem Schwangerschaftsregister dokumentiert
    • Befunde aus dem Register lassen keine erhöhte Zahl an Fehlbildungen bei mit Aciclovir behandelten Patienten im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung erkennen
      • erfasste Fehlbildungen zeigten weder einzigartige noch konstante Muster, die auf einen Zusammenhang hindeuten könnten
  • tierexperimentelle Studien
    • in Studien nach international akzeptiertem Standard führte eine systemische Exposition mit Aciclovir nicht zu embryotoxischen oder teratogenen Wirkungen an Kaninchen, Ratten oder Mäusen
    • in einer nicht dem Standard entsprechenden Untersuchung an Ratten wurden fötale Anomalien gefunden, jedoch erst bei derart hohen subkutanen Dosen, die zu maternaler Toxizität führte
    • klinische Relevanz dieser Befunde ist unklar
  • Fertilität
    • keine Informationen über einen Einfluss auf die weibliche Fertilität nach oraler oder intravenöser Anwendung von Aciclovir beim Menschen
    • Studie an 20 männlichen Patienten mit normaler Spermienzahl, die Aciclovir oral in Dosen bis zu 1 g pro Tag über bis zu 6 Monate einnahmen:
      • keine klinisch signifikanten Auswirkungen auf die Zahl, Motilität oder Morphologie der Spermien gefunden

Warnhinweise

Aciclovir - peroral
  • Behandlungsbeginn
    • um einen bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen, sollte Aciclovir so früh wie möglich verabreicht werden, d. h. möglichst nach dem Auftreten der ersten Hauterscheinungen
    • insbesondere bei rezidivierenden Herpessimplex-Infektionen sollte mit der Einnahme von Aciclovir bereits bei ersten Anzeichen einer erneuten Erkrankung (z.B. Juckreiz, Spannungsgefühl, erste Bläschen) begonnen werden
  • Hydratationsstatus
    • bei Patienten, die oral hohe Aciclovir-Dosen erhalten, sollte auf angemessene Flüssigkeitszufuhr geachtet werden
  • Anwendung gemeinsam mit anderen nephrotoxischen Arzneimitteln
    • Risiko einer Nierenfunktionsstörung bei gemeinsamer Anwendung erhöht
  • Patienten mit Nierenfunktionsstörungen und ältere Patienten
    • Dosisreduktion bei vorliegender Nierenfunktionsstörung, da Aciclovir renal ausgeschieden wird
    • ältere Patienten
      • Wahrscheinlichkeit für eine Einschränkung der Nierenfunktion erhöht, Dosisreduktion erwägen
    • ältere Patienten und Patienten mit Nierenfunktionsstörungen haben erhöhtes Risiko für neurologische Nebenwirkungen
      • sollten daher engmaschig auf entsprechende Anzeichen überwacht werden
      • in den berichteten Fällen waren diese Nebenwirkungen im Allgemeinen nach Beendigung der Behandlung reversibel
    • da über die vorbeugende Anwendung von Aciclovir bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder Anurie noch keine Angaben vorliegen, sollte ein Einsatz des Präparates unter diesen Bedingungen nicht erfolgen
  • Resistenzentwicklung
    • bei stark immunsupprimierten Patienten kann eine längere oder wiederholte Behandlung mit Aciclovir zu einer Selektion von Virusstämmen mit reduzierter Empfindlichkeit führen
    • Folge: Patienten sprechen möglicherweise auf die weitere Behandlung mit Aciclovir nicht mehr an
  • Übertragung von Herpes genitalis
    • Patienten sollte geraten werden, bei bestehenden Symptomen keinen Geschlechtsverkehr zu haben, selbst wenn die antivirale Behandlung bereits begonnen wurde
    • während der Suppressions-Therapie mit antiviralen Mitteln ist Virusausscheidung signifikant reduziert, jedoch weiterhin Risiko einer Übertragung.
      • empfohlen, zusätzlich zur Therapie mit Aciclovir auf geschützten Geschlechtsverkehr („Safer Sex") zu achten