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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene und Kinder ab 2 Jahren:

  • zur Linderung von nasalen und okularen Symptomen bei saisonaler und perennialer allergischer Rhinitis
  • zur Linderung von Symptomen bei chronischer idiopathischer Urtikaria

Dosierung

Basiseinheit: 20 Tropfen entsprechen 10 mg Cetirizindihydrochlorid

  • zur Linderung von nasalen und okularen Symptomen bei saisonaler und perennialer allergischer Rhinitis und von Symptomen bei chronischer idiopathischer Urtikaria
    • Erwachsene und Jugendliche > 12 Jahre
      • 20 Tropfen (10 mg) 1mal / Tag
    • Kinder (2 - 6 Jahre):
      • 5 Tropfen (2,5 mg) 2mal / Tag
    • Kinder (6 - 12 Jahre):
      • 10 Tropfen (5 mg) 2mal / Tag

Dosisanpassung

  • ältere Patienten: bei unauffälliger Nierenfunktion keine Dosisanpassung erforderlich
  • Niereninsuffizienz
    • normal (Clearance >=80 ml/min): 10 mg Cetirizinhydrochlorid 1mal / Tag
    • leicht (Clearance 50- 79 ml/min): 10 mg Cetirizinhydrochlorid 1mal / Tag
    • mäßig (Clearance 30- 49 ml/min): 5 mg Cetirizinhydrochlorid 1mal Tag
    • schwer (Clearance < 30 ml/min): 5 mg Cetirizinhydrochlorid 1mal / 2 Tage
    • terminale Niereninsuffizienz (dialysepflichtige Patienten) (Clearance < 10 ml/min): kontraindiziert
    • bei Kindern: Dosis muss unter Berücksichtung der renalen Clearance, des Alters und des Körpergewichts individuell an den Patienten angepasst werden
  • Leberinsuffizienz
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • gleichzeitig eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion: Dosisanpassung empfohlen

Kontraindikationen

Cetirizin - intraoral
  • Überempfindlichkeit gegen Cetirizin, Hydroxyzin oder andere Piperazin-Derivate
  • Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz mit einer Kreatinin-Clearance < 10 ml/Min.
  • Patienten mit einer Nierenerkrankung im Endstadium sowie einer eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) < 15 ml/Min.

Nebenwirkungen

Cetirizin - intraoral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Thrombozytopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Überempfindlichkeit
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • anaphylaktischer Schock
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • gesteigerter Appetit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Parästhesie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Konvulsionen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Dysgeusie
      • Synkope
      • Tremor
      • Dystonie
      • Dyskinesie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Amnesie
      • Gedächtnisstörungen
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schläfrigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Agitiertheit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Aggression
      • Verwirrtheit
      • Depression
      • Halluzinationen
      • Schlaflosigkeit
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Tics
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Suizidgedanken
      • Albträume
  • Augenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Akkommodationsstörungen
      • verschwommenes Sehen
      • okulogyre Krise
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Vertigo
  • Herzerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Tachykardie
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Abdominalschmerzen
      • Mundtrockenheit
      • Übelkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Diarrhoe
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • auffällige Leberfunktion (erhöhte Werte für Transaminasen, alkalische Phosphatase, gamma-GT und Bilirubin)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hepatitis
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pharyngitis
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pruritus
      • Ausschlag
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Urtikaria
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Quincke-Ödem / angioneurotisches Ödem
      • fixes Arzneimittelexanthem
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • akut generalisiertes, pustulöses Exanthem
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arthralgie
      • Myalgie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Dysurie
      • Enuresis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Harnverhalt
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Müdigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Asthenie
      • Malaise (allgemeines Unwohlsein)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Ödeme
  • Untersuchungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gewichtszunahme

Häufige Nebenwirkungen bei Kindern (6 Monaten bis 12 Jahre) in placebokontrollierten klinischen Studien

  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schläfrigkeit
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhoe
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Rhinitis
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Müdigkeit

Anwendungshinweise

  • Tropfen zum Einnehmen unverdünnt oder mit Wasser verdünnt

Stillzeithinweise

Cetirizin - intraoral
  • Vorsicht bei der Anwendung von Cetirizin in der Stillzeit
  • Cetirizin geht in die Muttermilch über
    • in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Probennahme nach der Verabreichung entspricht die Konzentration in der Muttermilch 25 bis 90 % der im Plasma gemessenen Konzentration
    • Risiko für Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Cetirizin - intraoral
  • Vorsicht bei der Anwendung von Cetirizin in der Schwangerschaft
  • die für Cetirizin gesammelten Daten zum Schwangerschaftsausgang deuten nicht darauf hin, dass die maternale Toxizität oder die Feto- / Embryotoxizität über das Maß spontan auftretender Fehlbildungen hinaus verstärkt wird
  • nur sehr begrenzte klinische Daten zur Anwendung von Cetirizin bei Schwangeren vorliegend
  • tierexperimentelle Studien
    • lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen auf die Schwangerschaft, embryonale / fetale Entwicklung, Entbindung oder postnatale Entwicklung schließen
  • Fertilität
    • begrenzte Daten zur Fertilität beim Menschen vorliegend, die aber keine Bedenken zur Sicherheit ergeben haben
    • tierexperimentelle Daten
      • zeigen keine Sicherheitsbedenken für die menschliche Reproduktion

Warnhinweise

Cetirizin - intraoral
  • Alkohol
    • bei therapeutischen Dosierungen im Zusammenhang mit Alkohol (bei einem Alkoholblutspiegel von 0,5 g/l) keine klinisch signifikanten Wechselwirkungen festgestellt
    • dennoch Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme mit Alkohol
  • Patienten mit einer Prädisposition für Harnverhalt (z.B. Läsion des Rückenmarks, Prostatahyperplasie)
    • Vorsicht, da Cetirizin das Risiko eines Harnverhaltes erhöhen kann
  • Patienten mit Epilepsie und Patienten mit Krampfneigung
    • Vorsicht bei der Anwendung
  • Allergietests
    • Antihistaminika wirken hemmend auf Allergietests der Haut
    • daher vor Durchführung eines Allergietests eine dreitägige Auswaschphase erforderlich
  • Pruritus und Urtikaria
    • können bei Beendigung der Behandlung mit Cetirizin auftreten, selbst wenn diese Symptome vor Behandlungsbeginn nicht vorhanden waren
    • in manchen Fällen können die Symptome so stark sein, dass die Behandlung wieder aufgenommen werden muss
    • Symptome sollten abklingen sobald die Behandlung wieder aufgenommen wurde
  • Kinder
    • Anwendung einer für Kinder geeigneten Darreichungsform von Cetirizin empfohlen
    • Einschränkungen des Anwenderalters gemäß Herstellerinformation beachten